| Fischerei |
| Einst galten die riesigen Ozeane als unerschöpflich. Heute sind sie leergefischt, zugemüllt, zugebaut, vergiftet. Die Nord- und Ostsee sind sterbende Meere. Das Ökosystem ist nicht nur in Gefahr: Es ist jetzt schon halb tot. Falls die Meere weiterhin so wie jetzt ausgeplündert werden, werden alle Fischarten bis 2048 vor der Ausrottung stehen. |
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| © Greenpeace Deutschland |
Vergiftung
Jahrzehntelang vergiftet der Mensch bereits die Meere.
Wie einst auch in Deutschland fließen in vielen Ländern der Welt
noch heute giftige Haushalts- und Industrieabwässer über die
Flüsse ins Meer.
Walfleisch ist heute 5000-fach über dem Grenzwert mit Quecksilber
vergiftet.
Siehe unsere Walfang-Seite.
Ostsee Lachs ist
mit krebserregenden Dioxinen verseucht. Das Ernährungsministerium
in Kopenhagen hatte April 2004 einen Fangstopp verhängt, gegen
den die Fischbranche Sturm lief. Der Versuch eines Gegenbeweises endete allerdings
als Desaster. Er zeigte, dass nicht nur die amtlich geprüften Tiere der
5-Kilo-Klasse bedenkliche Rückstände der Chlorverbindungen aufweisen,
sondern selbst jüngere Lachse.
Zwei Monate später hat die dänische Lebensmittelbehörde das Fangverbot wegen
erhöhter Dioxin Werte auf Heringe erweitert.
Seit Jahrzehnten werden Schiffe mit giftigen Farben angestrichen, die
das Ansetzen von Muscheln am Rumpf verhindern sollen. Diese Dauergifte (POP's), die auch in Pestiziden,
Flammschutzmitteln und Waschmitteln enthalten sind,
finden sich wieder im Fleisch von Robben, Muscheln und in der Muttermilch
von Eskimo Frauen.
Siehe unsere Chemie-Seite.
Ölverseuchter Meeresboden
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| Greenpeace Taucher nimmt Proben in La Hague Radioaktivität 3900-fach über dem Normalwert
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Radioaktivität
1978 kam Greenpeace in die Schlagzeilen, als ein Greenpeace Schiff
einen britischen Atommüll-Frachter behinderte, der 2000 Tonnen Atommüll
im Atlantik verklappen wollte.
Ein Greenpeace Erfolg: Heute ist die Atommüll Verklappung verboten.
Trotzdem ist heute die Nordsee hochgradig radioaktiv verseucht.
Die beiden sogenannten "Wiederaufarbeitungsanlagen" für abgebrannte
Kernbrennstäbe in La Hague (Frankreich) und Sellafield (Großbritannien)
pumpen jeden Tag 8 Millionen Liter radioaktive Abwässer ins Meer.
Siehe unsere Atomenergie-Seite.
Müll
Weltweit werden jede Stunde 675.000 Kilogramm Müll ins Meer geworfen. 300.000
Stück des Abfalls treiben pro Quadratkilometer im Pazifik. Eine Plastikflasche
im Meer kann 100 Jahre überdauern.
Der Müll wird von den Wellen zu winzigen Partikeln zerrieben. Die Ozeane
sind voll von mikroskopisch kleinen Plastikpartikeln. Im Plankton fanden
Wissenschaftler Überbleibsel von zerriebenden Plastiktüten, Verpackungen,
Seilen.... Diese Partikel werden von Meereslebewesen aufgenommen und können
über die Nahrungskette auch in menschliche Lebensmittel gelangen. Da Nylon,
Polyethylen und Polyester etc. nicht abgebaut werden, werden diese Teilchen
Jahrtausende lang in den Ozeanen bleiben. Der Müllteppich ist inzwischen
so groß wie Zentraleuropa. Oftmals docken an den Plastikpartikeln auch
noch Gifte wie DDT und PCB an. Das Greenpeace Schiff "Esperanza" untersuchte
dieses Phänomen und fand, dass im Pazifik sechs mal mehr Plastikpartikel
als Plankton schwimmen! Das Plastik stammt von Schiffsbesatzungen, Touristen
und aus den Flüssen.
Bei der Untersuchung von Nordseevögeln fand Greenpeace in 95% der
Fälle Plastik im Magen. Ein Vogel hatte so viel geschluckt, dass dies auf
einen Menschen umgerechnet 2 Kilogramm entspricht. 1,1 Millionen Tiere strangulieren
sich mit treibenden Netzresten oder verhungern, weil ihre Mägen
mit Plastikmüll gefüllt sind.
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| © Greenpeace Deutschland |
Unterwasser Lärm
Wale können mit ihrem hochentwickelten Gehör über hunderte Kilometer
Kontakt miteinander halten. Pottwale orten mit ihren Klicklauten die Beute.
Auf ihren Wanderrouten werden sie durch den Lärm von Schiffsverkehr und
Bohrinseln gestört und stranden in der viel zu flachen Nordsee. Allein
zwischen 1991 und 1998 sind in der Nordsee über 80 Pottwale gestrandet.
Unterwasserkanonen für seismische Untersuchungen der Ölindustrie
oder militärischer Sonar erzeugen einen Schalldruck von 220 Dezibel
und können zum Tod von Walen / Delfinen führen.
Immer wieder kommt es zu Massenstrandungen (z.B. 60 Rauhzahndelfine im März 2005 an Floridas Küste)
nachdem vorher dort militärische Sonar-Übungen durchgeführt wurden.
Starke Sonarwellen zerstören die sensiblen Gehörorgane der Meeressäuger.
Aufgrund des hohen Schalldrucks erleiden sie Verletzungen, werden orientierungslos und
stranden schließlich oder sterben auf hoher See. Bei Untersuchungen der Kadaver
der gestrandeten Tiere fand man starke Blutungen im Gehirn und im empfindlichen Innenohr auf.
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| © Greenpeace Deutschland |
Walfang
Einige Walarten sind bereits heute fast ausgestorben. Trotz weltweitem
Walfangverbot geht die Jagd gnadenlos weiter.
Siehe unsere Walfang-Seite
und Fotosammlung.
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| © IFAW 2004 |
Robben
1976 wurde Greenpeace bekannt durch den Einsatz gegen das Robbenschlachten.
Dieses Thema ist nun wieder aktuell:
Bis 2005 hat Kanada eine Million Robben zum Abschlachten freigegeben.
Hierbei werden Babyrobben oft bei lebendigem Leibe gehäutet.
Und damit nicht genug:
Ab März 2005 dürfen Touristen in Norwegen Robben töten!
Okt 2006: Die Bundesregierung verbietet den Import von Robbenfellen.
Siehe unsere Robben-Seite
Immer modernere Fangflotten fischen in immer kürzerer Zeit immer größere Mengen von Fischen. Riesige Fischschwärme werden mit Echolot, Satelliten oder Hubschraubern aufgespürt, eingefangen, direkt an Bord verarbeitet und eingefrohren. Die Flotten dringen bis in Tiefen von 2000 Meter vor.
Moderne Fangschiffe nutzen das Satelliten System "SeaStar" das den Schiffen detaillierte Karten der Planktonverteilung auf den Bordcomputer sendet. (Die Fische sind da, wo das Plankton ist) Per Klick kann der Skipper die Wassertempertur in 50 oder 150 Meter Tiefe anzeigen lassen. Ein modernes Echolot kann einen einzelnen 60 Zentimeter Kabeljau in 1 Kilometer Tiefe lokalisieren. Aus Sonardaten kann der Bordcomputer ein 3D Relief des Meeresbodens errechnen und bestimmen, ob der Boden mit Steinen, Kies, Sand oder Schlick bedeckt ist. Ein modernes Fangnetz ist mit Sensoren ausgestattet, die verraten, ob es den Boden berührt, ob es ausreichend gespannt oder gerissen ist und ob es aureichend mit Beute gefüllt ist. Die größten Netze haben eine Öffnung von 300 Metern mal 150 Metern, so dass der Kölner Dom dort hereinpassen würde.
Seit 1970 hat sich die Kapazität der Fischereiflotte weltweit verdoppelt.
Von den 3,5 Millionen weltweit eingesetzten Fischereischiffen sind nur etwa
ein Prozent Industrieschiffe. Diese schöpfen jedoch 60% aller Bestände
ab.
75% aller Fischbestände sind schon längst
überfischt - besonders in Europa.
Jährlich fließen weltweit 15 Milliarden Dollar Subventionen
in die Fischerei. Die EU subventionierte die Expansion der Flotte so dass diese
heute eine Überkapazität von 40% hat.
Beispiel Anchovis (Sardellen):
Nach jahrelanger Überfischung sind die Bestände vor der Nordküste
Spaniens zusammengebrochen. Während die Fischer in den 60er Jahren
noch bis zu 80.000 Tonnen pro Jahr an Land brachten, sind es heute nur noch
ein halbes Prozent davon. Die Warnungen von Experten wurden jahrelang
ignoriert, eventuell ist es inzwischen zu spät, niemand kann sagen,
ob die
Bestände sich jemals erholen werden.
Weil in europäischen Gewässern die Meere schon leer sind, wildern
europäische Fangflotten in anderen Teilen der Welt. Vor Entwicklungsländern
fischen die Superschiffe der Reichen den Meeresreichtum der Armen ab. Traditionelle
Fischer kehren mit leeren Netzen heim. Oft ist der Fisch für diese
Menschen eine zentrale Eiweißquelle.
Im westlichen Pazifik fangen internationale Flotten rund 90% des Tunfischs
im Wert von 1,9 Milliarden US-Dollar. Für die Fischereirechte zahlen
sie dagegen nur ein Dreißigstel davon an die betroffenen Länder.
Greenpeace kämpft dafür, den Ausverkauf der Speisekammern der Armen
zu stoppen.
Verschlimmert wird das ganze noch durch Piratenfischer, die internationale
Fischereiabkommen ignorieren. (s.u.)
Statt die wirklichen Ursachen anzugehen, hört man von Fischereiministerien
aus verschiedensten Ländern, dass angeblich Wale, Delfine, Haie und
Robben zu viel Fisch fressen würden und deshalb diese Tiere vermehrt
abgschlachtet werden müßten, da sie den Fischern eine Konkurrenz
darstellten. Das ist völliger Unsinn! Über Jahrtausende haben Wale
nie die Fischbestände bedroht. Denn diese Tiere haben schon Fisch gefressen,
bevor der erste Mensch je ein Fischernetz auswarf und es gab trotzdem einen
unerschöpflichen Fischreichtum in den Ozeanen und Flüssen. (Abgesehen davon
fressen garnicht alle Walarten Fisch)
Welche Fische sollten Sie NICHT essen ?
|
Akzeptabel
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Kritisch
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Katastrophal
|
| Bio-Bachforelle Bio-Karpfen Bio-Lachs Bio-Regenbogen Forelle Hering Karpfen Makrele Seelachs |
Goldbrasse |
Alaska Seelachs Bonito Dornhai Dorsch Flussaal Gambas Heilbutt (weiß) Heilbutt (schwarz) Hoki Kabeljau Schellfisch Scholle Schwertfisch Seehecht Seezunge Shrimps Rotbarsch Tunfisch Tiefseegarnelen Viktoriabarsch Wittling |
Greenpeace Fischführer
Genauere Informationen zu den einzelnen Fischen gibt es beim Greenpeace
Magazin, dort können Sie sich den Fischführer auch als PDF
herunterladen. Die gedruckte Version des Fischführers können Sie bei
uns bestellen.
Todesurteil für den
Kabeljau bzw Dorsch (kurz vor dem Aussterben)
Der Kabeljau Bestand ist in den letzten 30 Jahren um 90% zurückgegangen.
"Es herrschen mittlerweile dramatische Zustände", sagt Gerd Hubold,
der Direktor des Instituts für Seefischerei. "Der Kabeljau Bestand
ist so klein, dass sich nicht mehr vorhersagen lässt, wie er sich entwickelt,
oder ob er sich erholt." Bereits im vergangenen Jahr hatte das Gremium
einen Kabeljau- Fangstopp empfohlen, Renate Künast (Grüne)
konnte sich jedoch in der EU nicht durchsetzen. Lediglich Schweden unterstützte
ihre Forderung.
Anfang 2005 untersuchte das Forschungsschiff "Walter Herwig III" die
Kabeljaubestände in der Nordsee:
Der Kabeljau hat sich 2004 fast gar nicht vermehrt. Nur durch einen mehrjährigen
Fangstopp könnten sich die Bestände wieder erholen.
2007 haben die EU Minister wieder einmal die Chance vertan, den Kabeljau zu retten. In der Nordsee schwimmen noch 30.000 Tonnen Kabeljau, von denen die Minister 20.000 zum Fang freigaben. In der Ostsee beträgt der Bestand 23.000 geschlechtsreife Tiere, zum Fang sind 27.000 Tonnen freigegeben, also auch Jungfische. Die Beschlüsse wurden durch zahlreiche Ausnahmeregelungen verwässert. Dafür waren vor allem Frankreich und Belgien verantwortlich.
In Kanada wurden vor 10 Jahren 30.000 Kabeljau Fischer arbeitslos. Die
dortigen Kabeljau-Bestände brachen wegen Überfischung völlig
zusammen. Sie haben sich bis heute nicht erholt.
Auch die Kabeljau Fischer in der EU fürchten um ihre Existenz.
Tunfisch "delfinfreundlich" gefangen?
Nahezu auf allen Tunfisch Dosen findet man ein Etikett "delfinfreundlich
gefangen". Dies ist eine Irreführung der Verbraucher, denn
eine Garantie dafür gibt keines dieser Etiketten. Kontrollen auf
See finden nicht statt. Der größte Teil des Tunfisches in Dosen wird
aus Südost-Asien importiert, wo er von kleineren Schiffen auf riesige Fabrikschiffe
umgeladen wird. Ohne unabhängige Kontrolleure an Bord läßt sich
die Herkunft nicht nachweisen. Ein vertrauenswürdiges Öko-Siegel
für Fischprodukte gibt es derzeit nicht.
Ganz abgesehen von dem sinnlosen Töten der Delfine ist auch der Tunfisch
selbst bereits in vielen Regionen überfischt. Im Mittelmeer
kam es 2006 zu einer Quallenplage: in Spanien 10 Quallen pro Quadratmeter.
Ursachen sind das Ansteigen der Temperaturen und die Dezimierung der Freßfeinde,
zu denen auch die Tunfische gehören.
Vom Aussterben bedroht
Einige Arten der überwiegend zu Unrecht so gefürchteten
Haie stehen schon vor der Ausrottung. Hinter den beliebten "Schillerlocken"
verbirgt sich der Dornhai. Diese kleinere Haiart ist in einigen Gebieten
schon sehr stark überfischt und muß unter Schutz gestellt werden.
2004 stellte die CITES nun endlich den Weißen Hai und die Süßwasser-Schildkröten
unter Schutz.
Der blühende Handel mit Zähnen, Kiefern und Flossen des Weißen
Hais ist zu einer Bedrohung der Art geworden. Ein Hai-Kiefer konnte auf dem
Markt 10.000 Euro erzielen. Auch die asiatischen Süßwasser-Schildkröten
wurden als Haustiere,
Nahrungsmittel und für die Herstellung von Arzneimittel millionenfach gehandelt.
In Asien werden jedes Jahr 38 Millionen Haie getötet, nur um aus ihnen Haifischflossen-Suppe zu kochen! In China: Tendenz steigend. Quelle: Wissenschaftsmagazin Ecology Letters
Schwarzer Seehecht
In asiatischen Sushi Bars und europäischen Feinschmeckerlokalen blättern
Gourmets schon mal 100 Euro das Kilo schwarzer Seehecht hin. So wird
der vom Aussterben bedrohte Fisch besonders schnell ausgerottet, da nicht nur
lizensierte Fangflotten sondern auch Piratenfischer mit einem Fischzug schnell
Millionen Gewinne machen können.
Kaviar
Der schwarze Kaviar wird aus dem bis zu 6 Meter langen und fast 1000
Kilo schweren Stör gewonnen, der akut vom Aussterben bedroht ist.
Aquakulturen
Da die Meere immer leerer werden, fangen Aquakulturen an, sich zu rentieren.
Ähnlich wie Kühe in Massentierhaltung werden Lachse oder Garnelen
gezüchtet. Auch hier werden genmainpuliertes Futter und Antibiotika eingesetzt
und Fische auf viel zu engem Raum gehalten. Besonders absurd ist, dass als Futter
Fischmehl eingesetzt wird, denn Lachse sind Räuber, die sich nicht
mit vegetarischer Kost abspeisen lassen.
Verschwendung pur: Ein schlachtreifer Lachs hat das Dreifache seines
Gewichtes an wilden Artgenossen in Form von Fischmehl verschlungen. Das Verbrauchermagazin
"Test" fand im Fleisch von Zuchtlachs hochgiftige PCB's und
Dioxine sowie Flammschutzmittel. Letztere mengt man dem Fischmehl bei, damit
sich die fettige Masse nicht von selbst entzündet. Es gäbe zwar Alternativen,
aber die sind teurer.
Inzwischen stammt fast jeder angebotene Lachs (ca 1 Millionen Tonnen jährlich) aus Farmen. Nur noch einer von 100 Lachsen hat ein Leben in der Wildnis hinter sich. Pro Tonne Lachs werden 10 Kilogramm Antibiotika verbraucht. Ein großes Problem in Fischfarmen sind auch Parasiten.
Gentechnik Konzerne "entwickeln" genmanipulierte Fische, die durch ein neues Wachstumsgen 4 mal schneller wachsen als normal. Gelangen diese Tiere ins Meer, ist es höchstwahrscheinlich, dass sie die natürlichen Artgenossen verdrängen.
Ungelöst ist auch das Problem der Gewässerbelastung: So geben die 600 norwegischen Lachsfarmen ebensoviel Nitrat ins Meer ab wie 4 Millionen Einwohner! Und die Züchter verbrauchen 4 mal so viel Energie um ein Kilo Lachs zu gewinnen als ein konventioneller Fischer.
Besser fällt die Bilanz bei zertifiziertem Biolachs aus, der in
Käfigen vor Irland und Schottland heranwächst, wo er 5 mal so viel
Platz hat und nur Fischmehl aus nachhaltigen Quellen frißt.
2005: Greenpeace Aktion an illegalem Fangschiff im Rostocker Hafen
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| © Greenpeace Deutschland |
Taiwanesische Piraten Schiffe sind so gut ausgerüstet, dass ein
Schiff täglich 60 Tonnen Fisch aus dem Wasser holt. Mit turmhohen Radaranlagen
können sie Patroulien weit hinter dem Horizont orten und abdrehen bevor
sie selbst erspäht werden.
Wie Chamäleons wechseln die Schiffe regemäßig Namen, Farben
und Flaggen. Oder ein Schiff erwirbt eine Fanglizenz und unter dem selben Namen
geht ein Dutzend baugleicher Schiffe auf Beutezug.
Schwimmende Fischfabriken, die von Versorgungsschiffen mit Proviant und
Treibstoff versorgt werden, können über Monate fischen ohne auch nur
einmal einen Hafen anzulaufen, in dem eine Kontrolle drohen könnte. Sie
laden heimlich auf hoher See ihren Fang auf Kühlschiffe um, die
die Ladung dann in Häfen entladen, in denen niemand nach der Herkunft fragt.
Die Besitzer der Schiffe verschleiern ihre Identität über ein weltweites Netz von Briefkastenfirmen und Strohmännern. Nach taiwanesischen Fischereikonzernen fahren an zweiter Stelle spanische Unternehmen unter Billigflagge, danach folgen mit weitem Abstand Singapur, Südkorea und Japan.
Als europäische Drehscheibe gilt der Hafen Las Palmas auf Gran Canaria. Dort feilschen Piratenfischer und Einkäufer großer Fischkonzerne um den Preis der Beute, die große Kühlschiffe anliefern. Wieviel illegal gefangener Fisch in Deutschland über die Theke geht mag niemand seriös einzuschätzen. Die Deuschen verspeisen 2 Millionen Tonnen Fisch pro Jahr, von denen 80% importiert werden.
Bislang haben europäische Behörden keine gesetzliche Verpflichtung
den illegalen Fang zu beschlagnahmen oder Piraten Schiffe festzuhalten, wenn
diese einen europäischen Hafen anlaufen. Noch nicht einmal, wenn andere
Staaten Beweise für den illegalen Fischfang auf den Tisch legen können.
Zwar hat die UN mit einem Aktionsplan den Kampf gegen die Piratenfischerei
aufgenommen. Das Abkommen ist aber nur ein Papiertiger, da die Umsetzung freiwillig
ist und nur 50 der 200 Mitgliedstaaten sich verpflichtet haben, Maßnahmen
zu ergreifen.
Erfolg von Greenpeace Aktion
April 2006: Das Greenpeace Schiff "Esperanza" hatte in westafrikanischen
Gewässern über 100 Schiffe überprüft, von denen mehr als
die Hälfte in illegale Praktiken verwickelt sind. Die Esperanza
dokumentierte, wie das Kühlschiff "Binar 4" auf hoher
See 11.000 Kisten Fisch übernahm und verfolgte es über 1200 Seemeilen
bis es in Gran Canaria anlegte. Dort haben Greenpeace Kletterer das Schiff bestiegen
und 150 Stunden auf Masten und Kränen ausgeharrt, so dass es nicht entladen
werden konnte. Dann erklärten die spanischen Behörden endlich, die
rund 200 Tonnen Fisch zu beschlagnahmen. Ein großer Erfolg, denn
in Las Palmas wird unter den Augen der Behörden täglich EU-Recht gebrochen!
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Unselektive Fangmethoden
Noch schlimmer als Industrieschiffe sind die unselektiven Fangmethoden:
In Treibnetzen, Langleinen, Stellnetzen... sterben Wale, Haie, Delfine,
Seevögel, Jungfische, Seesterne, Muscheln und Krebse, die als unerwünschter
Beifang tot oder sterbend über Bord gekippt werden - jedes Jahr mehr als
30 Millionen Tonnen. Bei der Garnelen- und Krabbenfischerei liegt
der Beifang sogar bei 80%.
Bei den 17 verschiedenen Fangtechniken, die in europäischen Gewässern eingesetzt werden, unterscheidet man zwischen aktiven und passiven Methoden. Bei den aktiven Methoden zieht ein Schiff ein Netz hinter sich her, bei den passiven Methoden werden Fangeinrichtungen aufgestellt und nach Tagen werden die darin gestorbenen Tiere eingesammelt.
Die zerstörerische Bodenfischerei (Baumkurren, s.u.) hat zur Verschiebung des Artenspektrums in der Nordsee geführt. Aasfresser wie Seesterne und einige Möwen vermehren sich rasch. Sensible am Boden lebende Arten wie Islandmuschel, Haie und Rochen sind verschwunden.
Außerdem treiben inzwischen herrenlose Stellnetze mit einer Ausdehnung von insgesamt 7.000 Kilometern ohne menschliche Kontrolle als gigantische Todesfallen im Tiefenwasser herum. Forscher schätzen, dass dadurch im Nordatlantik 70% der Fänge nicht mehr an Bord geholt werden. Die toten Fische, Delphine, Haie und Wale verrotten einfach in diesen Netzen. Untersuchungen haben ergeben, dass die Netze, nachdem sie außer Kontrolle geraten sind, noch mindestens 2 - 3 Jahre weiterfischen. Download der Studie.
Ertrunkener Kormoran in Treibnetz
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Seehecht an Langleine
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Langleinen

Zielarten: Pelagische Haie, Tunfisch, Schwertfisch, Makrele, Heilbutt und Schwarzer
Seehecht.
Die Langleine verläuft meist diagonal von der Meeresoberfläche bis
zum Grund. Sie wird mit Bojen und verschiedenen Gewichten im Wasser gehalten.
Langleinen sind bis zu 100 Kilometer lang und mit bis zu 30.000 Haken
bestückt.
Siehe unsere Fotosammlung.
Grundschleppnetz

Grundschleppnetze besitzen 2 Flügel, am Ende des Netzsackes ist der eigentliche
Fangsack mit engeren Maschen. Sie durchpflügen den Meeresboden und
scheuchen so Fische in die Netze.
Bei diesen Netzen wird der Meeresgrund aufgewühlt. Ganze Ökosysteme,
zum Beispiel Korallenriffe, werden zerstört.
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| © Greenpeace Deutschland |
Im Dezember 2006 verhandelte die UN über ein Moratorium für die Grundschleppnetzfischerei. Im Vorfeld forderte Greenpeace dazu auf, Protestmails an die Abgeordneten zu schicken. Der Erfolg davon war, dass sogar starke Blockierer wie Spanien das Moratorium unterstützten. Dennoch brachten ein paar kleine Fischereistaaten angeführt von Island die Entscheidung zum Kippen. Heraus kam eine butterweiche Vereinbarung mit vielen Schlupflöchern.
Gespann-Fischerei
Bei der Gespann Fischerei werden riesige Netze zwischen 2 Schiffen gespannt
und durch das Meer gezogen.
Im März 2005 protestiert Greenpeace im Ärmelkanal gegen die
Wolfsbarschfischerei, bei der sich jährlich mehr als 2000 Delfine
in den Netzen verfangen und ertrinken. Greenpeace hat in Großbritannien
wegen des Delfinsterbens bereits einen Rechtsstreit gegen die englische
Regierung angestrengt.
Baumkurren
Zielarten: "Krabben", Seezunge und Scholle.
Die Netzöffnung der Baumkurre wird von einer Querstange, dem Kurrbaum,
offen gehalten und gleitet auf Kufen über den Meeresboden. Zwischen den
Kufen hängen bis zu zehn Eisenketten, durch die am Boden lebendende Fische
aufgescheucht und ins Fangnetz getrieben werden.
Baumkurren pflügen den Meeresboden um, Korallen werden abgebrochen,
Bodenlebewesen werden erschlagen, andere Arten werden untergepflügt und
ersticken. Sogar der harte Panzer von großen Taschenkrebsen wird durch
die Ketten eingeschlagen. Weltweit werden alle 4 Sekunden 10 Fußballfelder
Meeresboden abrasiert.
Auch bei dieser Methode ist der Beifang sehr hoch: Besonders zerstörerisch
ist die Seezungenfischerei. Pro Kilo Seezunge werden zehn Kilo Beifang
mitgefischt.
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| © Greenpeace Deutschland |
Das Resultat: umgepflügter Meeresboden
vorher nachher
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| © Greenpeace Deutschland |
Selektive Netze
Wissenschaftler haben in den letzten Jahren diverse Vorrichtungen für Netze
entwickelt, die selektiveres Fischen möglich machen: Zu kleine Tiere oder
solche der falschen Art können durch Fluchtfenster, Gitter oder Klappen
entkommen. In einigen Fischereien sind solche Netze bereits Vorschrift, doch
in Glasgow spielen selektive Fangtechniken keine Rolle.
Tiefsee
Die Lebewesen der Tiefsee sind weniger erforscht als der Mond. Doch bevor der
Mensch sie kennenlernen kann, rottet er sie schon aus. Auf der Jagd nach Granatbarsch,
Seebrasse und Tiefseedorsch wird mit riesigen Grundschleppnetzen
der Meeresboden umgepflügt und der Lebensraum vernichtet. 90% der
Tiere werden tot als Beifang über Bord geworfen.
60% der Tiefseefänge weltweit landen in den Netzen europäischer Fischtrawler. Die EU hat entschieden, das Meeresschutzgebiet um die Azoren ab sofort (2004) für die Fischerei zu öffnen.
Die Ausplünderung der Tiefsee ist besonders dramatisch, denn alle in der
ewigen Dunkelheit lebenden Arten wachsen bei einem Druck von einer Tonne
und
Die Krise in den Weltmeeren erfordert radikales Umdenken.
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Greenpeace Aktionen
Im August 2004 markierte das Greenpeace Flaggschiff "Esperanza"
das 85.000 Quadratkilometer große Grenpeace-Schutzgebiet "Doggerbank"
mit vier Tonnen schwere Bojen. Mitten darin liegt eine Sandbank,
die vielen Fischarten als Laichgrund dient. Das Gebiet zählte einst
zu den fischreichsten Gebieten in der Nordsee.
Der Mensch hat die Meere vor unserer Haustür schon zu lange massiv ausgebeutet
und zerstört. Jeder Quadratmeter des Gebietes wird pro Jahr mit schweren
Grundschleppnetzen bis zu 7 Mal durchpflügt. In der Nordsee landen
pro Jahr 700.000 Tonnen Meerestiere als Beifang in den Netzen
und werden anschließend tot oder sterbend über Bord geworfen.
Die Doggerbank ist heute weitestgehend leergefischt. Die Region gehört
zu den Wirtschaftszonen von Deutschland, Großbritannien, Holland, Dänemark
und Norwegen.
Die Regierungen der NordseeAnrainerstaaten haben es seit Jahren
versäumt, echte Schutzgebiete einzurichten. Die Doggerbank ist eins von
17 Schutzgebieten in Nord- und Ostsee, für die Greenpeace das Verbot von
Ölförderung und Fischerei fordert.
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| © Greenpeace Deutschland |
Meeresschildkröten
In den letzten 10 Jahren sind an der Küste von Orissa in Indien mehr als
100.000 Meeresschildkröten verendet.
Hauptursache: industrielle Fischtrawler.
Der Oberste Gerichtshofe Indiens hat 2004 ein Gebiet im Golf von Bengalen als
Schutzgebiet erklärt, in dem Fischfang verboten ist. Im Januar 2006 machte
Greenpace das Gahirmatha-Schutzgebiet mit Bojen kenntlich, was eigentlich die
Aufgabe der Regierung in Neu Dehli gewesen wäre, die dies aber ignortierte.
Nun ist es den traditionell arbeitenden Fischer möglich, auch ohne moderne
Technik wie GPS die Schildkröten in Ruhe zu lassen.
Greenpeace-Aktivisten kampierten Januar bis April 2006 am Strand, um den Nachwuchs
der olivfarbenen Bastardschildkröte von der Eiablage bis zum Schlüpfen
zu schützen.
Mehrjährige Haftstrafen für Schildkröten
Schützer !
April 2006: Greepeace Aktivisten haben Kadaver und Skelette von 3 Schlidkröten
vom Strand in Orissa nach Neu Delhi gebracht und sie dort vor dem Amtssitz des
Chefministers ausgestellt um gegen dessen Untätigkeit beim Schutz
der Meeresschildkröten zu protestieren. Daraufhin wurden die Aktivisten
festgenommen und mit mehrjährigen Haftstrafen bedroht, weil der
Transport der Kadaver und Skelette der bedrohten Tiere verboten sei !!!
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| © Greenpeace Deutschland |
Aachen
Auch in Aachen waren wir zum Thema Nord- und Ostsee aktiv. So haben wir z.B.
im Juli 2004 am Elisenbrunnen an einen Informationstag unter dem Motto "Findet
Nemo" auf die Problematik aufmerksam gemacht und den Greenpeace Fischführer
kostenlos verteilt.
EU Politiker wollen Meere nicht schützen
Die EU-Fischereiminister haben im Dez 2004 beschlossen, keine fangfreien Zonen
in der Nordsee auszuweisen.
Zum Schutz der Ostsee wurde lediglich das Fangverbot in den Sommermonaten
verlängert und kleine Schutzgebiete ausgewiesen. Die Höchstfangmenge
wurde geringfügig herabgesetzt.
Diese Maßnahmen sind nutzlos. Großbritannien, Frankreich, Spanien
und Portugal stellten sich gegen die ursprünglich von der EU-Kommission
geplante Schutzzone.
UN-Konferenz
über Biologische Vielfalt gescheitert
Brasilien, März 2006: Die UN-Konferenz (CBD) ist wie ein großer Dampfer
ohne Kapitän inmitten eines Unwetters. Die 188 Mitgliedsstaaten wollen
kein Geld zur Verfügung stellen um das Artensterben in Urwäldern
und Meeren zu verringern. Es gibt keine Maßnahmen gegen illegalen
Holzeinschlag oder Grundschleppnetzfischerei. Auch die Biopiraterie (Patentierung
von Lebewesen) wird nicht gestoppt.
Martine Hardy
Tel. 0241 / 970 138
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