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Gentechnik

Freisetzung von Gentechnisch Veränderten Organismen (GVO)

Als 1996 die ersten genmanipulierten Sojabohnen nach Europa kamen und in unsere Nahrungsmittel Einzug hielten, war in der Politik wie in den Medien noch "freie Fahrt" für die Gentechnologie angesagt. Doch damals begann Greenpeace seine Aufklärungskampagne gegen die "Monsanto-Bohnen". Greenpeace hat es geschafft, die europäische Öffentlichkeit zu sensibilisieren, Proteste zu stimulieren und den "mündigen Verbraucher" mit Informationen handlungs- und verweigerungsfähig zu machen. Ohne jene Initiative der Umweltschützer von 1996 wäre die Entwicklung in der EU anders verlaufen, und die ab April 2004 geltende Kennzeichnungs­verordnung hätte es wohl nie gegeben.


Gentechnik - alles unter Kontrolle ?

Ratten-Gen im Salat,
Motten-Gen im Apfel,
Kuh-Gen in der Soja-Bohne:


Die Gentechnik Konzerne behaupten gerne, sie hätten die Gene unter Kontrolle.

Das Gegenteil ist der Fall:
Das Zusammenspiel der Gene in einer Zelle ist extrem komplex und viele grundlegende Prozesse in einer Zelle sind den Wissenschaftlern heute noch ein Rätsel. Die Wissenschaftler können noch nicht einmal erklären, warm der Reis doppelt so viele Gene hat wie der Mensch.

Bei der Genmanipulation werden meist fremde Gene mit der Gen-Kanone im Schrotschuss-Verfahren in das Erbgut hineingeschossen. Wo genau das neue Gen dann landet ist rein zufällig und kann nicht gesteuert werden. Welche Wechselwirkungen die Manipulation auslösen wird, ist unbekannt. Es werden auch synthetische Gene eingebaut, die es so noch überhaupt nicht in der Natur gibt. Die meisten der genmanipulierten Zellen sind nicht einmal lebensfähig. Die übrigen Zellen zeigen entweder nicht die erwünschten Eigenschaften oder besitzen etliche unerwünschte Nebenwirkungen. Jahrelanges Herumprobieren am Erbgut ist notwendig bis eines Tages zufällig etwas herauskommt, das den Vorstellungen einigermaßen entspricht. Da die Forschung dann bereits Millionen gekostet hat, wird an Risiko-Studien hinterher gespart.

Durch die Genmanipulation entsteht nicht nur eine neue Substanz in der Pflanze sondern ein ganzes Spektrum an neuen Eiweißen. Die Auswirkung dieser bisher völlig unbekannten Proteine auf Mensch und Tier wird von den Gentech Konzernen aber nicht untersucht. BSE ist eine Erkrankung, die durch ein Eiweiß hervorgerufen wird.......

Monsanto will die Welt beherrschen - Die Gen-Diktatur
Monsanto kam zu einer Unternehmensberatung und wurde gefragt, wo der Konzern in 20 Jahren stehen soll. Monsantos Antwort: "Wir wollen die weltweite Nahrungsvesorgung kontrollieren". Quelle: Kirk Azevedo, ehemaliger Monsanto Mitarbeiter.

Bereits 2006 unterhält Monsanto ein riesige Rechtsabteilung, deren alleinige Aufgabe es ist, Bauern zu verklagen, die Lizenzgebühren nicht bezahlen. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Bauer wirklich Monsanto Saatgut vom letzten Jahr wieder ausgesäht hat (was nicht erlaubt ist) oder ob sein Feld durch Pollenflug von Nachbarfeldern kontaminiert wurde. (siehe unten: Percy Schmeiser) Heute kaufen viele amerikanische Bauern lieber freiwillig Monsanto Saatgut als das Risiko einzugehen, von dem Giganten verklagt zu werden.
Im Gegenzug müssen die Gen-Bauern unterschreiben, Monsanto nicht zu verklagen, falls das Gensaatgut nicht die gewünschten Resultate erbringt!

Aber es kommt noch besser:
Auf einer Monsanto Fortbildungsveranstaltung fragte ein Biobauer, wer ihm bei Verunreinigung seiner Ernte durch Pollenflug den Schaden ersetzt. Der Monsanto Vertreter antwortete: "In ein paar Jahren werden Biobauern dafür haften, wenn sie mit ihren natürlichen Genen unsere Patentsorten verderben." (Quelle: Greenpeace Magazin 1.07 S.69)

Bereits 2006 gibt Monsanto jährlich 10 Millionen Dollar aus, um Bauern zu überwachen, die verdächtigt werden, wissentlich oder unwissentlich Patente zu verletzen: Betroffene sprechen von der "Monsanto Polizei".
Absurd aber wahr: Selbst wenn die Ernte eines Bauern durch Pollenflug vom benachbarten Genfeld kontaminiert wurde, klagt Monsanto und verlangt Schadensersatz, der mehrere 100.000 Dollar betragen kann. Nicht genug, dass dem Bauer ohne eigene Schuld seine Ernte verunreinigt wurde: Er muß sich auch noch gegen die Anwälte von Monsanto wehren! In der Regel hat er keine Chance: Wenn er noch mit einem blauen Auge davon kommen will, muß er sich vertraulich dazu verpflichten, künftig ausschließlich bei Monsanto einzukaufen.
Die Rechtsabteilung von Monsanto ist sehr lukrativ: Der Konzern hat nach eigenen Angaben in den letzten Jahren durch außergerichtliche Vergleiche Millionen kassiert.

Verklagen, was das Zeug hält
Monsanto verklagte den dänischen Importeur Per Dige, der Gensoja aus Argentinien importiert, wegen Patentrechtsverletzungen. In Argentinien wird Gensoja angebaut ohne dass dafür Lizenzgebühren an Monsanto fließen, weil das argentinische Patentrecht die Patentierung von Lebewesen nicht zuläßt. Schließlich kam Monsanto auf die glorreiche Idee, sich die Lizenzgebühren, die Argentinien nicht zahlen will, bei den Importeuren zu holen.

Nebenwirkungen
In Petunien wurde ein Gen aus Maispflanzen eingebaut, das eigentlich ihre Blüten lachsrot färben sollte. Diese Petunien zeigten veränderte Wuchsformen, eine verminderte Fruchtbarkeit und eine veränderte Reaktion bei Schädlingsbefall. Ihre Blüten waren überwiegend weiß.

Dies ist kein Einzelfall :


Keine Kontrollen
Während Medikamente 10 Jahre lang geprüft werden müssen, sparen Gentech Konzerne die Kosten für ausgiebige Risikountersuchungen und für Langzeitstudien ein und verkaufen Saatgut, dessen Nebenwirkungen völlig unzureichend oder garnicht überprüft wurden.

Und sollten Untersuchungsergebnisse Sicherheitsrisiken ans Licht gebracht haben, ist es üblich, diese geheim zu halten. (s.u.)

Im Gegensatz zu einem Chemieunfall können sich gentechnisch veränderten Organismen aber vermehren und eine eigene Dynamik entwickeln. Sie können z.B. über Pollenflug verbreitet werden und sich in der Natur etablieren oder sich in verwandte Wildarten auskreuzen.
Pollen von Gras, das für den Einsatz auf Golfplätzen manipuliert wurde, wurden noch in 21 Kilometer Entfernung nachgewiesen!

Studien der Agrarmultis beziehen sich überwiegend auf wirtschaftliche Aspekte wie Ertragssteigerungen.
Die Gefahren für Umwelt, Tier und Mensch werden kaum untersucht.

Fragen wie:
- Sind neue Allergien bei Menschen zu befürchten?
- Welchen Schaden nehmen nützliche Insekten?
- Wie schnell und irreversibel verändert sich das Erbgut benachbarter Pflanzen?
interessieren sie nicht.

Und in den USA gilt ohnehin die Devise: Die Technik ist sicher - jedenfalls so lange, bis irgendwo etwas passiert.

Monsanto betrügt die Zulassungsämter mit gefälschten Studien (siehe unten)

Die Zulassungsverfahren beschränken sich oft sogar nur auf theoretische Plausibilitätsannahmen, wie die Beispiele unten zeigen. Unabhängige Untersuchungen finden nicht statt.

Viele Wissenschaftler, die negative Studien über GenTech Pflanzen veröffentlicht hatten, verloren ihren Job.

Weltweit bieten nur eine Handvoll idealistischer Wissenschaftler der Industrie die Stirn und untersucht -unabhängig von deren Geld- die Auswirkungen transgener Tiere und Pflanzen auf die Umwelt und auf unsere Gesundheit.

Auch Lebensmittel Kontrollen gehören zur Ausnahme. So hat Syngenta jahrelang illegal mehrere hundert Tonnen nicht zugelassenen Mais vertrieben. (s.u.)


Der Bauer in der Abhängigkeit
Ziel der Agro-Chemie Multis ist es, den Landwirt in die Abhängigkeit der Industrie zu treiben...


Vertuschungs-Skandal in den USA

Monsanto plaziert immer wieder seine Mitarbeiter an den Schalthebeln der Macht wie z.B. im FDA, der US-Lebensmittel Zulassungsbehörde. In den 90'er Jahren ging es dort um die Grundsatzfrage, ob genmanipulierte Organismen überhaupt für Nahrungsmittel zugelassen werden sollten. Mehrere Prüfer des FDA äußerten große Bedenken. Ihre Untersuchungen wurden jedoch zurückgehalten von Michael Taylor, den Monsanto in das FDA eingeschleust hatte. Die Gentechnik bekam grünes Licht.


Bestechung

Monsanto, der Weltmarktführer für gentechnisch verändertes Saatgut, bestach in Indonesien einen Mitarbeiter der Regierung, um dort ein "günstiges Klima" für Gentech-Pflanzen zu schaffen. Monsanto versuchte 2002, in Indonesien eine Anbaugenehmigung für seine mit einer Insektenresistenz ausgestatteten Baumwollpflanzen zu bekommen. Bauernorganisationen versuchten jedoch, die Genehmigung zu verhindern. Mit dem Bestechungsgeld sollten die Auflagen für eine Umweltprüfung reduziert werden.

Wegen Verstoßes gegen die US-Antikorruptionsgesetze musste Monsanto 1,5 Millionen Dollar Strafgeld zahlen.

Zensur durch Bundesministerium
August 2006: Der Bio-Einkaufsführer von der Fördergemeinschaft Ökologischer Landbau Berlin (Auflage 700.000) wollte eine Anzeige von Save our Seeds abdrucken, in der darüber informiert werden sollte, dass die Saatgutindustrie die Grenzwerte für gentechnische Verunreinigungen im Saatgut (auch in Bio-Saatgut) auf über 0,3% erhöhen will. Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) finanziert diese Broschüre mit und legte Einspruch ein: Entweder die Anzeige werde ersatzlos gestrichen, oder die Informationsbroschüre könne nicht in Druck gehen. Eine öffentliche Diskussion zu diesem Thema soll offenbar unterbunden werden. Dabei ist die Gentechnikfreiheit gerade für Bio-Produkte elementar wichtig.
Ist Herrn Seehofer so viel vorauseilender Gehorsam gegenüber Monsanto, Bayer und BASF nicht peinlich?


Befangene Zulassungsbehörden in der EU
Immer wieder werden Gen-Pflanzen ohne zureichende Prüfung zugelassen. Im März 2005 deckt die ARD einen Skandal auf:
Professor Hans-Jörg Buhk, dem auch die „Zulassungsstelle Gentechnik“ untersteht und sein Stellvertreter Detlef Bartsch traten 2002 in einem Werbefilm für Genmais auf. Buhk beteiligte sich zudem im Jahr 2004 an der Organisation einer Großveranstaltung der deutschen Gentech-Firma Phytowelt GmbH.

Mangelhafte Vorschriften in der EU
Der australische Wissenschaftler Thomas Higgins hatte in Canberra Bohnen-Gene auf Erbsen übertragen um sie gegen einen Käfer resistent zu machen. Er verfütterte die Erbsen an Mäuse um seine Kreation zu testen. Als viele Tiere an Lungenentzündung starben brach er das Projekt ab. In Europa wären die Erbsen ohne solche langfristigen Fütterungsversuche auf den Markt gekommen, denn dem EU Gesetz genügt eine Testphase von 28 Tagen!


Gentechnik weltweit

Forschungsziele
Genehmigte Pflanzen

Anbau in großem Umfang
Land Soja Mais Raps Baumwolle
USA X X X X
Argentinien X X   X
Brasilien X      
Kanada X X X  
Urugay X      
Spanien   X    
Südafrika   X   X
Mexiko       X
Australien       X
China       X
Indien       X
(Stand 2003)

 

Schon heute bedecken gentechnisch veränderte Pflanzen weltweit über 50 Milliarden Hektar Land. Allein in den USA trägt ein Drittel des Maisanbaus das Label "GM", genetically modified.

GM-Baumwolle wächst in den USA auf 73%, Soja auf 81% der Anbaufläche (2003) - und der US Konzern Monsanto hält daran den Löwenanteil. Für über 5 Milliarden Dollar kaufte der Konzern in den vergangenen Jahren Forschungs­kapazitäten und Saatgutfirmen ein, vor allem die Marktführer bei Mais, Soja und Baumwolle. Zugleich meldete er Patente auf seine Neuzüchtungen an.

Der Kauf solchen Saatgutes wird für den Bauern zum Samen-Leasing. Die Gene sieht Monsanto als eigene "Software", als geistiges Eigentum an.



Die Geschichte des Gift-Konzerns Monsanto ist schmutzig: Jahrezehntelang leugnete er die Gefahren von PCB, Dioxin und Agent Orange. Dieses Entlaubungsgift wurde im Vietnamkrieg eingesetzt, was zur Folge hat, dass noch heute in Vietnam verkrüppelte Kinder geboren werden.

Monsanto, einst eine Chemiefabrik, ist zum weltumspannenden Life-Sciences-Imperium geworden. So verwundert es nicht dass die Gen-Forschung oft darauf abzielt, den Umsatz von Pestiziden und Herbiziden zu steigern.

2002 wurden weltweit Umsätze von 13 Milliarden Dollar mit Saatgut und mehr als das Doppelte - 29 Milliarden Dollar mit mit Pflanzen­schutz­mitteln erzielt.

Monsanto ist dabei, sich eine weltweite Monopolstellung bei Saatgut zu sichern. Monsanto kauft einen Konkurrenten nach dem Anderen auf. Auch illegale Mittel wie Freisetzen von genmanipulierten Pflanzen ohne Genehmigung und Bestechung gehören zum Alltag bei Monsanto. (s.u.)

Monsantos Gen-Sojabohne "Roundup Ready" ist resistent gegen das passende Unkraut­vertil­gungsmittel "Roundup Ultra", das Monsanto gleich mit verkauft. Roundup tötet alles, was grün ist - außer der manipulierten Soja.

Die Folge: Der Ertrag der Bauern bleibt gleich, aber ihr Verbrauch an Roundup steigt. Das Geschäft mit Roundup wuchs von 5,4 Millionen Liter im Jahr 1994 auf 150 Millionen Liter in 2003.



Derzeit teilen die 6 führenden Agrochemiekonzerne drei Viertel des weltweiten Umsatzes unter sich auf:

Syngenta (Schweiz, Jahresumsatz 6,2 Milliarden $),
Bayer CropScience (Deutschland),
BASF (Deutschland),
DuPont (Frankreich),
Monsanto (USA, Jahresumsatz 4,7 Milliarden $),
Dow Chemical (USA, Jahresumsatz 3 Milliarden $)


Giftfabrik auf dem Acker

Beispiel Bt-Mais MON 810 von Monsanto:
Der genmanipulierte Bt Mais produziert in allen Pflanzenteilen wie Blättern, Stängeln, Wurzeln, Pollen und Kolben ein Gift. Dieses Gift soll einen Fraßfeind töten: die Raupen des Maiszünslers. Dafür wurde dem Mais ein Gen aus einem Bakterium eingesetzt, dem Bacillus thuringiensis (Bt). Obwohl dieses Gift auch in den Maiskörnern enthalten ist, darf der Mais an Tiere verfüttert werden und als Lebensmittel für Menschen verwendet werden.

Während normalerweise der Bauer nur gezielt Gift sprüht, wenn ein Feld akut befallen ist, bildet der Genmais das Gift permanent in relativ hoher Konzentration - jede Pflanze ist eine Giftfabrik.

Monsanto behauptet, das Gift würde von Mensch und Tier im Darm nicht aufgenommen.
Das stimmt nicht, weiteres siehe unten.

Monsanto behauptet außerdem, die Gentechnik unter Kontrolle zu haben.
Auch das stimmt nicht. Denn sie kennen z.B. den genauen Giftgehalt der Pflanzen nicht. Dieser schwankt je nach Pflanzenteil, Anbauregion, Jahreszeit und Klima. Einige Genpflanzen bilden sogar gar kein Gift. Warum das so ist, bleibt ein Rätsel. Auch warum der Mais einen wesentlich höheren Holzanteil (Lignin) hat, können sie nicht erklären.

Monsanto behauptet ferner, von dem Genmais gingen keine Gefahren für die Umwelt aus.
Auch das ist falsch wie neueste Untersuchungen belegen:

  1. Die Schlupfwespe ist ein natürlicher Feind des Maiszünslers. Ausgerechnet sie wird durch Bt Mais bedroht. Legt sie ihre Eier in Maiszünslerlarven, schlüpfen wesentlich weniger Tiere.
  2. Auch die Florfliege ist ein Feind des Maiszünslers. Auch ihre Larven werden durch Bt Mais vergiftet.
  3. Der Rückgang von Florfliege und Schlupfwespe kann also dazu führen, dass auch auf benachbarten Feldern der Schädlingsbefall steigt!
  4. Bei Bienen, die mit Bt Maispollen gefüttert wurden, stellte man eine Abnahme der Bienenzahl und verminderte Brutaufzucht fest.
  5. Bei Regenwürmern stellte man nach Fütterung mit Bt Mais ein geringeres Gewicht sowie weniger Nachwuchs fest.
  6. Schmetterlinge (Monarchfalter, Tagpfauenauge, Schwalbenschwanz) sterben bereits durch geringe Mengen Bt Gift.
  7. Schädlinge können durch die ganzjährige Exposition gegenüber dem Bt Gift schneller Resistenzen ausbilden.
  8. Die Wurzeln der Bt Maispflanzen geben das Gift aktiv an den Boden ab. Dort bindet es sich an Bodenpartikel und behält seine toxische Wirkung sogar noch Monate nach Abmähen des Feldes!
  9. Im Kot von Kühen, Regenwürmern und Insekten wurde das Bt Gift nachgewiesen. Werden diese Tiere gefressen/gegessen, wird auch das Gift mit aufgenommen.

Während der Maiszünsler in den USA eine Plage ist, stellt er in der EU kein Problem dar. Nur ein Fünftel der Anbaufläche der EU wird überhaupt befallen (in Großbritannien gibt es ihn z.B. gar nicht) Der Einsatz von Spritzmitteln gegen den Maiszünsler ist in Deutschland gering. Wird das Feld ordentlich umgepflügt, wird der Maiszünsler zu 80% bis 98% vernichtet. Bei akutem Befall können Schlupfwespen ausgesetzt werden.

Obwohl der Genmais MON810 in Deutschland überflüssig ist, hat Monsanto 2005 die Genehmigung zum Anbau gerichtlich erzwungen. (s.u.)

Download der Studie Gift im Gen-Mais.


Pharmafabrik auf dem Acker

Beispiel : Gen-Mais von ProdiGene
2002 hatte in den USA ein Bauer im Rahmen eines Forschungsanbaus Gen-Mais angebaut, der einen Impfstoff gegen eine Viruskrankheit bei Schweinen produziert. Im darauf folgenden Jahr kam es unbeabsichtigt zu einer Vermischung dieses Pharma-Maises mit Soja in einem Silo. Der gesamte Silo-Inhalt von 13.500 Tonnen musste verichtet werden. Der Schaden betrug 2,7 Millionen Dollar, die Strafe für ProdiGene 250.000 Dollar.

2007 soll nun eine Pharma-Gen-Erbse in Deutschland angebaut werden.

Übrigens: Es ist NICHT geplant, zukünftig Pharma-Pflanzen im Gewächshaus anzubauen, das haben die Gentechnik-Konzerne bereits mehrfach betont. Denn dann würde die Gewinnung der Pharmawirkstoffe zu teuer. Geplant ist der Freiland-Anbau. Die Gene werden sich so durch Pollenflug ausbreiten und wir werden in Zukunft die Pharmawirkstoffe in unserem Essen unweigerlich mitessen.


Die Gene bleiben nicht da, wo sie waren

Gentechnik Konzerne haben jahrelang behauptet, Gene, die mit der Nahrung aufgenommen wurden, würden im Verdauungstrakt (Magen, Darm) schnell und vollständig abgebaut. Eine Übertragung in die Zellen eines anderen Lebewesens sei unmöglich.

Monsanto Gen in Tierorganen nachgewiesen
Dass obige Behauptung falsch ist, fanden 2005 italienische Forscher der Universität Piacenza bei Fütterungsversuchen mit Schweinen. Sie wiesen Bruchstücke des synthetischen Gens der Gentech-Maissorte Mon810 aus dem Hause Monsanto in Blut, Leber, Milz und Nieren der Tiere nach. Dennoch wird Mon810 im Dezember 2005 in Deutschland zugelassen.


Horizontaler Gentransfer von Bakterien auf Insekten
Japanische Forscher haben konkrete Indizien für einen Transfer von Bakterien-DNA auf Käfer gefunden.
Diese Entdeckung ist spektakulär.
Natsuko Kondo, Doktorand an der Tokioter Universität, wollte nur den Einfluss von Wolbachia-Bakterien auf den von ihnen infizierten Kundekäfer untersuchen, einen in den Tropen und Subtropen weit verbreiteten Vorratsschädling.

Dabei stellte er fest, dass die Bakterien ein Wolbachien-Gen auf ein Käferchromosom übertragen haben. Weitere Untersuchungen lieferten eindeutige Beweise.
Weitere Details dazu siehe Hier.

Verzögerte Entwicklung nach Genmais Verzehr
Die Biologischen Bundesanstalt (BBA) in Braunschweig hat die Auswirkungen von Bt Mais auf Insekten untersucht. Die dreijährige Studie liefert erste Ergebnisse:
1.)
Mit Mon810 gefütterte Trauermückenlarven (die im Boden abgestorbene Pflanzenreste zersetzen) brauchen länger bis zur Verpuppung.
2.)
Werden diese Mückenlarven an Käfer verfüttert (ihre natürlichen Freßfeinde) benötigten diese Käfer ebenfalls mehr Zeit bis zur Verpuppung.
Monsanto behauptet dennoch weiterhin, ihr Genmais habe keinerlei Auswirkungen auf Nutzinsekten, ohne dies jemals untersucht zu haben.

Weiteres dazu Hier.


Gentechnik - Gefahr für die Gesundheit

Beispiel Bt-Genmais:
Die Maispflanze produziert ein Gift in JEDER ihrer Zellen. Auch in den Maiskörnern ist das Gift enthalten, das die Kühe fressen. Es gibt nur sehr wenige wissenschaftlichen Studien die untersuchen, ob das Gift Säugetieren oder dem Menschen schadet. Dennoch bahauptet Monsanto es bestehe keine Gefahr. Unabhängige Untersuchungen belegen das Gegenteil:

Tierversuche

Schon Ende der 90er Jahre hatte der ungarische Wissenschaftler Arpad Pusztai Nager mit Kartoffeln gefüttert, denen
ein Maiglöckchen-Gen eingebaut worden war. Daraufhin veränderte sich das Gewebe im Verdauungstrakt der Ratten.

Lungenentzündung durch Gen-Erbsen
Dez. 2005: In Australien wurden gentechnisch veränderten Erbsen mit einem Resistenzgen 4 Wochen lang an Mäusen getestet. Schon nach 2 Wochen bekamen die Mäuse Lungenentzündung, die die Forscher auf eine allergische Reaktion zurückführten. Die 10-jähre Forschung an der Erbse wurde daraufhin eingestellt.

1600 Schafe sterben durch Gentechnik
Mai 2006: In Indien starben 1600 Schafe nachdem sie die Überreste (Blätter und Kapseln) eines abgeernteten Bt- Baumwollfeldes gefressen hatten. Bt ist ein Gift gegen Insekten, das auch von Genmais Pflanzen produziert wird.

Schweine verlieren Fruchtbarkeit
In den USA beklagen Bauern, dass bei ihren Schweinen und Kühen, die ausschließlich mit Genmais gefüttert wurden, die Fruchtbarkeit drastisch zurückgeht. Dies führte bei einigen Bauern zu so hohen Verlusten, dass sie ihre Schweinezucht aufgeben mußten, weil sie den Zusammenhang mit dem Futter nicht rechtzeitig erkannten.

Kuhsterben in Hessen
Auf einem hessischen Bauernhof sind 2003 zwölf Kühe gestorben. Sie wurden vorher mit gentechnisch manipuliertem Mais (bt176) gefüttert. Ein Zusammenhang kann nicht ausgeschlossen werden. Greenpeace hat schon damals gefordert, dass dieser Mais in Deutschland nicht zugelassen werden darf. Sogar in den USA wurde er wieder vom Markt genommen.

Das Robert-Koch-Institut ist für die Genehmigung des Gentech-Mais verantwortlich und weigerte sich, weitergehende Untersuchungen zur Aufklärung des Vorfalles zu veranlassen.

Der Landwirt forderte von den Behörden und der Firma Syngenta vergeblich weitere Unterstützung bei der vollständigen Aufklärung des Falles und legte daraufhin gegenüber Greenpeace seine Akten offen. Daraus geht hervor, dass Fütterungsfehler oder Krankheiten als Todesursache ausgeschlossen werden können.

Dieser Mais bildet ein giftiges Bt-Eiweiß, das aus einem Bakterium stammt (Bacillus thuringiensis) und ein Fraßinsekt (den Maiszünsler) töten soll. Ob es auch für Kühe schädlich ist, wurde nie untersucht.

Eingebaut wurden in den Mais Gene für Antibiotika-Resistenz, Spritzmittel-Resistenz, mehrere Gene für das Insektengift, sowie verschiedene Gene, die die Wirkung der Gift-Gene noch verstärken sollen. Das Gen für das Insektengift wurde in der Struktur stark modifiziert.

Studien über bt-176 Mais haben immer wieder überraschende Befunde erbracht:

Es war ursprünglich sogar geplant, diesen Mais auch für die menschliche Ernährung zuzulassen!

Syngenta verzichtete zur Zulassung ausdrücklich auf Untersuchungen zur Langzeitwirkung der Gifte und mögliche Allergiewirkungen. Auffällig ist, dass Syngenta alle Hinweise auf unerwünschte Eigenschaften systematisch herunterspielt.

Fazit:
Dieser Fall zeigt deutlich, wie Konzerne Hand in Hand mit Politik und Behörden die Gefahren der Gentechnik ignorieren.

Greenpeace Aktion vor Robert Koch Institut, Berlin
     
Greenpeace Aktion vor Robert Koch Institut wegen Kuhsterben
© Greenpeace Deutschland

 

Rattenversuch mit Gen-Mais
Der gentechnisch veränderte Mais MON 863 von Monsanto, der ein Antibiotika Resistenzgen enthält, wurde an Ratten verfüttert. Die Ratten wiesen eine signifikante Erhöhung der weißen Blutkörperchen, Verkleinerungen und Entzündungen der Nieren mit mikroskopisch sichtbaren Veränderungen an den Nierenkanälchen, Rückgang der Retikulozyten (junge rote Blutkörperchen) und eine signifikante Erhöhung des Blutzuckers auf.

Französische Wissenschaftler, die den geheimen Originalbericht von Monsanto gelesen haben, halten den Gen-Mais für nicht sicher.

Dieser Fall zeigt wieder, mit welchen Mitteln die Gen-Konzerne arbeiten. Wenn Untersuchungen zu unerwünschten Ergebnissen führen, werden sie nicht veröffentlicht. Wer mit solchen üblen Methoden seine Interessen durchsetzen will, wird bei den Verbrauchern niemals Akzeptanz für Gen-Gewächse schaffen.

Die europäischen Lebensmittelbehörde EFSA hielt diesen Mais für unbedenklich und genehmigte ihn dennoch!
Sie glaubte offensichtlich blind den Beteuerungen von Monsanto, dieser Mais "sei so sicher wie jeder herkömmliche Mais".

Monsanto hielt es darüber hinaus nicht für notwendig, Versuche an Milchkühen durchzuführen, an die dieser Mais verfüttert werden sollte.

Der Einsatz eines Maises wie MON 863, der gegen den Maiswurzelbohrer resistent ist, ist im Übrigen unnötig:
Denn den Schaden richten die Larven des Wurzelbohrers an. Wenn der Bauer einfach im nächsten Jahr eine andere Pfanze auf dem Feld anbaut statt Mais, sterben die Larven von allein im Boden ab. Der Maiswurzelbohrer kann also ganz einfach durch eine wechselnde Fruchtfolge bekämpft werden.

Greenpeace gewinnt 2 mal gegen Monsanto
Da Monsanto diese Studie geheimhalten wollte, hat Greenpeace beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit im April 2005 die Akteneinsicht beantragt. Dagegen hatte Monsanto jedoch Einspruch vor dem Verwaltungsgericht eingelegt, der im Juni 2005 im Eilverfahren zurückgewiesen wurde. Die Richter entschieden, Greenpeace habe einen Informationsanspruch nach dem Umweltinformationsgesetz. Auch in zweiter Instanz bekam Greenpeace wieder recht. Offenbar hat Monsanto hier einiges zu verbergen.


Greenpeace weist Monsanto Betrug nach
Oktober 2005: Monsanto hat in obiger Studie nachweislich falsche statistische Methoden angewendet.
Download der Studie von unabhängigen Experten im Auftrag von Greenpeace.


Genmais schädigt geschützte Schmetterlinge

Forscher der Universität Maryland fanden 2004 heraus, dass sich über 20% der Raupen des geschützten Monarchfalters nicht zu Schmetterlingen entwickelten, nachdem sie Gen-Mais-Pollen der Maissorten Mon810 und Bt11 gefressen hatten.
Monsanto und Syngenta, die Mon810 und Bt11 produzieren, behaupteten immer, dass das Bt-Gift in den Maispflanzen keine Gefahr für Schmetterlinge darstellen würden - ohne dies aber jemals untersucht zu haben!

RoundUp tötet Frösche und Kröten
August 2005: Das meistverkaufte Pflanzenspritzmittel der Welt "RoundUp" ist laut seinem Hersteller Monsanto nur für Pflanzen giftig. Das widerlegen neueste Studien eines US-amerikanischen Biologen der Universität Pittsburgh. Er fand heraus, dass 86% der Frösche an einem Tag auf dem Trockenen starben nachdem er die von Monsanto empfohlene Menge versprühte. Und selbst wenn nur ein Drittel der Menge versprüht wurde, starben 71% der Kaulquappen, die in Behältern unter Außenbedingungen aufwuchsen.
Natürlich bezweifelt Monsanto, dass diese Ergebnisse auch in der freien Natur auftreten würden. Auf den Roundup-Packungen steht der Hinweis, dass kein Abstand zu Gewässern eingehalten werden muss.


Syngenta wegen illegalem Anbau auf der Anklagebank
2002 ließ der Schweizer Konzern Syngenta bt-Gen-Mais von zwei Landwirten in Wölfersheim aussäen, der nur unter der Auflage angebaut werden darf, dass die Pflanzen gleichzeitig wissenschaftlich untersucht werden. Diese Kontrolle fand aber nie statt.
Das Amtsgericht verurteilte Syngenta wegen Verletzung der Aufsichtspflicht.
Aufgeflogen ist das Ganze, weil Greenpeace Proben auf Äckern nahm und mehrere bt-176 - Felder in Hessen entdeckte.

Ein weiteres Beispiel für die Ignoranz, mit der Gentech Konzerne die Risiken ihrer Produkte erforschen - nämlich gar nicht!

Syngenta in Brasilien verurteilt
2006: Die brasilianische Umweltbehörde IBAMA veruteilt Syngenta zu einer Strafe von 380.000 Euro wegen illegaler Gen-Soja Feldversuche. Das Gesetz verbietet in Brasilien den Anbau von genmanipulierten Pflanzen.


Genmais illegal verkauft
Ziwschen 2001 und 2004 hat Syngenta illegal mehrere hundert Tonnen nicht zugelassenen Bt10 Mais vertrieben und wahrscheinlich auch nach Europa exportiert. Der Vorfall wurde geheim gehalten und war den US-Behörden bereits im Dezember 2004 bekannt gewesen.

Greenpeace Aktion auf Gen-Acker
     
Greenpeace Aktion heimlicher Anbau von Genmais
© Greenpeace Deutschland

 

Syngenta vermarktet fehlerhaft manipulierten Mais
Der Süßmais Bt11 der Firma Syngenta produziert ein Gift, das einen Schädling, den Maiszünsler tötet.
Bt11 ist für den menschlichen Verzehr vorgesehen. Nach Informationen von Greenpeace kam es bei der Produktion der Pflanzen im Labor zu Fehlern: So enthält die Pflanze auch mehrere falsche Genabschnitte. Zudem ist Erbsubstanz vorhanden, die von anderen Gen-Pflanzen stammt und in diesem Mais gar nicht enthalten sein sollte.

Außerdem fehlen - wie üblich - wichtige Sicherheitsdaten und eingehende Untersuchungen.

Die EU Kommission hat diesen Mais im Mai 2004 dennoch genehmigt und damit gezeigt, dass sie die Interessen eines Konzerns höher bewertet als die Interessen von 450 Millionen Verbrauchern in Europa.

Geheimer Genmaisanbau in Deuschland
Aug 2006: Nur durch Zufall wird der jahrelange Geheimanbau von Genmais in Nordrhein Westfalen öffentlich. Zwischen 1998 bis 2005 hat das Bundessortenamt 32 Genmaissorten (T 25, BT 176 und MON 810) an jährlich bis zu 18 Standorten geprüft. Die Bauern in der Umgebung wurden darüber nicht informiert. Die genauen Standorte sind weiter geheim.


EU verhängt in Genmaisaffäre - Importstopp für Futtermittel

April 2005: Mehr als 1000 Tonnen amerikanischer Genmais sind in den letzten 4 Jahren illegal in die EU importiert worden. Der Vorfall wurde geheim gehalten und war den US-Behörden bereits im Dezember 2004 bekannt. Die USA ist bisher immer noch nicht dem "Cartagena-Protokoll" beigetreten. Dieses Abkommen dient der Nicht-Verbeitung ungenehmigter Produkte.

Der Bt10 Mais von Syngenta ist in der EU nicht zugelassen. Syngenta verweigert die Bekanntgabe der Länder, in die der Bt10-Mais exportiert wurde.

In die Kritik geraten ist auch zum wiederholten Mal das Europäische Amt für Lebensmittelsicherheit. Es hat schlicht schlampig gearbeitet.


Seehofer will Gentechnik Skandale vertuschen

Mit dem Januar 2006 vorgelegten Entwurf zum Gentechnik-Gesetz sollen weitere Veröffentlichungen von Gentechnikskandalen in der Landwirtschaft verhindert werden. Greenpeace macht öffentlich darauf aufmerksam, dass die Regelung nach dem neuen Paragraphen 28a im Seehofer-Entwurf gegen die Umsetzung der europäischen Gentechnik-Richtlinie 2001/18/EG verstößt, die Transparenz vorschreibt. Behörden würden dazu gezwungen, Skandale zu verheimlichen, die kritische Diskussion um Gentechnik in der Landwirtschaft soll dadurch gestoppt werden.


Gen-Soja in Rumänien außer Kontrolle - Ex Manager packt aus

In Rumänien wird Gen-Soja in großem Stil und ohne Wissen der Behörden illegal angebaut.

Monsantos ehemaliger Rumänien-Geschäftsführer, Dragos Dima, hat auf einer Pressekonferenz mit Greenpeace im Okt 2005 erklärt, dass er bereits 1998 die Geschäftsleitung gewarnt hat, dass weder Rumänien noch Monsanto in der Lage sein würden, den Gentechnik-Anbau zu beobachten und zu kontrollieren. Ohne Erfolg. Im Gegenteil: Monsanto fördert sogar weltweit den illegalen Absatz, denn Monsanto will Märkte beherrschen. Wegen der Ignoranz Monsantos hat er im selben Jahr die Firma verlassen. Heute geht er davon aus, dass bereits 90% der rumänischen Soja genmanipuliert sind.


Gentechnik bringt nichts


Baumwolle
     
Baumwolle
 

Gentechnik in China - Resistente Schädlinge
Die Bt-Baumwolle wurde 1997 in China durch den Gentech-Konzern Monsanto eingeführt. Bei den Baumwollpflanzen handelt es sich um gentechnische Manipulationen, die durch den Einbau eines Gen aus dem Bacillus thuringiensis (Bt) gegen den Befall mit Baumwollschädlingen wie dem Baumwollkapselwurm widerstandsfähig sein sollen. Sie wurde als Zaubermittel für die Bekämpfung von Schädlingen beworben. 2001 hatte der Anbau der Monsanto-Baumwolle sich auf 1,5 Millionen Hektar ausgedehnt - 35 % des gesamten Baumwoll-Anbaues.

Labortests und Felduntersuchungen von vier chinesischen staatlichen Wissenschafts-Instituten, die von Greenpeace ausgewertet wurden, haben eine Zunahme von Resistenzen im Baumwollkapselwurm gegen das Bt-Gen festgestellt, außerdem eine Abnahme der natürlichen Feinde dieses Schädlings etwa bestimmter Spinnen. Dazu kommt ein höherer Befall der Pflanzen mit anderen Schädlingen und Krankheiten. Diese Faktoren treiben Landwirte dazu, weiter chemische Pestizide einzusetzen, die der Anbau von Gentech-Baumwolle eigentlich überflüssig machen sollte.


Gentechnik - Ruin für Bauern in Indien
Aus Indien kam 2002 die Nachricht, dass 30.000 Hektar Gen-Baumwollpflanzen in der Provinz Maharashtra an einem Wurmbefall (Kräuselkrankheit) eingegangen sind. Außerdem gab es Berichte über mangelnde Keimfähigkeit, Schäden bei Dürrebedingungen in Madhya Pradesh, Befall mit Baumwollkapselwurm, (gegen den sie angeblich resistent sein sollte) und Anfälligkeit für Wurzelfäule.
Zudem brachte die Gen-Baumwolle wegen ihrer geringeren Qualität (kürzere Fasern) einen niedrigeren Preis auf dem Markt.

Nachdem es in den westlichen Bundesstaaten Maharashtra und Gujarat sowie im benachbarten Madhya Pradesh zu spektakulären Ernteausfällen bei der vom US-Agrarmulti Monsanto hergestellten GM-Baumwollvariante gekommen war, ist der Vertrieb des umstrittenen Samens inzwischen verboten.

In den letzten Jahren begingen in Indien 10.000 Bauern Selbstmord. (Die meisten trinken Pestizide, das einstige Symbol des Fortschritts)
Die Bauern hatten sich die teuren Pestizide auf Kredit gekauft. Als nun ihre Ernte trotzdem erbärmlich ausfiel, konnten sie den Kredit nicht mehr zurückzahlen. Auch das Gen-Saatgut ist 4 mal so teuer wie herkömmliches. Wie immer redete sich auch hier Monsanto heraus: Es läge natürlich nicht an der Gentechnik sondern am Wetter. Tatsache ist, dass die Insekten bereits resistent gegen das Bt Gift werden.

In Indien wurden Stimmen laut, die der Regierung vorwarfen, sie sei so daran interessiert, die reichen multinationalen Agrarkonzerne zufrieden zu stellen, dass ihr selbst der Ruin der einheimischen Bauern egal sei. Sie fordern Wiedergutmachung der Verluste in Höhe von 100 Millionen Dollar. Natürlich bezahlte Monsanto keinen einzigen Dollar.

Andere Probleme beim Baumwollanbau sind der massive Einsatz von Kunstdünger, hochgiftigen Pestiziden und Entlaubungsmitteln, die sich in den Fasern anreichern, so dass die Kleidung zur Reiz-Wäsche wird. Das größte Umweltproblem ist der enorme Wasserbedarf: Für eine EINZIGE Jeans werden 8000 Liter Wasser benötigt. Vorbildlich ist hier der OTTO Versand, der mit der Linie "Pure Wear" 200 verschiedene Slips, Shirts, Bodys, Bademäntel, Jacken und Hosen aus Biobaumwolle verkauft. Otto hat die Menge der Biobaumwolle seit 1999 von 270 Tonnen bis 2002 verdoppelt. 2006 sollen es 1000 Tonnen werden. Siehe PureWear bei Otto.com

Das Pestizid Aktions Netzwerk bietet Informationen zu Pestiziden und Baumwolle.


Gentechnik - ein Verlustgeschäft für chinesische Bauern

Eine Langzeituntersuchung des chinesischen Landwirtschaftsministeriums und der Cornell University aus Ithaca, New York ergab, dass chinesische Bauern, die Genbaumwolle anbauten, die gegen die Baumwollkapselraupe resistent ist, zwar in den ersten Jahren des Anbaus höhere Einnahmen hatten, dass sich aber nach 7 Jahren das ökologische Gleichgewicht auf dem Acker so verschoben hat, dass neue Schädlinge in Erscheinung traten, die nur mit vermehrtem Pestizideinsatz bekämpft werden konnten. Bis zu 20 Mal im Jahr mußten sie Gift spritzen. Dazu kamen die Kosten des Gen Saatgutes, das 3 mal so viel kostet wie klassische Samen.
Fazit der Studie: Die Genbauern hatten 8% weniger Einnahmen als ihre konventionell arbeitenden Kollegen.

aus Gen-Soja:
     
Herbalife aus Gen-Soja
 

Gentechnikverbot in Brasilien
Der Gouverneur von Parana, (Brasiliens größtem Soja Anbaugebiet) hat den Anbau von Gen-Soja verboten und Monsanto und BASF aufgefordert, alle Bestände von Pestiziden inklusive Roundup zurückzurufen, da die Gefahren dieser Gifte für Mensch und Umwelt nicht erforscht sind. Brasilien ist der zweitgrößte Soja-Produzent nach den USA.
Dennoch gibt es im Süden an der Grenze zu Argentinien illegalen Anbau von Gen-Soja. Das Saatgut wurde aus dem Nachbarland herübergeschmuggelt, wo fast nur noch Gen-Soja wächst.


Gentechnik-Alptraum in Argentinien
Eine Studie veröffentlicht im April 2004 im "New Scientist" ergibt:
Der Anbau von Gen-Soja hat in Argentinien zu einem Pestizid-Alptraum geführt: Immer mehr Gift muss auf den Feldern versprüht werden.

Als die Gen-Soja "Roundup Ready" von Monsanto Ende der 90iger Jahre auf den Markt kam, schien es, als sei die Lösung für alle wirtschaftlichen Probleme des Landes gefunden. So war Argentinien im Jahre 1997 eines der ersten Länder, die den Anbau von Gen-Pflanzen erlaubten.
Der Handel blühte, das Geld floss und bis 2002 war fast die Hälfte des argentinischen anbaufähigen Landes - 11,6 Millionen Hektar - mit Gen-Soja bepflanzt. Die Sojaproduktion eskalierte und noch heute werden Urwälder für Soja-Monokulturen abgeholzt. Für 3 Tonnen Soja verliert das Land einen Hektar Wald. Soja-Barone bezahlen die örtliche Polizei dafür, dass sie die dort lebenden Menschen gewaltsam vertreibt. 90% der Ernte - 20 Millionen Tonnen - wird als Tierfutter nach Europa und Asien exportiert.

Doch bereits in den "goldenen Zeiten" warnten Wissenschaftler vor den verheerenden Folgen, die jetzt sichtbar werden:
Unkrautarten, die gegen Glyphosat resistent sind, verbreiten sich überall auf den Feldern. Die Dosis des giftigen Mittels wird ständig erhöht und zusätzliche Herbizide kommen zum Einsatz. Schätzungsweise 150 Millionen Liter Glyphosat wurden allein im Jahr 2003 versprüht. Getreide auf Nachbarfeldern wird durch die Giftwolken zerstört. Menschen leiden an Atemnot und Ausschlag, Vögel bringen missgebildete Junge zur Welt, auf benachbarten Feldern stirbt das Gemüse ab, Schweine, Hühner und Ziegen werden vergiftet.
Im Boden werden wichtige Bakterien vernichtet und die Erde wird unfruchtbar - der Einbruch der Ernteerträge ist bereits vorprogrammiert.

Absurd aber wahr:
Zur Bekämpfung der sich überall in Argentinien ausbreitenden Monsanto Gen-Soja bietet der Konkurrent Syngenta einen hochgiftigen Pestizid-Mix an, den er mit der Aussage "Soja ist ein Unkraut" bewirbt. Einige Bestandteile dieses Gift-Cocktails sind so giftig, dass sie in Europa seit Jahren verboten sind!

Riesige Gen-Soja Plantagen, Futter für die Masttiere in USA und Europa, machten Tausende von argentinischen Ex-Bauern arbeitslos und ihre Häuser wurden von Bulldozern eingeebnet um den Gen-Plantagen Platz zu machen. Der Traum von der Gen-Soja ist zum Alptraum für die argentinischen Bauern und die Wirtschaft des Landes geworden.

In Argentinien hat Monsanto das Saatgut erst zu normalen Preisen abgegeben. Nachdem nun fast alle Landwirte auf Gentechnik setzen - auf 90% der Felder wachsen Gen-Pflanzen - verlangt der Konzern Lizenzgebühren für die Ernte. Selbst Argentiniens Regierung spricht von Gangstermethoden.


Flugzeug sprüht Pestizide, Argentinien
     
Flugzeug sprüht Pestizide Argentinien
© Greenpeace Deutschland

 

Syngenta versucht thailändische Bauern zu bestechen
In Thailand versucht Syngenta mit einer aggressiven Verkaufsstrategie, Bauern mit Werbegeschenken zu bestechen. Auf dem Werbeplakat prangt ein Behälter mit dem umstrittenen Pestizid Gramoxone (Paraquat) umringt von einem riesigen Geländewagen und mehreren Motorrädern. "Diese Preise kann gewinnen, wer ein Flasche Gramoxone kauft." Bei einem durchschnittlichen Monatsverdienst eines thailändischen Bauern von ca. 60 US$ stellt ein Auto oder selbst ein Motorrad einen unerfüllbaren Wunsch dar.

Das Herbizid ist hochgiftig, hat schon zu unzähligen Todesopfern und Vergiftungen geführt und ist daher im Nachbarland Malaysia verboten. Der Syngenta-Werbespruch "Glück in jeder Flasche" kann in diesem Zusammenhang nur noch als zynisch beurteilt werden.

Syngenta verletzt damit den Verhaltenskodex der Lebensmittel- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen FAO, der besagt, dass die Werbung keine unangebrachten Anreize oder Geschenke beinhalten soll, die zum Kauf von Pestiziden ermuntern.

Süßkartoffel Projet in Kenia gescheitert
Monsanto wollte eine Süßkartoffel gegen den feathery mottle Virus resitent machen. Die Praxis zeigte aber, dass sie genauso anfällig gegen den Virus war wie herkömmliche Sorten und dabei auch noch weniger Ernteerträge brachte.
Im Übrigen ging diese Gen-Süßkartoffel das Hauptproblem, den Rüsselkäfer, garnicht an und der fragliche Virus war nur ein kleines von vielen Problemen. Monstanto hat mit diesem Projekt 6 Millionen Dollar in den Sand gesetzt.

Konventionelle Saatzucht in Uganda
hat dagegen eine virusresistente Sorte der Süßkartoffel in kürzerer Zeit, mit einem Bruchteil der Kosten und ohne Ertragsrückgang entwickelt!

Gen-Baumwolle stürzt indonesische Bauern in Schulden
Monsanto hatte Baumwolle gegen eine Schädlingsart resistent gemacht, die auf Sulawesi kein größeres Problem darstellt. Als Nebeneffekt wurde sie dadurch aber anfällig für andere, gefährlichere Schädlinge. Im ersten Jahr (2001) wurden hunderte von Hektar Gen-Baumwolle von Schädlingen befallen, die sich durch die Dürre explosionsartig vermehrten. Andere Baumwollsorten waren davon nicht betroffen. Entgegen den Versprechen von Monsanto mußten die Bauern mehr statt weniger Gift sprühen.
Monsanto hatte prahlerisch behauptet, die Erträge würden 3 Tonnen pro Hektar erreichen. Der durchschnittliche Ertrag betrug aber lediglich 1,1 Tonnen. Einige Bauern ernteten nur 500 kg oder hatten sogar einen totalen Ernteausfall. Trotz der Probleme verlängerte die Regierung die Genehmigung um ein weiteres Jahr, mit den gleichen trüben Ergebnissen. Die Bauern verschuldeten sich. Im Gegenzug erhöhte Monsanto auch noch den Saatgutpreis auf das Doppelte!
Einige Bauern verbrannten aus Protest ihre Felder und weigerten sich, ihre Schulden zu bezahlen, was zur Vertreibung von Monsanto aus der Region führte.

Superunkräuter in Kanada
Der Anbau von Gen-Raps in Kanada macht deutlich, dass sich genmanipulierte Pflanzen unkontrolliert ausbreiten. Der Gen-Raps hat sich durch Pollenflug und verunreinigtes Saatgut so verbreitet, dass ökologisch und konventionell arbeitende Landwirte vielerorts keinen gentechnik-freien Raps mehr produzieren können.
Außerdem werden immer mehr giftige Spritzmittel eingesetzt. Mittlerweile kämpften die Landwirte mit resistenten Superunkräutern.
Darum bat Monsanto die Regierung, noch giftigere Herbizide zuzulassen, um den Unkräutern Herr zu werden - absurd wenn man bedenkt, dass sie ursprünglich den Bauern versprachen, mit Gentechnik bräuchten sie keine Gifte mehr spritzen.

Bayer lügt
Bayer ist ein Wiederholungstäter. (Weiteres siehe Hier.) Bayer ist schon lange bekannt dafür, in Indien hochgiftige Pestizide verkauft zu haben, die im eigenen Land verboten sind.

Jetzt führt Bayer in Indien Feldversuche an Kohl und Blumenkohl mit einem Gen durch, das im Rest der Welt als gefährlich bekannt und in den USA für den menschlichen Verzehr verboten ist. Das Gen CRY9C produziert ein Insektizid, das beim Menschen Allergien auszulöst.


Nach einer Greenpeace Aktion 2004 im indischen Mumbai verstrickte sich Bayer in Unwahrheiten:
Im Antwortscheiben, das Bayer nach 11 Stunden endlich offiziell herausgab, heißt es:
"Es seien niemals Versuche mit CRY9C durchgeführt worden".
Und ein paar Zeilen später:
"Diese Versuche seien in einer abgeschlossenen Umgebung durchgeführt und die Pflanzen noch vor der Blüte geerntet worden".

Starlink-Skandal:
In den USA wurde der Starlink-Mais mit dem Gen CRY9C nur als Tierfutter und für industrielle Zwecke zugelassen. Trotzdem tauchten bis heute in Lebensmitteln aus Mais (wie Taco-Chips) Verunreinigungen auf, obwohl der Mais seit mehreren Jahren in den USA nicht mehr angebaut werden darf. 2001 musste der Agro-Konzern Aventis zugeben, dass StarLink nie wieder ganz aus der Nahrung verschwinden werde.

Bayer Genreis-Skandal:
Sep. 2006: Ein paar Jahre später deckt Greenpeace einen weiteren Skandal auf: Illegaler Genreis (LLRice 601) von Bayer wird bei Aldi gefunden. Dieser Reis aus den USA ist in keinem Land für menschlichen Verzehr zugelassen. Der Skandal zeigt einmal wieder, dass Konzerne wie die Bayer ihre Gen-Pflanzen nicht kontrollieren können oder wollen, denn dieser Reis wird in den USA nicht offiziell angebaut. Er stand bis 2001 auf Versuchsfeldern und hat sich vermutlich über Pollenflug ausgebreitet.
Aldi schickt den Reis "Bon-Ri" an den Lieferanten zurück. In Rotterdam wurde ein Schiff mit 20.000 Tonnen Reis an Bord festgehalten. Teile der Ladung aus den USA waren verunreinigt.
Okt 2006: Die EU kontrolliert nun alle Reis Lieferungen aus den USA, die Kosten dafür tragen die Exporteure, da diese sich weigerten, die Tests vorzunehmen. Auch im Hamburger Hafen findet Greenpeace Genreis.
Die Schäden für die deutsche Lebensmittelindustrie durch die Rückrufaktion belaufen sich auf 10 Millionen Euro. Greenpeace fordert, Bayer dafür haftbar zu machen.

Unglaublich: Bayer läßt Greenpeace Webseite sperren !!

Nachdem unzählige Verbraucher über die Greenpeace Webseite Protestmails an Bayer geschickt hatten, forderte Bayer den Provider auf, die Greenpeace Webseite abzuschalten. Begründung: Über diesen Server würde Spam verschickt. Bayer hat ein interessantes Verständnis von Demokratie: Wer seine Meinung sagt, bekommt den Mund verboten!


Keine neuen Arbeitsplätze in Gentech Branche
Entgegen der Behauptungen der Befürworter bringt die Gentechnik nicht mehr Arbeitsplätze. Aufgrund zu beobachtender Fusionen in der Branche rechnet die Universität Oldenburg sogar mit rückläufigen Beschäftigtenzahlen. Mitte 2006 arbeiten in Deutschland weniger als 500 Beschäftigte in der "Grünen Gentechnik". Dagegen bietet die Bio Branche derzeit 150000 Arbeitsplätze!


Der Gen-Bauer trägt das Risiko allein
März 2004: Der Deutsche Bauernverband DBV rät allen Landwirten davon ab, sich an einem Erprobungsanbau mit Bt-Mais zu beteiligen. Ursache ist, dass sich kein Gentech Konzern bereit erklärte, den Bauern im Falle von Schadensersatz­ansprüchen beizustehen.
In neueren Verträgen untersagt eine Klausel den Bauern sogar, Monsanto zu verklagen, sollte das Gen-Saatgut den Erwartungen nicht entsprechen!
Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) weist darauf hin, dass er Landwirte, die Gentechnik aussähen, nicht versichern kann, da das Risiko der Aussaat nicht zu kalkulieren ist, weil Pollenflug auch über große Entfernungen nicht verhindert werden kann.

Juli 2006: Landwirtschaftsminister Miller zieht aus den Ergebnissen des Gentechnik-Probeanbaus den Schluß, dass Genpflanzen keine ökonomischen oder pflanzenbaulichen Vorteile für die bayerischen Bauern bieten.
Zusammenfassend rät die bayrische Regierung derzeit allen Landwirten vom Anbau von Gen-Mais ab.



Gen-Bauern zahlen mit Gentechnik noch drauf
Eine Studie des Northwest Science and Environmental Policy Center ergab:

In den ersten 3 Jahren der kommerziellen Gentechnik Nutzung (1996-1998) erbrachte die Gentechnik Einsparungen von 38 Millionen Euro, aber in den Jahren 2001-2003 wurden zusätzliche 108 Millionen Euro für Pestizide auf Gentechnik-Äckern bezahlt. Die Ursache sind Superunkräuter, die gegen die Pestizide resistent wurden. Die Bauern mussten Jahr für Jahr mehr Gifte sprühen um die resistenten Unkräuter klein zu halten. Schon Jahre vorher haben Wissenschaftler genau davor gewarnt.

Download der Studie "Impacts of Genetically Engineered Crops on Pesticide Use in the United States: The First Eight Years"

Gen-Soja ist nicht gefragt
2006: Garantiert gentechnik-freies Soja ist Mangelware. Im Hafen von Rotterdam wird dafür etwa 5% mehr bezahlt als für Gensoja.


Gen Mais T25 benötigt mehr Spritzmittel

Eine weitere Studie der Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft (BBA) kommt zu dem gleichen Ergebnis:
Der Gen-Mais mit dem "T25"-Gen, das ihn resistent macht gegen das Pestizid "Basta" von Bayer, benötigt entgegen der eigentlichen Absicht mehr Spritzmittel als herkömmlicher Mais.


Monsanto vernichtet eigenes Versuchsfeld

Die Immunität des Gen-Maises auf einem Versuchsfeld in Süddeutschland gegen den Maiszünsler nützte dem Mais nichts.
Denn die gemeine"Fritfliege" hat dem jungen Mais so zugesetzt, dass Monsanto den Versuch beenden und das Feld abmähen musste.


Monsanto zieht sich weltweit aus dem Geschäft mit Genweizen zurück
Greenpeace begrüßt die Entscheidung von Monsanto vom 10. Mai 2004:
Genmanipulierte Pflanzen haben ihre Zukunft schon hinter sich. Wer Geld in Versuche mit genmanipulierten Pflanzen steckt, investiert Millionen Euro in eine Technik ohne Zukunft.

Bayer zieht sich zurück
Bayer zieht seinen Gen-Mais in Großbritannien zurück Im Nov. 2004 gibt Bayer außerdem bekannt, keine Forschung an Genpflanzen in Indien mehr zu betreiben (Kohl, Raps, Blumenkohl, Tomaten, Senf) und stattdessen den Schwerpunkt auf die normale Pflanzenzüchtung zu verlegen.

Fazit:
Die haltlosen Versprechungen der Gentech-Industrie sind bereits nach 5 Jahren entlarvt.


Greenpeace Aktion auf Gen-Maisfeld
     
Greenpeace Aktion auf Gen-Maisfeld
© Greenpeace Deutschland


Nebeneinander von Gentechnik und Biolandwirtschaft unmöglich

Die Konsequenzen für Biobauern zeigte eine EU-Studie schon 2002. Greenpeace hat die Ergebnisse dieser Studie ("Institute for Prospective Technological Studies" des "EU Joint Research Centre) veröffentlicht, die die EU geheim halten wollte:

Selbst wenn nur auf 10% der Fläche gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut werden (in den USA sind es bei Gensoja bereits 81%) wird es fast unmöglich, auf den übrigen Flächen gentechnikfreie Erzeugnisse zu ernten!

Der Wind oder Bienen verbreiten die Fremdgene. Auch unsauberes Arbeiten beim Saatgut Hersteller, beim Transport oder in der Ölmühle führen zu Verunreinigungen. Nach dem neuen EU Gesetz dürfen gentechnik-freie Produkte maximal 0,9% gentechnische Verunreinigungen aufweisen. Was mehr enthält, muss gekennzeichnet werden.

Die Biobauern müssen Maissorten wählen, deren Blütezeit sich um 50 Tage von denen der genmanipulierten Verwandtschaft unterscheidet. Der Mindestabstand zwischen 2 Rapsfeldern muss 600 Meter betragen. Bei Mais beträgt er laut Umweltinstitut München 150 Meter.
Auch dürfen die Biobauern künftig keine selbst geernteten Samen mehr ausbringen, sondern müssen getestetes Saatgut kaufen, um Verunreinigungen zu vermeiden. Die zusätzlichen Kosten belaufen sich auf fast 200 Euro pro Hektar. Weitere Kosten fallen für regelmäßige Kontrollen an und für Versicherungen für Ausfälle durch Überschreiten der Grenzwerte.

Die EU-Studie kommt zu dem Ergebnis, wer Raps mit höchstens 1% Gentech-Körnern ernten möchte, muss sogar mit mehr als 40% erhöhten Kosten rechnen.

Gentechnik Kontaminationsregister

Auf der Webseite www.gmcontaminationregister.org tragen Greenpeace und GeneWatch Vorfälle zusammen, bei denen es zur Verunreinigung durch Gentechnik kam sowie illegaler Anbau und Seiteneffekte im Ackerbau.

Bauer Schmeiser - David verliert gegen Goliath

Percy Schmeiser
     
Percy Schmeiser
 

Im August 1998 verklagte der US Konzern Monsanto den kanadischen Bauern Percy Schmeiser, weil er angeblich genmanipulierten Monsanto-Raps angebaut hatte, ohne Lizenzgebühren von 37 kanadischen Dollar pro Hektar für die patentgeschützte Pflanze zu zahlen. Die Reschtsanwälte von Monsanto forderten 400.000 Dollar. Zuvor hatte Monsanto Gen-Spione losgeschickt, die nachts die Felder von Bauern kontrollierten. Diese fanden, dass Schmeiser acht Felder mit über 90% Roundup-Ready-Raps bepflanzt habe.

Schmeisers Untersuchungen hingegen zeigten einen schwankenden Anteil Gen-Raps von nahezu Null bis 68%. Percy Schmeiser betreibt seit 40 Jahren konventionellen Rapsanbau und Zucht und wollte mit Monsanto nie etwas zu tun haben. Vor Gericht versicherte er, niemals Saatgut des Konzerns gekauft oder wissentlich gesät zu haben. Vielmehr wären seine Felder durch Pollenflug kontaminiert worden. Dass er dafür Lizenzgebühren an den Konzern zahlen sollte, sah Schmeiser nicht ein. Doch Monsanto gewann in erster Instanz und der Farmer wurde zu empfindlichen Schadensersatzzahlungen verdonnert. Schmeiser startete eine Gegenoffensive. Es sei doch eher so, dass seine Felder gentechnisch verunreinigt worden wären und eigentlich Monsanto Strafe zahlen müsste.

Schmeiser - inzwischen zu einer Leitfigur der Anti-Gentech-Bewegung avanciert - bekam Unterstützung von zahlreichen NGOs und sogar eine kanadische Provinz klinkte sich in den Prozess ein.
Dabei ging es letztlich nicht mehr nur um den Einzelfall Schmeiser. Es sollte auch ein Zeichen gegen die aggressive Durchsetzungspolitik der Gentech-Konzerne gesetzt werden und gegen die zunehmende Abhängigkeit des Landbaus von Multis wie Monsanto.

Im Mai 2001 gab das Gericht Monsanto Recht, Schmeiser hat die Gebühren zu zahlen.
Die äußerst absurde Begründung des Gerichtes:
1.)
Im Normalfall sei der Bauer rechtmäßiger Eigentümer aller Pflanzen und Samen auf seinen Feldern, die durch die Einwirkung des Windes oder durch Auskreuzung dorthin gelangen - außer wenn es sich dabei um genmanipulierte Sorten handelt!!!
2.)
Jetzt Achtung - tief durchatmen - es wird noch absurder:
Der Richter wies Schmeisers Klage außerdem ab, weil Monsanto keine Möglichkeit habe, die Verbreitung des Gens im Freien zu kontrollieren.

Schmeiser legte Berufung ein und der jahrelange Rechtsstreit wurde schließlich vom kanadischen höchsten Gericht im Mai 2004 zugunsten von Monsanto entschieden. Für Schmeiser gab es nur ein kleines Trostpflaster: er braucht keine Schadenersatzzahlungen zu leisten.

Monsanto freut sich über das Urteil: "Damit würde mehr Sicherheit für die Forschung geschaffen."
Die Richter haben mit dem Urteil der Gen-Verseuchung durch Monsanto einen Freibrief erteilt.
Sollten die Beispiele von Kanada und USA bei uns Schule machen, so sieht der europäische Bauer einer düsteren Zukunft entgegen.

Der skrupellose Riese Monsanto jagt auch heute noch seine Sheriffs durch die Felder und pflanzt sich so auf die Kontoauszüge vieler kleiner Farmer. Zahllose Bauern kontaktieren Schmeiser noch heute und berichten über Bedrohungen und Einschüchterungen von Monsanto.

Monsanto wird von Kritikern gern als "Mutanto" oder "Monsatan" bezeichnet.

Weiteres siehe Schmeisers Homepage.

Sammelklage gegen Monsanto
Sept 2005:
1000 kanadische Biobauern klagen gegen Monsanto und Bayer CropScience. Sie fordern Entschädigungen für Einnahmeverluste, die durch die Kontamination ihrer Raps-Ernte entstanden sind. Der Gerichtshof von Saskatchewan hat die Klage zugelassen.


USA - Gentechnik in der Sackgasse


US- Farmer im Würgegriff der Gentech Industrie

Die US-Landwirtschaft steckt in der schwersten Krise seit Generationen. Als letzte Hoffnung gilt vielen die Gentechnik. Die Bedenken, mit denen das Thema befrachtet ist, sind ihnen reichlich egal. Hier geht es ums nackte Überleben.
In den USA waren 2003 bereits 81% aller Sojabohnen transgene Gewächse, 73% der Baumwolle und 40% des Maises.

Zwei Drittel davon für den Export bestimmt. Dass Europa die Einfuhr von GenFood aus den USA ablehnt, ist für die US Farmer ein Alptraum. Der Verlust europäischer Exportmärkte hat sie dazu gezwungen, ihre Gen-Mais-Anbauflächen zu reduzieren.

Dies führte zu einem Paradoxon: Die Wirtschaftsmisere hat die US-Farmer in die Arme der Gentechnologie getrieben - und die wiederum verschärft nun die Misere weiter.


     
© Greenpeace Deutschland
USA will hungernden Afrikanern Genmais aufzwingen
Sept 2002: Sambia lehnt eine Mais-Hilfslieferung der USA ab, weil die Körner gentechnisch verändert sind. Das UN-Welternährungsprogramm drohte bereits, Sambia müsse dann in Zukunft ohne die Hilfe der Vereinten Nationen auskommen.

Aber die Motivation der USA ist offensichtlich: Würden sich die Amerikaner nur von reinem Helferwillen leiten lassen, würden sie die erforderlichen Mittel in Form von Cash zur Verfügung stellen und Sambia den Ankauf der benötigten Lebensmittel überlassen. Aber noch immer stehen die USA auf Platz 22 in der Liste der Staaten, die Entwicklungshilfe leisten - das Schlusslicht unter den Industrienationen.

Es geht den Amerikanern ja auch gar nicht in erster Linie um Hilfe für Hungernde, sondern um Hilfe für die Mais-Farmer im eigenen Land. Die USA nutzen die Hungerkrise, um ihre Agrarpolitik über den Erdball zu verbreiten. Denn werden die Maiskörner mit dem originellen Erbgut auch als Saatgut auf Sambias Äckern ausgebracht, wird sich das Land in die Abhängigkeit von multinationalen Agrokonzernen begeben. Wer nämlich solches mit einer Armada von Patenten belegtes Saatgut ausbringt, darf seine Ernte nicht mehr nach eigenem Gutdünken neu aussäen und muss Patentgebühren zahlen.
Zudem macht dies den Export nach Europa unmöglich, denn in der EU will man kein Genfood verspeisen.

Somit würde der patentbewehrte Mais aus den US-Hightech-Labors zwar die akute Hungersnot lindern, langfristig jedoch zahlreiche neue Probleme schaffen.

Letztendlich wurde der US Gen Mais zu Mehl gemahlen bevor er an die Hungernden verteilt wurde. So wurde ausgeschlossen, dass jemand ihn für die Saat benutzt. Die Gen Konzerne hatten diese Schlacht verloren.


AIDS-Hilfe - nur gegen Genfood !

Noch deutlicher wurde die Bush-Regierung, als sie ein Jahr später (2003) ein AIDS Hilfepaket von 15 Milliarden Doller für Afrika an die Bereitschaft knüpfte, Lieferungen von gentechnisch veränderten Lebensmitteln zu akzeptieren!!!

In den vergangenen Jahrzehnten sind in den USA mehrere Milliarden Dollar in die Entwicklung gentechnisch veränderter Sorten gesteckt worden und nun sollen die Märkte mit der Brechstange erschlossen werden !


Bush-Regierung will Europäer zur Einfuhr von Gen-Food zwingen

Und im Juni 2003 ging Bush noch weiter, indem er die abstruse Behauptung aufstellte, Europa's Haltung gegenüber der Gentechnik sei für den Hunger in Afrika verantwortlich! Aber damit nicht genug: Die Bush-Regierung verklagte die EU zusätzlich noch bei der Welthandels­organisation (WTO).

Europadirektor der Organisation, Martin Rocholl, in Brüssel:
"Die aggressive US-Regierung versucht mit Unterstützung des Giganten Monsanto, der Welt mittels der undemokratischen und geheimniskrämerischen WTO gentechnisch veränderte Lebensmittel aufzuzwingen. Entscheidungen über unser Essen sollten in Europa getroffen werden und nicht im Weißen Haus, nicht bei der WTO oder in Monsantos Hauptquartier."

Das US-Landwirtschaftsministerium USDA ist voll von Ex-Angestellten der Biotechindustrie, darunter Ministerin Ann Veneman, die vorher im Aufsichtsrat von Calgene gesessen hat - der Firma, von der die Gentomate entwickelt wurde.

Bei dem Handelskrieg zwischen USA und EU geht es allein um die Milliardengeschäfte einer großen Gentech-Industrie und um die nackte Existenz der meisten US-Farmer.

USA zwingt Iraker zu Gentech Anbau
März 2005: Die "Order 81" wurde vom US-Beauftragten für den Wiederaufbau des Irak, Paul Bremer, erlassen. Sie hat zum Ziel, dass die irakischen Bäuerinnen und Bauern zukünftig daran gehindert werden, ihre uralten Saaten und Kulturpflanzen anzubauen. Die traditionelle Vielfalt der Kulturpflanzen im Irak, die sich über Tausende von Jahren entwickelt hat, ist Vermächtnis und Rechtsgut der irakischen Bauern. Die Bäuerinnen und Bauern werden dazu gezwungen, nur noch industriell entwickeltes, gentechnisch manipuliertes und von Unternehmen patentiertes Saatgut zu verwenden.


Gen-Mais Import mit Militär Eskorte !
September 2003, Veracruz, Mexiko.
Das Schiff "Ikan Altamira" mit 40.000 Tonnen genmanipuliertem Mais aus den USA sollte in Veracruz, Mexikos größtem Hafen entladen werden.
Greenpeace Aktivisten demonstrierten vor dem Schiff 13 Stunden lang und forderten von der mexikanischen Regierung den Import zu verbieten.
Mit Inkrafttreten des Biosafety-Protokolls (Cartagena Protokoll) verpflichten sich die Länder, Maßnahmen zu ergreifen, um die Umwelt, die biologische Vielfalt und die menschliche Gesundheit vor den Gefahren der Gentechnik zu schützen.

Nach 13 Stunden sagte der Kapitän des Maisfrachters, er habe die Anweisung, die Mais-Ladung in die USA zurück zu bringen und verließ den Hafen.
Am nächsten Tag kam das Schiff wieder zurück - diesmal begleitet von einer Eskorte der mexikanischen Marine!


Gentechnik gegen den Welthunger

Die Gentechnikkonzerne behaupten, die Gentechnik könne den Hunger der Welt lindern.
Wer dieses Märchen tatsächlich glaubt, hat von der Globalisierung gar nichts verstanden und sollte dringend
das Buch "Imperium der Schande" von Jean Ziegler lesen, das die wahren Gründe des Hungers aufdeckt.

Zitate Jean Ziegler (Sonderberichterstatter der UNO, 2005) :

  • In 122 Ländern der 3. Welt leben 85% der Weltbevölkerung.
  • 1,8 Milliarden Menschen haben weniger als 1 Dollar pro Tag, während 1% der Reichsten so viel Geld verdienen wie 57% der Ärmsten.
  • Der Chef des Pharmakonzerns Novartis bezieht ein Jahresgehalt von 20 Millionen Schweizer Franken.
  • Alle 5 Sekunden stirbt ein Kind an den Folgen der Unterernährung.
  • 850 Millionen Erwachsene sind Analphabeten
  • 325 Millionen Kinder haben keine Aussicht, eine Schule zu besuchen.
  • 2004 haben heilbare Krankheiten 12 Millionen Menschen getötet.
  • Der Anteil der 42 ärmsten Länder am Welthandel betrug 2004 nur 0,6%.
  • Laut UNICEF würde es über einen Zeitraum von 10 Jahren 7 Milliarden Dollar pro Jahr kosten, allen Kindern der Welt einen Zugang zur Schule zu ermöglichen. Diese Summe ist geringer als das, was die Europäer jährlich für Eiscreme ausgeben.
  • Weltweit belaufen sich die Militärausgaben auf 780 Milliarden Dollar pro Jahr. Der Krieg im Irak kostete die USA 57 Milliarden Dollar allein im Jahr 2004. Die vereinten Nationen UNDP schätzen, dass 80 Milliarden Dollar jährlich über einen Zeitraum von 10 Jahren ausreichen würden, um jedem Menschen der Welt Zugang zu Schulbildung, medizinischer Versorgung, ausreichend Nahrung, Trinkwasser und Geburtshilfe zu ermöglichen.
  • 2003 zahlten alle Länder des Nordens 54 Milliarden Dollar Entwicklungshilfe.
    Im selben Jahr haben die 122 Länder der 3. Welt den Banken des Nordens 436 Milliarden Dollar als Schuldendienst überwiesen!
  • Die Regierungen der 3. Welt müssen 6 mal mehr Zinsen zahlen als auf den Finanzmärkten üblich ist.
  • Brasilien hat eine Auslandsschuld von 240 Milliarden Dollar, was den Exporteinnahmen von 4 Jahren entspricht. 2002 verschlangen die Zinsen der Schulden 5 mal mehr als alle Ausgaben für Schul- und Gesundheitswesen.
  • 49 Staaten müssen mehr für den Schuldendienst ausgeben als für Sozialleistungen.
  • Seit 3 Jahrzehnten zahlen die Länder Lateinamerikas 32% ihrer Einkommen für die Begleichung der Schuld.
  • Kein Land der 3. Welt wird jemals in der Lage sein, seinen Schuldenberg abzubezahlen.
  • Die Auslandsschuld ist wie ein Krebsgeschwür, das nicht behandelt wird: sie wächst.
  • Die Verschuldung ist ein Massenvernichtungswaffe.
  • Die Versklavung durch Verschuldung hat bruchlos an die Kolonialherrschaft angeschlossen.
  • Die 500 größten transnationalen Firmen kntrollieren 52% des Bruttosozialproduktes des Planeten. Sie beschäftigen 1,8% der Arbeitskräfte und sie haben Reichtümer, die größer sind als das Guthaben der 133 ärmsten Länder der Welt.
  • Die transnationalen Konzerne wie Nestlé, Unilever, Cargill kaufen Kaffee zum Spottpreis ein und zahlen den Kaffeebauern einen Hungerlohn. Ihr EINZIGES Ziel ist Profitmaximierung.

Zitat Jean Ziegler:
"Es kommt nicht darauf an, den Menschen in der dritten Welt mehr zu geben sondern ihnen weniger zu stehlen."

In Anbetracht dieser Tatsachen ist es ein Hohn zu behaupten, die Gentechnik sei eine Lösung für den Hunger der armen Menschen!

Der sogenannte "goldene Reis" ist eine am Reißbrett entstandene Sorte Reis, dem ein zusätzliches Gen implantiert wurde, das Betakarotin generiert. Weltweit leidet eine halbe Million Kinder an Vitamin-A Mangel, was zu Erblindung führt. Und so bekommt man zu hören, wer gegen die Gentechnik ist, mache sich am Leid dieser Kinder mitschuldig.

Leider wird aber eine Tatsache geflissentlich dabei unterschlagen:
Das Ganze funktioniert nicht. Um Beta-Karotin in Vitamin A umzuwandeln, benötigt der menschliche Körper ausreichend körpereigenes Eiweiß und Fett - und genau das fehlt den unterernährten Kindern.

Rund ein halber Teelöffel (rohen) Palmöls genügt, um ein Kind mit genügend Vitamin A zu versorgen, wohingegen der "goldene Reis" so wenig Pro-Vitamin-A produziert, dass das 10-fache vom Tagesbedarf an Reis benötigt wird, um den täglichen Vitamin Bedarf zu decken!

Abgesehen davon sind unterernährte Kinder auch nicht das Klientel, das die Milliarden Dollar wieder hereinbringt, die die Biotech Forschung kostet. Es handelt sich hierbei also lediglich um ein Vorzeigeprojekt für die von Akzeptanznöten gebeutelte Biotech Industrie.

Auch die Christoffel-Blindenmission (CBM) kommt zu dem Schluß, dass mit Gentechnik kein Durchbruch im Kampf gegen Kinderblindheit in Sicht ist.

80% der unterernährten Kinder leben in Entwicklungsländern, die Agrar-Überschüsse produzieren!
Derzeit wird auf 21% des Ackerlandes Viehfutter angebaut.
Das damit gefütterte Schlachtvieh wird aber in erster Linie in den überernährten westlichen Industrienationen verzehrt.

In Brasilien werden z.B. Exportkulturen wie Soja forciert statt für den Eigenbedarf anzubauen. Weltweit gehen 36% der Getreide- und 70% der Sojaernte in Tiermägen. Um ein Kilogramm Fleisch zu produzieren müssen 10 Kilogramm Soja verfüttert werden! Oft wohnen unterernährte Kinder direkt neben den Plantagen, die nur für den Export produzieren statt das eigene Volk zu ernähren. Oder anders ausgedrückt: die Kaufkraft eines deutschen Schweines ist größer als die einer armen brasilianischen Familie.
In Deutschland dürfen Ökobauern wegen der entwicklungspolitischen Probleme kein Soja verfüttern. Soja kann aber durch Ackerbohnen, Erbsen oder Lupinen ersetzt werden, die ebenfalls ausreichend Eiweiß enthalten.

Oft haben die Ärmsten der Welt auch nicht ausreichend Land zur Verfügung, um Getreide für ihre eigene Familie anzubauen, denn das Land ist meist im Besitz globaler Agrarunternehmer.

Das Problem ist also ein global-politisches und Gentechnik ist dafür keine Lösung - abgesehen davon, dass die armen Bauern das teure manipulierte Saatgut garnicht bezahlen könnten.

Afrikaner finden 70% der Arbeit auf kleinen Farmen.
40% der Exporte sind landwirtschaftliche Produkte.
Für die meisten Afrikaner gibt es keine Wahl eines Berufes: "Entweder deine Farm läuft oder du bist arbeitslos."

Um Hunger zu vermeiden, muss also die Mehrheit der Afrikaner auf kleinen Farmen beschäftigt werden.
Der Ersatz von Ackerbau der Massen durch Massenproduktion auf großen High-Tech Monokultur Farmen nach Vorbild der USA, auf denen nur wenige Menschen Arbeit finden, führt unmittelbar zu Arbeitslosigkeit und Hunger - auch wenn durch letzteres insgesamt mehr produziert wird! - (wie in Argentinien, siehe oben)

Syngenta lügt !
April 2005: Nach Recherchen von Greenpeace wird bekannt, dass Syngenta weltweite Monopolrechte am "Goldenen Reis" beantragt hat. Das Patent ist in mehr als 100 Ländern angemeldet, sogar in Entwicklungsländern, in denen das Saatgut eigentlich kostenlos abgegeben werden sollte!
Syngenta behauptet ausdrücklich, kein kommerzielles Interesse am 'Goldenen Reis' zu haben, sondern ausschließlich humanitäre Interessen zu verfolgen.
Eine Lüge: Denn wer Patente anmeldet, will auch an ihnen verdienen.

In einer Mail bestätigt Adrian Dubock, Head of Biotechnology Ventures bei Syngenta dieses:
"Das ursprüngliche kommerzielle Interesse für Syngenta war jedoch, in den industrialisierten Ländern entsprechend angereicherte Nutzpflanzen zu verkaufen, Reis ebenso wie andere Pflanzen. Die Patentanmeldung auf den Gentech-Reis wird nicht fallen gelassen, weil uns unsere Aktionäre dafür nicht dankbar wären."
Von Genreis aus "humanitären Gründen" kann also keine Rede sein.


Gentechnik in Deutschland


Nestlé Butterfinger

     
Nestlé Butterfinger
© Greenpeace Deutschland
1998 bringt Nestlé den Butterfinger in den deutschen Handel. Greenpeace machte
darauf aufmerksam, dass er aus gentechnisch verändertem Mais hergestellt ist.
Ein Jahr später wird er auf Druck der Verbraucher wieder vom Markt genommen.


Gentechnik mit der Brechstange
Monsanto hat 2005 vor dem Verwaltungsgericht Hannover gegen das Bundessortenamt geklagt. Monsanto wollte damit im Eilverfahren die Zulassung von Genmais Mon810 als Saatgut in Deutschland erzwingen. Im Dez. 2005 wird Mon810 trotz aller Mängel in Deutschland zugelassen.


Geheimer Anbau in Deutschland
Im Nov 2006 wird bekannt, dass zwischen 1998 und 2004 in mindestens 11 Gemeinden Baden-Württembergs Anbauversuche mit gentechnisch verändertem Mais stattfanden ohne dass die Öffentlichkeit davon informiert wurde.


Sachsen Anhalt - Freie Fahrt für Gentechnik
Sachsen-Anhalt möchte gern eines: Das Land der "Zukunftstechnik" sein.
Im März 2003 reichte Sachsen-Anhalt einen Antrag zur Novellierung des Gentechnik-Gesetzes ein.
Danach soll es keine Haftungsansprüche geben, wenn Bio-Bauern die Ernte durch Gen-Pollenflug verseucht wurde.
Im April 2005 reicht die Landesregierung Sachsen-Anhalts eine Verfassungsklage gegen das Gentechnikgesetz ein! Das Land will die bestehenden Haftungsregeln zu Fall bringen.


Gen-Kartoffeln der TU München vor dem Aus
Kartoffeln, die Zeaxanthin produzieren sollen vor Altersblindheit schützen. Sie sollten zu Chips verarbeitet vor dem Fernseher verzehrt werden. Das Bundesforschungsministerium hat im Feb 2005 die Finanzierung dieses völlig unsinnigen Projektes gestoppt. Zeaxanthin kommt in ausreichender Menge z.B. in Bohnen, Salat und Mais vor.
Die Alternative ist also: Gesunde (biologische) Ernährung statt Gen-Chips vor dem Fernseher.


Die EU-Kennzeichnungsverordnung

Jahrelang hat die Biotech-Industrie wie von einer besonders giftgen Tarantel gestochen aufgeschrien, wenn die Forderung nach einer Kennzeichnungspflicht laut wurde und sie hat über Jahre hinweg zu verhindern gewusst, dass der Konsument eine informierte Kaufentscheidung treffen kann.

Im April 2004 wurde nun endlich die Gentechnik Verordnung von der EU beschlossen:

  1. Ab einem Gentechnik Anteil von 0,9% muss gekennzeichnet werden, auch Restaurants müssen kennzeichnen.
  2. Was fehlt ist die Kennzeichnung von tierischen Produkten wie Fleisch, Eier und Milch, wenn die Tiere mit GM Futter gefüttert wurden.
  3. Alle Anbauflächen mit Gen-Pflanzen müssen mit der exakten Ortsangabe in einem Bundesregister veröffentlicht werden.
  4. Alle Schäden durch Gen-Verunreinigungen konventioneller oder ökologischer Produkte sollen entschädigt werden können. Steuergelder sollen nicht zum Ausgleich der Schäden verwendet werden.
  5. Ökologisch sensible Gebiete sollen besser geschützt werden. Dies soll durch eine Änderung des Bundes­naturschutz­gesetzes sichergestellt werden.
  6. Abbruchkriterien für experimentelle Freisetzungen und Gen-Anbau sind konkretisiert worden.

Außer Punkt 2 entspricht dies im Wesentlichen dem Gesetzesentwurf, den Renate Künast (Grüne) eingebracht hat.

Wäre es nach dem Willen der CDU-CSU oder dem deutschen Bauernverband gegangen, wären Schadensersatzansprüche komplett gestrichen worden oder wenn überhaupt ein Fonds aus der sowieso schon leeren Steuerkasse eingerichtet worden. Die CDU lehnt verbindliche Anbauvorschriften zur Reduzierung des Pollenflugs ab. Von dem Gentechnik Gesetz wäre nichts als eine leere Hülse übrig geblieben und eine gentechnikfreie Landwirtschaft wäre unmöglich geworden.

Wegen der Nichtumsetzung der EU-Freisetzungsrichtlinie für Gentechnik-Organismen läuft gegen Deutschland ein Verfahren vor dem Europäischen Gerichtshof. Dem Bund drohen Strafgelder in Höhe von bis zu 725 000 Euro pro Tag.

Dezember 2005: Die neue Bundesregierung fördert die Gentechnik. Seehofer "hat Öko satt". Als erste Amtshandlung genehmigt Seehofer 3 genveränderte Sorten Monsanto Mais, der Schutz von Ökobauern soll abgeschafft werden.

     
Greenpeace Aktion bei Campina
© Greenpeace Aachen

Europarat fordert Kennzeichnung auch tierischer Produkte
Der Europarat hat im Jan. 2005 die Resolution 1419 zu GMOs angenommen, die in einigen Forderungen weit über die EU-Regelungen in diesem Bereich hinausgehen. Unter anderem fordert er eine Kennzeichnung von tierischen Produkten! Er empfiehlt dem EU-Parlament eine entsprechende Gesetzgebung zu entwickeln. Damit unterstützt der Europarat voll die Forderungen von Greenpeace!
Bauern, die gentechnikfrei füttern wollen, können z.B. beim Raiffeisen Kraftfutterwerk in Kehl gentechnikfreies Futter kaufen.

Restaurants
Restaurants, Kantinen und Imbissstände müssen auf der Speisekarte angeben, wenn sie genmanipulierte Zutaten verwenden. Fehlt dieser Hinweis, riskieren Wirte Bußgelder bis 50.000 €.
Oft werden nach Recherchen der Greenpeace Gen-Detektive gentechnisch veränderte Soja-Öle der Marke "Sedina", "Selsana" und "Gerlicher" verwendet ohne dass hierauf hingewiesen wird.
Im Supermarkt wäre genmanipuliertes Öl unverkäuflich, den Herstellern bleiben daher als letzter Ausweg nur die Restaurants, die das Problem noch gar nicht erkannt haben.
Greenpeace hat Ende 2005 in 16 von 110 besuchten Restaurants in Bayern Gen-Öle gefunden, die natürlich nicht auf der Speisekarte aufgeführt wurden.

Gentechnikfreie Zonen
In vielen Regionen Deutschlands gibt es sie bereits: Landwirte haben sich zusammengetan und sich gegenseitig versichert, auf Gentechnik zu verzichten.
Im Okt 2004 haben sich bereits 11.600 Bauern gegen die "Grüne Gentechnik" verbündet.
Weitere Infos siehe:   Faire-Nachbarschaft.de  und   Keine-Gentechnik.de

Seit Feb. 2005 ist das Gentechnik Standortregister online, dort können Landwirte prüfen, ob in ihrer Nachbarschaft Gen-Saatgut ausgebracht wird.

2005: Greenpeace bietet Rechtsberatung für Landbesitzer an, die in Pachtverträgen den Anbau von Gen-Mais ausschließen wollen.

Im Juli 2005 haben Bauern und Imker bei Berlin zu der Aktion "Gendreck weg" aufgerufen, bei der 400 Menschen ein Maisfeld von Gentechnik "befreien" wollten. Dazu kam es nicht, weil etliche Hundertschaften Polizei das Feld beschützten. Aber diese Aktion hat eine breite gesellschaftlichen Debatte und großes Medienecho hervorgerufen.

Änderung des Anbaukatasters
März 2005: Der Bundestag ändert das Standortregister für Gen-Anbauflächen. Gen-Äcker werden künftig im Behördendickicht versteckt. Aus Angst vor der Industrie und einigen SPD-Landesfürsten wird das demokratische Prinzip der Transparenz beschnitten. Die flurstückgenaue Eintragung in das Standortregister wird durch eine weniger konkrete Eintragung nach Gemarkungen ersetzt. Durchschnittlich umfasst eine Gemarkung 100 bis 300 Flurstücke. Mit einem Kataster nach Gemarkungen werden sich die derzeit 730 Gen-Flurstücke in 385.000 Flurstücken verstecken.
Schon jetzt müssen Bauern, die benachbarte Felder besitzen, den Behörden für weitergehende Auskünfte eine maßstabsgetreue Zeichnung des eigenen Grundstücks als Berechtigungsnachweis vorlegen. Diese Schikanen werden bei einer Ausrichtung nach Gemarkungen zukünftig für Tausende von Flächeneignern, benachbarten Landwirten und Imker gelten. Die Behörden müssen also mit bis zu 400.000 Anfragen alleine von Flächeneignern rechnen, weil diese keine Detailinformationen mehr im Internet finden. Die Öffentlichkeit wird über die genaue Lage gar keine Informationen mehr erhalten.


Greenpeace schlägt "gentechnikfreie Zone Aachen" vor
Am 27.8.2004 schickte die Greenpeace Gruppe Aachen einen offenen Brief an alle Aachener Parteien, in dem sie um deren Stellungnahme bittet, in Aachen eine gentechnikfreie Zone einzurichten. Die Stadt soll ihre eigenen Güter als "gentechnikfrei" erklären. Das heißt, dass dort keine gentechnisch veränderten Pflanzen angebaut oder an Tiere verfüttert werden sollen.
Den Brief können Sie hier lesen. (incl Resultat der Anfrage)

Die Greenpeace-Gruppe-Aachen hat in den letzten Monaten zahlreiche Gespräche mit Bauern geführt, damit diese eine Selbstverpflichtungs­erklärung unterschreiben, auf Gentechnik auf ihren Äckern zu verzichten.


Gentechnik in Österreich
Wer in Tirol, in Kärnten oder Salzburg gentechnisch verändertes Saatgut ausbringen will, muss dies in einer "auflagenstarken Tageszeitung" per Anzeige kundtun. Dies ist eine hohe Hürde und ist als Kompromiß zu sehen nachdem die Initiative, das ganze Bundesland zur gentechnikfreien Zone zu erklären, an der EU-Rahmenrichtlinie gescheitert ist.
Im westlichen Tirol produzieren 720 Bauern garantiert gentechnikfreie Milch indem sie auf importierte Futtermittel verzichten. Der Milchmarktführer Bergland stellt um auf gentechnikfreie Fütterung der Kühe.

2003 hatten sich alle 4 Parteien Oberösterreichs darauf geeinigt, das gesamte Bundesland zur gentechnikfreien Zone zu erklären. Ein Nebeneinander von Gentechnik und konventioneller Landwirtschaft ist auf Grund der kleinstrukturierten Landwirtschaft dort nicht möglich. Der Europäische Gerichtshof erkannte 2005 die Argumente für eine entsprechende Gesetzgebung aber nicht an.

2006: Österreich verbietet den Import von Gentech Raps.

Gentechnik in der Schweiz
Im Dezember 2005 beschließen die Schweizer mit einer Volksabstimmung mehrheitlich ein Gentechnik Verbot in der Schweiz.

Gentechnik in Polen
April 2006: Das polnische Parlament hat ein Gesetz verabschiedet, das Gen-Saatgut verbietet. Die Abgeordneten legen sich damit mit der Europäischen Union an.

Gentechnik in China
2006: Wegen Sicherheitsbedenken stoppt die Regierung in China den geplanten großflächigen Anbau von Genreis.
Mehr Forschung sei nötig.
Genreis wurde aber dennoch illegal in China angebaut und prompt fand Greenpeace Verunreinigungen mit Gen-Reis in Glasnudeln aus China, die auch in Deutschland verkauft werden.

Gentechnik in Thailand und Vietnam
2006: Nachdem es in Thailand und Vietnam wiederholt zu gentechnischen Kontaminationen durch Reis aus den USA gekommen war (die u.a. durch Greenpeace aufgedeckt wurden) erklärten die beiden größten Reisproduzenten, die zusammen die Hälfte des weltweiten Reises handeln, in Zukunft nur noch genfreien Reis anzubauen.


Greenpeace-Aktionen

Greenpeace hat seit 1996 weltweit intensiv zum Thema "Gentechnik in Landwirtrschaft und Lebensmitteln" gearbeitet. Im Jahr 1996 versuchte die Gentechnikindustrie, allen voran der Konzern Monsanto, die Gentechnik heimlich weltweit einzuführen, ohne die Verbraucher zu informieren. Die massiven Greenpeace-Kampagnen mit zahlreichen Aktionen und intensiver Informationsarbeit haben dies verhindert. Als Folge konnte Gentechnik in Europa weitgehend auf Feldern und in Supermarktregalen verhindert werden.

Nachdem es gelungen ist, vor allem in Europa und Japan Gentechnik weitgehend aus den Lebensmitteln zu verbannen, fordert Greenpeace nun den nächsten Schritt: Dass die Gentechnik auch aus Futtermitteln verbannt wird.

Greenpeace stellt Verfahrung zur Kennzeichung von Fleisch vor
Nov. 2004: Wird Tierfutter mit einem Marker besprüht, der sich aus einer speziellen Mischung von Wasserstoff- und Sauerstoff-Isotopen zusammensetzt, kann diese Markierung später im Fleisch der Tiere nachgewiesen werden. Die Markierung übersteht den gesamten Weg vom Tierfutter bis ins Schnitzel oder in die Buttermilch. Würde es Gesetz, dass z.B. Gen-Soja mit diesem Verfahren gekennzeichnet wird, könnte man später leicht im Fleisch nachweisen, ob das Tier Gentechnik gefressen hat oder nicht. Damit würden Qualitätskontrollen wesentlich vereinfacht. Dieses Verfahren wurde von der Firma AgroIsoLab in Jülich im Auftrag von Greenpeace erstmals an Schweinen getestet.

Bundestag und Bundesverbraucherministerin Renate Künast (Grüne) haben sich bereits für eine Schließung der Kennzeichnungslücke ausgesprochen. Aber auch ohne die neuen Marker hinterlassen die Futtermittel überraschende Spuren im Endprodukt. Gen-Abschnitte aus unmanipulierten Futterpflanzen wurden bereits mehrfach in Fleisch und auch der Milch nachgewiesen.


Ratgeber "Essen ohne Gentechnik
"
Gentechnik Einkaufsführer (Stand 6.2004)

2004 hat Greenpeace 450 Firmen befragt, ob sie

1.)
 Gentechnikfreiheit in ihren Lebensmitteln garantieren,
2.)  Bei Tierprodukten (Milch, Fleisch, Eier) Gentechnikfreiheit im Tierfutter garantieren,
3.)  Falls sie derzeit Gentechnik einsetzen, ob sie vorhaben, in Zukunft darauf zu verzichten.

Der Ratgeber "Essen ohne Gentechnik" listet diese Ergebnisse auf :

Dieser Ratgeber hat viel bewegt:
viele Firmen, die einen roten Punkt bekommen hatten, haben schon nach der ersten Auflage garantiert, auf Gentechnik zu verzichten. Der Ratgeber wird ständig aktualisiert. Bisher sind 6 Auflagen erschienen und mehr als 2,1 Millionen Exemplare verteilt worden.

Sie bekommen ihn als Faltblatt (kostenlos) bei uns im Büro.
Oder laden Sie ihn vom Einkaufsnetz als PDF Dokument herunter!

Am Besten kaufen Sie im Bioladen ein, dann können Sie sicher sein, keine Gentechnik zu kaufen !


Greenpeace gegen Müller-Milch
Die Molkerei Alois Müller GmbH & Co.KG (Müller-Milch, Weihenstephan, Sachsenmilch und Loose) ist Marktführer bei Molkereiprodukten in Deutschland und Großbritannien.

Greenpeace Aktivisten markieren Müller
Produkte im Regal und ein Weihnachtsengel
preist Bio Joghurt an (Dez 2004 Globus, Aachen)
     
Aktion gegen Müller-Milch
© Greenpeace Aachen



Anfang 2004:
Müller weigert sich monatelang auf Anfragen von Greenpeace, seine Position zu Gentechnik in seinen Produkten bekannt zu geben.

März 2004:
Greenpeace veröffentlicht die 3. Auflage des Gentechnik Einkaufsratgebers (s.o.), in dem Müller 2 rote Punkte erhält.

April 2004:
Greenpeace erhält einen Brief von Müller, in dem die Firma mit Verärgerung darauf hinweist, dass sie keine Gentechnik in der Lebensmittel-Produktion einsetzt. Über Gentechnik in Futtermitteln der Milchkühe verliert dieser Brief kein Wort. Müller erhält daraufhin in der nächsten Auflage des Einkaufsführers einen grünen Punkt bei Lebensmitteln und einen roten Punkt bei Futtermitteln.

Ende April 2004:
Die Anwälte der Unternehmensgruppe Theo-Müller Gmbh & Co.KG teilen Greenpeace mit, "Müller habe alles in seiner Macht stehende getan, um Gen-Pflanzen im Tierfutter der Milchkühe auszuschließen".
Doch Recherchen von Greenpeace bei Vertragsbauern von Müller ergeben ein anderes Bild: Danach gibt es keine Kontrollen und keine entsprechenden Verträge zur gentechnikfreien Fütterung. Zudem fand Greenpeace in Futtermittel-Stichproben bei 4 Müllermilch-Höfen einen erheblichen Anteil genmanipulierter Soja.

Ende April 2004:
Greenpeace protestiert vor dem Werk in Aretsried/Bayern mit 15 als Dieter Bohlen verkleideten Aktivisten.
Die Umstellung auf gentechnikfreie Produktion ist kein Problem, wie z.B. die Hersteller Wiesenhof, Gutfleisch von Edeka und Du Darfst von Unilever es vormachen. Weiteres siehe www.greenpeace.de/landwirte-info.

Mai 2004:
Greenpeace startet eine bundesweite Tour mit dem "Muh-Mobil" (einem zur Kuh umgebauten Auto) und richtet die Webseite www.muell-milch.de ein, wo jeder Verbraucher mit seinem Foto seinen Protest ausdrücken kann.

2. Juni 2004:
Statt endlich die Gentechnik aus dem Tierfutter zu verbannen, vesucht Theo Müller, Greenpeace per Einstweiliger Verfügung den Mund zu verbieten. Müller wirft Greenpeace vor, seine Werbekampagne zu verunglimpfen, die einen zweistelligen Millionenbetrag kostet.
(Müller ist für Einschüchterungsversuche lange bekannt: 1999 testete die Zeitschrift "Ökostest" Joghurts. Müller klagte und verlor, trotz eidestattlicher Falschaussagen der Müller Angestellten.)

8. Juni 2004:
Wegen Verbrauchertäuschung leiten Greenpeace und die Verbraucherzentrale Hamburg ein Verfahren gegen die Marke Weihenstephan von Müller ein: Obwohl die Milchkühe von Weihenstephan mit Gen-Soja gefüttert werden, werden diese Produkte bundesweit mit dem irreführenden Begriff "Alpenmilch" beworben.

17.Juni 2004:
Greenpeace lädt auf dem Firmengelände bei Müllermilch 7 Tonnen gentechnik-freies Soja ab. Geschäftsführer Theo Müller ist äußerst verärgert und reißt den Aktivisten die Schilder aus der Hand und trampelt darauf herum.

23.Juni 2004
Das Landgericht in Köln gibt Müller teilweise recht: Greenpeace darf bestimmte Begriffe und Slogans im Zusammenhang mit Müller nicht mehr verwenden. Greenpeace hält sich an die einstweilige Verfügung, läßt sich aber nicht mundtot machen. Der Protest gegen Gen-Futter geht weiter. Gegen die einstweilige Verfügung legt Greenpeace Berufung ein.

Juli 2004:
Greenpeace hat in den vergangen Monaten 14.000 Unterschriften gegen die Verfütterung von genmanipulierten Futtermitteln gesammelt (auch in Aachen). Diese werden nun an Müller übergeben.

Oktober 2004:
Das Oberlandesgericht Köln hat die Kernpunkte der einstweiligen Verfügung von Müller in zweiter Instanz wieder aufgehoben: Greenpeace darf Milch von Kühen, die genmanipuliertes Futter gefressen haben, als "Gen-Milch" bezeichnen und auch die Verbraucher zum Kaufverzicht aufrufen.

November 2004:
Müller gibt eine Presseerklärung zum Urteil des Gerichtes heraus, in der die Aussagen des Gerichts falsch wiedergegeben werden: "das OLG Köln habe in seinem Urteil festgestellt, dass Greenpeace eine aus wissenschaftlicher Sicht falsche Meinung verbreitet".
In 2 Fällen hatten Wissenschaftler in Milchproben von Kühen, die mit Gen-Pflanzen gefüttert worden waren, Teile der Erbsubstanz dieser Pflanzen nachgewiesen. Die Milchindustrie behauptet jedoch, dass ein Übergang von Gen-Abschnitten aus dem Futter in die Milch grundsätzlich unmöglich sei.

November 2004:
Greenpeace Aktivisten projizieren mit einem Hochleistungs-Diaprojektor einen Schriftzug auf ein Werksgebäude der Molkerei Sachsenmilch. (Tocher von Müllermilch mit 150.000 Kühe), um darauf hinzuweisen, dass im Futtertrog der Milchkühe genmanipulierte Pflanzen landen. Im Dezember wird Müller wegen dieser Aktion einen Antrag auf Einstweilige Verfügung stellen mit der absurden Begründung "unzulässige Emmission von Lichtstrahlen"

Dezember 2004:
Greenpeace erwirkt beim Landgericht Hamburg eine einstweilige Verfügung gegen Müller: Falls Müller nocheinmal das Urteil des OLG Köln falsch zitiert, muß Müller 250.000 Euro Ordnungsgeld zahlen.

Theo Müller (Senior) wird gewalttätig
     
Theo Müller in Weißglut
© Greenpeace Deutschland


Nikolaus 2004: Müller setzt auf Gewalt

Während des Schichtwechsels verschenken als Nikoläuse verkleidete Greenpeace-Aktivisten Öko-Joghurts und Öko-Buttermilch an die Müller Mitarbeiter in Aretsried. Knecht Ruprecht protestiert mit erhobener Rute gegen Genfutter bei Müller. Daraufhin kamen 50 Müller Angestellte heraus und schlugen und traten die Nikoläuse. Resultat: zerrissene Nikolauskostüme, Schürf- und Schnittwunden, Prellungen und Blutergüsse. Theo Müller persönlich ging auf Pressefotografen los und zerstörte 2 Kameras. Erst die anrückende Polizei konnte die Situation entschärfen. Ein Fotograf ist für die nächsten Tage krank geschrieben.
Gegen den Mueller-Chef laufen mehrere Verfahren wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung.
Im März 2005 wird Theo Müller dann verdonnert, 45.000 Euro Strafe an eine gemeinnützige Vereinigung zu zahlen.

Dezember 2004:
Mit 8 Kleinwagen eskortiert Greenpeace die Weihenstefan Milch-Tankwagen vom Werksgelände. Auf den Dächern sind Pfeile angebracht, die auf die LKW's zeigen und darauf aufmerksam machen, dass die Kühe der Weihenstefan Vertragsbauern Gen-Futter bekommen.

März 2005:
Müller erwirkt beim Landgericht Köln eine erneute einstweilige Verfügung, die Greenpeace nun doch wieder verbietet, den Begriff "Gen-Milch" zu gebrauchen.

Juli 2005:

Zum zweiten Mal widerruft das OLG Köln das Urteil des LG Köln. Greenpeace darf Produkte des Milchkonzerns Müller als
"Gen-Milch" bezeichnen. Müller bleibt jedoch stur. Statt endlich die Produktion umzustellen, will Müller bis zum Bundesgerichtshof ziehen.

Sept 2005:
Die auf Babynahrung spezialisierte, zweitgrößte deutsche Molkerei Humana Milchunion ist dabei, aus der Gentechnik auszusteigen. Die Upländer Bauernmolkerei vertreibt seit Juni dieses Jahres Milch mit dem Siegel “ohne Gentechnik”, die Großmolkerei NÖM AG in Österreich hat ihre gesamten Frischmilch-Produkte auf “Gentechnikfrei” umgestellt. Auch in der Schweiz und in Schweden haben Lebensmittelhersteller durchgesetzt, dass keine Gen-Pflanzen in der Milchvieh-Fütterung verwendet werden. - Nur Müller bleibt STUR

Sept 2005:
Zum vierten Mal verliert Müller einen Prozess gegen Greenpeace. Das OLG Stuttgart wertete das Recht auf freie Meinungsäußerung und Verbraucherinformation höher als Müllers wirtschaftliche Interessen. Müller wollte gerichtlich verbieten lassen, dass Greenpeace Aktivisten Müller-Produkte in Supermärkten mit gelb-schwarzen Absperrbändern markieren.

Okt 2005 - Skandal um Subventionen:
Während in Sachsen die Förderung für Bauern eingestellt wird, die auf Ökoanbau umsatteln wollen, weil angeblich kein Geld da ist, bekommt Müller Milch 70 Millionen Euro Subventionen aus Steuergeldern - und das bei einer Milchüberproduktion von 20% in der EU. Angeblich weil Müller in Sachsen 148 neue Arbeitspätze schafft. Es ist aber bekannt, dass dafür in Niedersachsen ein Werk mit 165 Arbeitsplätzen geschlossen wird. Oder anders ausgedrückt: der Steuerzahler zahlt mit 70 Millionen für den Abbau von 17 Arbeitsplätzen!

März 2006:
Erstmals distanzieren sich 7 deutsche Molkereien und die größte österreichische Molkerei vom Gen-Mais-Anbau.
Dennoch schließen 9 der 10 größten deutschen Molkereien, darunter Marktführer wie Campina/Landliebe und Müller-Milch, den Anbau von Gen-Mais und seine Verfütterung an Milchkühe bei ihren Vertragslandwirten nicht aus. 2006 wird in Deutschland Genmais auf nur 0,1% der Ackerflächen angebaut. Es ist völlig unverständlich, dass die großen Molkereien nicht mal diesen kleinen Schritt tun wollen.

November 2006:
Campina (Landliebe) bestellt auf Druck von Umweltorganisationen gen-freies Soja in Brasilien. Die Entscheidung soll wohl eher für positive Schlagzeilen sorgen, als dass der Konzern wirklich dahinter steht, denn erstens ist die Menge nur ein zwanzigstel der Menge, die jährlich verfüttert wird und zweitens ist völlig unklar, wie es danach weitergehen soll. Generell befürwortet Campina nach wie vor Gentechnik und es gibt keine klaren Kriterien zur gen-freien Fütterung.

Dez 2006:
In dritter Instanz verliert Müller bei dem Versuch, Grenpeace die Benutzung des Begriffes "Gen-Milch" zu verbieten.


Versuchsfelder

Greenpeace Aktivisten säen Bioweizen auf Syngenta Testfeld bei Magdeburg
     
Greenpeace Aktivisten sähen Bioweizen
© Greenpeace Deutschland



Greenpeace-Aktivisten sähen im März 2003 und 2004 auf den Gen-Weizen Versuchsfeldern von Syngenta in der Nähe von Magdeburg mehrere Tonnen Ökoweizen aus. Greenpeace protestierte damit auch gegen die verbraucherfeindliche Politik der CDU, die plante, das Gentechnik-Gesetz von Renate Künast im Bundesrat zu blockieren.
Im Mai 2004 gibt Syngenta bekannt, dass die Gen-Weizen-Versuche in Sachsen-Anhalt vor dem Aus stehen.



Greenpeace Recherchen
In Deutschland wächst seit 2004 Gen-Mais auf insgesamt 300 Hektar in 7 Bundesländern. Damit ist jeder 5000ste Hektar betroffen. Greenpeace gibt eine Musteranfrage an die Gemeinde heraus, mit der Bauern und Imker Auskunft über die Standorte einfordern können.

Die CDU geführte Landesregierung von Sachsen-Anhalt fördert den Anbau von Gen-Mais, unterstützt die Geheimhaltung der Flächen und verweigert Auskünfte über die Orte der Freisetzung. Deshalb hat Greenpeace eine Klage gegen die Landesregierung beim Verwaltungsgericht Magdeburg eingereicht und fordert Akteneinsicht.
Greenpeace prüft zur Zeit auch eine Musterklage bis hin vor den Europäischen Gerichtshof für den Fall, dass eine Auskunft einer Gemeinde verweigert wird.
Für Landwirte und Imker bot Greenpeace eine Gen-Kontroll-Stelle in Magdeburg an: Jede vorgelegte Maisprobe wurde kostenlos mit einem Schnelltest auf Gentechnik untersucht.


Schiffs Aktionen

Soja-Schiffe aus den USA haben generell einen hohen Anteil von 27% bis zu 97% Gen-Soja an Bord.

Greenpeace hat in den letzten Jahren in vielen Ländern gegen die Einfuhr von Gentechnik demonstriert.
Greenpeace Aktivisten haben Schiffe mit Gen-Fracht bemalt oder Banner an der Schiffswand oder an Ladekränen befestigt.

Beispielsweise die Aktion im Mai 2004 im Hafen Brake gegen den Frachter "Perast", der 26.000 Tonnen gentechnisch verändertes Soja geladen hat. 30 Aktivisten in Schlauchbooten folgen dem Frachter auf der Weser und befestigen ein Banner am Rumpf:

     
Greenpeace Aktion an der Perast mit 26.000 Tonnen Gensoja beladen
© Greenpeace Deutschland

 

Erfolge: Monsanto verlässt das sinkende Schiff
September 2003: Monsanto kündigt an, keine Freisetzungsversuche mit genmanipulierten Pflanzen mehr in Großbritannien durchzuführen. Der Produzent von Pestiziden und Gentech-Saaten verkündete, Niederlassungen in Großbritannien, Frankreich, Deutschland und Tschechien zu schließen. Dieser Rückzug ist die Folge auf die Ablehnung der Gentechnik in Europa, wo sich genmanipulierte Produkte bisher weder im Supermarkt noch auf den Feldern durchsetzen konnten.

Greenpeace begrüßt diese Entscheidung. Endlich haben die Gentech-Konzerne akzeptiert, dass die Verbraucher in Europa genmanipulierte Produkte mehrheitlich ablehnen und sie sich nicht aufzwingen lassen wollen.


Gentechnik Detektive
Seit dem 18. April 2004 muss in Europa ab 0,9% Gentech-Anteil gekennzeichnet werden. Greenpeace kontrolliert immer wieder Lebensmittelgeschäfte - auch in Aachen:

     
Gen-Detektive bei Globus
© Aachener Zeitung




Patentierung von Lebewesen

In Europa wurden bereits menschliches Blut, menschliche Organe,
Embryonen
und Eizellen und über 1000 Gene des Menschen patentiert.
Der menschliche Körper und seine Teile werden industriell ausgeschlachtet.

 

Obwohl Lebewesen keine "Erfindung" sind, ist es möglich, dass gentechnisch veränderte Pflanzen, Tiere, Mikroorganismen und Gene von Menschen patentiert werden.

Wird zum Beispiel ein Gen einer Pflanze verändert, so ist diese Pflanze das Eigentum des Patentinhabers und sogar alle Nachkommen dieser Pflanze fallen unter das Patent! Will jemand nun diese Pflanze anbauen, muss er Lizenzgebühren an den Patentbesitzer zahlen. Bauern, die diese Pflanze einmal angebaut haben, dürfen nicht mehr einen Teil der eigenen Ernte zurückbehalten, um ihn als Saatgut für das nächste Jahr einzusetzen, weil sie damit das Patentrecht verletzen. Bauern werden so abhängig gemacht von Gentechnik Konzernen.

Hat eine Firma z.B. ein Gen von einem Krankheitsvirus patentiert, kann sie verbieten, dass Andere an der Erforschung eines Heilmittels gegen diese Krankheit forschen dürfen, weil sie nur allein daran verdienen will. So kann die Forschung erheblich verzögert oder sogar verhindert werden und die Ausweitung der ohnehin schon bestehenden Monopole ist so vorgezeichnet.



     
© Greenpeace Aachen
 
 
Fotoaktion "Kein Patent auf Leben"   (10.1.2000)

Über 70 Aachener Bürger haben sich am Samstag beim Greenpeace-Stand in der Großkölnstraße mit einem Schild "Leben ist nicht patentierbar" fotografieren lassen. Damit drückten sie ihren Protest gegen die Patentierung von Lebewesen, einschließlich des Menschen aus. Greenpeace sammelt in einer bundesweiten Aktion Protestfotos.

Seit 1995 ist die Patentierung von Pflanzen und Tieren aufgrund eines Einspruchs von Greenpeace gestoppt. Doch im Juni 1999 entschied der Verwaltungsrat des Europäischen Patentamtes (EPA) eigenmächtig und unbemerkt von der Öffentlichkeit, die Vorschriften neu auszulegen und seit 1. September 1999 Patente auf Pflanzen und Tiere zu erteilen. Heilpflanzen aus den Urwäldern sind davon genauso betroffen wie die Frage, ob Saatgut weltweit monopolisiert werden darf. Sogar Patente auf menschliche Gene und auf Teile des menschlichen Körpers werden für rechtmäßig erklärt.

Patente auf Leben bedeutet :

Wir dürfen nicht zulassen, dass Patentanwälte und Konzerne ethische und moralische Grundsätze mit juristischen Tricks aushebeln und Gesetze umgehen!

Das Europäische Patentamt hat in den letzten Jahren weit über 1000 Patente auf Gene von Menschen und Tieren und etwa 500 Patente auf Saatgut erteilt. Allein 2005 waren es 206 Patente auf menschliche Gene, 100 Patente auf Pflanzen und 43 Patente auf Tiere.

Fetter Umsatz mit afrikanischem Bakterium
Ein Beispiel für Biopiraterie: Bayer verdient an dem Diabetes Mittel Glycobay jährlich 278 Millionen Euro. Produziert wird es mit Hilfe eines Bakteriums "Actinoplanes SE50" aus dem kenianischen Ruiru See. Nach der Rio Konvention sollten Herkunftsländer an den Gewinnen beteiligt werden. Bayer zahlt aber keinen Cent an Kenia für die Nutzung der genetischen Resourcen.

Patentamt in München genehmigt Patent auf Kekse !
Im Juni 2003 wurde in München das Patent EP 445929 der Firma Monsanto genehmigt, das Weizen umfasst zur "Herstellung von knusprigen, mehlhaltigen, essbaren Produkten wie Biskuits oder ähnlichem".

Der indische Hal Nap-Weizen zeichnet sich durch eine hohe Reinerbigkeit aus, was die jahrzehntelange züchterische Leistung einer bestimmten Region in Indien ist.
Monsanto hat nun lediglich diesen Weizen mit anderen Pflanzen gekreuzt. Es handelt sich dabei noch nicht einmal um genmanipulierte Pflanzen und schon garnicht um eine Erfindung!

Dieser Fall zeigt, welche Dimensionen Patente auf Leben inzwischen erreicht haben! Monsanto könnte in Zukunft nicht nur Bauern, sondern auch Bäckereien, Konditoreien und Supermärkte verklagen, wenn sie Kekse oder Kuchen aus dem von ihnen patentiertem Weizen herstellen oder verkaufen. (s. oben Percy Schmeiser)


Als Persiflage auf diesen Unfug hat Greenpeace ein Patent mit dem Titel "Richtig leckere Currywurst" beim europäischen Patentamt in München eingereicht. Greenpeace stützt den Antrag auf eine genaue Beschreibung der korrekten Zubereitung, wie etwa der richtigen Saucentemperatur.

Greenpeace hat 2004 Einspruch gegen das Weizen Patent eingelegt.
Mit Erfolg: Das Patent wurde ein Jahr später widerrufen.

Auch Nestlé mischt mit
Nestlé hat nicht nur Patente auf Kakao, Joghurt Bakterien und Kaffee angemeldet sondern bei der Gelegenheit gleich noch die ganze Kaffeepflanze mit-pantentiert. Das ist eine versteckte Form der Biopiraterie.

Patent auf Schweinezucht
Nach Recherchen von Greenpeace hat Monsanto Patente auf Schweinezucht angemeldet, die zum Teil übliche Verfahren zur Züchtung aber auch die Schweine selbst umfassen. Die Patentanmeldungen mit den Nummern WO 2005/017204 und WO 2005/015989 wurden bei der Weltpatentbehöre in Genf für mehr als 160 Länder angemeldet.


Im Labor wird an Chimären (Wesen aus
Mensch und Tier) schon gearbeitet
     
Gen-Detektive bei Globus
© Greenpeace Magazin


Geschäfte mit menschlichen Genen
Das isländische Parlament verkauft das gesamte Genpotential seiner Bevölkerung an eine private Firma, die die Daten wiederum gewinnbringend an die Pharmaindustrie und Versicherungen weiterverkaufen will.

Als "Vampirprojekt" wird ein Forschungsprojekt bezeichnet, bei dem 700 sogenannten aussterbenden Völkern unter dem Vorwand gesundheitlicher Vorsorge Blut-, Haar-, und Speichelproben entnommen werden. Die Genproben verschwinden in den Labors der Industrie und sollen wertvolle Patente ermöglichen.

Patent auf menschliches Sperma
Bei der Durchsicht der Akten des Europäischen Patentamtes in München hat Greenpeace im Nov 2003 das Patent EP 1196 153 entdeckt, das nicht nur die chemische Bahandlung von Sperma zur künstlichen Befruchtung sondern gleich auch das Sperma selbst mit patentiert.
Das gilt auch für das Patent EP 1257168, mit dem außerdem noch das das Geschlecht des Kindes festgelegt werden kann. Da die EU-Kommission 9 Monate untätig geblieben ist, hat Greenpeace Einspruch gegen das "Designerbaby Patent" eingelegt.

Mitschuldig daran ist die deutsche Justizministerin Brigitte Zypries (SPD). Diese hatte mehrfach erkennen lassen, dass sie gegen derartige Patente nicht vorgehen will.

Skandal Patent
Im April 2004 deckt Greenpeace ein Skandal-Patent auf: Das Europäische Patentamt spricht der US-Firma Human Genome Sciences mit dem Patent EP 777684 alle Funktionen eines menschlichen Gens zu. Das Gen produziert ein Eiweiß, das wichtige Lebensfunktionen für den Körper hat. Die Firma besitzt nun für Europa Monopolrechte in Zusammenhang mit Krankheiten wie Herzinfarkt, Krebs, Bluthochdruck, Asthma, Allergien, Depressionen, Migräne, Parkinson, Bluthochdruck und Osteoporose.


Greenpeace fordert :

Leben ist keine Erfindung !

Eine repräsentative europaweite Umfrage bestätigt: nur 3% aller 4500 befragten Personen aus 15 Ländern sprachen sich dafür aus, dass weiterhin Patente auf Gene und Lebewesen erteilt werden sollen.


Bundestag beschließt Biopatentrichtlinie

Ende 2004 wird die Biopatentrichtlinie der EU wird mit 4-jähriger Verspätung nun endlich auch in Deutschland umgesetzt. Die Richtlinie klärt, welche biotechnologischen Erfindungen patentiert werden dürfen nimmt erstmals konkrete ethische Vorgaben in das Patentgesetz auf.
Diese Patentrichtlinie schränkt zwar in Deutschland Patente ein, die menschliche Gene betreffen, sie hat aber keinen Einfluss auf die Patentvergaben des Europäischen Patentamtes (EP). Greenpeace fordert daher, dass die Bundesregierung sich in Brüssel für ein europäisches Verbot der Patentierung von Genen und Lebewesen einsetzt.

 

3 Patente auf Brustkrebs teilweise eingeschränkt
Drei Patente, die spezifische Mutationen des "Gens für Brustkrebs" umfassen, wurde Mitte 2004 und im Januar 2005 in vielen Punkten eingeschränkt. Sie umfassen jetzt nur noch einen Gen-Abschnitt, der für die Diagnose von erblichem Brustkrebs wichtig sein kann.

Der Patentinhaber - die Firma Myriad - verbot anderen Labors die Durchführung entsprechender Brustkrebs Untersuchungen. Dieses führte zu Verteuerung der Tests, Behinderung der Entwicklung verbesserter diagnostischer Verfahren, schlechterer medizinischer Beratung, sowie Monopolbildung.

Aber selbst wenn ein solches Patent später widerrufen wird, dauert es in der Regel Jahre, in denen vieles blockiert ist.


Ein Erfolg der jahrelangen Greenpeace Arbeit
Nachdem Grenpeace jahrelang die Patente kontrolliert hat, die das europäische Patentamt in München genehmigt hat, und immer wieder Skandal-Patente an die Öffentlichkeit gebracht und Einspruch eingelegt hat, beschließt im Okt 2005 endlich das Europäische Parlament eine Resolution, umfassende Patente auf Gene und Teile des menschlichen Körpers zu stoppen.


Greenpeace Erfolg im Streit um Stammzellpatente
Nach einer Klage von Greenpeace gegen die Patentierung embryonaler Stammzellen hat das Bundespatentgericht in München im Dez 2006 erstmals eine Entscheidung zu den ethischen Grenzen in der Stammzellforschung getroffen. Demnach dürfen in Deutschland erteilte Patente keinen kommerziellen Anreiz zur Zerstörung menschlicher Embryonen bieten. Greenpeace klagte gegen das Patent DE 19756864 des Bonner Stammzellforschers Oliver Brüstle, das in wesentlichen Teilen widerrufen wurde.
Auch das Patent EP 1121015 auf tiefgekühlte menschliche Embyronen wurde auf einen Greenpeace Einspruch hin widerrufen.
Auch wenn dies positive Nachrichten sind, so ist es doch nur ein Tropfen auf den heißen Stein.


Mitmachen bei Greenpeace in Aachen :

Wenn Sie uns z.B. bei der Recherche in Supermärkten unterstützen wollen oder aktiv in unserer Gentechnik Gruppe mitarbeiten wollen, dann nehmen Sie Kontakt mit uns auf!

Rückfragen bitte an

Jorinde Witte