| Öltanker Havarien |
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Zwischen 1963 und 1996 sind 686 Tanker gesunken ! Die Hälfte der Tanker, die heute auf den Weltmeeren fahren, sind über
20 Jahre alt.
Aus Sparmaßnahmen werden die Tanker so lange fahren
gelassen, bis sie aufgrund von Materialschwäche auseinanderbrechen ! Eine zweite Schiffswand
kann bei einem Unfall oft das Austreten größerer Ölmengen verhindern.
Eine PKW Haftpflicht Versicherung deckt Schäden bis 2.5 Mio Euro ab. |
Prestige
Als die Prestige im Nov. 2002 mit 70.000 Tonnen hochgiftigem
Schweröl an Bord vor Spaniens Küste Leck geschlagen ist, entstand ein 50m langer Riß
im Rumpf des 26 Jahre alten Schiffes.
Es stand kein Sicherheits-Schiff zur Verfügung um das Öl abzupumpen und kein Hafen war bereit, das Schiff aufzunehmen.
Es war eine historische Fehlentscheidung der spanischen Regierung, die Prestige aufs offene Meer zu schleppen, wobei sie mehrere 1000 Tonnen Öl verlor und
ein 1200 Quadratkilometer großer Ölteppich entstand.
170 km vor der Küste ist sie dann auseinandergebrochen und mit fast 70.000 Tonnen Öl gesunken.
Sie liegt jetzt 3600 Meter tief auf dem Meeresgrund. Im Wrack wurden insgesamt 26 undichte Stellen gefunden, durch die pro Tag ca. 150 Tonnen Öl austreten, das an der Meeresoberfläche neue Ölteppiche bildet. 10.000 freiwillige Helfer (auch von Greenpeace) und 7.000 Soldaten reinigten die Strände.
An der galicischen Küste ist das Öl auch im Naturreservat Corrubedo angekommen, in dem jedes Jahr 10.000 Zugvögel überwintern. Der dort rastende Balearische Papageientaucher und die Iberische Trottellumme sind durch die Ölpest vom Aussterben bedroht.
Inzwischen sind 2.900 Kilometer Küste auch von Frankreich und Portugal verseucht. (650 Strände)
Die Reinigung wird ca. 1 Milliarde Euro kosten.
Der Tanker fuhr unter der Flagge Bahamas für einen Schweizer Konzern und
war hoffnungslos unterversichert.
Aus Protest gegen Versäumnisse der spanischen Behörden im Kampf gegen die Ölpest gingen in der Hafenstadt Vigo etwa 60.000 Menschen auf die Straße. Sie forderten den Rücktritt von Ministerpräsident José Maria Aznar und von Galiciens Regierungschef Manuel Fraga.
Es soll versucht werden, das Öl aus dem Wrack abzupumpen. Dafür muß aber erst ein Spezial Roboter gebaut werden. Wenn dieser nicht bis zum Sommer 2003 fertig wird, muß wegen der schwierigen Wetterbedingungen noch ein Jahr gewartet werden. Das Abpumpen von Öl in dieser Tiefe ist noch nie versucht worden.
Greenpeace fordert,
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| © Greenpeace Deutschland |
Deutschland
Auch vor deutschen Küsten ist eine Ölpest sehr wahrscheinlich!
Die Kadettrinne (Ostsee) ist eine der am stärksten befahrenen Schifffahrtsrouten
in Europa. Jährlich finden hier rund 63.200 Schiffsbewegungen statt (davon
8.200 Tanker und 14.600 Fähren). Die Tanker erreichen Größen
von über 150.000 Tonnen Tragfähigkeit, darunter pro Tag ein schrottreifer
Tanker. Die Kadetrinne gilt wegen ihrer geringen Breite und Tiefe als schwieriges
Fahrwasser. Immer wieder laufen hier Tanker auf Grund, die dann von
Schleppern wieder herausgezogen werden müssen. Ein Zusammenstoß zwischen
einem Tanker und einer Fähre ist durchaus möglich. Durchschnittlich ist
in der Ostsee mit 23 Zwischenfällen pro Jahr zu rechnen. Auch die Prestige
fuhr durch die Kadetrinne.
Deshalb überwachte Greenpeace im Dez. 2002 den Schiffsverkehr durch die
Kadetrinne.
Pro Monat registriert Greenpeace ca 200 Verstöße gegen Schifffahrts-Regeln.
Auch in der Ostsee gibt es keinen Sicherheitshafen, in den man im Notfall
ein havariertes Schiff bringen kann.
Greenpeace fordert, dass Schiffe verpflichtet werden, sich bei der Einfahrt
in die Kadetrinne zu melden und einen Lotsen an Bord nehmen. Außerdem
muss die Radarüberwachung verbessert werden und ein Sicherheits-Schiff
angeschafft werden.
Am 10.12.2003 entdeckt Greenpeace in der Kadettrinne den Schrotttanker "Klements Gotvalgs", der unter liberischer Flagge fährt. Am 24.8.2002 hielten kanadische Behörden den Öltanker 3 Tage fest, da sie 21 Mängel festgestellt hatten. Nur drei Monate später entdeckten Behörden in Großbritannien 20 Mängel am Schiff. Trotzdem ist er weiter auf den Meeren unterwegs. Schrotttanker wie dieser fahren fast täglich durch die Kadettrinne!
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| © Greenpeace Deutschland |
Greenpeace Aktionen
Als der Uralt-Tanker "Byzantio" am 4.12.2002 die Kadetrinne in der Ostsee passierte,
haben Greenpeace Aktivisten sich an das 26 Jahre alte Schiff gekettet
und malten die Bordwand mit der Aufschrift "Hazard" (Gefahr) an,
um das Schiff als schwimmende Zeitbombe zu kennzeichnen. Die "Byzantio" transportierte
53.000 Tonnen Öl und ist ähnlich altersschwach wie die "Prestige".
Am 5.12.2002 haben bei einem Treffen der EU Verkehrsminister in Brüssel
40 Greenpeace-Aktivisten gegen die unzulänglichen Vorschläge
der EU-Kommission zur Tankersicherheit protestiert.
Vor dem Gebäude luden sie giftiges Schweröl von
den verseuchten galicischen Stränden ab. Ölig-schwarze EU-Fahnen wiesen
auf die Gefahren auch für die europäischen Küstengewässer hin.
Die EU-Kommission will lediglich den Transport von Schweröl durch
Einhüllentanker verbieten lassen. Andere Ölsorten oder gefährliche
Frachten sollen weiterhin von den schwimmenden Zeitbomben befördert werden
dürfen. Weitere Maßnahmen sind lediglich als
Empfehlungen an die Ölindustrie gedacht!! Haften soll
diese nur bei Schuldnachweis.
Greenpeace fordert
dass die EU-Vorschriften an das Niveau der USA angeglichen werden: dort müssen
alle Tanker seit der Öltankerkatastrophe durch die "Exxon Valdez" (1989) eine
doppelte Hülle haben und werden zudem von Notfallschleppern begleitet.
Die Reeder haften dort für die von ihnen verursachten Umweltschäden und es
drohen drastische Strafen, wenn Vorschriften nicht eingehalten werden.
Schiffsrouten dürfen außerdem nicht mehr durch ökologisch sensible Gebiete verlaufen.
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| © Greenpeace Deutschland |
Doppelt hält besser
Die Kieler Lindau Werft hat im Nov. 2002 die "Wappen von Hamburg" getauft,
die einen Doppelantrieb hat: 2 Schrauben, 2 Ruder und 2 getrennte Maschinen.
Dieses Schiff bleibt auch beim einseitigen Ausfall voll manövrierfähig - eine häufige Ursache für Schiffs-Unglücke.
5 weitere Schiffe dieses Typs sollen gebaut werden. Sie zeichnen sich außerdem durch eine Doppelhülle, Anstrich mit ungiftiger Schiffsfarbe und niedrige Abgaswerte aus. Greenpeace lobt die Kieler Werft für diese vorbildliche Leistung.
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| © Greenpeace Magazin |
EU verbietet Einhüllentanker
Die Katastrophe der Prestige hat dazu geführt, dass die EU eine neue Verordnung für Einhüllentanker verabschiedet hat:
Tanker, die vor 1982 gebaut wurden, sind ab 2005 in den Gewässern der EU verboten.
Tanker, die zwischen 1982 und 1996 gebaut wurden, dürfen dort nur noch bis 2010 fahren.
Außerdem darf ab sofort besonders giftiges Schweröl in und aus den Häfen nur noch mit
doppelwandigen Tankern transportiert werden.
In internationalen Gewässern sollen einwandige Tanker bis 2017 ausgemustert werden. Die EU drängt die Internationale Seeschifffahrtsorganisation (IMO), dass die Frist auf 2010 verkürzt wird.
Tankerunglücke - kein Ende
Unglaublich aber wahr: Schon 2 Monate nach der Katastrophe der Prestige ist vor Spanien
ein weiterer Öltanker mit 1000 Tonnen Öl gesunken! Diesmal im Süden bei Gibraltar.
Das Schiff liegt 50 Meter tief.
Einen Tag vor dem Unglück hatte Greenpeace noch vor Gibraltar mit einer Protestaktion auf die
Gefahren unsicherer Öltanker aufmerksam gemacht!
Am 14.8.2003 bricht der Tanker Tasman Spirit 1 Kilometer vor der pakistanischen Küste auseinander. Er hatte 40.000 Tonnen Rohöl an Bord. Mindestens 12.000 Tonnen Öl sind bislang ausgelaufen und bedrohen einen 40 Kilometer langen Küstenabschnitt mit Brutgebieten von Meeresschildkröten und Mangrovensümpfen.
Eine Auflistung von Tankerunglücken finden Sie hier.
Martine Hardy
Tel. 0241 / 970 138 (nachmittags und abends)
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