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Recyclingpapier

Ein Deutscher verbraucht im Durchschnitt 235 Kg Papier pro Jahr.
(weltweiter Durchschnitt 52 kg / Jahr)
Alle Deutschen zusammen verbrauchen 20 Mio Tonnen Papier pro Jahr.
Das ist ein 600 km langer Güterzug mit 40000 Waggons
oder ein Turm aufeinandergestapelter DIN A4 Blätter von 16000 km Höhe
(Die internationale Raumstation ISS kreist in einer Höhe von 400 km)

Große Teile des Papieres stammen aus Raubbau an den letzten Urwäldern der Erde
Die Urwälder auf der ganzen Welt verschwinden schneller als man gucken kann !

   
Regenwald
© Greenpeace Deutschland

Dieser tropische Regenwald wird abgeholzt für :

  

Es ist ein Verbrechen, dass 700 Jahre alte Bäume für Zeitschriften und Magazine gefällt werden,
die bei uns gerade einmal 7 Tage auf dem Wohnzimmertisch Platz finden und dann im Papierkorb landen
.

Der Spiegel besteht nur zu 5% aus Recyclingpapier.
"Max" und "Natur&Kosmos" bestehen sogar NUR aus Frischfaserpapier.


Die Papier-Verschwendung der Industrienationen

Wie mit allen Resourcen gehen die Industrie Länder auch mit Papier verschwenderisch um.
Prognosen des Worldwatch Institute besagen, dass der Verbrauch im gleichen Maß weiter steigen wird.


Wußten Sie ?




Unberechtigte Vorurteile gegen Recyclingpapier

Die Papierindustrie hat in den vergangen Jahrzehnten viel Lobbyarbeit betrieben, um Recyclingpapier schlecht zu machen. (Aus Angst, der Absatz von Frischfaser Papier könnte sinken)
Es wurden bewußt Lügen über die angeblich schlechte Qualität von Recycling-Papier verbreitet, die noch heute von den meisten Menschen für Tatsachen gehalten werden.
Es ist schockierend, wie uninformiert selbst Menschen sind, die täglich mit Papier arbeiten (Druckereien, CopyShops, Papier Lieferanten)

"RC-Papier ist teurer als Neupapier"

Der Preis hängt von der abgenommenen Menge ab. In größeren Mengen ist RC Papier 10-15% billiger als vergleichbares Frischfaserpapier. Das belegt eine Studie. Betriebswirtschaftlich lohnt sich eine Umstellung auf RC-Papier. Bei der Finanzverwaltung NRW beliefen sich 1996 die Einsparungen allein beim Kopierpapier auf 27.000,- DM.

"RC-Papier ist nicht kopierfähig, schmirgelt Trommeln und Walzen der Kopierer ab und lässt den Kopierer verstauben"
"RC-Papier enthält einen Leim, der die Kopierer verklebt"

Das stimmt nicht.

"RC-Papier ist nicht archivierbar"

Auch das stimmt nicht. Das Bundesamt für Materialprüfung testete RC-Kopierpapiere auch auf ihre Alterungsbeständigkeit hin und stellte die Einhaltung der Klasse LDK-6-70 DIN 6738 fest. Demnach sind die RC Papiere einige hundert Jahre problemlos archivierbar.

"Altpapier kann nicht unbegrenzt wiederverwertet werden, weil dann die Papierfasern zu kurz werden"

Die Papierfaser lässt sich fünf- bis sechsmal wiederverwerten. Daher muss bei jedem Recyclingprozess ein gewisser Anteil von neuen Fasern hinzukommen. Der größte Teil der Verpackungspapiere und -pappen wird seit über hundert Jahren ohne Schwierigkeiten nahezu vollständig aus Altpapier hergestellt. Dies beweist, dass Altpapier in hohem Maße wiederverwertet werden kann.

"Altpapier ist wegen Verunreinigungen und Druckfarben zur Herstellung hochwertiger Papiere ungeeignet"

Durch Reinigung und Entfernen der Druckfarbe (De-Inking) wird eine so hohe Faserqualität erreicht, dass das Papier sogar als graphisches Papier eingesetzt werden kann.

"Das Produkt, das ich brauche, gibt es nicht auf RC-Papier"

Mittlerweise werden fast alle Papierartikel auch aus RC-Papier hergestellt. Es gibt Geschenkpapier und -verpackungen, Briefpapier, Umschläge und Versandtaschen, Kopierpapier in vielen Farben (tauglich für alle Drucker und Kopierer), Schulhefte jeder Art, Kalender, Notizbücher und -blöcke, EDV-Papier, Geschäftspapiere...
Wenn manche Produkte aus RC-Papier nicht immer leicht zu finden sind, liegt das an der sinkenden Nachfrage und einem Teil des Handels, der kein Interesse an der Vermarktung von RC-Papier zeigt (siehe unten : Recherche in Aachener Läden).



Der Bundesverband für Umweltberatung hält für Multiplikatoren (Lehrer, Abteilungsleiter) die Broschüre "Umweltverträgliche Beschaffung von Büropapier" bereit. Diese widerlegt fast alle Vorurteile gegen Recyclingpapier.



Die Vorteile von Recyclingpapier

Der Rohstoff Altpapier liegt praktisch vor der Tür. Die Deutschen sind beim Altpapier Sammeln Weltmeister.

Die Produktion ist wesentlich umweltverträglicher als die von Frischfaserpapier, da weder Urwälder abgeholzt, noch Zellstoffe schadstoff- und energiereich gewonnen werden müssen. Auch Wasserverbrauch und - belastung sind deutlich geringer.

Ökobilanz für 1 Kg Papier:   (Quelle: Forum Ökologie & Papier (FÖP))

1 kgRohstoffAbwasserbelastungWasserverbrauchEnergieverbrauch
Neupapier2,2 kg Holz65 gr CSB*10 bis 1000 Liter
erhebliche Verschmutzung
4 kWh
RC Papier   1,15 kg Altpapier 3,5 gr CSB*5 bis 10 Liter
kaum Verschmutzung
1, 5 kWh

*CSB bezeichnet den Chemischen Sauerstoff Bedarf bei der biolog. Abwasserklärung und zeigt die Abwasser Belastung an.

Die Qualität von RC-Papier kann mit derjenigen von Frischfaserpapier problemlos mithalten. Institutionen wie Stiftung Warentest und das Bundesamt für Materialprüfung testeten in den vergangenen Jahren mehrfach Recycling-Papiere unterschiedlicher Sparten. Immer waren Frischfaser- und RC-Papier gleichauf.
Große Firmen mit einem Verbrauch von bis zu 75 Millionen RC-Papier pro Jahr können keine Nachteile feststellen.
Bei großen Mengen ist RC-Papier preisgünstiger als Frischfaserpapier.



Papier Umsatz
 (Deutschland, 2004)

Gesamt Papier Verbrauch 20 Mio Tonnen / Jahr
Gesammeltes Altpapier 14 Mio Tonnen / Jahr (74 %)
Altpapier zurück in die Recycling Fabriken 13 Mio Tonnen / Jahr (68 %)
Import Zellstoff aus Skandinavien, Kanada, Brasilien 3,5 Mio. Tonnen / Jahr
Import Primärfasern 10 - 12 Mio Tonnen / Jahr
Import Papier (überwiegend aus Skandinavien) 8 - 9 Mio Tonnen / Jahr
Export Papier / Pappe ca 10 Mio Tonnen / Jahr



Umwelt Siegel

Die Industrie hat eine Reihe von "Umweltsiegeln" erfunden, mit denen sie ihre Papierprodukte anpreist.
Die meisten dieser Siegel sind irreführend, weil sie fälschlich Umweltverträglichkeit suggerieren und verunsichern den Verbraucher.

Zu empfehlen sind nur die folgenden Siegel:


Recycling Papier Blauer Engel Label

Kaufen Sie kein Klopapier ohne den blauen Engel!

  Blauer Engel
Umweltzeichen des Umweltbundesamtes. Es garantiert, dass 100% Altpapier und nur bestimmte Stoffe zur Herstellung benutzt wurden und dass die Qualität mindestens folgende Normen erfüllt:
DIN 6733Briefhüllenpapier
DIN 6738Alterungsbeständigkeit (LDK-6-70) einige hundert Jahre bei korrekter Lagerung
DIN 19307Papier und Karton für Bürozwecke
DIN 19309   Papier und Karton für Kopierzwecke

Beschreibbarkeit, Alterungsbeständigkeit, Laufeigenschaften von Kopierpapier, Farbkontrast sind wie alle anderen qualitativen Eigenschaften mit denen von weißem Frischfaserpapier gleichwertig.
Der Weißegrad liegt zwischen 60% - 90%
Bei der Herstellung müssen hohe Anforderungen an die Zusatzstoffe, Bleichmittel etc. eingehalten werden. Der Wasser- und Energiebedarf und die Abwasserbelastung ist erheblich niedriger als bei weißem Frischfaserpapier.


Recycling Papier ap LabelRecycling Papier vup Label Original-Umweltschutzpapier
Dieses übertrifft noch die Umweltverträglichkeit des blauen Engel, da bei der Produktion weder die im Altpapier vorhandenen Druckfarben physikalisch/chemisch entfernt werden (De-Inking), noch das Papier gebleicht wird. Bei der Herstellung wird der Wasserverbrauch so gering wie möglich gehalten. Ausschließlich Altpapier (100%)


Ökopa plus
Steht für "weißes" Recyclingpapier aus 100% Altpapier. Durch Oberflächenleimung mit Naturstoffen entsteht ein umweltfreundliches Weiß. Ohne Bleiche und De-Inking. Die Qualität entspricht der von weißem Frischfaserpapier.

Recycling Papier Ökopa LabelRecycling Papier Ökopa plus Label 


ACHTUNG:
Von jährlich 200 Millionen verkauften Schulheften in Deutschland sind 2005 nur noch 5% aus Recyclingpapier hergestellt. 1990 lag der Recyclinganteil noch bei 70%. Branchenkenner führen diesen heftigen Einbruch auf irreführende Pseudo Label wie etwa "Aqua Pro Natura" etc zurück. Dabei sind diese nicht mal billiger als Recycling Hefte mit dem blauen Engel! (s.o)

Nicht kaufen sollte man:


Aqua pro natura Pseudo Label Aqua Pro Natura   ! Pseudo Label !
Dieses Papier enthält keinen Altpapier Anteil.
Dass laut Hersteller kein Tropenholz verwendet wird, ist keine besondere Leistung, da bei uns fast das gesamte Papier aus den nordischen Urwäldern wie Skandinavien und Kanada kommt.
Nicht zu empfehlen.


PEFC Label PEFC Label  
Das Label des Pan-Europäischen Zertifizierungssystems soll Papier zertifizieren, das aus "nachhaltiger Waldbewirtschaftung" stammt. Unter dem Deckmantel der PEFC Zertifizierung wird aber z.B. in Finnland weiterhin in geschützte Gebiete eingeschlagen und die Rechte von Indigenen werden ignoriert.
Dieses Papier enthält keinen Altpapier Anteil und es wird umweltschädlich gebleicht.
Nicht zu empfehlen.


100% Altpapier Label 100% Altpapier-Label
Dieses Label macht keine Aussagen über Produktion, Inhaltsstoffe, Bleiche etc.
Keine Qualitätsanforderungen.
Nicht zu empfehlen.


Eugropa Label Eugropa-Label
Dieses Label kann jedes Papier bekommen, das nur 50% Recycling-Papier enthält.
Keine Qualitätsanforderungen oder Aussagen über Inhaltsstoffe etc.
Nicht zu empfehlen.


EU Umwelt Siegel Europäisches Umweltzeichen
Offizielles EU Zeichen mit niedrigen Kompromiß-Anforderungen.
Es wird kein Recycling-Papier verlangt.
Im Papierbereich bislang nur für Küchenrollen und Toilettenpapier.
Nicht zu empfehlen.


Gewässerschutz Werbezeichen "Für aktiven Gewässerschutz"
Die Vergabekriterien sind unbekannt.
Wenn auch eindeutige Aussagen wie "chlorfrei" wettbewerbsrechtlich stimmen müssen, so besteht keine Aussage, ob es sich um Recycling Papier handelt. (Chlorfrei ist heute ohnehin Standard)
Nicht zu empfehlen.


Papiersorten

PapiersorteMerkmaleAnwendungHersteller
1A
Umweltschutzpapier
(deutlich grau)
100% Altpapier,
ungebleicht, ungefärbt,
Fast geschlossener Wasserkreislauf
überall : zum Drucken, Verpacken,
Versenden, für Broschüren, nach
Tests auch für Tintenstrahldrucker
VUP, AP, Ökopa,
Papiertiger (s.o. Siegel)
1B
Recyclingpapier grau
(hellgrau)
100% Altpapier,
De-Inking durch Absaugen
der gelösten Druckfarbe.
Wasser- und Energieverbrauch
höher als bei UWS Papier.
Zum Fotokopieren, als Tabellenpapier.
Keinerlei Einschränkungen im Gebrauch.
Als Offset Papier sehr gut geeignet.

Recyconomic,
Regeno-Copy,
Fortuna 100 UF
u.a.

1C
Recyclingpapier hell
(weiß)
100% Altpapier,
De-Inking, Bleiche mit
Wasserstoffperoxid, Sauerstoff,
Ozon. Kleine Druckpartikel.
wie 1B
erweckt durch hohen Weißgrad den
Anschein eines Neupapiers und kann
als solches eingesetzt werden.
Recycopy, Recyset,
Alsaprint, Nautilus Copy,
Ökopa plus


Frischfaserpapier-Herstellung

Frischfaserpapier wird aus Zellstoff gewonnen.
Der Rohstoff dafür ist Holz. Zur Isolation des Zellstoff wird es ca. 4 Stunden unter hohem Druck bei 160° C in einer alkalischen Schwefelsalzlösung gekocht. Die Reststoffe Lignin und Hemizellulosen werden verbrannt. Der braune Zellstoff wird in mehreren Schritten mit Chlor- oder Sauerstoffverbindungen gebleicht und immer wieder in einer großen Trommel gewaschen. In Europa hat sich die chlorfreie Bleiche inzwischen etabliert. Zuletzt spritzen Düsen den Faserbrei auf ein schnelllaufendes Sieb. Der Zellstoff wird entwässert, gepresst und zur Verarbeitung in die Papierfabrik gebracht.

Recyclingpapier-Herstellung

Bei der Produktion von Recyclingpapier fehlt die Zellstoffproduktion. Der Rohstoff Altpapier wird in Wasser und Chemikalien in seine Fasern aufgespalten. Druckfarben und Verunreinigungen können per "De-Inking" entfernt werden. Dabei quellen die Fasern in einem Becken auf und die Schmutzpartikel verbinden sich mit aufsteigenden Luftblasen. Theoretisch ließe sich der de-inkte Faserstoff noch bleichen, doch die meisten Hersteller verzichten darauf.

Man erkennt hier leicht, dass die Zellstoffproduktion nicht nur aufwändiger ist, sondern auch wesentlich mehr Energie- und Wasserverbrauch bedeutet.

Holzstoff-Herstellung

Holzstoff ist ein ganz anderes Thema. Hier raspeln Klingen Holzfasern ab, die dann zerkocht werden. Allerdings ist das Ergebnis eher gelblich und wenig stabil. Da Lignin und Hemizellulosen noch enthalten sind, werden die Fasern schnell hart und spröde und vergilben schnell. Wegen der geringeren Qualität wird Holzstoff auch sehr selten (max. 10%) eingesetzt. Typische Produkte sind Bierdeckel und manche Hygienepapiere, insgesamt also eher kurzlebige Produkte.



Riesen Erfolg des Team 50+ in Aachen   (Sept 2003)

Dem energischen Einsatz des Team 50+ der Greenpeace Gruppe Aachen ist es zu verdanken, dass die Stadtverwaltung Aachens jetzt komplett auf Recyclingpapier umstellt!

Für die Stadt Aachen gab es schon seit Jahren den Beschluss, "nach Möglichkeit Recyclingpapier zu verwenden". In der Praxis wurde dies aber nicht umgesetzt, sondern stattdessen tonnenweise Frischfaserpapier eingekauft. (13 Millionen Blatt / Jahr)

Es stellte sich bei mehreren Gesprächen heraus, dass die Verantwortlichen jahrelang von ihrem Papierlieferanten falsch informiert wurden.
Als Greenpeace dann aber erklärte, dass sich mit Recyclingpapier zwischen 10% bis 20% Kosten einsparen lassen und das, ohne dass die Qualität des Papieres auch nur im geringsten schlechter ist, war das Interesse groß.

Ab 2004 wird die Stadt Aachen als Brief-, Kopier- und Druckpapier - nur noch Recyclingpapier einkaufen und damit 13.650 Euro sparen!

Das nächste Projekt ist, auch die Aachener Schulen, die Kreisverwaltung, die TH und große Firmen zu überzeugen....

Zur Team 50+ Seite


Die RWTH Aachen stellt um auf Recyclingpapier

Juli 2005: Die zentrale Beschaffungsstelle der RWTH bietet jetzt neben konventionellem Frischfaserpapier auch 2 Sorten von Recyclingpapier an. Die Institute können dieses inzwischen ohne weitere Bürokratie direkt anfordern.

Die Hochschul-AG der Greenpeace Gruppe Aachen steht mit vielen Stellen der RWTH im Gespräch. Die zentrale Beschaffung, die Druckerei, eine Reihe von Instituten, das Umweltforum, der Asta und politische Studentengruppen unterstützen das Vorhaben. Wir haben auch begonnen, in der Studentenschaft für Recycling-Papier zu werben. Im nächsten Semester werden wir die Öffentlichkeitsarbeit an der RWTH verstärken.

Das Studentenparlament stimmte im Januar 2006 mit deutlicher Mehrheit dafür ab, Greenpeace bei seiner Arbeit zu unterstützen.

Wenn Sie in unserer Hochschul-AG mitarbeiten wollen, schreiben Sie uns eine Email.



Harry Potter

Am 1.10.2005 erscheint die deutsche Ausgabe "HarryPotter und der Halbblutprinz".
Das neue Buch besteht aus 40 % Recyclingpapier und 60 % FSC Holz.
Greenpeace freut sich sehr, dass der Carlsen-Verlag hier auf Wunsch der Autorin einen großen Schritt zum Urwaldschutz tut. Eine Auflage von 2 Millionen bedeutet 1.500 Tonnen Papier oder 25.000 Urwaldbäume, die vor dem Kahlschlag geschützt wurden.



Greenpeace Aktion auf Frankfurter Buchmesse   (Okt 2003)


Tonnenschwerer Baumstamm (5 Meter Durchmesser)
und Holzchips (auf dem Boden) - Rohstoff auch für Bücher
   
Greenpeace Aktion auf Frankfurter Buchmesse
© Greenpeace Deutschland


Alle großen deutschen Buchverlage verarbeiten bisher (2003) vorwiegend Frischfaser-Papier und zerstören damit die letzten Urwälder der Erde.

Die 950.000 Bücher der kanadischen Ausgabe des fünften Harry Potter-Bandes wurden hingegen bereits auf 100% Recyclingpapier gedruckt. Dadurch wurde der Einschlag von etwa 30.000 Bäumen vermieden, eine Waldfläche, so groß wie 95 Fußballfelder. Auch in Deutschland bestand die Londoner Autorin Joanne K. Rowling auf umweltfreundlich hergestelltem Papier. (s.o.)

Zum deutschen Start der Initiative haben u.a. Günter Grass, Elke Heidenreich, Michael Jürgs und Kirsten Boie erklärt, künftig Recyclingpapier für ihre Bücher zu verwenden.
Kein Buch ist so wertvoll, dass dafür die letzten Urwälder vernichtet werden müssen.


Stand 2004 - Erfolge der weltweiten Greenpeace Kampagne:

In Kanada haben sich bereits 70 Verlage seit 2001 zur Umstellung auf Papier mit FSC Zertifikat und Recyclingpapier verpflichtet. Über 500 Titel erschienen bislang auf diesem Papier und es wurden Millionen von Büchern urwaldfreundlich produziert.

In Spanien hat Random House Mondadori das neue Buch von Isabel Allende "El Bosque de los Pigmeos" auf Recyclingpapier und FSC-Papier herausgebracht und will auch gleich die ganze Jugendreihe Montena auf Recycling umstellen.

In Italien folgen immer mehr Autoren und Verlage dem Beispiel von Andrea de Carlo und setzen auf Recycling.

In Großbritannien wurde die Taschenbuchausgabe des Harry Potter auf einem neu entwickelten Papier mit bis zu 20% Recyclinganteil gedruckt

Die in Deutschland viel verkauften Buchpapiere Munken15 und Munken 18 sind seit kurzem FSC zertifiziert. Einzelne deutsche Verlage haben Tests mit urwaldfreundlichen Papieren gestartet. Der Garbe Verlag oder Hexpress druckt Geschenk- und Kinderbücher auf Recyclingpapier. Auch einige "Books on demand" Anbieter haben Recyclingpapiere im Angebot.

Fast alle europäischen Länder sind in die Initiative eingestiegen, sowie auch die USA und Japan.


Erfolg: Greenpeace Aktionen vor der deutschen Post   (April 2003)

2003 stand Greenpeace bundesweit vor Filialen der deutschen Post.
Grund: In Briefumschlägen der Post wurde Holz aus finnischer Urwaldzerstörung verkauft.

Die Post hat reagiert und einen Lieferanten der Umschläge, Fa Herlitz, überzeugen können, auf das Papier aus Finnland zu verzichten. Seit Juli 2003 wird dieses Papier nicht mehr eingekauft !
Ein weiterer Zulieferer, Fa. Bong, wurde ausgelistet aus dem Sortiment der Post.

Mai 2004:
Die Deutsche Post setzt Umweltstandards für Papierprodukte mit ihrer neuen weitreichenden "Paper Policy":
Ziel ist es, eine lückenlose Rückverfolgbarkeit der Papiere bis zum Rohstoff Holz zu gewährleisten.

Nach den neuen Leitlinien müssen Lieferanten für ihre Produkte dokumentieren, dass keine Rohstoffe aus tropischen Regenwäldern oder durch illegalen Einschlag gewonnen wurden.

Das Office-Sortiment in den Filialen wurde bereits um Recyclingprodukte erweitert. Vor kurzem wurde der PLUSBRIEF (Umschlag mit eingedruckter Briefmarke) mit dem FSC-Siegel ausgezeichnet.

Metro und Karstadt
Auch Metro (Kaufhof und Real) und Karstadt haben auf mehrfachen Protest hin ihren bisherigen indonesischen Papierlieferanten APP gekündigt.

Siehe auch unser Wälder-Seite!


Auch die Bahn stellt um  (Okt 2005)

Die Deutsche Bahn AG druckt Ihre Tickets an den DB Fahrkartenautomaten künftig auf FSC-Papier. Zur Information und Einstimmung der Kunden auf die Tickets mit FSC-Siegel schaltet die Deutsche Bahn AG im Monat Oktober eine FSC-Anzeige auf den Monitoren der bundesweit 3.500 Fahrkartenautomaten.



Umweltbelastung

Die Produktion von Frischfaserpapier belastet die Umwelt in hohem Maße im Gegensatz zu RC-Papier.

Herstellug ausWasserbelastungLuftbelastung
Zellstoff
chlorgebleicht
PCP, Tri-, Per-, Dioxine
Chloroform (tgl 30-80 T)
Papierfasern saugen den Sauerstoff auf
(alle Flüsse im Bereich der Fabrik sterben ab)
Schwefelwasserstoff,
Schwefeldioxid,
giftige Schwefelverbindungen,
Chlor, Chloroform,
Aluminiumsalze
Zellstoff
chlorfrei gebleicht
Papierfasern saugen den Sauerstoff auf
(alle Flüsse im Bereich der Fabrik sterben ab)
Schwefelwasserstoff,
Schwefeldioxid,
giftige Schwefelverbindungen,
Aluminiumsalze
HolzstoffSchwermetalle wie Blei, Chromwesentlich geringer
Altpapierfasernkaumkaum


Recyclingpapier-Einkaufsführer für Aachen

Wir haben eine Liste zusammengestellt, wo sie in Aachen Produkte aus Recyclingpapier bekommen.
Diese finden Sie auf unserer Einkaufsführer Seite.

Umweltfreundlich Kopieren in Aachener Copyshops

Wir haben eine Liste zusammengestellt, wo sie in Aachen auf Recyclingpapier kopieren können.
Auch diese finden Sie auf unserer Einkaufsführer Seite.


Recyclingpapier Großhändler / Versandhandel

Bei diesen Firmen kann man alle nur erdenklichen Produkte aus Recyclingpapier bestellen.
Oft kann man sich sogar Muster (z.B. von Kopierpapier) schicken lassen :

Memo AG
Am Biotop 6
97295 Greußenheim
Tel. 09369-950-0
Kataloganforderung : info@memo.de
www.memo.de
Steinbeis Temming Papier GmbH & Co.
Postfach 12 20
25343 Glückstadt
Tel. 04124-61-335
Fax 04124-61-509
www.steinbeis-temming.de
Schneidersöhne
Buisiness Paper GmbH & Co.
Vertriebszentrum West
Emil-Hoffmann-Str. 15
50996 Köln
Tel. 02236-606260
Fax 02236-606210
www.schneidersoehne.com
WUP GmbH
(Werkstatt Umweltfreundlicher Produkte)
Stresemannstr. 374
22761 Hamburg
Tel. 040-891010
Fax 040-89970097
Antalis
0221-59790
www.antalis.de
Direktrecycling
0251 - 60 102
www.direktrecycling.de


Links

Weitere Infos finden Sie hier:
www.Initiative-Papier.de
www.Treffpunkt-Recyclingpapier.de


Rückfragen bitte an

Sabine Rosenbrock
Tel. AC - 50 64 94