| Tropische Urwälder |
| Unter dem Motto "Die fantastischen Sieben" startete Greenpeace 2002 eine weltweite
Kampagne für den Erhalt der letzten 7 zusammenhängenden Urwaldgebiete der Erde:
Amazonas, Afrika, Südostasien, Chile, Kanada & Alaska, Russland, Sibirien.
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Vor 8000 Jahren war auch Europa komplett von Urwald bedeckt
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| © Greenpeace Deutschland |
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Heute (2006) existiert noch ein Fünftel der Urwälder von
vor 8000 Jahren. |
Was sind die Greenpeace Kriterien für intakten Urwald ?
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Elefanten waren einst überall in Afrika zu finden. Die Heimat der afrikanischen
Gorillas erstreckte sich vom Senegal bis Uganda.
Das ist vorbei.
Die Zukunft der beiden Tierarten ist ungewiss.
In den letzten 30 Jahren hat Afrika soviel seines tropischen Waldes verloren,
dass heute nur noch 8% unberührter Urwald vorhanden sind.
Das Kongo-Becken im zentralen Afrika ist der zweitgrößte
zusammenhängende tropische Regenwald der Erde nach dem Amazonas.
70% der blühenden Pflanzen und mehr als ein Drittel der Vögel sind hier einzigartig.
Der tropische Regenwald schwindet durch industriellen Holzeinschlag, durch Brandrodung, Minenbau, Landwirtschaft, Entnahme von Brennholz, Bürgerkriege, Korruption, eingeschleppte Krankheiten und vieles mehr.
Für die Holzindustrie und den Minenbau wurden Straßen in einst unzugängliche
Urwaldgebiete gebaut. Auf den Schneisen stoßen kommerziellen Wilderer nach, um
Waldarbeiter mit Frischfleisch zu versorgen und die steigende Nachfrage
nach Wildfleisch in den Städten zu decken. Sie schießen alles, was sich
für den Kochtopf eignet.
Die weltberühmte Forscherin Jane Godall beobachtet seit 30 Jahren die Schimpansen im
Gombe-Nationalpark in Tansania.
Von ehemals 2 Millionen Menschenaffen existieren nur noch ca. 150.000.
Das heißt, die Schimpansen stehen kurz vor der Ausrottung.
Die meisten Holzfirmen, die schon seit der Kolonialzeit in West- und
Zentralafrika wirtschaften, stammen aus Europa. Vor allem riesige
französische Firmenkonzerne mit vielen Tochterfirmen
beherrschen die Einschlagslizenzen in Kamerun und Gabun. Auch
italienische, spanische, belgische und deutsche Firmen sind dick im
Geschäft. Deutsche Firmen haben im Kongo Einschlagsflächen
(Konzessionen) von über 4 Mio. ha.
Afrikanisches Holz findet bei uns Verwendung in Fenstern, Treppenstufen,
Türen, als Furnier, im Innenausbau, im Wasserbau und bei vielem anderen.
Die wertvollsten Bäume werden gezielt ausgebeutet (das nennt die Holzwirtschaft selektive Nutzung), so
dass es sie bald nicht mehr geben wird und ihr Erbgut verloren geht.
Viele Arten wachsen ohnehin nur sehr langsam oder nur unter ganz bestimmten
Umständen nach.
Viele Stämme werden bei der
Holzindustrie verschwendet. So wird viel Holz liegengelassen, das
keinen hohen Preis erzielen kann. Oft erreichen die Stämme nicht einmal
die Sägemühle, weil die falschen Bäume gefällt wurden oder weil sie
während des Transports beschädigt worden sind. In den Sägemühlen von
Kamerun z.B. wird im Durchschnitt 65 - 75 % des Holzes verschwendet.
Dies zeigt, dass das Volumen der gefällten Bäume erheblich größer ist,
als das von exportiertem Holz.
Die Westafrikanische Küste ist bereits "abgeräumt". Kamerun besitzt den größten Exporthafen. Riesige Baumstämme werden dort unverpackt auf Schiffe verladen und nach Europa verschifft. In Südost-Kamerun und Nord-Gabun arbeitet sich die Holzindustrie immer mehr nach Osten ins Innere des Kongo-Beckens vor, doch der Bürgerkrieg in Kongo hat bisher viele Firmen abgeschreckt.
Eine weitere Ursache der Urwaldzerstörung im Kongo ist der Abbau von Coltan. Dieses Erz wird von der Elektronikindustrie benötigt. Der größte Markt sind Handy- und Computerhersteller.
Die Pygmäen sind die größten Opfer, weil ihre traditionelle Lebensweise vom intakten Waldökosystem abhängt. Traditionell sind sie Jäger und Sammler und betreiben auf kleinen Flächen im Wald Wanderfeldbau. Forstgesetze ignorieren die Landrechte der Pygmäen. Sie dürfen den Wald nur in bereits ausgebeuteten Stücken nutzen. Diese Wälder sind aber zu klein für die Jagd. Viele Pygmäen haben das Leben als Wald-Nomaden inzwischen aufgegeben und haben sich an den Holzstraßen niedergelassen. Kriminalität, Prostitution und Alkoholismus gehören heute zu ihrem Leben. Sie arbeiten oft auf Farmen wie Sklaven oder schließen sich der kommerziellen Jagd an. Zu 85% ist die ursprüngliche Lebensform der Pygmäen bereits zerstört.
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Amazonas
Die größte noch zusammenhängende Urwaldfläche ist der Amazonas.
Er erstreckt sich über Brasilien, Bolivien, Peru, Ecuador, Kolumbien,
Hier lebt über die Hälfte aller Tier- und Pflanzenarten.
Auch der Jaguar steht inzwischen auf der Liste der bedrohten Tierarten.
Der Amazonas Regenwald ist die Heimat für 20 Millionen Menschen,
die hier als Jäger, Fischer und Bauern
Siehe auch : Fotosammlung Urwald, Amazonas Indianer
Ein Großteil des in Brasilien eingeschlagenen Holzes wird in Brasilien selbst verkauft, doch die Holzkonzerne wollen ihr Export-Geschäft ausweiten. Zur Zeit werden 29% in die USA exportiert, 22% in die Karibik, 21% nach Japan und 21% nach Europa.
Brasilianischer Regenwald wird vom Zellstoff Produzenten Aracruz
geroded und durch Eukalyptus Monokultur ersetzt. Von dem Umweltfrevel
profitiert der Konzern Procter&Gamble, der Hersteller der Tempo
Taschentücher und das Unternehmen Kimberly Clarke, das Artikel
wie Kleenex und Hakle vermarktet.



Wenn Sie diese Produkte kaufen, unterstützen Sie nicht nur Urwald Abholzung,
sondern auch Vertreibung der Indianer aus ihren Dörfern, die Absenkung
des Grundwasserspiegels für ein Zellstoffwerk, so dass Flüsse
und Felder austrocknen und die Verschmutzung der Umwelt durch giftige Chemie-Abwässer
!
Kaufen Sie Hygiene-Artikel NUR aus Recyclingpapier !
Im Oktober 2005 besetzten 300 Indianer das größte Eukalyptus-Zellstoffwerk
der Welt in Brasilien. Sie protestieren dagegen, dass der Betreiber Aracruz
sie von ihrem Land vertrieben hat. Sie fordern die Rückgabe von insgesamt
11.000 Hektar Land.
Besonders bedrohlich für den Amazonas-Urwald ist der
Die Korruption ist hier gewaltig. Obwohl die Holz-Händler Strafen und Schmiergelder zahlen müssen, verdienen sie trotzdem noch daran.
Die Eröffnung des Greenpeace-Büros in Manaus 1999 sorgte für einiges
Aufsehen und für ein größeres Problembewusstsein vor Ort.
Greenpeace fordert die FSC-Zertifizerung,
die ein ökologisch sinnvolles und auch sozial-verträgliches Wirtschaften bescheinigt.
Die Firma Precious Woods, die Sperrholz aus dem Amazonas auch
nach Deutschland liefert, geht hier mit gutem Beispiel voran:
Sie hat als erste Firma das FSC Zertifikat erhalten.
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Im brasilianischen Amazonas-Gebiet ist einer Studie ("Science" 2005)
zufolge doppelt soviel Wald abgeholzt worden wie bislang geschätzt. Neue Satellitenaufnehmen
vom Amazonasgebiet zeigten, dass die bewaldeten Flächen in den Jahren von 1999
bis 2002 jährlich um gut 12.000 bis knapp 21.000 Quadratkilometer reduziert
wurden.
Indonesien, Borneo, Papua-Neuguinea
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Der Rest des Urwaldes wird auch hier in rasantem Tempo vernichtet. Die noch verbleibenden 900.000 Quadratkilometer schrumpfen jedes Jahr um weitere 17.000 Quadratkilometer. Der Regenwald wird in Sumatra in 5, auf Borneo in 10 Jahren nur noch Erinnerung sein.
In das illegale Holzgeschäft sind oft hochrangige Offiziere und Politiker
verwickelt. Das Holz geht an die japanische Bauindustrie oder endet in deutschen
Fensterrahmen.
Die Schulden von 145 Milliarden Dollar drängten die Regierung Indonesiens, riesige
Gebiete in Plantagen zu verwandeln um mit Palmöl Devisen zu erwirtschaften.
Aber die Plantagen sind nicht durch dichte Baumkronen geschützt, sondern der
Sonne ausgesetzt. 1998 wurde ein Gebiet der Größe Portugals durch Brände
vernichtet. Wüste entsteht, wo vor Kurzem noch Regenwälder dampften.
10.000 Arbeitslose versuchen sich als Goldsucher und pumpen auf der Suche
nach ein paar Gramm Gold den letzten Boden fort und vergiften die Flüsse mit
Quecksilber. 12 der 13 Fluss-Systeme in Kalimantan sind bereits vergiftet
und zerstört.
Für die wachsende Bevölkerung wurden zig Tausende Quadratkilometer Urwald gebrandrodet
und in Ackerland umgewandelt.
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Auch auf Sumatra verschwindet der Regenwald in rasantem Tempo. Die internationale Holzmafia (die eng mit der Armee zusammen arbeitet) scheut nicht einmal davor zurück, in geschützten Nationalparks einzuschlagen. Nach der verheerenden Tsunami Katastrophe hat der illegale Einschlag sogar zugenommen. Für die Holzmafia das Geschäft des Jahrhunderts: Die vom Tsunami zerstörten Wohnhäuser müssen wieder aufgebaut werden. Illegales Holz wird zu Wucherpreisen an Hilfsorganisationen verkauft. Auch Deutsche Spendengelder werden direkt an die Holzmafia gezahlt!
Indonesischer Journalist von Holzmafia verstümmelt
!
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Er war gerade 2 weiteren illegalen Tropenholz-Deals auf der Spur, als ihm 20 Männer auflauerten und mit Macheten auf ihn einhackten. "Keiner traute sich, mir zu helfen", sagt das Opfer ohne Bitterkeit, "alle wussten, die sind von der Holzmafia geschickt." Die Angreifer trugen nicht einmal Masken, so sicher können sie sich sein, von der verängstigten Bevölkerung nicht verraten zu werden.
In dem blutenden Mann am Boden schien kein Funke Leben mehr zu sein. "Sie brachten mich ins Leichenschauhaus", berichtet Abi Nachran mit bestürzender Gelassenheit. "Erst als ich den Zeh bewegte, merkten die Sanitäter, dass ich noch lebte."
Das "verhaftete" Schiff ist seit einigen Wochen spurlos aus dem Hafen verschwunden, doch Abi Nachrans Elan ist ungebrochen: "Die Götter werden sich schon etwas dabei gedacht haben, dass sie mich beschützt haben. Der Kampf geht weiter", sagt er und reckt mit Galgenhumor den ihm verbliebenen linken Daumen in die Höhe.
Der 61jährige Abi, der lange Zeit Abgeordneter in Indonesien war und jetzt als Journalist arbeitet, musste sein Grundstück verkaufen, um die Reise in ein Hamburger Krankenhaus bezahlen zu können.
Die Ärzte versuchten, seinen Arm zu retten, doch sein innigster Wunsch gilt nicht seinem Arm: "Ich wünsche mir nur, dass die Welt uns hilft, die letzten Wälder zu retten." Beim Besuch eines Hamburger Heimwerkermarktes sagt Abi: "Ich sehe mir unsere Wälder in der Großstadt an." Sperrholz, Parkett und Gartenmöbel (Meranti-, Teak-, Hartholz...) kommen aus illegalem Einschlag in Indonesien.
Das Holz wird von Indonesien nicht direkt an die Zielländer geschickt,
sondern wird erst in Transitländer wie Malaysien, Singapur, Vietnam
oder oft auch China verschoben. Dort wird es entweder verarbeitet oder
es erhält neue, gefälschte Frachtpapiere. ("Holzwäsche"
analog zur Geldwäsche) China ist der weltweit größte Einkäufer
von illegal gschlagenem Holz.
Es kann z.B. gar nicht sein, dass Holz aus Singapur oder Sumatra
stammt, denn dort gibt es gar keine Bäume mehr. Oder aus China,
wo es durch ein Abholzverbot fast unmöglich ist, noch einen Baum zu fällen.
In Burma, Indonesien, Laos und Kambodscha werden ökologisch
wertvolle Urwälder gerodet, um Chinas Hunger nach Holz für den Wirtschaftsaufschwung
zu befriedigen. Die Abholzung wird von chinesischen Firmen organisiert, die
mit den Militärgruppen in Burma zusammenarbeiteten. (Quelle: Studie von
Global Witness, London)
Anfang 2004 ist das Greenpeace Schiff "Rainbow Warrior" mehrere
Wochen vor der Küste Kalimantans, wo es Kontakt mit Umweltschützern
aufnimmt.
Faith von der Umweltorganisation EIA erzählt:
| Als Faith und ein Kollege vor einem Sägewerk der Tanjung Lingga-Firmengruppe
Holz inspizieren, werden sie entdeckt, bis ins Hotel verfolgt, überfallen
und entführt.
Sie wurden 6 Stunden lang verhört, geschlagen und gefoltert. Der Geschäftsführer von Tanjung Lingga war auch dabei. Er versucht, Faith die Kamera zu entreißen, verdreht ihr die Hand, bis ein Finger bricht. Sie wird ins Krankenhaus gebracht. Der Arzt scheint ihre Hand röntgen zu wollen und bricht ihr dabei drei weitere Finger. Als die Entführer schließlich die Polizei rufen, wird ihnen klar, dass auch diese mit der Lingga-Mafia unter einer Decke stecken: 3 Tage werden die beiden Aktivisten auf der Polizeistation gefangen gehalten. "Wir wussten beide nicht, ob wir jemals wieder lebend aus dieser Sache rauskommen würden. Vor unserem Fenster standen Männer mit Pistolen und schrien uns an." Am zweiten Tag in Polizeigefangenschaft stellt sich heraus, was die Entführer wollen. Faith und ihr Kollege sollen öffentlich alles zurücknehmen, was sie jemals über die Firma Tanjung Lingga veröffentlicht haben. Draußen vor der Tür wartet bereits ein Kamerateam, um die beiden zu interviewen. Sie nehmen die Anschuldigungen gegen Tanjung Lingga aber nicht zurück. Währenddessen mobilisiert die Umweltschutz Organiation EIA alle Kräfte, um die beiden zu befreien. Als der erste demokratisch gewählte Präsident Indonesiens England besucht, wird er aufgefordert, für die Befreiung der beiden Umweltschützer zu sorgen: Das Thema illegaler Holzeinschlag im Tanjung Puting-Nationalpark wird zur Staatsangelegenheit. Am vierten Tag gelingt es den beiden zu fliehen - mit Unterstützung einer indigenen Bevölkerungsgruppe Indonesiens. Faith kämpft noch immer für die Rettung der letzten Urwälder und für die Rechte der Menschen, die mit der Angst vor der Lingga-Mafia leben. Für sie ist die Greenpeace-Tour mit dem Schiff "Rainbow Warrior" etwas Besonderes: "Dieses Schiff verkörpert etwas, was sie nicht kontrollieren können. Die Tatsache, dass die 'Rainbow Warrior' nach Zentralkalimantan gekommen ist, um das Verbrechen aufzudecken - legal, friedlich, mit internationaler Mannschaft und indonesischen Aktivisten - ist für Indonesien außerordentlich. |
Todestrafe für Umwelt Terroristen !
Harsche Töne kommen derzeit (Juli 2004) aus Indonesien. Die Regierung überlegt,
den Tätern mit der Todesstrafe zu drohen. "Sie sind Umweltterroristen.
Sie stehlen dem Staat Millionen und zerstören die Natur". Eine "schnelle
Eingreiftruppe" soll künftig die Polizei bei der Ergreifung der Täter
unterstützen.
Kaufen Sie kein Teak ohne FSC Label !
Teak Holz ohne FSC Siegel stammt entweder aus direkter Urwaldzerstörung
oder aus Plantagen, für die der Urwald vorher abrasiert wurde. Teak kommt
überwiegend aus Indonesien und dem früheren Burma, wo mit der
Urwaldzerstörung der Krieg gegen die eigene Bevölkerung finanziert
wird.
Wenn Sie Teak ohne FSC Label kaufen, finanzieren Sie Urwaldzerstörung und Militär-Massaker !
Auch anderes billiges Tropenholz für Gartenmöbel, wie Yellow Ballau,
Nyatoh und Keruing sowie "tropisches Hartholz"
stammt fast immer aus den Urwäldern Indonesiens und Vietnams.
Auch die Bezeichnung "Plantagenholz" ist irreführend,
denn die Zertifikate sind meist gefälscht.
Alternative:
Wenn Sie meinen, auf Teak nicht verzichten zu können, dann kaufen Sie nur
Teak mit dem kontrollierten FSC
Siegel.
Besser ist aber, Sie kaufen heimische Hölzer, die das FSC
Siegel tragen !
Urwaldvernichtung für Biodiesel
Die steigenden Erdölpreise machen Biodiesel zu einem lukrativen Geschäft.
Obwohl Biodiesel im Gegensatz zu Erdöl CO2 neutral
verbrennt, ist er aus ökologischen Gründen dennoch nicht zu befürworten:
Wollte man z.B. alle in England zugelassenen Busse, PKWs und LKWs mit Biodiesel
betreiben, wären 26 Millionen Hektar Anbaufläche für Raps
erforderlich. Im ganzen Königreich gibt es aber nur 6 Mio Hektar. (1 Hektar
bringt ca 3,2 Tonnen Raps. 1 Tonne Raps liefert 415 kg Biodiesel.)
Ölpalmen können 4 mal mehr Biodiesel pro Hektar produzieren als Raps.
Um Palmöl Plantagen anzulegen wird in Indonesien Urwald zerstört
und Kleinbauern werden durch paramilitärische Gruppen von ihrem Land vertrieben
um riesige Palmöl Monokulturen anzulegen, die extrem viel Wasser verbrauchen.
Chile
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Die Wälder werden zur Papier Herstellung abgeholzt und die Regierung unterstützt die Zerstörung sogar noch finanziell. In 15 Jahren wird es auch hier keinen Urwald mehr geben. Die Mapuche Indianer kämpfen um den Erhalt ihres Lebensraumes, die Holzindustrie ignoriert die Rechte der Indianer.
Australien
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April 2004: Fünf Monate lang haben Greenpeacer auf einem 84 Meter hohen
Eukalyptusbaum im tasmanischen Styx Valley campiert.
Hier wachsen die größten Hartholzbäume der Welt:
bis zu 95 Meter hoch - höher als ein 25-stöckiges Hochhaus -
mit bis zu 5 Meter Stamm-Durchmesser und oft über 400 Jahre alt.
Sie werden abgeholzt, um als Holzschnipsel in japanischen Papierfabriken zu landen. Die alten Wälder werden völlig kahlgeschlagen und mit Napalm-Brandsätzen aus der Luft bombardiert. Verantwortlich für die rücksichtslose Zerstörung ist der Holzkonzern Gunns Ltd. Die Umweltschützer haben es in den fünf Monaten geschafft, den Skandal zum öffentlichen Thema zu machen. Noch gehören Tasmaniens Urwälder zu den schönsten Reisezielen in Australien. Greenpeace verhandelt derzeit mit japanischen Papierherstellern, (Nippon Paper Industries, Mitsubishi Paper Mills and Oji Paper) kein Holz aus Tasmanien mehr zu beziehen und knüpft Kontakte zu Reiseanbietern. Ein erster Erfolg: (Mai 2004) |
Sibirien
In den sibirischen Schneewäldern (boreale (= kaltgemäßigte) Wälder) wachsen überwiegend Nadelbäume.
Hier ist der Winter extrem kalt und lang und der Sommer sehr kurz und warm. Dadurch
ist hier das Wachstum des Waldes sehr langsam.
Diese Wälder werden zerstört durch Ölförderung,
illegalen Holzeinschlag und multinationale Konzerne, die langfristige Abholzungsrechte gekauft haben.
Sibirischer Tiger vom Aussterben bedroht
Der sibirische Tiger wird von Wilderern für den den lukrativen Markt der chinesischen Medizin gejagt.
Rund 2000 Dollar bringt das Skelett eines Tigers auf dem Schwarzmarkt. Penis, Innereien und Fell sind ebenfalls
sehr wertvoll. Schätzungsweise 400 Großkatzen leben noch im fernen Osten, von denen ein Tier ein Revier von
50 mal 50 km beansprucht.
Russische Urwälder
Hier leben die letzten Braunbären. Es gibt nur noch wenige Populationen mit einigen 1000 Tieren.
Sie fressen hauptsächlich Waldfrüchte, Nüsse und Knollen.
Die Urwälder Schwedens, Finnlands, Kanadas, Alaskas und Russlands fallen dem Papierhunger
der Industrienationen zum Opfer. (Während die Nachfrage nach Recyclingpapier sinkt !!)
Siehe unsere Seite Die nordischen Urwälder.
WTO blockiert Urwaldschutz
Notwendige Urwaldschutzmaßnahmen wie Einfuhrverbote von
Holz aus Urwaldzerstörung oder die Kennzeichnung von Öko-Holz widersprechen
laut Welthandelsorganisation (WTO) dem Freihandel. Ein Staat, der aus
ökologischen Gründen die Einfuhr von Urwaldholz verbieten oder
bei öffentlichen Bauten nur Holz mit dem Öko-Siegel FSC verwenden
möchte, riskiert Strafzölle in Millionenhöhe.
Der Amazonas und die weltweite Greenpeace
Kampagne
2002 hat Greenpeace mit der Kampagne "die fantastischen Sieben" den alarmierenden
Schwund der letzten Urwälder ins Bewusstsein der Menschen (und Politiker) gebracht.
Die Mahagoni Mafia
Mahagoni - grünes Gold
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Im Okt 2001 hat Greenpeace ein riesiges illegales Mahagoni-Sägewerk im Urwald aufgespürt,
auf dessen Gelände Baumstämme im Wert von 70 Millionen US Dollar lagerten.
Über 3 Jahre hatte Greenpeace die illegalen Aktivitäten der Mafia dokumentiert und gefilmt,
Verantwortliche sogar mit Namen genannt.
Daraufhin hat die brasilianische Umweltbehörde IBAMA einen generellen Einschlagstop für Mahagoni
und andere bedrohte Baumarten angeordnet.
Dies ist ein
Um dieses Verbot durchzusetzen fehlt aber noch Einiges.
Im November 2002 erreichte Greenpeace ein Hilferuf der Indianer am Juraucu
Fluß. Die Mahagoni Mafia zerstört ihren Lebensraum. Greenpeace half ihnen, sich
zu wehren. 40 Boote vertäuten sich an einem Drahtseil, das quer über
den 100 Meter breiten Fluß gespannt war. Allein an einem Tag wurden 2 illegale
Mahagoni Transporte gestoppt. Die brasilianische Umweltbehörde beschlagnahmte
200 illegal gefällte Baumstämme.
Paulo Adario
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In Brasilien sind schon zahlreiche Umweltschützer umgebracht worden.
z.B. Ademir Alfeu Federicci:
Am 25. August 2001 wurde er in seinem Haus vor den Augen seiner Frau und Kinder
erschossen. Federicci hatte sich aktiv gegen die von der brasilianischen
Regierung geplanten Staudämme des Energiekonzerns Eletronorte am Xingu-Fluss
eingesetzt. Und er hatte die Korruption veröffentlicht, die sich unter
den Behörden am Xingu breit macht. Viele Beamte hätten Zahlungen von dem Energiekonzern
erhalten.
Pará - Brasiliens wilder Westen
Anfang 2005 wird die 73 jährige "Urwald-Nonne" Dorothy Stang
erschossen. Sie hat im Urwalddickicht unzählige Kilometer zurückgelegt,
um den Frauen zu zeigen, wie man im und vom Regenwald leben kann, ohne ihn zu
zerstören. Sie symbolisierte für die armen Menschen im Amazonas-Gebiet
den Widerstand und den Kampf für ein würdiges Leben.
Der Bundestaat Pará ist ein gesetzloses Land und Meister
der Urwaldzerstörung, der illegalen Holzgewinnung, der illegalen Landaneignung
und der Sklaverei sowie Schauplatz von skandalösen Verletzungen
der Menschenrechte. Bauern, die in sklavenähnlichen Arbeitsverhältnissen
gehalten wurden, erzählen wahre Horrorgeschichten: aufmüpfige Zwangsarbeiter
würden lebend verbrannt, Schweinen zum Fraß vorgeworfen, an galoppierende
Pferde oder an Bäumen gefesselt und dann als Zielscheibe benutzt. Die gnadenlose
Hetzjagd der "Pistoleiros", der bezahlten Killer der
Land- und Holzmafia, kennt keine Hemmschwellen. Polizei und Justiz sind in vielen
Gemeinden des Bundesstaates nicht präsent oder gehört selbst zur Mafia.
In Pará wurden in den vergangenen 33 Jahren mindestens 772 Menschen
aus agrarpolitischen Gründen ermordet. Nur in 3 Fällen kam
es zu einem Prozeß.
Paulo Adario vor illegal geschlagenen Mahagonistämmen
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Aufgestachelte Holzfäller machen Stunk
Als im Nov. 2003 das Greenpeace Schiff Arctic Sunrise im Amazonas Gebiet
bei Porto de Moz war, versammelten sich 300 Holzfäller und bedrohten die Greenpeacer
mit Morddrohungen und 17 Boote versuchten, das Greenpeace Schiff zu rammen.
Zuvor hatte der Bürgermeister (verantwortlich für die illegalen Aktionen in
der Gegend) in seinem privaten Radiosender gegen Greenpeace aufgehetzt
und versprochen, allen, die helfen Greenpeace zu "vertreiben", Alkohol und kostenlosen
Treibstoff zu spendieren.
Brandrodung für Soja Plantagen -
Amazonien brennt für unser Essen
Durch den boomenden Sojaanbau wälzt sich eine "Sojafront" wie
eine Dampfwalze in den Regenwald von Brasilien und Argentinien. Nachdem die
arme Landbevölkerung durch Drohungen, Abbrennen der Häuser bis hin
zum Mord von ihrem Land vertrieben wird, wird der Urwald auf riesigen
Flächen abgebrannt und durch riesige Soja-Monokulturen ersetzt.
Die vertriebenen Kleinbauern landen in den Slums der Großstädte.
Das Soja landet überwiegend im Tierfutter der Massentierhaltung in den reichen Industrieländern. Bei uns werden Fleisch- und Milchprodukte auf Kosten des Urwaldes produziert. Der Sojaboom hängt direkt mit dem Rinderwahn zusammen. In der Folge von BSE wurde in Europa verboten, tierisches Eiweiss zu verfüttern. Dadurch stieg die Nachfrage nach Soja massiv an.
Absurd ist, dass sogar die Sozialsysteme in Brasilien vom Sojaanbau abhängen:
Mit Zöllen auf exportiertes Soja finanziert die Regierung Arbeitslosengelder
oder Lebensmittelhilfe für die Ärmsten, die sich kaum noch selbst
versorgen können, weil auf allen Äckern nur noch Soja für den
Export steht. Während bei uns das Vieh mit Soja aus Amazonien gemästet
wird, um in Steaks und Burgern zu landen, hungern immer mehr Menschen in Amazonien.
Für die Produktion von einem Kilo Hühnerfleisch werden zehn Kilo pflanzliches Eiweiss benötigt.
Beispiel Schweiz: Pro Kopf beansprucht ein Bürger 230 Quadratmeter Soja im Jahr, um seinen riesigen Fleisch-, Eier- und Milchkonsum zu decken. Das entspricht insgesamt einer Anbaufläche von 161.000 Hektar - weit mehr als die Hälfte des gesamten Schweizer Ackerlandes.
Bei Biofleisch ist der Einsatz von importierem Soja als Futter verboten.
Fazit: Kaufen Sie Fleisch nur im Bioladen - sonst beteiligen Sie sich an Urwaldzerstörung und der Verletzung von Menschenrechten! (abgesehen davon, dass Biofleisch deutlich besser schmeckt und ohne Tierquälerei produziert wird)
Greenpeace unterstützt die Bauern und Indianer, kämpft gegen
den US-Konzern Cargill, der einen illegalen Soja Verladehafen gebaut
hat, informiert im brasilianischen Fernsehn, und vieles mehr. Bei einer friedlichen
Demonstration gegen Cargill wurde das Greenpeace Schiff mehrfach gerammt und
die Aktivisten mit Steinen beworfen und verletzt. Immer wieder landen Greenpeace
Aktivisten im Gefängnis und immer wieder werden im Amazonas Umweltschützer
ermordet.
Erfolg der Ausdauer:
April 2007: Die Soja-Verladestation von Cargill bei Santarem ist bis
auf weiteres geschlossen worden. Nach 3 Monaten Verhandlungen hat Greenpeace
im Juli 2006 einen Teilsieg errungen: Die weltweit führenden Agrarfirmen
und Sojahändler Cargill, Bunge, ADM und Maggi stimmten einem
Moratorium für brasilianische Urwald-Soja zu. Vorerst zwei Jahre lang werden
die Unternehmen keine Soja kaufen, das auf Flächen wächst, wo vorher
Urwald für den Anbau zerstört wurde. Soja wird in den USA und Europa
u.a. zur Mast von Hühnern eingesetzt.
Greenpeace-Aktivisten in Hühner-Kostümen
besuchen McDonald's in Großbritannien
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Monokulturen zerstören die Lebensgrundlage des Menschen
Seit in Brasilien immer mehr riesige Soja- und Palmöl- Monokulturen entstehen
und der Urwald zerstört wird, sterben die Insekten aus. Aber 87
der 115 wichtigsten Obst-, Gemüse-, und Ölpflanzen brauchen Insekten
zum Bestäuben. In Brasilien ist es inzwischen so weit gekommen, dass Tagelöhner
und Familienmitglieder wichtige Nahrungspflanzen mit der Hand bestäuben
müssen, weil die Insekten fehlen.
Urwaldzerstörer nach Greenpeace Aktion verhaftet
Nachdem Greenpeace im März 2006 ein vom Soja-Farmer José Donizetti
abgeholztes Gebiet besetzt und in einem friedlichen Protest ein 2500 Quadratmeter
großes Transparent "100% Verbrechen am Urwald" ausgerollt hatte,
reagierte Donizetti mit Gewalt: Er griff die Aktivisten mit Messern an, zerstörte
das Transparent und Autos.
Erfolg der Aktion: 2 Wochen später wird er verhaftet. Die brasilianische
Umweltbehörde Ibama beschuldigt ihn, die Fläche in der Größe
von 2303 Fußballfeldern illegal abgeholzt zu haben.
Schutzgebiete im Amazonas "Verde para Sempre"
Der brasilianische Präsident Lula hat im Nov. 2004 im Amazonas 2 Schutzgebiete
eingerichtet, die zusammen 2 Millionen Hektar groß sind. Dies stellt einen riesigen
Erfolg für Greenpeace dar, denn genau dafür hat Greenpeace 2003 gekämpft.
Durch die Aktivitäten von Greenpeace vor Ort konnte die brasilianische Umweltbehörde IBAMA tausende Kubikmeter illegal geschlagenen Holzes beschlagnahmen. Die Holzfäller, denen das nicht gefiel, protestierten gegen Greenpeace und hielten sogar Mitarbeiter der IBAMA in einem Hotel fest.
Para ist der Bundesstaat, in dem bisher nicht das Gesetz, sondern die Gewalt regierte. Menschen, die seit Jahrzehnten dort ihr Land bestellen und den Wald nutzen, werden illegal von mächtigen Holzfirmen vertrieben.
Etwa 15.000 Menschen, die in der Region leben, dürfen weiterhin in den
Grenzen des Nutzreservats auf traditionelle Weise ihren Lebensunterhalt sichern.
Erlaubt sind Gummizapfen, Speiseölgewinnung, Fischen und Holzeinschlag
im kleineren Umfang. Industrieller Holzeinschlag, großflächige Rodungen
und anschließender Sojaanbau sind zukünftig verboten.
5 Millionen Quadratkilometer Schutzgebiet
Im Feb. 2005 hat die brasilianische Regierung 5 Millionen Hektar Amazonasregenwald
-mehr als die gesamte Fläche der Niederlande- unter Schutz gestellt. Ein
großer Erfolg, der aber einen hohen Preis hatte. Denn Präsident Lula
reagierte damit auf den Mord an der amerikanischen Menschenrechtlerin
und Urwaldschützerin, der Nonne Schwester Dorothy Stang durch Auftragskiller
der Holzmafia.
Zusätzlich muß Lula jetzt noch die Umweltbehörde Ibama
stärken, damit sie die unter Schutz gestellten Gebiete auch kontrollieren
kann. Derzeit hat die Umweltbehörde nicht einmal genug Benzin, um diese
riesigen Gebiete mit Helikoptern nach illegalem Einschlag abzusuchen.
Im Juni 2005 hat Brasilien zum größten Schlag seiner Geschichte
gegen den illegalen Holzeinschlag ausgeholt. Die Bundespolizei nahm 89 Beamte
und Holzfäller fest. Die Festgenommenen werden beschuldigt, für 1,9
Millionen Kubikmeter illegal geschlagenen Holzes verantwortlich zu sein. Im
Laufe der Untersuchungen wurde 431 Briefkastenfirmen enttarnt. 283 Forstpläne
wurden vorläufig ausgesetzt.
Deni-Indianer
Mehrere Wochen lang halfen 12 Greenpeace-Aktivisten den Deni Indianern dabei,
die grüne Grenze ihrer 1,5 Millionen Hektar großen Heimat zu markieren.
Das Land der Deni wird von internationalen Holzkonzernen bedroht, die auf dem
indianischen Stammesgebiet wegen fehlender Landesgrenzen Waldfläche erwerben
konnten und dort nun Kahlschlag betreiben wollten. Auf Indianergebiet ist die
kommerzielle Holznutzung eigentlich vollständig verboten. Solange die Grenze
des Deni-Territoriums aber nicht eindeutig kenntlich gemacht ist, wird der Besitzanspruch
gesetzlich nicht anerkannt.
"Die brasilianische Regierung hatte uns 1985 versichert, dass sie unser Land markieren würde", sagt Häuptling Biruvi Deni. "Seitdem haben wir vergeblich auf die Einhaltung dieses Versprechens gewartet." Das 667 Häupter zählende Volk der Deni hat daraufhin Greenpeace um Hilfe gebeten.
Mit Macheten wurde eine Schneise um ihr
Stammesgebiet herum in den Dschungel geschlagen und Schilder aufgestellt.
Greenpeace half dabei auch mit logistischen Mitteln wie Karte, Kompass und Vermessungs-Instrumenten.
(bei 35 Grad, mit 25 Kilogramm Gepäck auf dem Rücken und von Moskitos umschwärmt)
Siehe auch Fotosammlung Indianer
Sivam: Urwald-Überwachung aus der Luft
Im Juli 2002 hat Präsident Cardoso ein umstrittenes flächendeckendes System
zur elektronischen Überwachung des Amazonas-Regenwaldes in Brasilien
eingeweiht. Sivam besteht aus 30 Flugzeugen und Radarsystemen, deren
Sensoren mit 87 Empfangsstationen verbunden sind. Das System überwacht auf
Privatisierung des Urwaldes
März 2006: Präsident Lula da Silva unterzeichnet ein Gesetz , das
der illegalen Landaneignung und Holzgewinnung Einhalt gebieten soll. In den
nächsten 10 Jahren sollen 3% des Urwaldes privatisiert werden. Die Lizenzen
sollen 5- bis 40-jährige Laufzeiten haben und die Holzfirmen zur umweltfreundlichen
Verwaltung ihres jeweiligen Gebietes verpflichten. Greenpeace begrüßt
dieses Gesetz. Es bestehen aber Zweifel, ob die Regierung die Mittel hat, die
Kontrollen durchzuführen. Zudem muß die Korruption stärker bekämpft
werden.
Argentinen stellt Reservat unter Schutz
Nachdem Greenpeace mehrere Monate zusammen mit den Wichi Indianern für
das Naturschutzgebiet General Pizarro in Argentienen gekämpft hat und die
Bulldozer gestoppt hatte, wird dies im Okt 2005 wahr: 21.300 Hektar werden
vor der Abholzung für Soja Plantagen bewahrt, die Indianer dürfen
dort bleiben. Aber es bleibt noch viel zu tun, denn außerhalb des neuen
Nationalparks gehen die Abholzungen weiter.
Greenpace blockiert Holzfäller
August 2005: Eine illegale Sraße führt durch die unter Naturschutz
stehenden Wälder von Altamira in Brasilien. Sie wird von Holzfällern
zum Abtransport illegal geschlagener Bäume benutzt. Auf dieser 135 Kilometer
langen Straße gibt es jetzt kein Durchkommen mehr: Greenpeace-Aktivisten
haben ein Tor aufgebaut, dessen Schlüssel sie der brasilianischen
Umweltschutzbehörde IBAMA übergeben haben.
Urwaldschutz in Europa / Deutschland
Deutschland unterstützt Brasilien beim Urwaldschutz
Im Mai 2003 hat die deutsche KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) dem brasilianischen
Umweltministerium 66 Millionen Dollar übergeben! Es wird eingesetzt für ökologische
Waldwirtschaft, Schutz von Indianer-Reservaten und Feuer Bekämpfung.
Ende April 2005 berät der Bundestag über einen Gesetzesentwurf von Jürgen
Trittin, der die Vermarktung von Holz und Holzprodukten verbietet,
wenn das Holz in Urwäldern illegal eingeschlagen wurde. Den Vermarktern
drohen Beschlagnahme der Ware sowie Bußgelder. Vermarkter müssen belegen, dass
das Holz nicht illegal in Urwäldern geschlagen wurde. Die Bescheinigung einer
vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) anerkannten Zertifizierungsstelle soll als
Nachweis gelten.
Während sich vor der Wahl noch CDU und SPD für diesen
Gesetzesentwurf der Grünen aussprachen (die FDP war schon
immer dagegen) wird es von der großen Koalition im Okt 2006 endgültig
abgelehnt. Und das obwohl die einheimische Forstbranche profitieren würde,
wenn das illegale Holz mit seinen Dumpingpreisen keinen Preisdruck mehr ausüben
könnte.
Schiffsaktionen in Europa
Die Käufer des illegal geschlagenen Urwaldholzes sind Firmen in Europa, USA,
Japan...
Deshalb hat Greenpeace in den letzten Monaten etliche Schiffe, die mit Baumstämmen,
Schnittholz oder Zellstoff aus Urwaldzerstörung beladen waren, bei der Einfahrt
in den Hafen gehindert. Die Schiffe wurden beim Anlegen und Entladen behindert,
Greenpeace Aktivisten kletterten auf die Entladekräne und besetzten sie, ketteten
sich an Entladerampen und Anker und hängten Banner auf.
Ein paar Beispiele:
Im Juli 2000 protestierte Greenpeace gegen den Holzfrachter "MV Aegis", der 500 Baumstämme aus Kamerun geladen hatte, im größten Tropenholzhafen
Deutschlands, Nordenham. In Kamerun werden 40% des Holzes illegal eingeschlagen.
Im März 2002 wurde der Mahagonifrachter "Enif" an der Einfahrt in den Hamburger Hafen gehindert. Er hatte 300 Kubikmeter illegal geschlagenes Mahagoni-Holz aus dem Amazonasgebiet geladen. An den Entladekränen wurden Transparente mit der Aufschrift «Stoppt Urwaldzerstörung» befestigt.
Im selben Monat wurde im Lübecker Hafen der Frachter "Finnhawk" 20 Stunden lang besetzt, der Zellstoff aus finnischer Urwaldzerstörung an Bord hatte. Greenpeace Kletterer hingen unter der Herrenbrücke über dem Fluss Trave, so dass die Zug-Brücke nicht geöffnet werden konnte und das Schiff nicht in den Hafen einlaufen konnte. In Finnland existieren nur noch weniger als 5% der ursprünglichen Urwälder.
Ähnliche Aktionen fanden statt in Italien, Spanien, Niederlande, Frankreich, Groß Britannien....
Deutsche Firmen und Waffenhändler
Die deutschen Firmen Danzer (Reutlingen), Fritz Offermann (Getmold bei Osnabrück), Feldmeyer
(Hemsbünde bei Bremen) und HBT Holzhandel (Steyerberg bei Hannover)
kaufen Holz von liberianischen Holzfirmen, die rücksichtslos die letzten Urwälder Westafrikas plündern
und mit dem Gewinn Waffenhandel betreiben.
Tropenholz Sägewerk Offermann besetzt
Die Firma Offermann in Preußisch-Oldendorf gleicht einem Urwald Friedhof.
Im Hof der Firma liegen 1000 Jahre alte Baumriesen aus Afrika.
Jeder sechste nach Deutschland importierte Stamm aus tropischen Urwäldern wird hier zersägt.
Viele der Hölzer werden zu Musik-Instrumenten verarbeitet, aber auch Türen, Fenster, Parkettfußböden.
70 Greenpeace Aktivisten haben die Firma 10 Tage lang besetzt, die Baumstämme bemalt mit
"Stoppt die Urwaldzerstörung" und "Africa Crime" und von Offermann gefordert :
-- Schluss mit dem Handel von Holz aus Urwaldzerstörung.
-- Kündigung der Verträge mit Waffenhändlern
-- Nur noch Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft zu kaufen (z.B. Holz mit FSC-Zertifikat).
Sogar die Polizei unterstützte die Aktion und hat den Aktivisten jeden Morgen Brötchen vorbeigebracht!
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| © Greenpeace Deutschland |
EU Aktionsplan
Allein in die EU werden jährlich Holzprodukte aus illegalen Quellen im
Wert von 1,2 Milliarden Euro importiert. Geschäfte mit illegalem Holz sind
in der EU nicht verboten. Den betroffenen Staaten gehen etliche Milliarden Dollar
an Steuereinnahmen verloren.
Die EU hat am 21. Mai 2003 einen Aktionsplan vorgeschlagen, mit dem sie
dem illegalen Holzeinschlag und dem Handel mit Holz aus Konfliktregionen begegnen
will. Aber: Der Plan ist völlig unverbindlich und damit wirkungslos.
Greenpeace fordert Bundeskanzler Schröder dringend auf, sich dafür einzusetzen,
den Aktionsplan zu verschärfen, damit Umwelt-Verbrechern wie Offermann das Handwerk
gelegt wird.
Es ist allerdings ein großer Erfolg, dass im Mai 2003 der UN-Sicherheitsrat immmerhin ein Holzexport-Embargo für Liberia festsetzte. Seit 2000 hat Greenpeace wiederholt die Zusammenhänge der Holz-Mafia mit dem Waffenhandel aufgezeigt.
Okt. 2005: Die Europäische Union will mit neuen Einfuhrzertifikaten
gegen den illegalen Holzeinschlag vorgehen. Diese sollen nicht nur die ökologischen
Schäden sondern auch die Korruption in den Erzeugerländern
eindämmen. Durch illegalen Einschlag gehen den Regierungen dieser Länder
jährlich10 Milliarden Euro Einnahmen verloren.
Greenpeace Aachen kennzeichnet Urwaldholz im Bahr Baumarkt
Während man heute kaum noch Produkte oder Hölzer aus tropischen Regenwäldern in deutschen Baumärkten findet,
wird immer noch viel Holz aus den nordischen Urwäldern verkauft.
Im Bahr-Baumarkt fanden wir Bretter, die nachweislich im russischen Hafen "Archangelsk" verladen wurden,
wo zu 100% Holz aus Raubbau an Russlands letzten Urwäldern umgeschlagen wird.
Diese wurden von uns mit Aufklebern "Finger weg! Urwaldzerstörung" beklebt. Der Leiter der Aachener Filiale
sicherte uns zu, in Zukunft auf die Herkunft seiner Produkte zu achten. Zeitgleich fand diese Aktion in
20 weiteren Bahr-Märkten auch in anderen Städten in Deutschland statt.
Betrug im Baumarkt
Februar 2004: Greenpeace deckt bundesweit in Baumärkten Bauhaus, BayWa, Hagebau,
Marktkauf, Obi, Praktiker, Marktkauf und Toom
einen Betrug auf: Fichtenholz aus russischer Urwaldzerstörung ist mit
dem Logo "Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft - Gewachsen in
Deutschlands Wäldern" gekennzeichnet.
Greenpeace verdächtigt die bayrische Firma Rettenmeier
das Fichtenholz unter falschem Label verkauft zu haben.
Dr. Josef Rettenmeier sitzt im Ministerium für Verbraucherschutz.
Das Holz stammt aus dem russischen Archangelsk, wo jährlich Holz des
Volumens von 10.000 LKWs aus den letzten Urwäldern Russlands verschifft
wird. Greenpeace reichte bei der Staatsanwaltschaft Anzeigen wegen Betrug
ein.
März:
Alle Märkte bis auf Toom haben das falsch gekennzeichnete Fichtenholz inzwischen aus dem Sortiment
genommen.
Umweltfreundliches Parkett im Obi Baumarkt
Im Sept. 2002 hat das Pure-Fertigparkett von Sanforst das Siegel "Empfohlen von Greenpeace" erhalten.
Es ist ab sofort in allen Obi Baumärkten zu haben. Es stammt aus FSC-zertifizierten heimischen Wäldern.
Die Harthölzer Buche, Eiche, Roteiche oder Esche werden mit ungiftigem Leim in 3 Schichten verklebt.
Die Oberflächen sind nicht lackiert, sondern geölt, damit das Holz atmen kann.
Die
Recycling Papier in Schulen
Bundesweit gab und gibt es Greenpeace Aktionen an Schulen, um Lehrer und Schüler für
den Einsatz von Recycling Papier zu gewinnen. Die erste
Das Projekt "Schule für den Urwald" läuft weiter. Interessierte Lehrer können
sich bei uns melden.
Weitere Infos siehe unser Team 50+ Seite.
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| © Greenpeace Deutschland |
Tropenholzfenster im deutschen Bundestag
August 2005: Für den Bundestag wurden 500 Fenster aus Merantiholz
beschafft. Die Bundestagsverwaltung hatte dabei auf eine Bescheinigung des Herstellers
verwiesen, wonach das verwendete Holz angeblich aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung
stammen sollte. Greenpeace machte darauf aufmerksam, dass Merantiholz aus Indonesien
praktisch ausschließlich aus illegalem Holzeinschlag kommt, für
den die Papiere nachträglich gefälscht werden. Im November
kam dann das ARD-Magazin Monitor mit einer Reportage, die dies bestätigt.
Später fordert die SPD dann ein EU weites Importverbot für tropisches
Bauholz.
Berliner Urwaldtage
Ende März 2002 hat Greenpeace in Berlin 150 Abgeordnete besucht, um sie
über die globale Urwaldkrise zu informieren. Den Politikern wurden im persönlichen
Gespräch die Kernforderungen zum Schutz der letzten Urwälder vorgestellt und
sie wurden gebeten, sich während des Urwaldgipfels in Den Haag für ein umfassendes
Programm zum Schutz der Urwälder einzusetzen.
Deutsche Bahn stellt um auf FSC
Aufgrund der mehrjährigen Greenpeace Lobbyarbeit beschließt die Deutsch
Bahn AG, in Zukunft nur noch Hölzer und Papier aus FSC-zertifizierter Forstwirtschaft
einzukaufen. (z.B: Bahnschwellen und Tickets)
UN-Urwaldgipfel in Den Haag
April 2002 : In Den Haag überreichten 200 "Kids for forests" (Greenpeace Kindergruppen)
90.000 Unterschriften, die sie gesammelt hatten.
Während der 12 tägigen Konferenz haben die Umweltminister aus 180 Staaten zwar
erstmals ihren politischen Willen erklärt, das weltweite Artensterben bis zum Jahr 2010 zu stoppen
Ausgerechnet Brasilien, Kanada und Malaysia blockierten massiv
ein aktions-orientiertes Programm zum Schutz der Urwälder.
Dagegen haben Deutschland und Frankreich eine gemeinsame Initiative
zum Schutz des Regenwalds in Kongo vorgestellt. Bundesumweltminister
Jürgen Trittin (Grüne) und sein französischer Kollege Yves Cochet schlugen
die Einführung von Umweltzertifikaten für legal gefälltes Holz aus der Kongo-Region vor.
Greenpeace begrüßt die deutsch-französische Initiative, warnt jedoch davor, die Verantwortung nicht
an die Privatwirtschaft abzugeben.
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| © Greenpeace Deutschland |
| Jaguar | Amazonas |
| Orang-Utan | Asien |
| Braunbär | Russland |
| Huemul (Andenhirsch) | Chile |
| Waldelefant | Afrika |
| Tiger | Sibirien |
| Wolf | Kanada |
UN-Konferenz über Biologische Vielfalt gescheitert
Brasilien, März 2006: Die UN-Konferenz (CBD) ist wie ein großer Dampfer
ohne Kapitän inmitten eines Unwetters. Die 188 Mitgliedsstaaten wollen
kein Geld zur Verfügung stellen um das Artensterben in Urwäldern
und Meeren zu verringern. Es gibt keine Maßnahmen gegen illegalen
Holzeinschlag oder den Handel mit illegal gefälltem Holz. Auch die Biopiraterie
(Patentierung von Lebewesen) wird nicht gestoppt.
Weltweite Wald Erfolge
Was können SIE tun ?