offener Brief für einen schnellen Atomausstieg

Greenpeace Bodensee fordert in einem offenden Brief an die Bundestagsabgeordneten der Region einen schnellen Atomausstieg

 

OFFENER BRIEF


Gesendet an:
Bundestagsabgeordnete Frau Birgit Homburger (FDP)
Bundestagsabgeordneten Herrn Andreas Jung (CDU)
Bundestagsabgeordneten Herrn Thomas Dörflinger (CDU)
Bundestagsabgeordneten Herrn Till Seiler (Grüne)


Konstanz, den 21. Juni 2011


Jeder Tag Atomkraft ist einer zu viel


am 29./30. Juni 2011 beschließt der Bundestag ein ganzes Paket neuer Gesetze zur Energiepolitik. Die Bundesregierung will unter anderem bis 2022 schrittweise aus der Atomkraft aussteigen und den Bau neuer Kohle- und Gaskraftwerke vorantreiben.

Greenpeace kämpft seit Jahrzehnten gegen die Atomkraft. Der jetzt vorgesehene Atomausstieg ist ein richtiger, aber viel zu langsamer Schritt. Nicht nur die Ethikkommission, auch das Umweltbundesamt und viele Experten halten einen früheren Ausstieg aus der Atomkraft für möglich. Greenpeace hat gezeigt, dass der Ausstieg bis 2015 versorgungssicher möglich ist.

Neue klimaschädliche Kohlekraftwerke sind als Brücke zur 100-prozentigen Versorgung mit Erneuerbaren Energien nicht geeignet. Stattdessen sollte auf Wind, Wasser und Sonne gesetzt werden, sowie auf Energieeinsparung, Energieeffizienz, hocheffiziente Gaskraftwerke und Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen.

Warum werden unsere Atomkraftwerke nach einem Unglück wie in Fukushima nur im Schneckentempo abgeschaltet? Warum sollen gleich wieder zahlreiche neue Kohlekraftwerke gebaut werden, die das Klimaproblem weiter verschärfen?

Wir möchten Sie als Bundestagsabgeordnete in unserem Wahlkreis auffordern:

  • dem Atomausstiegssgesetz in seiner vorliegenden Form nicht zuzustimmen - denn ein deutlich früherer Ausstieg ist möglich
  • gegen den Bau neuer Kohlekraftwerke zu stimmen - denn Kohle ist der klimaschädlichste Brennstoff.

Über eine Rückantwort würden wir uns freuen.

Mit freundlichen Grüßen


Greenpeace Bodensee

 


Achtung Redaktionen: Rückfragen bitte an Felix Müller, Tel. 0176/240 74 390 oder
Pressesprecherin, Thomais Anastasiades, Tel. 0162/9871673


    16. 05. 2012.       Druckversion