Gentechnik

Ginge es nach dem Willen der Gentechnik-Industrie, wären Gen-Pflanzen auf dem Acker und im Essen längst die Regel. Dabei häufen sich Beispiele dafür, dass diese Risikotechnologie Gefahren für unsere Gesundheit und Umwelt mit sich bringt: Fremde Gene in Lebensmitteln können neue Giftstoffe und Allergien verursachen. Der Anbau von Gen-Pflanzen gefährdet die biologische Vielfalt und führt zu einem vermehrten Pestizideinsatz.

Wir fordern die Gentechnikfreie Anbauregion Bodensee !

Gemeinsam mit einer Vielzahl von Initiativen und zukunftsorientierten Kommunen rund um den Bodensee machen wir uns für eine lokale Landwirtschaft ohne Gentechnik stark.
Es herrscht heute kein Zweifel mehr daran, ein „versuchsweises“ Miteinander von gentechnischer und konventioneller Landwirtschaft ist nicht möglich. Wind und Insekten verbreiten Pollen auch über größere Entfernungen. Konventionell angebaute Flächen werden so zwangsläufig kontaminiert und auch eine gentechnikfreie Honigerzeugung wird so unmöglich gemacht.
In der kleinteilig strukturierten Landwirtschaft der Bodenseeregion ist ein friedliches Nebeneinander von konventioneller, ökologischer und Gentech- Landwirtschaft nicht machbar.


Sind gentechnisch veränderte Organismen (GVOs) überhaupt gefährlich ?

Die Gefahren die von GVOs ausgehen, lassen sich grob in zwei Kategorien unterteilen:

- Gefahren für die Gesundheit, Artenvielfalt und Nahrungssicherheit
- soziale und wirtschaftliche Abhängigkeiten für unsere Bauern und Erzeuger


Führen gentechnisch veränderte Nutzpflanzen zu einem verringerten Pestizideinsatz ? 

Im Gegenteil, zur Zeit sind vorallem zwei Arten gentechnischer Veränderung am Markt die beide langfristig zu einem höheren Pestizideinsatz führen.

Durch die Herbizidresistenz vieler Genpflanzen werden in großen Mengen sogenannte Totalherbizide ausgebracht, die alle Pflanzen mit Ausnahme der resistenten Nutzpflanze abtöten. Bilden sich aber resistente "Unkräuter" muss immer mehr und stärkeres Gift gespritzt werden.

Bei der zweiten Variante produzieren die Genpflanzen selbst ein Insektizid. Dieses ständige Ausschütten von Gift tötet auch nützliche Insekten und Kleinstlebewesen und führt langfristig ebenfalls zu resistenten Schädlingen.

Hilft Gentechnik den Kleinbauern  in Entwicklungsländern ? 

Strenge Lizenzverträge hindern die Bauern daran, einen Teil ihrer Ernte zur Aussaat im folgenden Jahr zu verwenden. Sie geraten so in eine absolute Abhängigkeit von den Herstellern der Genpflanzen, da sie immer wieder aufs neue Saatgut nachkaufen müssen.

Der Einsatz von GVOs die gegen bestimmte Pestizide resistent sind, macht nur Sinn, wenn auch das entsprechende Spritzmittel gekauft wird. Statt traditioneller Methoden der Schädlingsbekämpfung sind die Bauern plötzlich auf teure Mittel aus der Agrochemie angewiesen.
Altes Wissen geht so verloren und die Bauern geraten immer stärker in die Abhängigkeit von Multinationalen Konzernen und Pfandleihern, um überhaupt die nächste Aussaat bezahlen zu können.

All das betrifft übrigens genauso unsere Bauern in Deutschland.


Brauchen wir die grüne Gentechnik um das globale Hungerproblem zu lösen ?

Gentechnik führt zu einer globalen Abhängigkeit von wenigen Saatgut Firmen. In den USA beispielsweise kontrolliert allein die Firma Monsanto über 80% des Marktes für gentechnisch verändertes Saatgut.
Die Konzentration auf wenige Sorten verdrängt jahrtausende alte Pflanzenzüchtungen und zerstört die breite genetische Vielfalt unserer Lebensmittelproduktion. Im Falle von globalen Katastrophen wie dem Befall einer solchen Sorte mit einem resistenten Schädling drohen uns verheerende Folgen.

Gentechnik in der Landwirtschaft gefährdet also massiv unsere globale Nahrungsversorgung anstatt sie zu verbessern.

Was jeder tun kann !

Achten Sie beim Kauf tierischer Erzeugnisse wie Milch, Joghurt, Butter, Fleisch und Eier auf Produkte mit dem Siegel "ohne Gentechnik" oder Bioware.
Auch der Greenpeace Ratgeber "Essen ohne Gentechnik" bietet Hilfe bei der Auswahl.

Bei Biolebensmitteln ist Gentechnik (auch im Tierfutter) übrigens generell tabu.

Links zum Thema

zum Thema erfahrt Ihr auf: www.greenpeace.de/themen/gentechnik/


    16. 05. 2012.       Druckversion