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20.03.05

De nohká! – Botschaft auf Eis!

RiverArt1.jpg Ich komme gerade vom Juuntua Fluss, circa vier Kilometer außerhalb von Inari. Meine Wangen glühen noch, die Schultern tun weh. Der Aufstieg durch den tiefen Schnee war echt anstrengend. Zumal ich einen Teil unseres Equipments wieder mit nach oben geschleppt habe. Doch es hat sich gelohnt. Der Blick von der Straße runter auf dem Fluss lässt alle Mühe vergessen, denn durch die Kiefern schimmert ein großes Rentier umrahmt mit den englischen und samischen Wort "Genug" auf dem Eis.

"Mit diesem Kunstwerk wollen wir zusammen mit den Sami auf die Urwaldzerstörung aufmerksam machen", erklärt Matti Liimatainen unser Waldexperte von Greenpeace Finnland. Und Inka Saara Arttijeff fügt bekräftigend hinzu: "Wir jungen Sami sind beunruhigt über die Wald-Einschläge und wir wollen gemeinsam mit Greenpeace gegen die Waldzerstörung angehen. Die Rentierhaltung ist ein wichtiger Teil unserer Kultur und wichtig für unsere Identität. Wir sind junge Rentierhalter und wir kämpfen für unsere Rechte. Rentierhaltung ist nicht nur ein Beruf, es ist ein Teil unseres Lebens."

Vor vier Tagen haben Jeske, Huck und Sigurd angefangen, das 50 mal 50 Meter große Bild vorzubereiten. Bepackt mit Schnüren, Schaufeln, Schneeschuhen und jeder Menge Proviant sind die drei los und haben die Stelle am Juunta Fluss, wo das Bild entstehen sollte, genau abgesteckt. Dafür haben sie die ursprüngliche Zeichnung in ein Raster eingeteilt. Acht gleich große Quadrate quer und sieben Quadrate längs. Drei Zentimeter auf dem Blatt Papier, sind sechs Meter im Schnee.

Um das Bild genau hinzukriegen, mussten die drei das gleiche Raster in den Schnee machen – nur etwa 200 mal so groß. Mit Schnüren wurde als erstes ein großes Quadrat von je 50 Meter Seitenlänge abgesteckt. Danach wurden dann ein paar Bahnen in einem Abstand von 6,25 Metern gezogen. Das Raster ist fertig, es konnte losgehen!

RiverArt5.jpg Mit Schneeschuhen an den Füßen und dem Muster in der Hand, bahnte sich immer einer seinen Weg durch das Raster. Ein Blick auf das Muster, ein Blick in den Schnee. Einen Schritt vorwärts. Dann wieder ein Blick auf das Muster, ein Blick in den Schnee. Einen Schritt vorwärts. Und das unzählbar oft. Immer wieder mussten sie genau überprüfen, ob sie auch exakt an dem richtigen Kreuz oder der richtigen Linie den entsprechenden Weg einschlagen. "Am Besten man schaltet den Kopf aus, und geht nach Gefühl, sonst hat man keine Chance", gibt Jeske zu. Doch damit nicht genug. Kaum hatten sie eine Strecke fertig, mussten sie anfangen, zu graben.

Nun kam der letzte Schliff. Heute Morgen ging’s deshalb wieder zum Fluss. Diesmal bepackt mit 70 Kilo Holzkohle. Diese hatten ein paar andere Aktivisten in den letzten Tagen mühsam in Kochtöpfen und Suppenschüsseln mit einem Hammer kleingehackt. Eine Schweiß treibende Arbeit, trotz nordischer Kälte. Nach drei Stunden war es dann endlich fertig. Unser Ren! Und Jeske, Timo, Huck und Sigurd hatten im wahrsten Sinnes des Wortes "Genug"!
(Anisha)

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Ver�ffentlicht von Redaktion-HH um 20.03.05 19:03

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