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06.03.05

Rentierfleisch - gut essen und die Sami-Rentierhalter unterstützen

Nachdem wir unsere Arbeit für den Vormittag erledigt hatten, meldete ich mich freiwillig zum Kochen. Gerade in dem Moment kam Petteri vorbei. Er brachte uns Rentierfleisch ins Camp. Super, so konnte ich endlich mein Lieblingsessen aus Finnland kochen und genießen. Rentierfleisch ist wirklich köstlich!

Dieses Fleich von den frei im Urwald umherziehenden Rentieren, kann man nur als echtes Bio-Fleisch bezeichnen. Die Tiere leben frei im Wald und auf den höher gelegenen Grasflächen und werden nur dann mit Flechten aus dem Urwald oder mit Heu gefüttert, wenn sie zusammengetrieben werden. Trotzdem bekommt das Fleisch kein Bio-Siegel.

Die EU-Vorschriften erschweren die Bio-Zertifizierung für das Rentierfleisch. Bio-Fleisch unterliegt richtigerweise strengen Kontrollen. Aber dass es für das Rentierfleisch der Sami kein Zertifikat gibt, erscheint doch etwas absurd. Da die Tiere frei im Wald leben, bekommt ein Kontrolleur die Tiere meist erst gar nicht zu Gesicht und kann deren "Haltung" nicht kontrollieren. Also gibt es für das Rentierfleisch der Sami kein Bio-Zertifikat.

Vor einiger Zeit bekam ich eine Einführung in die Sami-Küche im finnischen Lappland. Umso mehr freute ich mich, jetzt für die Aktivisten ein Superessen zuzubereiten. Es gab Rentierfleisch mit zerstampften Kartoffeln und Preiselbeeren.

Rentier schmeckt nach Wild, nur zarter, wenn es sich im Wald von den Früchten des Waldes ernährt hat. Wird ein Rentier mit Heu gefüttert, schmeckt das Fleich ganz anders. Unser Fleisch jedoch bekamen wir von Rentierhaltern der Mutkatunturi Rentiercooperative und deren Tiere leben in der Wildnis. Aber auch die Vegetarier unter uns erhielten ein leckers Essen: Gemüsetopf. Also verhungen muss hier keiner. Mal sehen was als Nächstes gekocht wird, vielleicht überrascht uns ja einer mit einer Spezialität aus seiner Heimatstadt.

Und hier noch schnell das Rezept:
Es ist einfach und schnell. Man nehme Rentierfleisch und schneide dies in dünne feine Scheiben. Das geht übrigens am Besten, wenn es noch leicht gefroren ist. Das Fleisch kann direkt nach dem Zerkleinern in einen Topf, in dem vorher Butter zerlassen wurde. Das Fleisch dann langsam anbraten (rund 20 Minuten). Nach und nach das ganze Fleisch kleinschneiden und in den Topf geben. Salzen, ein bisschen Pfeffer, eine Kloblauchzehe zerstampften und zufügen. Nun ein wenig Bier angießen und weitere 15 Minuten köcheln lassen (Gemüsebrühe dazugeben ist auch nicht schlecht). Und schon ist es fertig. Mit Salzkartoffeln und Preisselbeeren servieren. Dazu gibt es in Finnland immer das typische braune Brot mit Butter. Und wer noch mehr Rezepte will, die gibt es unter Rentierzucht in Inari (Englisch)

Ver�ffentlicht von Beate um 06.03.05 17:33

Kommentare:

Tolle Arbeit, die ihr leistet!!! Und uns daheim dann auch noch mit Rezepten zu versorgen, einfach vorbildlich :-)
Macht weiter so!!!

Ver�ffentlicht von: Sabrina at 06.03.05 19:42

Dein Rezept hört sich echt lecker an, leider ist bei uns Rentierfleisch schlecht zu bekommen.
Macht weiter, wir denken an Euch. Ihr seid super!! Und lasst es Euch schmecken!!

Ver�ffentlicht von: Elke at 06.03.05 20:32

Das mit dem Rezept ist ja schön und gut, aber hier in Deuschland sieht es mit Rentierfleisch nicht ganz so gut aus.
Hoffentlich bringt Eure Aktion was und schöne Grüße an die Sami: Ich finde es toll, dass sie Ihre Tradition bewahren wollen und halte die Rentierzucht für eine tolle Sache!

Ver�ffentlicht von: René at 07.03.05 09:56

ich hoffe das Essen hat geschmeckt.
Ich war erst letzten Sommer in Lappland im Urlaub und war von der Natur dort begeistert. Ich hoffe Ihr seit erfolgreich mit Eurer Aktion, das wenigstens die letzte Wildnis Europas noch weiter bestehen kann. Grüßt mir die Wölfe da oben und ich wünsch Euch immer warme Füße.

Viele Grüße Sandra

Ver�ffentlicht von: Sandra at 07.03.05 10:45

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