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05.03.05

Schlafen im "traditionellen" Tipi-Zelt

Die Bauart des roten Tipi, das bei uns im Camp steht, ist gleich jenen, die in den Rentierkooperativen in Lappland zu finden sind. Hier werden sie meistens bei den Gatterplätzen im Urwald verwendet. Dort treiben die Sami die Rentiere zusammen, um sie zuzuordnen und zu separieren.

tipi.jpgUnser Tipi besteht aus dünnen entrindeten Holzstämmen, die im Kreis aufgebaut und zur Mitte geneigt zusammengebunden wurden. Die äußere Schicht bildet roter Stoff der den Wind abhält und die Wärme des Feuers ein wenig im Zelt hält. Das Holz bekamen wir von einem Bekannten hier aus der Region, der Stoff wurde von einer ortsansässigen Näherin gefertigt.

Der Aufbau ist denkbar einfach und dauert nicht lange - wenn man es kann. Okay, wir brauchten ein wenig länger, dass stimmt. Aber unser Kollege aus Inari wusste immerhin wie es geht. Das Zelt dient uns zum Schlafen und als Treffpunkt, wenn es mal nicht ganz so kalt ist. Hier können wir alle zusammen um das Feuer sitzen und den Abend im Urwald in Lappland genießen.

Heute morgen bin ich allerdings im Wohncontainer aufgewacht. Auch dort war nur um die fünf bis acht Grad plus. Abends als wir das Licht ausmachten, warfen wir noch den letzten Scheit Holz in den Ofen, aber der ist in der Nacht ausgegangen. Und so konnte sich die Kälte langsam auch im Wohncontainer breit machen. Die Isolierung ist gut und hält die Wärme im Container, aber ohne Ofen wird es nach einigen Stunden doch kalt. Wir mussten erstmal jemanden ernennen, der als Erster in die kalten Schuhe stieg und Feuerholz holte und den Ofen anwirft. Hagen war so nett das zu übernehmen. Sehr löblich!

Beim Frühstück erzählten uns dann Jouko aus Rauma, Dave aus Irland, Irina aus Schweden und Hembo aus Estland wie ihre Nacht war. Sie hatten in superdicken Schlafsäcken im Tipi geschlafen. Unter die Schlafsäcke, die bis zu minus 40 Grad warm halten sollen, hatten sie Rentierfelle gelegt.

Morgens war der Schlafsack mit einer dünnen Eisschicht bedeckt, die Hosen und Jacken gefroren. Aber sie waren total munter und freuten sich, im Tipi - mit entsprechendem Equipment ausgerüstet - gut geschlafen zu haben. Dagegen war meine Nacht im "warmen" Container keine große Sache. Eins zu Null gegen mich. (Olli)

Ver�ffentlicht von Beate um 05.03.05 13:07

Kommentare:

Hallo und... Hut ab!
Ich durfte zwar schon kennenlernen, wie es sich anfühlt ein paar Tage bei -15 Grad in einem Indianertipi zu hausen (und das war schon ...kalt) aber -30 Grad kann ich mir einfach nicht vorstellen. Solche Temperaturen habe ich noch nie erlebt. Wobei ich dieses Tipi mit einem schönen Feuer jeder Holzhütte ohne Feuer vorziehen würde. ;-) Wie auch immer... es waren halt "nur" -15 Grad. Ich finde es sehr beachtlich, dass ihr euch in dieser selbstquälerischen Weise für uns und die Erde einsetzt. Haltet die Ohren steif... (verzeihung, das geht bei der Kälte wahrscheinlich auch nicht anders :-) )
Mit bibbernden Grüßen-
Ingo

Ver�ffentlicht von: Ingo Köster at 05.03.05 18:14

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