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07.03.05

Urwälder markiert - Einschlag gestoppt?

ResizeofDSC00638.JPG Heute morgen sind wir trotz klirrender Kälte wieder in den Wald aufgebrochen. Eingemummelt in dicken Boots und warmen Hosen, fahren wir los, um weitere Markierungen des Urwaldes in der Nähe von Nellim anzubringen. Der Grund: Diese Abschnitte sollen vor weiteren, bereits geplanten Einschlägen geschützt werden - ein wichtiger Bestandteil unserer gemeinsamen Aktion mit den Sami, denn die Gebiete, die hier abgeholzt werden sollen, brauchen die Rentierzüchter, um den Erhalt der Tiere als Einkommensquelle und ihrer damit verbundenen kulturellen Identität zu sichern.

Kaum zu glauben, aber um zu dem von den Sami ausgesuchten Gebiet zu kommen, müssen wir eine riesige Schleife fahren, dabei sind die zu markierenden Stellen nur circa 5 Kilometer Luftlinie von unserer Basis entfernt. Kein Seltenheitswert übrigens: In diesem Teil Finnlands gibt es nur wenige ausgebaute Straßen, von der Bevölkerungsdichte mal ganz zu schweigen. Etwa 7000 Menschen leben in der Region rund um Inari, davon circa 2000 Sami. Wir brauchen also eine gute Stunde für einen Weg, der normalerweise sogar zu Fuß kürzer ist. Zudem müssen wir auch noch stark aufpassen, dass wir nicht von der Straße abkommen und in einer Schneewehe landen, denn die Fahrbahn ist vom Neuschnee ziemlich rutschig und vor allem kaum zu sehen.

ResizeofDSC00618.JPG Endlich an Ort und Stelle angekommen, haben wir uns in zwei Teams aufgeteilt. Zwei unserer Aktivisten sind so unerschrocken und schnallten sich ohne zu zögern ein paar Skier an, denn nur mit denen kann man in bestimmte Teile der Wäldern vordringen.

Wir anderen, weniger heldenhaft, bleiben am Straßenrand und suchen nach geeigneten Stellen, um die grell gelb-roten Schilder, mit der Aufforderung, die Abholzung dieser Wälder zu stoppen, gut sichtbar anzubringen. Dies gelingt, nachdem wir uns durch hüfthohlen Schnee mühsam von der Stelle kämpfen. Doch der Einsatz hat sich gelohnt, nun hängt ein Schild sogar an einer sehr eindrucksvollen circa 500 Jahre alten Kiefer - einem Stück echten Urwalds.

Resizeofschilder.jpg Nachdem wir alle wichtigen Stellen markiert haben, geht es endlich wieder zurück in Richtung Basis. Hat doch länger gedauert, als ich dachte. Ich habe inzwischen Eisfüße und blaue Finger, und vor allem Durst. Dave, unserem Aktivist aus Irland, geht's genauso. Ganz nach dem Motto „selbst ist der Mann“ greift er einmal in den Schnee und leckt an dem kühlen Nass. Ich kann mich dafür jedoch nicht erwärmen. Der Schnee ist unerwartet trocken und befriedigt nicht im geringsten mein inzwischen dringendes Bedürfnis, etwas zu trinken.

Unseren Augen kaum trauend, kommen uns auf dem Rückweg auf einmal ein paar LKWs des Forstamts Metsähallitus entgegen. Offensichtlich holen sie ihre Geräte und das Holz von den Sammelplätzen wieder ab. Scheint also doch etwas an den Gerüchten dran zu sein. Heute morgen berichtete die finnische Presse, dass die Abholzung im Gebiet Nellim gestoppt werden soll. Wir warten jedoch erst einmal ab, ob sich das tatsächlich bestätigt. Doch wenn es stimmt, ist das großartig. Und ein erster Erfolg für uns!
(Anisha)

Ver�ffentlicht von Redaktion-HH um 07.03.05 23:02

Kommentare:

hallo!
haltet euch warm leute! und hut ab vor eurem engagement!

Ver�ffentlicht von: kai hawaii at 08.03.05 11:09

Hi Greenies
keep warm in your mind! You´re doing the right and necessary. To make you not feel such alone in the cold: the last three weeks other greenpeace people attended the boat training in Flensburg/Germany. They stayed on a ship in the harbour for nearly two weeks and from there started their boat journies of about ten hours per day (or night) over the partly frozen Baltic Sea. They only had rubber dinghies, snow was falling and they had to take care not to fall in the Sea. Hardest was the two day trip Flensburg-Kopenhagen and back, at ten 10 degree minus zero and waves of 3 to 4 metres.
Hope this helped a bit. They are all still alive, healthy and good humored.
Best wishes and warm feet!

Wiebke

Ver�ffentlicht von: Wiebke at 08.03.05 14:45

Hard to say what i think, when theres nearly all said to you by other commentators ;). Dont get tired if the comments get monotonous. If I could, i would stay with you and help protecting the forests. Big forests attracting me since Im a little boy, so dont let those bastards cut the trees ;)

Ver�ffentlicht von: Clemens at 08.03.05 23:41

Hi! Wirklich.. Ich habe großen Respekt vor Leuten wie euch - die mit vollem Einsatz hinter derlei Sachen stehen.

Inwiefern stopt eure Arbeit eigentlich das ganze? Oder warum zeigt sie Wirkung?
Ist es wegen der Publikation der Sache?

Auf jeden Fall:
Weiter so!!

Ver�ffentlicht von: Andi Pe at 09.03.05 18:22

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