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05.04.05
Besuch von der Polizei
Während wir die neue Urwaldschutzstation auf öffentlichem Boden an der Ostseite des Inarisees aufbauen, erhielten wir gestern vormittag plötzlich Besuch: Die örtliche Polizei schaute nach dem Rechten. Dazu nahmen die Polizisten die Personalien aller Anwesenden auf, befragten sie kurz, und überreichten ihnen anschließend eine Vorladung zum ausführlichen Verhör. Deswegen waren heute und gestern insgesamt acht unserer Aktivisten auf der Polizeiwache. Sie mussten dabei Fragen etwa folgender Art beantworten: Wie sie hergekommen seien, was sie hier vorhätten, wer ihnen aufgetragen habe, dieses und jenes zu tun. Außerdem wurden sie fotografiert und mussten Fingerabdrücke abgeben.
Der Holzfällerkonzern Metsähallitus hat die Polizei gerufen, damit sie untersuchen, ob wir vielleicht Landfriedensbruch begehen... In Finnland stehen auf Landfriedensbruch Geldstrafen oder bis zu drei Monate Gefängnis - allerdings abhängig von der Schwere des Verbrechens. Da wir aber nicht gekommen sind, um zu stören oder gar zu zerstören, sondern um die finnischen Urwälder vor dem Kahlschlag zu retten, hoffen wir, unsere Arbeit fortsetzen zu können.
Nebenbei tauchten noch vier Holzfäller von Metsähallitus auf, und fanden ein Holzstück, das wir zum Feuermachen hatten nehmen wollen. Aus Versehen hatten wir ein falsches Stück erwischt, das durch Metsähallitus abgeholzt worden war. Angeblich richtig gutes Bauholz. Deswegen muss jetzt einer von uns nicht nur das Holz bezahlen - was wir für richtig halten, sondern auch eine Geldstrafe für den "Diebstahl".
Die heutige Ausgabe einer südfinnischen Boulevardzeitung und die Lokalzeitung fanden das Ereignis immerhin erwähnenswert. Wenn dieses eine Holzstück nun wichtig erscheint im Vergleich mit den 90.000 Hektar finnischen Urwalds, um die es den samischen Rentierhaltern geht: Bleibt zu hoffen, dass Metsähallitus einen ähnlich großen Eifer an den Tag legt, die Abholzung eines Baumes durch Holzfäller während des Einschlagstopps aufzuklären!
Der Regionalleiter von Metsähallitus, Pertti Veijola, sagte gestern in einem Interview mit Radio YLE Lapland, dass sie versuchen wollen, uns loszuwerden. "Durch den Umzug des Camps bekommt Greenpeace bloß noch mehr Aufmerksamkeit. Sie haben uns nicht um Erlaubnis gebeten, und diese Erlaubnis werden sie auch nicht erhalten. Offensichtlich ist ihnen klar, dass das illegal ist. Wir werden versuchen, sie loszuwerden, auch wenn das einige Zeit dauert. Der Umzug des Camps verlangsamt es, wir machen es trotzdem".
Ach. Herrn Veijola scheint nicht bewusst zu sein, dass wir absichtlich die Öffentlichkeit informieren, um zu verhindern, dass seine Firma Metsähallitus den finnischen Urwald abholzt.
(Monika)
Ver�ffentlicht von Redaktion-HH um 05.04.05 13:10
Kommentare:
Haltet bloß die Ohren steif und lasst euch nicht vertreiben!!! Weiterhin viel Erfolg :-)
Ver�ffentlicht von: Beate at 05.04.05 17:33
Ich und der finnische Urwald freuen uns, dass es euch gibt :-)
Es ist schon seltsam, wie wichtig ein Holzstück mancher Lokalzeitung erscheint - im Vergleich zum Urwald, auf dem sie vielleicht abgedruckt ist.
Ich hoffe, ihr friert nicht zu sehr, ich jedenfalls drücke die Daumen, dass ihr noch lange durchhaltet.
You can´t sink a rainbow!
Ver�ffentlicht von: Matthias at 07.04.05 11:31