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20.04.05

Besucher im Camp

GreenpeacezeltKopie.jpg Das Greenpeace in den Wäldern von Inari Anfang März ein Protest Camp gegen die Abholzung des Urwaldes und den Schutz der Sami und deren Rentierherden aufgebaut hat, dass wissen die Einwohner dieser Region alle. Doch seit dem wir umgezogen sind und die Holzfäller ihr sogenanntes Anti-Terror-Camp aufgebaut haben, ist das Interesse an den Vorgängen im Wald mehr und mehr gestiegen.

Immer wieder kommen Menschen aus der Umgebung zu uns ins Camp. Laufen auf und ab, schauen neugierig. Um die vierzig sind es bereits, denen wir die Angst und oft auch eine große Portion Hass gegenüber Greenpeace in ihren Gesichtern ansehen. Der Grund sind Ängste, geschürt vor allem von den vielen Fehlinformationen, die die lokale Presse hier immer wieder verbreitet. Und deshalb nutzen wir die Chance, wenn uns mal eine Gruppe von Besucher ansteuert, mit ihnen zu reden.

Manche sind für die Möglichkeit dankbar, sie suchen förmlich das Gespräch, aber es gibt auch immer wieder Leute, die einfach nur kommen, um uns anzupöbeln. Sie wollen einfach glauben, was an Lügen verbreitet wird und zeigen keinerlei Willen, auch nur einen Millimeter von ihrem Standpunkt abzurücken. Das ist oft frustrierend, denn wir haben Verständnis für die Ängste. Aber wir wissen auch, dass viele dieser Ängste unbegründet sind. Das möchten wir unseren Besuchern natürlich gerne vermitteln. Aber gut, es bleibt uns nichts anderes übrig, als das erstmal hinzunehmen.

Aber wie gesagt, so sind nicht alle. Die Mehrzahl kommt sogar zu uns in die Container und wir können bei einer Tasse Tee miteinander reden. Wir hören uns die Sorgen und Bedenken an, stehen aber vor allem Rede und Antwort, um ihnen die Zweifel zu nehmen.

Die größte Sorge ist die Angst, um die Arbeitsplätze. "In Finnland ist die Arbeitslosigkeit sowieso schon so groß", beschweren sich einige, "da brauchen wir nicht auch noch Greenpeace, die uns die wichtigen Stellen in der Forstwirtschaft wegnehmen." Verständlich? Wir erklären dann, dass es uns nicht darum geht, Arbeitsplätze abzuschaffen, sondern den Wald zu schützen. Schließlich ist der Urwald eine sehr wichtige Ressource für das ökologische System und vor allem für die Existenz der samischen Kultur.

Wir berichten auch von unserem Report, den wir Metsähalitus und der finnischen Regierung vorgelegt haben. Dieser beinhaltet Vorschläge für den Erhalt von Arbeitsplätzen in der Forstindustrie. Bisher hat sich aber keiner der zuständigen Behörden dazu geäußert. Zudem ist es Sache der Regierung für Arbeitsplätze zu sorgen. Und das steht sogar im Gesetzt.

Ein anderer Vorwurf: Greenpeace schürt den Konflikt zwischen Sami und dem staatlichen Forstwirtschaftsunternehmen Metsähalitus absichtlich. Greenpeace benutze die Sami da wir sonst keine Gründe hätte, sich für die Wälder in Lappland einzusetzen. Das ist natürlich völliger Blödsinn, denn es gibt reichlich Gründe, warum wir uns für Urwälder weltweit einsetzen. Beispielsweise ein gesundes Ökosystem. Außerdem haben uns die Sami um unsere Unterstützung gebeten.

Mit jeder Abholzung verlieren viele Tiere und Pflanzen ihren Lebensraum, was wiederum zum Aussterben vieler Arten führen kann. Und damit wären wir auch schon wieder bei den Sami. Auch sie brauchen die Urwälder, damit ihre Rentierherden im Winter nicht verhungern. Den Konflikt zwischen Ureinwohnern und finnischer Regierung gibt es bereits seit Jahrzehnten.

In diesem Sinne können wir auch gleich klarstellen, dass Greenpeace weder ein Unternehmen ist, welches Gewinne macht, noch eine Organisation für Tierrechte. Dies sind ebenfalls Behauptungen, die hier in Finnland verbreitet und von unseren Besuchern angesprochen werden. Es hieß sogar schon, dass Greenpeace eine Konflikt-Industrie schafft, damit es Gelder bekommt. Das ist natürlich Quatsch, denn wir versuchen lediglich, auf die vorherrschenden Probleme aufmerksam zu machen. Und wir setzen uns für sinnvolle und ökologische Lösungen ein.

Noch mal, Greenpeace ist nicht prinzipiell gegen Abholzung von Wäldern. Aber wir setzen uns gegen die Abholzung der letzten bestehenden Urwälder und anderer wichtiger Rentierwälder mit hohem Schutzwert ein. Nur diese Gebiete sollen geschützt werden. Und das hat nicht automatisch einen Arbeitsstellenverlust zur Folge.

Es gibt andere - staatliche und private - Wälder, die genutzt werden können. Zudem sollte bedacht werden, dass es zurzeit mehr Jobs durch Rentierhaltung gibt, als durch die Forstwirtschaft in den staatlichen Wäldern. Die wirtschaftliche Haupteinnahmequelle Lapplands ist zudem der Tourismus.

Beim Stichwort Tourismus kommt auch gleich die nächste Angst. "Dürfen wir überhaupt noch in den Wald, wenn er geschützt ist?" Denn der Wald gehört hier zum täglichen Leben. Es wird in ihm gejagt, spazieren gegangen, Motorschlitten gefahren oder einfach nur zur Erholung genutzt.

Dazu können wir nur sagen: Was für eine Frage, natürlich, der Wald ist für alle da! Es geht nicht darum, ihn für irgendwen nicht mehr zugänglich zu machen. Alles was wir wollen ist ihn schützen, damit man auch noch in vielen, vielen Jahren etwas davon hat!

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(Anisha)

Ver�ffentlicht von Redaktion-HH um 20.04.05 13:33

Kommentare:

ja, der heutige mensch ist oftmals geplagt von seinen unbewussten inneren ängsten, die in alles mögiche hineinprojeziert werden - um der angst luft zu machen, die in einem herrschen.
aussergewöhnliche aktionen geben eines menschen angst noch aussergewöhnlich grössere ausdrucksmöglichkeit...-!

eure sache ist gut, ihr macht sie zu jedermanns sache, viele menschen in lappland und wer weiss noch wo überall beschäftigen sich mit einem wichtigen thema.
wer kann wie in den wald gehen, wenn keiner mehr da ist?
wie können papiere,möbel etc. hergestellt werden, wenn unökonomisch gewirtschaftet wird und nichts mehr da ist?
macht die arbeit eines holzfällers wirklich soviel spass?
ist mir die zukunft mit absolut reinem gewissen gesichert, wenn ich weiss, das die zukunft bald in der gegenwart liegt und dort kein einziges argument mehr gilt, was ich in der vergangeheit (der heutigen jetzt-zeit) als befürwortung für eine abholzung oder was auch immer sah?
wie sieht die welt aus, wieviel wald ist da, wieviel wasser kommt hinzu?

eure aktionen sind im interesse aller die das leben auf der erde einfach ewig geniessen wollen und ihr bildet eine sehr wichtige globale funktion! ihr zeigt mit eurem handeln das die welt gross, weit und komplex zusammenhängend ist!

Ihr werdet die pöbeleien und anrotzerein mit einer freundlichen gelassenheid übersehen können,
IHR hab die kraft sie zu verstehen, zu deuten, und den menschen vertrauen, ruhe und freundschaft zu SCHENKEN.
und ihr werdet daraus grosse mengen an energie bekommen, die euch stärken werden um eine noch grössere zufriedenheid in eurem grinsenden und fröhlichen gemütern zu bilden als sowieso schon in euch ist!
die macht ist mit euch - jogurt spricht
lasst euch nicht unterbuttern von "anti teror camps", is doch putzig oder?!
wie soldaten die für den frieden kämpfen..
schön, das es leute gibt, die gelassen zu euch gehen können und eine auf freundlichkeit basierende kommunikation bei na tasse tee annehmen und froh über ne einladung sind!
irgendwie würd ich gern das gleiche tun...
auf die holla, wünsch euch ne schöne zeit, tolle erlebnisse, keine gewalt,
bis bald?!
jo

Ver�ffentlicht von: johannes at 21.04.05 09:59

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