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18.04.05
Im Freilichtmuseum
Ein wenig Kultur, das muss schon sein, dachten sich Hanno, Theo, Mina und Henry. Alle vier waren noch nicht in dem samischen Museum Siida in Inari und wollten da heute unbedingt mal hin. Ich selbst war da zwar schon, doch was ich nicht wusste, dass das Museum auch einen Freilichtbereich hat. Also bin ich noch mal mit gegangen, denn hinter dem Hauptgebäude findet man typische Wohnsitze der Fischer – und Rentiersamen, sowie lauter Fanggeräte. Insgesamt gibt es fast 50 Objekte zu besichtigen. Ein paar stammen direkt aus dem Dorf Tirro, das direkt am Ufer des Vaskojoki Fluss liegt. Da es 1960 noch keine Straße gab, wurden die Stämme dieser Hütten mit Rentieren nach Inari gebracht. Heute liegt das Dorf an der Straße nach Angeli, einer Stadt an der Grenze zu Norwegen.
Gleich am Anfang bestaunen wir ein altes Gerichtshäuschen. Eines der ersten Rechtswesen im hinteren Lappland, heißt es auf dem Infoschild. Das Gericht tagte bis genau vor 100 Jahren. Zum Zeitvertreib wurden Hunderte von Kerben in die Holzwände eingeritzt, ein Teil davon ist von Leuten, die auf ihr Urteil gewartet habe. Urteile waren entweder Gefängnis, Zwangsblock oder Peitschenschläge. Diese wurden gleich nach Verhandlung, direkt vor dem Häuschen am Eckbaum ausgeführt. Der Verurteilte hatte die Hände gefesselt und bekam, je nach Strafmaß, die Schläge auf den nackten Rücken. „Autsch“ jammerte Mina mitfühlend beim Lesen.
Als nächstes kamen wir zu einer kleinen Ansammlung von Unterständen, die die Sami während der Rentierhütearbeit oder auf dem Jahrmarkt benutzten. Das Gerüst besteht meistens aus Birken- und Kiefernstämmen. Logisch, andere Bäume gibt es hier ja auch kaum. Das aufgebaute Gestell wurde dann mit Stoff überdeckt, welcher dünner ist, als der des Lappenzeltes. Die Feuerstelle war in der Mitte, was im Übrigen auch im bereits erwähnten Lappenzelt so ist. Diese benutzten die Sami jedoch, wenn sie länger irgendwo blieben. Deshalb besteht das Grundgestell aus gebogenen Holzstangen, an denen sogenannte Rippen befestigt wurden. Darauf legten sie im Winter Decken und im Sommer Torf oder Stoff.
Ob Zelt oder Hütte, was überall gleich ist, ist die Hausordnung erklärt uns Henry, als wir bei einer Torfhütte angekommen sind. Dabei scheut er nicht davor zurück in den Unterschlupf reinzukrabbeln und bittet uns mitzukommen. Nachdem er uns gezeigt hat, wie man sich in so einem Haus hinsetzt, erklärt er, dass die Feuerstelle beispielsweise immer in der Mitte ist. Dahinter kommt dann der Platz für die Kochgeräte, Essgeschirr und andere Geräte. „Dort darf niemals jemand sitzen oder stehen“, sagt er in einem recht strengen Ton, als ob irgendwer von uns drei Laien etwas heiliges entehrt hätte. Nachdem das geklärt ist, zeigt er uns, dass der Vater immer links hinter der Feuerstelle, die Mutter und die Kleinkinder auf der rechten Seite sitzen. Ältere Kinder, alte Leute und Angestellte waren näher beim Ausgang. Und wenn man die Hütte betrat, musste man erst einmal auf die Genehmigung warten, dass man sich auf den Rentierhäuten hinlümmeln durfte, ansonsten blieb man eben hocken.
Wieder draußen, sieht Mina eine weitere kleine Hütte und kriecht verzückt dort rein. Als wir später vor einem Fischaufbewahrungsspeicher stehen, in den mal locker 1000 Fische reinpassten, fragt sie: „Hat das Ding in dem ich gerade war den gleichen Zweck, wie dieser Raum“? „Nee“, sag ich, „das war ein Stall für Schafe, in dem sie im Winter untergebracht werden“ und kann mir ein leichtes Grinsen nicht verkneifen. Zur Antwort kam nur ein schlichtes: „Mir hat es da drin gefallen, vielleicht war ich auch mal ein Schaf in einem vorherigen Leben“. Wer weiß? Wir sind jedenfalls noch kurz weiter runter an den See, denn dort gab es ein paar Fischtrocknungsgestelle zu sehen. Ein Holzgerippe, wo ebenfalls 1000 Fische gleichzeitig getrocknet werden konnten, bevor sie dann in den Speicher oder in einer Torfhütte aufbewahrt wurden. Erst mal da drinnen, konnte sich die Familie einen ganzen Winter lang davon ernähren. Beeindruckt, wie die Sami mit den Resourcen der Natur ihr Leben organisieren, stapfen wir zurück zum Hauptgebäude. Und ich muss gestehen, der Freilichtbereich gefällt mir besser, als die Ausstellungsräume. Für meinen Geschmack ein wenig zu viel Theorie - bin eben doch eher der Typ für's Anschauliche.











(Anisha)
Ver�ffentlicht von Redaktion-HH um 18.04.05 12:40
Kommentare:
moin hanni und alle anderen tapferen!ganz flense hofft und zählt auf euch!tretet den schwulen holzfällern ordentlich in den arsch!die dummen
nazischwuletten mit den kettensägen können euch
tapferen kriegern/innen doch nicht entmutigen!
haltet die stellung ihr tapferen
ps: hanni alle haben dich ja nun gesehen,lach doch mal!!!!
Ver�ffentlicht von: peter at 18.04.05 19:56
ich bin in gedanken bei euch und wünsche euch alles gute und die vernunft anders denkender. herzliche grüße aus dem nationalpark kellerwald-eddersee, euer rolf waltenrath mit familie.
Ver�ffentlicht von: rolf waltenrath at 18.04.05 22:22
Hallo ins Finnland - Camp,
bin schwer beeindruckt, wie ihr euch für den Regenwald einsetzt und das bei diesen Minusgraden! ~ Hoffe, ihr habt euch schon ganz gut eingelebt und aklimatisiert, sodass die gefühlte Kälte erträglich ist! ~ Wie gehts euch denn so und was macht ihr an den ruhigen und vielleicht langweiligen Tagen ?
Viele Grüsse aus Germany, lasst euch nicht unterkriegen, bye Steffi ;) *thermoskanneheissenkakaorüberreich*
Ver�ffentlicht von: ilovemjj at 18.04.05 23:29