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14.04.05

Gespräch mit dem Autor Javier Moro aus Spanien

portrait_javier.jpgWeshalb unterstützt du die Initiative "Autoren für den Urwald"?
Mein Buch Freiheit zur Mitternacht handelt von den Regenwäldern am Amazonas, dort habe ich Greenpeace zum ersten Mal getroffen. Seitdem habe ich mit Greenpeace zusammengearbeitet, wann immer es möglich war.

Wie versuchst du, deinen Einfluss als Schriftsteller zu nutzen?
Ich habe mich an meinen Verlag gewendet, ein großer spanischer Verlag, und ich habe von ihren gefordert, dass meine Bücher auf Recycling- oder FSC-Papier gedruckt werden. Leider war es für mein letztes Buch zu spät: Sie sagten, dass sie das Papier auf vier Jahre im Voraus kaufen... Für mein nächstes Buch werde ich das als Bedingung in den Vertrag schreiben.

Ehrlich gesagt, habe ich das schon 1992 bei meinem allerersten Buch verlangt; immerhin handelte es von den Regenwäldern am Amazonas. Damals war ich aber noch nicht so erfolgreich, dass ich es hätte durchsetzen können. Die haben mich für verrückt erklärt.

Hattest du vorher schon von den Samis und den samischen Rentierzüchtern gehört?
Nicht wirklich. Ich habe mal mit den Inuits in Nordkanada gelebt. Deren Probleme ähneln denen der Samis.

Warst du schon einmal in einem Wald wie diesem?
Nein, in einem borealen Nadelwald war ich noch nie. Die Bäume sehen zwar völlig anders aus als diejenigen, die ich aus Regenwald kenne, sie sind viel dünner! Und doch ist es hier wunderschön. Wir waren gestern lange im Wald. Diese Wälder abzuholzen haben wir einfach nicht nötig.

Welchen Zusammenhang siehst du zwischen diesen verschiedenen Urwäldern?
Die Probleme dort sind diesen, die ich hier erlebe, sehr ähnlich. Abgesehen davon, dass es dort noch beängstigender ist: Wenn sie dort sagen, dass sie einen umbringen, dann machen die das auch. Während hier, wenn sie einen bedrohen, jeder lacht. Doch das Thema Landbesitz ist sehr ähnlich überall auf der Welt. Deswegen sind wir hier. Wenn man hier, in diesem hochentwickelten und technisierten Land es nicht schafft, auf Frischfaserpapier zu verzichten, dann läuft etwas grundsätzlich falsch. Wir sind hier im Nokia-Land! Ich finde es lächerlich und sinnlos, diese Urwälder abzuholzen.

Es fällt mir schwer zu verstehen, dass in einem Land wie Finnland noch immer diese alten Konflikte herrschen mit indigenen Völkern wie den Samis. Das hat mich überrascht. Von einem Land wie Finnland hätte ich erwartet, dass sie diese Konflikte auf zivilisierte Weise lösen.

Die Fragen stellte Monika Dörhage.

JAVIER MORO aus Spanien
Geboren 1995 in Madrid. Arbeitet als Schriftsteller, Journalist, Kinofilmproduzent und Drehbuchautor. Javier Moros Buch Fünf nach zwölf in Bhopal beschreibt eines der schlimmsten Chemieunglücke. Auch seine anderen Bücher haben einen starken sozialen oder umweltrechtlichen Bezug, zum Beispiel die Geschichte über den ermordeten brasilianischen Umweltschützer Chico Mendes, die er zusammen mit seinem Onkel geschrieben hat (Freiheit zur Mitternacht).

Ver�ffentlicht von Redaktion-HH um 14.04.05 19:33

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