« Pressekonferenz der "Autoren für den Urwald" und Greenpeace | Home | Eisfischer-Wettbewerb "Inarin Pilkki" »

15.04.05

Gespräch mit dem Autor Niccolò Ammaniti

portrait_niccolo.jpgWeshalb unterstützt du die Greenpeace-Initiative "Autoren für den Urwald"?
Mir ist nicht nur wichtig, was ich schreibe, sondern auch, wo das Papier herkommt, auf dem ich schreibe - deswegen bin ich hierher gereist.

Welche Möglichkeit siehst du für dich als Schriftsteller, dieses Unheil zu verhindern?
Ich fühle mich versucht zu denken: Mehr Bücher gleich mehr gefällte Bäume. Also keine Bücher gleich keine gefällten Bäume (lacht). Aber ich bin Autor, ich möchte meine Bücher veröffentlichen. Deswegen lasse ich sie auf Recyclingpapier drucken, und damit meine Leser das wissen, schreibe ich das vorne ins Buch hinein.

Was halten deine Leser davon, und was denken deine Kollegen darüber?
Ich schätze, dass meine Leser das gut finden. Immerhin kaufen genug Leute meine Bücher. Meine Kollegen sagen eher, dass ich ja die Zeit hätte. Mein Verlag würde mich wohl zur Hölle schicken, wenn ich keinen Erfolg hätte. So aber sind sie auf meine Forderung eingegangen.

Waren dir die Probleme der Samis vorher bewusst?
Nein, überhaupt nicht. In Italien wissen wir wohl alle nichts darüber. Samische Musik allerdings habe ich schon öfter gehört, vor allem Marie Boine.

Welche Botschaft nimmst du von dieser Reise mit?
Es scheint mir schwierig, eine Lösung zu finden. Uns allen sollte aber bewusst werden, dass wir mit jedem Buch auf Frischfaserpapier zur Urwaldzerstörung beitragen - und dass wir mit Recyclingpapier oder FSC-Papier die Urwälder schützen können. Zur Zeit sind wir zwanzig Autoren in Italien, die diese Initiative unterstützen, und ich hoffe, dass es noch mehr werden.

Das Gespräch führte Monika Dörhage.

NICCOLO AMMANITI aus Italien
Sein bisher größter Erfolg erschien 2001 ("Ich fürchte mich nicht" - "Io Non Ho Paura"). Mit 34 Jahren ist Niccolò Ammaniti der bislang jüngste Autor, der mit dem begehrten Viareggio-Rèpaci-Preis belohnt wurde. Das Buch wurde verfilmt von Gabriele Salvatores, der einen "Mediterraneo"-Academy-Award erhalten hat. Bei den Berliner Filmfestspielen im Februar 2003 wurde der Film uraufgeführt, und war bald ein Erfolg in Italien.

Ver�ffentlicht von Redaktion-HH um 15.04.05 15:28

Kommentare:

Kommentar ver�ffentlichen




An den Eintrag erinnern?