« März 2005 | Home | Mai 2005 »
25.04.05
Bilder Galerie - Abbau des Camps
Alles ist sortiert und verstaut! Jetzt müssen die drei Container "nur noch" zu Jarmo auf's Grundstück gebracht werden. Das befindet sich in der Nähe von Inari.
So etwas ist allerdings nicht mal so eben getan. Es dauert ein paar Stunden, um nicht zu sagen, die ganze Nacht. Denn es kann immmer nur ein Container nach dem anderen auf den LKW geladen und aus dem Wald gefahren werden. Allein die Fahrt vom Camp nach Inari und zurück dauert mindestens zwei Stunden. Als wir das Urwaldschutzcamp Anfang März aufgebaut haben, brauchten wir für die ganze Aktion gute 18 Stunden.
Bin gespannt, wie lange wir heute Nacht auf den Beinen sind. Wir werden sehen, der erste Container ist bei Jarmo angekommen. Allerdings ist es auch schon halb zwei Uhr in der Früh. Wir haben für die Aktion also ungefähr vier Stunden gebraucht ... Auf jeden Fall gibt es schon mal ein paar Fotos, damit ihr euch das Ganze etwas besser vorstellen könnt. (Anisha)










Veröffentlicht von Redaktion-HH um 01:16 | Kommentare (1)
24.04.05
Aufräumen, sauber machen, verstauen...
Wir packen zusammen. Gestern morgen haben wir angefangen alle Sachen wieder zu verstauen, denn heute holen wir die Container aus dem Wald.
Wenn es heute Abend zwischen acht und neun Uhr los geht, muss alles ordentlich sein: Übrig gebliebene Lebensmittel müssen in Kartons gepackt werden. Schlafsäcke und Iso-Matten müssen gelüftet sein. Aber vor allem müssen alle Sache sortiert werden, denn Schneeboots und Artic-Anzüge gehen beispielsweise zurück zu Greenpeace USA, Skier, Stöcke und ein Teil der Schlafsäcke bleibt in Finnland und das ganze Equipment für die Waldmarkierung geht nach Deutschland. Es gibt also alle Hände voll zu tun.


Peteri hält mir eines der übrig gebliebenen Schilder entgegen, während Marc, unser Aktivist aus den Niederlande versucht Ordnung in unser Lager zu bringen, wo Schneeanzüge, Werkzeug und sonstiges Equipment aufbewahrt wurde. Auch die Schilder werden übrigens verstaut, damit wir sofort wieder Zugriff darauf haben, sollte das Forstamt Metsähallitus wieder in den Wäldern um Inari einschlagen.


Theo und Janet bauen schon mal die Antenne ab. Eine wirklich heikle Angelegenheit, denn mit den kalten Fingern ist das Handtieren mit Stahldrähten nicht ganz ohne.


Janet beaufsichtigt das Feuer. Dies sind die Reste von unserem ersten und zweiten Klo, die die Holzfäller zerstört haben. Das aktuelle wird erst verbrannt, wenn wir komplett abgebaut haben, denn noch brauchen wir es ja. Wichtig ist jedenfalls, dass keine Dinge, die nicht in den Wald gehören, hier bleiben. Deshalb wird auch unser Mist in Säcken mitgenommen.


Nachdem die Skier und Anzüge sortiert und gelüftet sind, fängt Sini langsam an, sie in Säcke zu verstauen.
Während unserer gesamten Aufräumaktion blieb es übrigens sehr, sehr ruhig. Die Holzfäller aus dem Anti-Terror-Camp scheinen endlich Ruhe zu geben. Auch wenn wir an ihnen vorbei fahren, stoppen sie uns nicht mehr, sondern lassen uns tatsächlich einfach passieren. Hoffen wir, dass es heute Abend beim Abbau auch so bleibt.
(Anisha)
Veröffentlicht von Redaktion-HH um 12:03 | Kommentare (0)
23.04.05
Die letzten Portraits
Oli, 27, kommt aus Stuttgart und ist seit 1999 aktiv bei Greenpeace. Davor war er viele Jahre Fördermitglied.
Warum bist Du bei Greenpeace?
Weil Greenpeace eine gewaltfreie, politisch und finanziell unabhängige Umweltschutzorganisation ist, die sich weltweit für die Lebensgrundlagen einsetzt. Durch ein Gespräch am Infostand der Gruppe Dortmund habe ich den Zugang zur aktiven Arbeit bei Greenpeace gefunden.
Erzielte Erfolge der ehrenamtlichen Arbeit waren unter anderem die Auslistung von Urwaldhölzern einer großen Baumarktkette sowie die Forcierung des Nationalparks Kellerwald-Edersee, der Anfang 2004 ausgewiesen wurde. Mein Motto lautet: Taten statt Warten!
Warum bist Du in Finnland?
Weltweit existieren nur noch 20 Prozent der Urwälder - alle zwei Sekunden fällt die Fläche eines Fußballplatzes der Säge zum Opfer. Da es die letzten europäischen Urwälder nur noch in Nordfinnland gibt, gilt es, dieses außergewöhnliche natürliche und kulturelle Erbe für die nachfolgenden Generationen zu bewahren.
Welche Erwartungen hast Du an diesen Aufenthalt?
Beruflich beschäftige ich mich mit Großschutzmanagement und nachhaltigem Tourismus. Daher bin ich sehr interessiert, wie die Debatte um den Schutz der Wälder in Finnland geführt wird. Interessant ist vor allem, ob es gelingt, der lokalen finnischen Bevölkerung den Gedanken von Schützen und Nutzen zu vermitteln. Denn eines ist klar: die Unterstützung der Bevölkerung ist essentieller Garant für den Erfolg des Gebietes. Last but not least wünsche ich mir natürlich, dass die finnischen Urwälder unter Schutz gestellt werden und die Samikultur weiter existieren kann.
Ich bin Leo Reinhardt, komme aus Flensburg, bin 25 Jahre alt und bin seit Anfang des Jahres bei Greenpeace Hamburg.
Was machst du dort?
Ich bin im Greenpeace-Aktionsmittellager für den handwerklichen Bereich zuständig.
Und warum bist du hier?
Natürlich um die letzten Urwälder in Europa zu schützen.
Was ist das wichtigste im Camp?
Die Nerven behalten, zumindest in den letzten Wochen. Und immer Ohrenstöpsel in den Taschen haben.
Was ist dein Bezug zu dieser Region?
Ich habe keinen wirklichen - außer, dass ich wie alle anderen die Wälder hier schützen möchte. Doch ich muss gestehn, es ist mir hier zu kalt und ein wenig zu ruhig, abgesehen von dem Holzfäller-Terror.
Hanno Buntrock, 25 Jahre alt, kommt aus Flensburg/Hamburg. Er ist seit 1999 bei Greenpeace, war jedoch nie Gruppenmitglied.
Was machst Du bei Greenpeace?
Ich verdiene mir meinen Lebensunterhalt mit einer sinnvollen Tätigkeit.
Warum bist Du in Finnland?
Da ich am Wald aufgewachsen bin und ich es unverschämt finde, Urwälder zu zerstören. Gerade bei so langsam wachsenen Wäldern, wie in Finnland.
Was erwartest Du von Deinem Aufenthalt?
Mir selbst ein Bild dieser Wälder zu machen und aktiv gegen die Abholzung vorzugehen.
Veröffentlicht von Redaktion-HH um 19:15 | Kommentare (1)
22.04.05
Hmmm lecker - Probiert das mal!
Wie wir ja gerade bekannt gegeben haben, bauen wir an diesem Wochenende unser Camp ab. Mit anderen Worten naht das Ende. Nur noch ein paar Tage und wir sind alle wieder zurück in unseren Heimatländern und in alle Himmelsrichtungen verstreut.
Dies ist vielleicht ein guter Anlass, mein Versprechen einzulösen, unserem Koch Rosanno noch ein Rezept abzuluchsen. Denn genau dies habe ich vor ein paar Tagen gemacht, als er sich tatsächlich mal auf die Finger hat schauen lassen. Lag wohl an der Übermüdung, an der wir hier alle leiden, auf Grund des Dauer-Terrors, den die Holzfäller vom Forstamt Metsähallitus jede Nacht hier veranstalten.
Es gab Rentier auf zweierlei Art, Kartoffelpüree und Kichererbsen á la Rosanno
Gekochtes Rentierfleisch auf Sami Art
Ein paar Scheiben Rentier (in Deutschland kann man natürlich auch anderes Fleisch nehmen) in einen Topf geben und mit etwas Wasser füllen. So viel Wasser zugeben, dass das Fleisch bedeckt ist. Etwas Salz und Pfeffer dazu geben. Das Ganze kochen bis es durch ist. Und das war es schon.
Rentierfleisch mit Salbei
Etwas Olivenöl in eine Pfanne geben und erhitzen. Das Rentierfleisch in die Pfanne geben und mit etwas Pfeffer, Salz, Salbei und Rosmarin anbraten. Fertig!
Kartoffelpüree
Kartoffeln in einen Topf geben und kochen. Wenn diese fertig sind, zu Mus stampfen und mit etwas Milch, Salz, Muskatnuss und Butter abschmecken.
Kichererbsen á la Rosanno
Kichererbsen eine Nacht einweichen. Dann in einen Topf geben und Salz, Lorbeerblätter, Tomatenpüree, Zwiebeln, Rosmarin und Salbei dazu geben. Alles zusammen kochen, bis die Kichererbsen gar sind.
Wer Lust hat, sollte dieses Rezept mal am Wochenende versuchen. Geht schnell und ist echt lecker!
(Anisha)

Veröffentlicht von Redaktion-HH um 19:19 | Kommentare (0)
Einschlagstopp verlängert - Urwaldschutzstation wird abgebaut
Der Einschlagstopp in den von Greenpeace, dem finnischem Naturschutzbund und den Sami kartierten potenziellen Urwäldern und Wäldern mit hohem Schuztwert wird verlängert. Dies ist das Ergebnis eines Treffens zwischen den Sami Rentierhaltergenossenschaften aus Inari mit dem staatlichen Forstamt Metsähallitus vom Mittwoch.
Die Urwaldschutzstation von Greenpeace wird daher in den kommenden Tagen abgebaut. Allerdings werden wir weiterhin mit einem kleinen Büro in Inari vertreten bleiben, um den laufenden Prozess zu begleiten.
Anfang März hatten aktivisten aus verschiedenen Greenpeace-Büros eine Urwaldschutzstation im Urwald in Inari errichtet, um gegen den Einschlag in den letzten Urwälder Europas zu protestieren. Zusammen mit den indigenen Sami sind darufhin die Urwälder und Wälder mit hohem Schutzwert mit Warnschildern markiert worden, da sie besonders wichtig für die Sami und ihre Rentierzucht sind.
Am 7. März wurde vom staatlichen Forstamt der Einschlag eingestellt und mitgeteilt, dass weitere Fällungen bis Anfang Mai eingestellt werden. Greenpeace begrüßt ebenfalls die jetzt getroffene Entscheidung den Einschlag auch weiter - bis Mitte Juni - auszusetzen und wird die Urwaldschutzstation abbauen.
Freitagmorgen haben wir auf einer Pressekonferenz in Helsinki unsere Entscheidung der Öffentlichkeit mitgeteilt. Der finnische Waldexperte von Greenpeace-Finnland, Matti Liimatainen, legte das Ergebnis des Treffens zwischen Sami und dem staatlichen Forstamt Metsähallitus dar und machte unseren Entschluss deutlich, die Urwaldschutzstation aufgrund des ausgeweiteten Einschlagstopps abzubauen.
Frau Kati Erikson vom Sami Council, die ebenfalls bei der Pressekonferenz anwesend war, unterstützte die Sami von Inari und teilte mit, dass der Sami Council weitere rechtliche Schritte gegen die Waldzerstörung prüfen wird.
Die kommenden Tage werden davon geprägt sein, unsere Wohncontainer mit Hilfe eines Kranes auf einen LKW zu verladen und aus dem Wald zu bringen. Ein gutes Stück Arbeit. Mehr darüber in den kommenden Tagen. (Oli, Anisha)
Veröffentlicht von Redaktion-HH um 17:25 | Kommentare (1)
21.04.05
Einschlagstopp in Inari verlängert
Der Einschlagstopp in den von Greenpeace, den Sami und dem finnischen Naturschutzbund kartierten Urwäldern und Wäldern mit hohem Schutzwert in der nordfinnischen Region Inari wird bis Anfang Juni verlängert. Dies ist das wichtigste Ergebnis des gestrigen Treffens zwischen den Sami Rentierhaltern aus Inari und dem staatlichen Forstamt Metsähallitus. Es wurde zudem vereinbart am 9. Juni die Diskussion über die Zukunft der Wälder fortzusetzen.
Greenpeace begrüßt die Verlängerung des Einschlagstopps als ein wichtiges Zeichen zur Lösung des Konfliktes. Es ist zu hoffen, dass auch über den 9. Juni hinaus die Anfang März ausgesetzten Einschläge im Urwald in Inari eingestellt werden, bis in fairen und transparenten Verhandlungen zwischen den Sami und dem finnischen Staat eine Einigung über den weiteren Schutz der Urwälder wie der Wälder mit hohem Schutzwert erzielt wird.
Veröffentlicht von Redaktion-HH um 17:41 | Kommentare (0)
Wenn Holzfäller-Terror zum Alltag wird
"Irgendwer hat die Musik aber sehr laut aufgedreht", denke ich im Halbschlaf. Dabei kann von Denken eigentlich noch keine Rede sein. Mein Fuß wippt zum Takt. Ein finnischer Song, recht poppig. Nicht mein Geschmack, aber extrem Ohrwurm gefährlich. Langsam schlage ich die Augen auf, denn ich glaube zu diesem Zeitpunkt noch, dass die Musik aus dem Container kommt. Scheint Zeit zum Aufstehen zu sein und das ist die "sanfte" Methode mir das mitzuteilen.
Ich schlage die Augen auf. Die drei anderen liegen ebenfalls noch im Bett, total erschöpft von der Nachtwache. Und da dämmert’s: Der Terror geht weiter. Die Musik ist nicht von uns, sondern von draußen. Die Holzfäller aus dem so genannten Anti-Terror-Camp haben sich mit einem Auto genau vor unserem Container aufgebaut. Die Türen sperrangelweit offen, lassen sie die Lautsprecher fast explodieren - so laut ist es. Der finnische Song in der Dauerschleife, wieder und wieder, über eine Stunde lang. Als ich durch die Vorhänge sehe, grinsen sie mich an. Ich denk nur: "Der Tag wird ja viel versprechend!"
Es ist schlimm. Und im Grunde meinen wir zu wissen, dass die Holzfäller uns nicht wirklich körperlich etwas anhaben können. Oder doch? Diese Ungewissheit zermürbt, auch wenn wir glauben, dass das staatliche Forstwirtschaftsunternehmen Metsähalitus einen Daumen auf die Aktivitäten ihrer Holzfäller hält. Aber man weiß ja nie, ob nicht doch mal einer die Kontrolle verliert. Oft ist einfach zu viel Alkohol im Spiel.
Der Terror geht jetzt seit unserem Camp-Umzug in die Nähe von Nellim. Gute zwei Wochen also. Wenn wir in oder aus dem Camp fahren wollen, werden wir gestoppt. Manchmal nur kurz, manchmal für einen halbe Stunde. Man weiß es nie genau. Oder die Holzfäller fahren mit Schneemobilen mehrere Male am Tag an uns vorbei. Hautnah. Jean-Jack haben sie bereits angefahren.
Es hat den Fahrer einfach nicht interessiert, ob er da steht oder nicht. Gott sei Dank ist aber nichts passiert. Um sie daran zu hindern, dass sie so dicht um unsere Container fahren, haben wir eine Mauer aus Schnee gebaut. Wie ein Iglu. Aber hat es was genützt? Natürlich nicht. Ganze zwei Stunden stand das Ding, dann wurde sie zerstört - von Holzfällern mit dem Schneemobil.
Ein anderes Mittel, um uns zu terrorisieren sind Hupen und Sirenen. Ein bis fünf Männer kommen in regelmäßigen Abständen, etwa jede Stunde, zu uns hoch und hupen. Inzwischen können wir darüber nur noch den Kopf schütteln. Sie stehen vor den Fenstern der Container und hupen, hupen, hupen. Da wir immer rausgehen, um Fotos und Filme darüber zu machen, hupen sie uns direkt ins Gesicht, in die Kamera oder in die Ohren. Manche sind sogar so enthusiastisch, dass sie hinter uns her rennen.
Die ersten Male hatte ich noch echtes Herzklopfen. Jetzt frage ich mich nur noch, wie erwachsene Menschen sich so unglaublich peinlich verhalten können. Doch auch das ist ein Problem. Wir fangen an, diesen Terror als alltäglich anzusehen. Oft denke ich, dass sie sich doch bitte mal etwas Anderes überlegen sollen. Es wird langsam langweilig. Immer dieses Hupen. Doch trotzdem sind und bleiben die Holzfäller eine Bedrohung und wir laufen Gefahr, sie nicht mehr als diese wahrzunehmen. So sehr ist der Terror hier bereits Alltag geworden.
Aber wir werden immer wieder daran erinnert, dass sie nicht zu unterschätzen sind. Letzte Nacht kamen sie tatsächlich mit einer neuen Idee. Gegen drei Uhr, als Timo und Jean-Jack die Hälfte Ihrer Nachschicht rum hatten, kamen die Holzfäller und verteilten rund um die Container Hühnerscheiße. Appetitlich! Außerdem verwandelten sie den Weg zum Örtchen zur reinsten Stolperfalle. Auf den gut 70 Metern, die wir zur Toilette durch den Wald gehen müssen, waren überall Stricke gespannt.
Wird es jetzt doch körperlich gefährlich? In dieser Nacht haben sie auch unser Klo zerstört - es ist nur noch der reinste Trümmerhaufen. Wir können nur hoffen, dass es bei solchen Aktionen bleibt und die Holzfäller nicht eine ihrer vielen Drohungen gegen uns wahrmachen.... Wir wissen es nicht!
















(Anisha)
Veröffentlicht von Redaktion-HH um 12:10 | Kommentare (0)
20.04.05
Besucher im Camp
Das Greenpeace in den Wäldern von Inari Anfang März ein Protest Camp gegen die Abholzung des Urwaldes und den Schutz der Sami und deren Rentierherden aufgebaut hat, dass wissen die Einwohner dieser Region alle. Doch seit dem wir umgezogen sind und die Holzfäller ihr sogenanntes Anti-Terror-Camp aufgebaut haben, ist das Interesse an den Vorgängen im Wald mehr und mehr gestiegen.
Immer wieder kommen Menschen aus der Umgebung zu uns ins Camp. Laufen auf und ab, schauen neugierig. Um die vierzig sind es bereits, denen wir die Angst und oft auch eine große Portion Hass gegenüber Greenpeace in ihren Gesichtern ansehen. Der Grund sind Ängste, geschürt vor allem von den vielen Fehlinformationen, die die lokale Presse hier immer wieder verbreitet. Und deshalb nutzen wir die Chance, wenn uns mal eine Gruppe von Besucher ansteuert, mit ihnen zu reden.
Manche sind für die Möglichkeit dankbar, sie suchen förmlich das Gespräch, aber es gibt auch immer wieder Leute, die einfach nur kommen, um uns anzupöbeln. Sie wollen einfach glauben, was an Lügen verbreitet wird und zeigen keinerlei Willen, auch nur einen Millimeter von ihrem Standpunkt abzurücken. Das ist oft frustrierend, denn wir haben Verständnis für die Ängste. Aber wir wissen auch, dass viele dieser Ängste unbegründet sind. Das möchten wir unseren Besuchern natürlich gerne vermitteln. Aber gut, es bleibt uns nichts anderes übrig, als das erstmal hinzunehmen.
Aber wie gesagt, so sind nicht alle. Die Mehrzahl kommt sogar zu uns in die Container und wir können bei einer Tasse Tee miteinander reden. Wir hören uns die Sorgen und Bedenken an, stehen aber vor allem Rede und Antwort, um ihnen die Zweifel zu nehmen.
Die größte Sorge ist die Angst, um die Arbeitsplätze. "In Finnland ist die Arbeitslosigkeit sowieso schon so groß", beschweren sich einige, "da brauchen wir nicht auch noch Greenpeace, die uns die wichtigen Stellen in der Forstwirtschaft wegnehmen." Verständlich? Wir erklären dann, dass es uns nicht darum geht, Arbeitsplätze abzuschaffen, sondern den Wald zu schützen. Schließlich ist der Urwald eine sehr wichtige Ressource für das ökologische System und vor allem für die Existenz der samischen Kultur.
Wir berichten auch von unserem Report, den wir Metsähalitus und der finnischen Regierung vorgelegt haben. Dieser beinhaltet Vorschläge für den Erhalt von Arbeitsplätzen in der Forstindustrie. Bisher hat sich aber keiner der zuständigen Behörden dazu geäußert. Zudem ist es Sache der Regierung für Arbeitsplätze zu sorgen. Und das steht sogar im Gesetzt.
Ein anderer Vorwurf: Greenpeace schürt den Konflikt zwischen Sami und dem staatlichen Forstwirtschaftsunternehmen Metsähalitus absichtlich. Greenpeace benutze die Sami da wir sonst keine Gründe hätte, sich für die Wälder in Lappland einzusetzen. Das ist natürlich völliger Blödsinn, denn es gibt reichlich Gründe, warum wir uns für Urwälder weltweit einsetzen. Beispielsweise ein gesundes Ökosystem. Außerdem haben uns die Sami um unsere Unterstützung gebeten.
Mit jeder Abholzung verlieren viele Tiere und Pflanzen ihren Lebensraum, was wiederum zum Aussterben vieler Arten führen kann. Und damit wären wir auch schon wieder bei den Sami. Auch sie brauchen die Urwälder, damit ihre Rentierherden im Winter nicht verhungern. Den Konflikt zwischen Ureinwohnern und finnischer Regierung gibt es bereits seit Jahrzehnten.
In diesem Sinne können wir auch gleich klarstellen, dass Greenpeace weder ein Unternehmen ist, welches Gewinne macht, noch eine Organisation für Tierrechte. Dies sind ebenfalls Behauptungen, die hier in Finnland verbreitet und von unseren Besuchern angesprochen werden. Es hieß sogar schon, dass Greenpeace eine Konflikt-Industrie schafft, damit es Gelder bekommt. Das ist natürlich Quatsch, denn wir versuchen lediglich, auf die vorherrschenden Probleme aufmerksam zu machen. Und wir setzen uns für sinnvolle und ökologische Lösungen ein.
Noch mal, Greenpeace ist nicht prinzipiell gegen Abholzung von Wäldern. Aber wir setzen uns gegen die Abholzung der letzten bestehenden Urwälder und anderer wichtiger Rentierwälder mit hohem Schutzwert ein. Nur diese Gebiete sollen geschützt werden. Und das hat nicht automatisch einen Arbeitsstellenverlust zur Folge.
Es gibt andere - staatliche und private - Wälder, die genutzt werden können. Zudem sollte bedacht werden, dass es zurzeit mehr Jobs durch Rentierhaltung gibt, als durch die Forstwirtschaft in den staatlichen Wäldern. Die wirtschaftliche Haupteinnahmequelle Lapplands ist zudem der Tourismus.
Beim Stichwort Tourismus kommt auch gleich die nächste Angst. "Dürfen wir überhaupt noch in den Wald, wenn er geschützt ist?" Denn der Wald gehört hier zum täglichen Leben. Es wird in ihm gejagt, spazieren gegangen, Motorschlitten gefahren oder einfach nur zur Erholung genutzt.
Dazu können wir nur sagen: Was für eine Frage, natürlich, der Wald ist für alle da! Es geht nicht darum, ihn für irgendwen nicht mehr zugänglich zu machen. Alles was wir wollen ist ihn schützen, damit man auch noch in vielen, vielen Jahren etwas davon hat!






(Anisha)
Veröffentlicht von Redaktion-HH um 13:33 | Kommentare (1)
19.04.05
Aktion in Helsinki – Aktivisten verhaftet
Sechs unserer Aktivisten (vier Finnen, ein Niederländer und ein Deutscher) sind heute in Helsinki, direkt aus dem Gebäude des Forstwirtschaftsministeriums von der Polizei verhaftet worden. Der Grund: Sie und noch andere Aktivisten, insgesamt aus sechs verschiedenen Ländern, haben heute morgen um neun Uhr eine LKW-Ladung voller Abholzungsreste vor den Türen des Forstwirtschaftsministerium abgeladen. Während die einen in das Gebäude sind, um dort die Überbleibsel der Einschläge aus den Wäldern rund um Inari auf den Stufen zu verteilen, hat sich ein Kletterteam vom Dach des Gebäudes abgeseilt, um ein Banner mit der Aufforderung „ Vernichtet nicht den Sami Wald“ aufzuhängen.
Die Polizei reagierte sehr langsam auf das Geschehen. Erst nach einer Weile tauchte sie vor Ort auf, um die Situation zu begutachten und die Personalien aufzunehmen. Nach einigen Diskussionen der Polizei mit dem Ministerium, wurden sechs Aktivisten, die die Haupteingangstreppe mit den Abholzungsresten blockierten, in den Polizeiwagen gebracht und zum Präsidium gefahren. Alle anderen Aktivisten, die draußen auf dem Platz waren, wurden verschont und das Kletterteam kam eine Stunde später ebenfalls unbeschadet runter und wurde lediglich nach den persönlichen Daten befragt.
Währenddessen bleibt das Forstwirtschaftsministerium, obwohl verantwortlich für den ganzen Konflikt in Nord-Lappland, weiterhin schweigsam. Wie so oft in der jüngsten Vergangenheit. Die Regierung lässt beispielsweise das staatliche Forstwirtschaftsunternehmen Metsähalitus alle Gespräche alleine führen, mit der Begründung, dass es sich hier um ein lokales Problem handle. Das Forstwirtschaftsministerium ging sogar so weit, dass es nicht mal einen Brief der Rentierzüchter Kooperativen bezüglich der Konditionen für die Verhandlungen beantwortete. Ebenfalls unbeantwortet ist bis heute ein gemeinsamer Brief von Greenpeace, der Finnischen Association for Nature Conservation und dem WWF Finnland.....
....inzwischen sind unsere Aktivisten wieder auf freien Fuß.... Und der kleine Schock wird damit kräftig belohnt, dass das finnische Fernsehen bereits mehrfach über die Aktion berichtet hat... Well done!


(Anisha)
Veröffentlicht von Redaktion-HH um 18:28 | Kommentare (2)
18.04.05
Im Freilichtmuseum
Ein wenig Kultur, das muss schon sein, dachten sich Hanno, Theo, Mina und Henry. Alle vier waren noch nicht in dem samischen Museum Siida in Inari und wollten da heute unbedingt mal hin. Ich selbst war da zwar schon, doch was ich nicht wusste, dass das Museum auch einen Freilichtbereich hat. Also bin ich noch mal mit gegangen, denn hinter dem Hauptgebäude findet man typische Wohnsitze der Fischer – und Rentiersamen, sowie lauter Fanggeräte. Insgesamt gibt es fast 50 Objekte zu besichtigen. Ein paar stammen direkt aus dem Dorf Tirro, das direkt am Ufer des Vaskojoki Fluss liegt. Da es 1960 noch keine Straße gab, wurden die Stämme dieser Hütten mit Rentieren nach Inari gebracht. Heute liegt das Dorf an der Straße nach Angeli, einer Stadt an der Grenze zu Norwegen.
Gleich am Anfang bestaunen wir ein altes Gerichtshäuschen. Eines der ersten Rechtswesen im hinteren Lappland, heißt es auf dem Infoschild. Das Gericht tagte bis genau vor 100 Jahren. Zum Zeitvertreib wurden Hunderte von Kerben in die Holzwände eingeritzt, ein Teil davon ist von Leuten, die auf ihr Urteil gewartet habe. Urteile waren entweder Gefängnis, Zwangsblock oder Peitschenschläge. Diese wurden gleich nach Verhandlung, direkt vor dem Häuschen am Eckbaum ausgeführt. Der Verurteilte hatte die Hände gefesselt und bekam, je nach Strafmaß, die Schläge auf den nackten Rücken. „Autsch“ jammerte Mina mitfühlend beim Lesen.
Als nächstes kamen wir zu einer kleinen Ansammlung von Unterständen, die die Sami während der Rentierhütearbeit oder auf dem Jahrmarkt benutzten. Das Gerüst besteht meistens aus Birken- und Kiefernstämmen. Logisch, andere Bäume gibt es hier ja auch kaum. Das aufgebaute Gestell wurde dann mit Stoff überdeckt, welcher dünner ist, als der des Lappenzeltes. Die Feuerstelle war in der Mitte, was im Übrigen auch im bereits erwähnten Lappenzelt so ist. Diese benutzten die Sami jedoch, wenn sie länger irgendwo blieben. Deshalb besteht das Grundgestell aus gebogenen Holzstangen, an denen sogenannte Rippen befestigt wurden. Darauf legten sie im Winter Decken und im Sommer Torf oder Stoff.
Ob Zelt oder Hütte, was überall gleich ist, ist die Hausordnung erklärt uns Henry, als wir bei einer Torfhütte angekommen sind. Dabei scheut er nicht davor zurück in den Unterschlupf reinzukrabbeln und bittet uns mitzukommen. Nachdem er uns gezeigt hat, wie man sich in so einem Haus hinsetzt, erklärt er, dass die Feuerstelle beispielsweise immer in der Mitte ist. Dahinter kommt dann der Platz für die Kochgeräte, Essgeschirr und andere Geräte. „Dort darf niemals jemand sitzen oder stehen“, sagt er in einem recht strengen Ton, als ob irgendwer von uns drei Laien etwas heiliges entehrt hätte. Nachdem das geklärt ist, zeigt er uns, dass der Vater immer links hinter der Feuerstelle, die Mutter und die Kleinkinder auf der rechten Seite sitzen. Ältere Kinder, alte Leute und Angestellte waren näher beim Ausgang. Und wenn man die Hütte betrat, musste man erst einmal auf die Genehmigung warten, dass man sich auf den Rentierhäuten hinlümmeln durfte, ansonsten blieb man eben hocken.
Wieder draußen, sieht Mina eine weitere kleine Hütte und kriecht verzückt dort rein. Als wir später vor einem Fischaufbewahrungsspeicher stehen, in den mal locker 1000 Fische reinpassten, fragt sie: „Hat das Ding in dem ich gerade war den gleichen Zweck, wie dieser Raum“? „Nee“, sag ich, „das war ein Stall für Schafe, in dem sie im Winter untergebracht werden“ und kann mir ein leichtes Grinsen nicht verkneifen. Zur Antwort kam nur ein schlichtes: „Mir hat es da drin gefallen, vielleicht war ich auch mal ein Schaf in einem vorherigen Leben“. Wer weiß? Wir sind jedenfalls noch kurz weiter runter an den See, denn dort gab es ein paar Fischtrocknungsgestelle zu sehen. Ein Holzgerippe, wo ebenfalls 1000 Fische gleichzeitig getrocknet werden konnten, bevor sie dann in den Speicher oder in einer Torfhütte aufbewahrt wurden. Erst mal da drinnen, konnte sich die Familie einen ganzen Winter lang davon ernähren. Beeindruckt, wie die Sami mit den Resourcen der Natur ihr Leben organisieren, stapfen wir zurück zum Hauptgebäude. Und ich muss gestehen, der Freilichtbereich gefällt mir besser, als die Ausstellungsräume. Für meinen Geschmack ein wenig zu viel Theorie - bin eben doch eher der Typ für's Anschauliche.











(Anisha)
Veröffentlicht von Redaktion-HH um 12:40 | Kommentare (3)
Brennende Kreuze und andere komische Vorgänge

Die letzten zwei Nächte waren ruhig. Gott sei Dank. Aber die Nächte davor hatten wir jede Menge Besuch von unseren Holzfäller Nachbarn. Wir haben die nächtlichen Aktivitäten mal auf Video festgehalten. Hier ein kleiner Einblick. Bleibt dran, denn in den nächsten Tagen kommen noch welche dazu. (Anisha)
Brennenden Kreuze
Quick Time.move(748)
Unhöfliche Zeichen
Quick Time.move(748)
Veröffentlicht von Redaktion-HH um 10:49 | Kommentare (0)
17.04.05
Weite Welten
Gestern war ich für unseren Fotografen Tim von Greenpeace International der Chauffeur. Er hat uns besucht, um unsere Kampagne zu dokumentieren. Dafür musste er natürlich von A nach B. Und da alle andere in den Wäldern rund um Inari beschäftigt waren, habe ich mich angeboten, ihm sowohl das alte, als auch das neue Camp zu zeigen. Wir waren Stunden unterwegs. Hin und her, wieder und wieder. Dabei ist mir erneut aufgefallen, wie unglaublich weit dieses Land ist. Kein Weg ist kürzer als eine halbe Stunde, wenn nicht sogar noch länger. Entschädigt für den ungeheuren Zeitaufwand wird man jedoch von einer wunderschönen Landschaft. Wenn man an den vielen Seen mit den glitzernden Schneemassen entlang fährt, kommt man sich vor, wie in einem Märchen von Hans Christian Andersen. Schade, dass wird gerade gestern immer wieder von kleinen Schneestürmen überrascht wurden. Doch auch so, kann man der Landschaft durchaus was abgewinnen.
Aber zurück zu den Weiten. Um mal eine Vorstellung zu geben, um welche Dimensionen es sich hier wirklich handelt, habe ich mal nachgeforscht. Finnland selbst hat beispielsweise eine Gesamtfläche von 337.030 km², dass ist zwar etwas kleiner als Deutschland mit seinen 357.026,55 km², doch man muss das ja auch auf die Einwohner pro Quadratkilometer beziehen. Bei uns sind das 230,86 Einwohner pro Quadratkilometer und in Finnland gerade mal 17,1 und in der Gemeinde Inari, wo wir unser Camp haben, ist es wie die Nadel im Heuhaufen: Gerade mal 0,42 Einwohner pro Quadratkilometer, dabei umfasst die Gesamte Gemeinde 17.321,32 Quadratkilometer. Kein Wunder also, dass man von einem Ort zum nächsten so endlos lange braucht. Doch jetzt Schluss mit den vielen Zahlen, zurück zur Wirklichkeit.
Wie sieht also so ein Leben in solchen menschenarmen Gegenden aus? Wir selbst können nur im Ansatz erahnen, was das bedeutet, schließlich sind wir nur für einen absehbaren Zeitraum hier. Trotzdem spüren wie die Distanzen schon bei der Anreise. Die meisten Aktivisten kommen mit Bus und Bahn, das heißt im Klartext sie sind locker zwei Tage unterwegs. Wir halten fest: Finnland ist nicht Australien, nicht das andere Ende der Welt und doch reist man ungefähr genau so lange, wie von Hamburg bis nach Sydney.
Die Einheimischen sind da schlauer. Im Winter nutzen Sie beispielsweise den Inarisee für Abkürzungen. Braucht man von Nellim auf der Strasse gute anderthalb Stunden, ist man mit dem Motorschlitten bereits in 30 Minuten da. Das geht natürlich nicht immer, aber wenn die Möglichkeit besteht, hüpft beispielsweise unser samischer Freund Kalevi schnell mal auf seine Maschine und ist im Hand umdrehen auf der anderen Seite des Sees. Und da er nicht der einzige ist, der diese Gelegenheit nutzt, stehen in regelmäßigen Abständen Verkehrzeichen und Distanzschilder mitten auf dem Eis. 
So leicht wie die Erwachsenen haben es die Kinder wiederum nicht. Beschweren sich in Deutschland Eltern immer wieder über lange Schulwege? Da kann ich nur sagen: Kommt mal hierher. Hier werden Kinder erst von den Eltern mit dem Auto zur Schulbusstation, dann vom Bus in die Stadt und dort meistens noch von der Haltestelle mit dem Taxi zur Schule gebracht. Und keiner meckert, so ist das eben, wenn man am fast nördlichsten Punkt Europas lebt.
Sehr beeindruckt hat mich vor allem ein fahrender Staubsauger-Laden. Was man sich darunter vorstellen soll? Ganz einfach. Man nehme einen ausrangierten Postwagen, den mit der Klappe an der Seite. Packt statt lauter Päckchen, vom Staubsauger über Staubsaugerbeutel bis zu den kleinsten Zubehörteilen alles in den Wagen und fährt durch ganz Nordfinnland. Die Begründung ist ganz simpel. Die richtigen Läden können schließlich nicht alles unterbringen, deshalb gibt es ein paar Menschen, die eben von Ort zu Ort fahren, mit solchen Sachen, die andere Geschäfte nicht haben. In diesem Fall eben Staubsaugerzeugs. Und gekauft wird tatsächlich, es scheint sich also zu lohnen.
Was sich in Inari wiederum nicht lohnt und deshalb kurz vor der Schließung war, ist der einzige EC-Automat. Letztes Jahr wollte die Bank ihn eigentlich abschaffen, da er zu wenig benutzt wurde. Allerdings haben sie sich dann doch noch um entschieden, denn der nächste ist erst wieder in Invalo. Und das sind immerhin 38 Kilometer. Eine ganz schöne Strecke nur um mal eben ein wenig Geld abzuheben. Dies erklärt aber, warum so viele Finnen selbst die kleinsten Kleckerbeträge mit der EC oder Kreditkarte bezahlen. Ich jedenfalls bin froh, dass es das Ding hier gibt, denn die Auslandsabbuchungsgeböhren würden doch den Rahmen sprengen, wenn man für jede Cola mit Karte zahlen würde.
(Anisha)
Veröffentlicht von Redaktion-HH um 14:13 | Kommentare (0)
16.04.05
Leben auf engsten Raum mit den Holzfällern
Seit gestern Nacht heißt es Leben auf engsten Raum. Nach Stunden langen rumsitzen, wurden die Holzfäller in ihrem Camp ganz plötzlich sehr aktiv. Scheinbar haben sie nur darauf gewartet, dass es dunkel wird, denn kurz vor 23 Uhr fingen sie an ihre Zelte abzubauen.
Mit Baggern, Lastwagen und Kran kamen sie den kurzen Weg zu uns rauf. Oder soll ich eher sagen, sie machten sich den Weg frei? Wir hatten extra noch eines unserer Fahrzeuge auf den Zufahrtsweg gestellt, weil wir Angst hatten, das sie uns den aufreißen und wir nicht mehr an unser Camp kommen. Versorgungstechnisch wäre das äußerst ungünstig.
Doch wir haben uns verschätzt. Statt die Zufahrt unpassierbar zu machen, setzen sie ihre Schikane weiter fort. Nachdem die Holzfäller sich mit ihren Fahrzeugen den Weg einfach am Rand frei gemacht haben, platzierten sie ihre Zelte jetzt genau neben unseren Containern. Doch damit nicht genug. Unsere Nacht war begleitet von obszönen Rufen, Kettensägen, Handyklingeltönen, Hupen und jede Menge Fuck Fingern – bis morgens früh um fünf Uhr konnte keiner auch nur ein Auge zu tun.
Ausserdem fällten und verbrannten sie Bäume, stellten sich genau an unsere Fenster und schauten uns für lange Zeit direkt in die Betten. Vom wahren der persönlichen Privatsphäre hat man in Finnland anscheinend noch nicht so viel gehört. Der Gipfel des Ganzen ist allerdings ein Henkersstrick, der nun genau vor unserer Haustür an einem Baum hängt. Die Botschaft ist wohl mehr als deutlich. Da fragt man sich, ob man hier eigentlich im kultivierten Europa ist, oder doch im Amazonas.
Wir jedenfalls versuchen Ruhe zu bewahren, den Lärm möglichst zu ignorieren, wobei das jetzt doch reichlich schwer fällt, und immer wieder freundlich auf die Holzfäller zu zugehen. Aber an einer friedlichen, konstruktiven Auseinandersetzung ist bis jetzt nicht zu denken. Jeder Versuch von unseren finnischen Aktivisten ist kläglich gescheitert. Und was sollen wir noch mehr tun, als freundlich die Hand reichen und zum Gespräch einladen? Versuchen werden wir es auf jeden Fall immer wieder....





(Anisha)
Veröffentlicht von Redaktion-HH um 21:20 | Kommentare (0)
Rad der Zeit!
Es ist soweit, mein Urlaub ist vorbei. Mit frischen Tatendrang geht es wieder ran an die Tasten. Ich war gespannt, wie es sein wird, wenn ich wieder da bin. Ich kenn ja schon alles, weiß wie der Tag so abläuft, alltägliche Routine eben. Doch weiß ich es wirklich? Irgendwie auch wieder nicht. Schliesslich steht das Camp jetzt an einem ganz anderen Ort. Wie wohl der tägliche Ablauf aussieht, denn der Weg zwischen Büro und Camp ist auf einmal doppelt so lang. Und welche Leute sind dort? Ein paar kenne ich wohl noch. Doch es ist komisch, war ich doch echt urlaubsreif, habe ich den ganzen Haufen doch sehr vermisst. Wäre schön, wenn sich nicht allzu viel verändert hat, denn ich hatte mich so schön eingewöhnt. Aber darauf kann ich mich garantiert nicht verlassen. Besonders nicht in einem Camp wie unserem, wo jeden Tag etwas Neues passiert und vor allem aber auch immer neue Leute dazu kommen, während die anderen gehen. Flexibilität ist hier GROSS geschrieben, denn das Rad dreht sich eben immer weiter. Und das ist im Grunde auch gut so...
Und so sah mein Wiederkommen nun tatsächlich aus:
Also mein Tag fängt mit etwas Verspätung auf dem Hamburger Flughafen an, aber was macht das schon. Ich habe eh einen stunden langen Aufenthalt in Helsinki und alles in allem setzte ich gerade mal eine halbe Stunde später meinen Fuß auf finnischen Boden, als geplant. Und nu? Vier Stunden auf dem Flughafen rum lungern? Nein Danke. Kurzentschlossen nehme ich den nächsten Bus in die City, denn die soll angeblich nicht sehr weit weg sein.
40 Minuten später stehe ich mitten im Zentrum, vor dem Hauptbahnhof. Dort halten die Busse, ein Direktservice vom Flughafen. Ebenfalls am Flughafen ergattert, blicke ich in die Straßenkarte. Beate aus der Redaktion erzählte mir, dass der Dom ganz nett ist. Und zu meinem Glück, ist auch der nicht ganz so weit entfernt. 15 Minuten Fußmarsch – höchstens. Dort angekommen, heißt es erst mal Treppchen steigen, denn er liegt wunderschön auf einem kleinen Hügel von dem man ein wenig auf die Stadt schauen kann. Idyllisch, denn es sitzen überall Einheimische sowie Touristen rum, die die ersten Sonnenstrahlen genießen. Der Dom selbst ist für meinen Geschmack von Innen eher simpel und nicht weiter erwähnenswert, von außen jedoch sehr imposant. Ich hab mich demnach mit meinem Buch hier hingesetzt und bin nach zwei Stunden zurück zum Airport. Helsinki, kurz und schmerzlos. Immerhin hatte ich einen kleinen Einblick, wie die Hauptstadt so aussieht und etwas Sonne. Was man von hier oben nicht behaupten kann. Waren es im Süden noch gute 12 Grad plus, schneit es hier und alles ist grau in grau. Diesbezüglich ist also nicht so viel anders. Im Gegensatz zum Camp.
Ich war gespannt, denn ich hatte schließlich schon eine Menge gehört und Rick hat mich im Auto auch noch mal auf den neuesten Stand gebracht. Doch so hatte ich mir das alles nicht vorgestellt. In der Einfahrt zum Camp haben sich ein ganzer Haufen Holzfäller positioniert. Ebenfalls mit Zelt, selbstgebauten Unterschlupft und einem Lagerfeuer. Doch am meisten stechen die Banner ins Auge: Von Greenterror – was wir ja schon kennen – über El Quaida und Greenpeace Nazis, um nur die heftigsten zu nennen. Nachbarn wie man sie sich wünscht. Besser noch sind die Sirenen, die sie alle halbe Stunde einsetzen, um uns zu stören. Als ich diese das erste mal höre, muss ich jedoch etwas schmunzeln, denn wir hören sie, zumindest im Container, sehr gedämpft. Den Krach, den sie allerdings bei den Holzfällern selbst anrichten, den möchte ich mir in meinen kühnsten Träumen nicht vorstellen. Kein Wunder, dass dort alle mit Ohrenschutz rum laufen. Bleibt die Frage, ob die sich nicht selbst verrückt machen? Aber das ist nicht unser Problem.
Im Camp selbst hat sich nur in soweit etwas verändert, dass es natürlich viele neue Gesichter gibt. Sage und schreibe kenn ich da gerade mal noch einen: Timo. Der nimmt mich auch gleich herzlich in die Arme und meint nur verschmitz: „Willkommen zurück. Ist komisch nach dem Urlaub wieder zu kommen, nicht? Alles so anders und auch doch wieder nicht“. Aber er tröstet mich auch gleich, da er meint dass er sich schnell wieder eingelebt hat. Ansonsten gibt es jetzt einen Koch. Einen italienischen. Aber angeblich gibt es nicht nur Pasta, wenn allerdings, dann selbstgemachte. Hhhmmm. Wirklich beneidenswert. Vielleicht kann ich Ihm ja ein paar Rezepte entlocken.
Sonst ist im Großen und Ganzen alles beim Alten. Und was die tägliche Routine so anbelangt, kann ich noch gar nicht viel sagen, denn es ist bereits spät Abends und wir krümeln uns bald alle in die Schlafsäcke. Beim Stichwort schlafen gehen, fällt mir allerdings noch etwas auf. Es ist sogar entscheidend anders. Es ist immer noch hell! Dabei ist es schon nach 22 Uhr. Unglaublich. Dabei ist es noch keine drei Wochen her, dass ich abgereist bin und da war es Punkt sieben Uhr stockdunkel. Bin gespannt, was ich mit der Zeit noch so entdecke. Aber für das erste bin ich jetzt erst mal angekommen und freu mich auf meine nächsten paar Wochen...
(Anisha)
Veröffentlicht von Redaktion-HH um 19:13 | Kommentare (0)
15.04.05
Auf Wiedersehen - Nähdään - Báhcet dearvan

Morgen reise ich heim. Nach drei schönen Wochen mit viel Spannung und viel Spaß muss ich mich jetzt wieder an meine Abschlussarbeit setzen. Das freut zwar meinen Dozenten, mich jedoch eher nicht so. Die Urwaldschutzstation bleibt aber stehen; unsere Aktivisten markieren weiterhin die finnischen Urwälder, um sie vor der Abholzung zu schützen. Ab jetzt wird Anisha wieder das Weblog schreiben. Für meinen nächsten Besuch hoffe ich, einen netteren Anlass zu haben, als mich gegen die Zerstörung unserer letzten Urwälder in Europa einsetzen zu müssen;-) Auf Wiedersehen - Nähdään - Báhcet dearvan! (Monika)
Veröffentlicht von Redaktion-HH um 17:58 | Kommentare (0)
Eisfischer-Wettbewerb "Inarin Pilkki"

Heute sitzen etwa zweihundert Fischer für vier Stunden auf einem der vielen Seen hier. Sie nehmen an dem alljährlichen Eisfischer-Wettbewerb "Inarin Pilkki" teil. Das Eis sei zur Zeit knapp 80 Zentimeter dick, informiert ein Schild am Seeufer. Erlaubt ist jeder Fisch, der anbeißt - am Ende zählt nur das Gewicht. Der Fangrekord aus dem letzten Jahr liegt bei rund 2,5 Kilo. Auch wenn es auf den ersten Blick so aussieht, als könnten diese vier Stunden lang werden, kann es so langweilig nicht sein: Bei meiner Ankunft fuhr ein Krankenwagen mit einem älteren Mann ab, der vor lauter Aufregung einen Herzinfarkt erlitten habe, wie mir ein Aufseher in neongelber Kleidung erzählt. Morgen findet nahe bei Ivalo die Endrunde im Eisfischen statt, wofür mehr als eintausend Fischer angemeldet sind. Doch auch so viele Fischer könnten die Seen hier nicht leerfischen, versichert der Aufseher. (Monika)
Veröffentlicht von Redaktion-HH um 17:24 | Kommentare (0)
Gespräch mit dem Autor Niccolò Ammaniti
Weshalb unterstützt du die Greenpeace-Initiative "Autoren für den Urwald"?
Mir ist nicht nur wichtig, was ich schreibe, sondern auch, wo das Papier herkommt, auf dem ich schreibe - deswegen bin ich hierher gereist.
Welche Möglichkeit siehst du für dich als Schriftsteller, dieses Unheil zu verhindern?
Ich fühle mich versucht zu denken: Mehr Bücher gleich mehr gefällte Bäume. Also keine Bücher gleich keine gefällten Bäume (lacht). Aber ich bin Autor, ich möchte meine Bücher veröffentlichen. Deswegen lasse ich sie auf Recyclingpapier drucken, und damit meine Leser das wissen, schreibe ich das vorne ins Buch hinein.
Was halten deine Leser davon, und was denken deine Kollegen darüber?
Ich schätze, dass meine Leser das gut finden. Immerhin kaufen genug Leute meine Bücher. Meine Kollegen sagen eher, dass ich ja die Zeit hätte. Mein Verlag würde mich wohl zur Hölle schicken, wenn ich keinen Erfolg hätte. So aber sind sie auf meine Forderung eingegangen.
Waren dir die Probleme der Samis vorher bewusst?
Nein, überhaupt nicht. In Italien wissen wir wohl alle nichts darüber. Samische Musik allerdings habe ich schon öfter gehört, vor allem Marie Boine.
Welche Botschaft nimmst du von dieser Reise mit?
Es scheint mir schwierig, eine Lösung zu finden. Uns allen sollte aber bewusst werden, dass wir mit jedem Buch auf Frischfaserpapier zur Urwaldzerstörung beitragen - und dass wir mit Recyclingpapier oder FSC-Papier die Urwälder schützen können. Zur Zeit sind wir zwanzig Autoren in Italien, die diese Initiative unterstützen, und ich hoffe, dass es noch mehr werden.
Das Gespräch führte Monika Dörhage.
NICCOLO AMMANITI aus Italien
Sein bisher größter Erfolg erschien 2001 ("Ich fürchte mich nicht" - "Io Non Ho Paura"). Mit 34 Jahren ist Niccolò Ammaniti der bislang jüngste Autor, der mit dem begehrten Viareggio-Rèpaci-Preis belohnt wurde. Das Buch wurde verfilmt von Gabriele Salvatores, der einen "Mediterraneo"-Academy-Award erhalten hat. Bei den Berliner Filmfestspielen im Februar 2003 wurde der Film uraufgeführt, und war bald ein Erfolg in Italien.
Veröffentlicht von Redaktion-HH um 15:28 | Kommentare (0)
Pressekonferenz der "Autoren für den Urwald" und Greenpeace
Zum Abschluss ihrer Reise luden die Autoren und Greenpeace zu einer Pressekonferenz im samischen Museum Siida. Der spanische Journalist und Schriftsteller Javier Moro berichtete, dass ihn besonders die Situation der samischen Minderheit überrascht habe. Robin Valtiala aus Finnland zeigte sich besorgt darüber, dass in einer Demokratie wie der finnischen der friedliche Protest von Greenpeace zum Schutz der Urwälder gleichgesetzt werde mit Terrorismus. Der flämische Autor Karel Verleyen appellierte an den staatlichen Holzkonzern Metsähallitus und an die anwesenden Holzfäller, nicht mehr in den Urwäldern einzuschlagen, sondern auf Plantagen umzusteigen. Finnland dürfe nicht den gleichen Fehler begehen, den schon andere europäische Länder begangen hatten. Noch sei es nicht zu spät, noch stehen Teile der wunderbaren letzten Urwälder Europas.
Als die Runde für Fragen eröffnet wurde, nutzte Ari Vatanen, Mitglied des Europäischen Parlaments, die Gelegenheit, Greenpeace zu beschimpfen, und wiederholt zu fragen, was Greenpeace dazu berechtige, sich in die Angelegenheiten Finnlands und der Samis einzumischen. Mikael Sjövall, Pressesprecher von Greenpeace Finnland, wiederholte, dass es die samischen Rentierzüchter waren, die Greenpeace um Hilfe gebeten hatten.
Auch die französische Autorin und Delegierte der französischen Grünen Partei, Aurélie Filipetti, wies darauf hin, dass es gerade die Aufgabe von Nichtregierungsorganisationen sei, sich einzumischen wenn etwas falsch laufe. Bei der Abholzung der finnischen Urwälder, die die Lebensweise der samischen Rentierzüchter bedrohe, handele es sich sehr wohl um ein Problem auf europäischer Ebene. Wenn der Einschlag wie bisher weitergehe, müssten sich die Holzfäller innerhalb der nächsten Jahre sowieso nach einem neuen Arbeitsplatz umsehen - sie dazu zu drängen, weiterzumachen wie bisher, sei unverantwortlich.
Auch die Behauptung, dass die Autoren von Greenpeace falsch informiert worden seien und missbraucht würden, ließ Karel Verleyen nicht gelten. Eine Gehirnwäsche habe nicht stattgefunden. Sie seien freiwillig auf Einladung von Greenpeace und den samischen Rentierzüchtern hierhergereist, um mit allen Seiten zu reden. Doch Stora Enso habe das Gespräch in letzter Minute abgesagt.
(Monika)
Lest mehr über die Initiative "Autoren für den Urwald".
Veröffentlicht von Redaktion-HH um 13:38 | Kommentare (0)
Europäische Autoren besuchen Urwaldschutzstation
Sieben europäische Schritsteller waren zusammen mit Greenpeace in den vergangenen Tagen in Nordfinnland unterwegs. Auf ihrer Reise haben sie sich mit Vertretern der Samis getroffen, die Urwälder und Rentiere besucht, und bei uns in der Urwaldschutzstation geschlafen. Die Autoren waren hierher gereist, um mehr über den Zustand der letzten europäischen Wälder zu erfahren - Finnland ist ein bedeutender Produzent von Buchpapier für den europäischen Markt.

Zusammen mit Samis brachten die Autoren Schilder an den Bäumen an, um die Urwälder vor dem Abholzen zu schützen. Die Moose und Flechten, die an den Bäumen wachsen, benötigen die Rentiere der Samis zum Überleben in den langen Wintern.

Matti Liimatainen, Waldexperte bei Greenpeace Finnland, beantwortet Fragen der niederländischen Kinderbuchautorin Lydia Rood und des finnischen Schriftstellers Robin Valtiala.

Nach getaner Arbeit wurden Rentierwürstchen über offenem Feuer gegrillt. Rentiere gelten sowohl als Touristenattraktion, als auch als guter Fleischlieferant. Bisher habe ich hier noch niemanden anderes Fleisch essen sehen. Soweit mein Auge reicht, werden hier weder Kühe noch Schweine gehalten - Rentierfleisch schmeckt auch mir am Besten.

Vier der Autoren schliefen in unserem Camp unter freiem Himmel, darunter auch der britische Autor Ken Finn. Eingemummelt in einen warmen Schlafsack, machte er es sich auf Rentierfellen bequem.
(Monika)
Veröffentlicht von Redaktion-HH um 07:52 | Kommentare (0)
14.04.05
Gespräch mit dem Autor Javier Moro aus Spanien
Weshalb unterstützt du die Initiative "Autoren für den Urwald"?
Mein Buch Freiheit zur Mitternacht handelt von den Regenwäldern am Amazonas, dort habe ich Greenpeace zum ersten Mal getroffen. Seitdem habe ich mit Greenpeace zusammengearbeitet, wann immer es möglich war.
Wie versuchst du, deinen Einfluss als Schriftsteller zu nutzen?
Ich habe mich an meinen Verlag gewendet, ein großer spanischer Verlag, und ich habe von ihren gefordert, dass meine Bücher auf Recycling- oder FSC-Papier gedruckt werden. Leider war es für mein letztes Buch zu spät: Sie sagten, dass sie das Papier auf vier Jahre im Voraus kaufen... Für mein nächstes Buch werde ich das als Bedingung in den Vertrag schreiben.
Ehrlich gesagt, habe ich das schon 1992 bei meinem allerersten Buch verlangt; immerhin handelte es von den Regenwäldern am Amazonas. Damals war ich aber noch nicht so erfolgreich, dass ich es hätte durchsetzen können. Die haben mich für verrückt erklärt.
Hattest du vorher schon von den Samis und den samischen Rentierzüchtern gehört?
Nicht wirklich. Ich habe mal mit den Inuits in Nordkanada gelebt. Deren Probleme ähneln denen der Samis.
Warst du schon einmal in einem Wald wie diesem?
Nein, in einem borealen Nadelwald war ich noch nie. Die Bäume sehen zwar völlig anders aus als diejenigen, die ich aus Regenwald kenne, sie sind viel dünner! Und doch ist es hier wunderschön. Wir waren gestern lange im Wald. Diese Wälder abzuholzen haben wir einfach nicht nötig.
Welchen Zusammenhang siehst du zwischen diesen verschiedenen Urwäldern?
Die Probleme dort sind diesen, die ich hier erlebe, sehr ähnlich. Abgesehen davon, dass es dort noch beängstigender ist: Wenn sie dort sagen, dass sie einen umbringen, dann machen die das auch. Während hier, wenn sie einen bedrohen, jeder lacht. Doch das Thema Landbesitz ist sehr ähnlich überall auf der Welt. Deswegen sind wir hier. Wenn man hier, in diesem hochentwickelten und technisierten Land es nicht schafft, auf Frischfaserpapier zu verzichten, dann läuft etwas grundsätzlich falsch. Wir sind hier im Nokia-Land! Ich finde es lächerlich und sinnlos, diese Urwälder abzuholzen.
Es fällt mir schwer zu verstehen, dass in einem Land wie Finnland noch immer diese alten Konflikte herrschen mit indigenen Völkern wie den Samis. Das hat mich überrascht. Von einem Land wie Finnland hätte ich erwartet, dass sie diese Konflikte auf zivilisierte Weise lösen.
Die Fragen stellte Monika Dörhage.
JAVIER MORO aus Spanien
Geboren 1995 in Madrid. Arbeitet als Schriftsteller, Journalist, Kinofilmproduzent und Drehbuchautor. Javier Moros Buch Fünf nach zwölf in Bhopal beschreibt eines der schlimmsten Chemieunglücke. Auch seine anderen Bücher haben einen starken sozialen oder umweltrechtlichen Bezug, zum Beispiel die Geschichte über den ermordeten brasilianischen Umweltschützer Chico Mendes, die er zusammen mit seinem Onkel geschrieben hat (Freiheit zur Mitternacht).
Veröffentlicht von Redaktion-HH um 19:33 | Kommentare (0)
Gespräch mit dem Autor Ken Finn aus Großbritannien
Welchen Zusammenhang siehst du zwischen dem Regenwald, über den du in deinem Buch schreibst, und den finnischen Urwäldern?
In Kambodscha sind es Gartenmöbel und Bauholz, hier ist es Papier, wofür die Urwälder geopfert weren. Und es sind auch die gleichen Menschen, nämlich westliche Verbraucher, die mitverantwortlich sind für den falschen Umgang mit den Urwäldern. Diese Menschen aber leben nicht im Wald, bewohnen ihn nicht, und können deswegen nicht vernünftig über den Wald entscheiden.
Die indigenen Völker in Kambodscha bohren kleine Löcher in die Bäume und entzünden darin ein kleines schnelles Feuer. Das stimuliert den Harzfluss. Das Harz sammeln sie in einem Behälter. Und den nehmen sie als Ersatz für Kleber, und dichten damit ihre Boote ab.
Das schadet den Bäumen nicht?
Nein, das schadet den Bäumen überhaupt nicht. Sie hängen ja von den Bäumen ab, das heißt, das sie sie sorgsam behandeln. Die Holzfäller aber fällen gerade die alten, großen Bäume. Weil der Bedarf an Holz steigt, nehmen sie damit den Ureinwohnern ihre Lebensweise. Genau das gleiche geschieht hier: Die Samis nutzen die Bäume nachhaltig, und ihre Lebensweise hängt von den Bäumen ab. Das heißt auch, dass sie sorgsam mit ihnen umgehen.
Du wendest dich also nicht nur an die Holzfäller, sondern auch an die Verbraucher.
Ja. In den letzten dreißig Jahren haben wir unglaublich viel verloren an den Schätzen der Natur. Auf der einen Seite wächst zwar das öffentliche Bewusstsein, dass wir handeln müssen. Auf der anderen Seite aber steigt der Verbrauch unkontrolliert an. Dabei sind es bisher nur wir westlichen Länder, die das tun. Wenn wir uns nun anschauen, wie sich entwickelnde Länder wie China, Indien und andere verhalten werden, frage ich mich, wie lange wir die letzten Wälder noch vor dem Verbrauch schützen können.
Die Einstellung muss sich grunsätzlich ändern. Schließlich können wir nicht in jedem einzelnen Wald eine Urwaldschutzstation aufbauen (lacht).
Wie kann die Initiative "Autoren für den Urwald" diesen Wandel herbeiführen?
Wenn man zu lange herumpuzzelt und wartet, dann ändert sich gar nichts. Viele Menschen werden tagtäglich bombardiert mit schlechten Nachrichten. Wenn sie darin versinken, können sie keine Entscheidungen mehr treffen. Ironischerweise sind es also kleine Dinge, wie die Reise der Autoren, die Menschen dabei helfen können, einfache Entscheidungen zu treffen. Sie können zum Beispiel ihren Lieblingsautoren bitten, sein nächstes Buch auf FSC- oder Recyclingpapier zu drucken. Und das ist dann schon entscheidend.
Als Greenpeace veröffentlicht hat, wieviel Wald gerettet wurde, weil Harry Potter nicht auf Frischfasern gedruckt wurde - das fand ich beeindruckend, und andere Menschen sicher auch. Jeder kann mit seiner Kaufentscheidung zum Guten beitragen. Jeder Schritt zählt.
Es ist also möglich, mit dem Kauf eines Produkts etwas Gutes zu tun.
Genau, es ist ja nicht so, dass ich mein Buch gar nicht verkaufe. Ich bitte aber im Vorwort darum, dass meine Leser das Buch mit Anderen teilen. Nach dem Lesen können sie es an Freunde weitergeben, oder an öffentliche Bibliotheken. Mir ist es wichtiger, dass möglichst viele Menschen das Buch lesen.
Du hast dein Buch nicht geschrieben, um es zu verkaufen?
Nein. Während ich es geschrieben habe, musste ich in Gedanken immer wieder zu meiner Reise zurückkehren. Dann habe ich gespürt, dass das Buch davon handelt, was wir den Urwäldern antun, und das wollte ich erzählen.
Auf dem Bucheinband sehe ich, dass dein Buch auf FSC-Papier gedruckt ist.
Das war mir von Anfang an wichtig. Die einzige Möglichkeit, Möbel aus gutem Holz zu kaufen, geht über das FSC-Siegel. Damit meine Leser das Siegel überall erkennen, wollte ich es auch auf dem Bucheinband. Leider war es noch nicht möglich, hundertprozentiges FSC-Papier für Bücher zu bekommen, deswegen musste ich den Kompromiss von 30 Prozent eingehen. Ich hoffe, dass möglichst viele Autoren mitziehen, so dass es zukünftig leichter ist, an FSC-Papier zu kommen.
Das Gespräch führte Monika Dörhage.
KEN FINN
Ken Finn wuchs auf in dem 60er-Jahre Vorort Walton-on-Thames. Mit 15 verließ er ohne Abschluss die Schule und folgte dem Ruf der angesagten Modeszene des Londoner New Wave. Als erfolgreicher Friseur konnte er sich bald alle materiellen Wünsche erfüllen. Doch er ließ sich nicht lange von diesem Schein blenden. Stattdessen brennt er vor Leidenschaft für unsere Welt, deren Wildheit und Unberührtheit.
Vor kurzem hat Ken Finn sein erstes Buch veröffentlicht (Meine Reise mit einem besonderen Baum), das seine Suche nach den fabelhaften spirituellen Bäumen Kambodschas dokumentiert. Er ist darin Zeuge, wie die spirituellen Bäume, die Tausende von Jahren alt sind, illegal gefällt werden. Er folgt dem Baum auf seinem Weg vom Wald in das Sägewerk bis zum Geschäft, in dem wir es dann als Gartenmöbel kaufen.
Veröffentlicht von Redaktion-HH um 19:26 | Kommentare (0)
13.04.05
Europäische Autoren besuchen das Sami-Heimatland
Sieben Schriftsteller aus verschiedenen europäischen Ländern haben sich gestern abend in der Nähe unserer Urwaldschutzstation mit samischen Vertretern getroffen. Die Autoren Lydia Rood, Javier Moro, Ken Finn, Robin Valtiala, Karel Verleyen, Aurélie Filipetti und Niccolo Ammaniti möchten hier im Sami-Heimatland mehr erfahren über die Bedrohung der letzten Urwälder, und damit der Lebensweise der samischen Rentierzüchter. Der norwegische Sami Niillas Somby und Maria Sofia Aikio (Mitglied des Sami-Parlaments) berichteten über die Rechte der samischen Fischer und der Rentierzüchter.
"Ich habe meine Inspiration beim Schreiben schon immer von der Natur und den Wäldern erhalten", erzählt der finnische Autor Robin Valtiala. "Es bereitet mir Sorgen, zu sehen wie die Urwälder im Sami-Heimatland zerstört werden. Wenn die restlichen Urwälder um Inari herum auch noch abgeholzt werden, bedroht das auch die Kultur, die mit der Natur hier aufs Engste verbunden ist", warnt Valtiala.
Zur Begrüßung sang Niillas Somby einen Joik, und erzählte, dass dieser Gesang zwar einst mächtig gewesen sei. Mittlerweile aber sei er oftmals verpönt, gelte selbst unter vielen Samis als barbarisch, denn zu lange war es den Samis verboten, zu joiken.
Teilweise haben die Samis besondere Rechte erhalten, die ihre Lebensweise schützen sollen, wie das Gesetz über die Rentierhaltung, erzählt Maria Sofia Aikio. Doch wenn der Urwald weiterhin industriell genutzt werde, sei dieses Gesetz wertlos. Denn die Rentiere fressen im Winter, wenn sie im tiefen Schnee kein anderes Futter finden, die Moose und Flechten, die an den uralten Bäumen wachsen. Sind keine oder nur junge Bäume da, überleben die Rentiere den Winter nicht.
Wissbegierig fragten die Autoren nach der Lebensweise der Samis, nach ihrer Religion. Aus der Sicht eines Schriftstellers sei besonders der Schatz an traditionellen Geschichten interessant, und Niillas berichtete von einer Geschichte, die ihm sein Vater auf dem Sterbebett erzählt hatte.
Hintergrund für den Besuch: Greenpeace setzt sich auf mehreren Ebenen für die letzten verbliebenen Urwälder ein: Vor Ort markieren wir täglich von unserer Urwaldschutzstation aus den Urwald. Um auch den internationalen Buchmarkt zu bewegen, hat Greenpeace zusammen mit Autorinnen und Autorinnen eine Initiative für die Errichtung von Schutzgebieten gegründet. Weitere bekannte Autoren wie Isabell Allende und Günter Grass verstehen sich ebenfalls als Botschafter für den Schutz der Urwälder.
Um den enormen Papierverbrauch der Menschen zu decken, scheint es einfach, sich durch Abholzung an den Urwäldern zu bedienen. Auch für die Herstellung von Büchern und Zeitschriften wird viel Papier benötigt. Doch viele Verlage tun sich bisher schwer, auf Recyclingpapier oder Papier mit FSC-Siegel umzusteigen.
Die Schriftsteller, die sich an dem Greenpeace-Projekt beteiligen, möchten daher ihren Teil zum Urwaldschutz beitragen: Ihre nächsten Bücher sollen auf urwaldfreundlichem Papier gedrucken werden.
Das könnt Ihr tun
Verbraucht weniger Papier, und verwendet Recyclingpapier.
Fragt nach dem FSC-Siegel, wenn ihr Produkte aus Holz kauft.
Fordert von den Zeitschriften und Magazine, die ihr lest, dass sie entweder ganz oder zumindest mit einem hohen Anteil aus Recyclingpapier hergestellt werden.
(Monika)
Veröffentlicht von Redaktion-HH um 14:13 | Kommentare (0)
12.04.05
Sami-Zeremonie im Greenpeace-Camp
Seit Sonntag abend ist Niillas Somby, ein Sami aus dem norwegischen Teil des Sami-Heimatlandes, bei uns in der Urwaldschutzstation zu Besuch. Gestern abend haben wir uns alle in seinem Zelt versammelt, um gemeinsam mit Niillas, seiner Frau Mardoeke und deren Tochter eine samische Zeremonie zu feiern. Das traditionelle Kota-Zelt hat einen Durchmesser von nur fünf Metern, und wir waren immerhin 23 Menschen.
Niillas selbst beschreibt sich als Aktivist für Landrechte und Umweltrechte. Er stammt aus einer Rentierzüchterfamilie, und arbeitet als Fotograf, Schriftsteller, Filmemacher. Gleichzeitig ist er ein Heiler, und führt traditionelle Rituale durch. Tradition und Technologie seien für ihn Gegensätze, die einander gut ergänzen. Mardoeke stammt aus den Niederlanden, wo sie für die Grüne Partei gearbeitet hat. Mittlerweile ist sie ebenfalls eine Heilerin, und wie sie sagt, eine "Brückenbauerin zwischen den Weltansichten der Urvölker und der nicht-indigenen Völker".
Nach einer Ansprache, in der Niillas uns für die Einladung dankte, und uns im Sami-Heimatland willkommen hieß, sang er für uns den Joik seines Urgroßvaters, den dieser im Sommer in den Wäldern gesungen hatte. Hier könnt ihr euch diesen Joik anhören (1 MB).
Auch wenn wir alle einander bereits kennen, stellten wir uns noch einmal vor. Es tat gut, sich selbst aussprechen zu hören, weshalb wir hier sind - weil wir "in den Wald verliebt" sind, wie Matti Liimatainen, unser Waldexperte es sagte; weil wir die Samis als kleines Volk nicht alleine kämpfen lassen wollen, weil wir von der Schönheit dieser Urwälder überwältigt sind, und nicht zusehen können, wie sie zum Beispiel für Toilettenpaper abgeholzt werden.
Nun sei es Zeit für einen weiteren Joik, sagte Niillas. Und da wir zwar schon mutig seien, dass wir uns in diesen Kampf für den Schutz der Wälder trauten, aber noch mehr Mut brauchen, wolle er uns den Joik vom Wolf singen. "Der Wolf-Joik ist sehr gut, denn er lässt euch eure Ängste abschütteln. Wenn ihr Wölfe seid, dann dürft ihr nicht scheu sein. Ihr müsst mutig sein, um euren Hasen zu fangen, und um ihn zu fressen." Er finde es wichtig und richtig, dass wir hier sind, um den Samis bei der Markierung des Urwaldes zu helfen. Erst sang Niillas den Wolf-Joik allein, und dann sangen wir mit ihm zusammen.
Während wir sangen, drehten wir uns alle nach Osten, und baten die Geister des Ostens um Schutz für den Wald, vor allem für diese Urwälder. Wir baten die Geister des Südens, dass sie uns alle schützen mögen, die wir hier sind, um den Wald zu schützen, und die wir deswegen bedroht werden. Wir baten die Geister des Westens um Weisheit für die finnische Regierung und für Metsähallitus, auf dass sie weise entscheiden mögen zu Gunsten der Wälder und der Samis.
Und wir baten die Geister des Nordens, die sonst kalt wie das ewige Eis ruhen, dass sie sich erheben, und uns mit ihrer Kraft erfüllen. Und wir baten um das Verständnis derjenigen, die noch nicht verstehen, weshalb wir hier sind, weswegen die Urwälder und die Samis beschützt werden müssen; wir baten um Mut für uns und für die Menschen, die sich noch nicht trauen, uns zu unterstützen.
Auf dem Ofen hatte Madouke einen Kräutertee zubereitet, für den sie die Kräuter im vergangenen Sommer in ihrer Heimat gesammelt hatte. Abschließend schenkte sie eine Suppe aus Flechten und Moosen aus, die sie tagsüber zusammen mit unseren Aktivisten gesammelt hatte. Köstlich!
Ich habe Mardoeke nach dem Rezept gefragt: Genügend Moose und Flechten sammeln (darauf achten, nur hoch hängende zu wählen, weil wir sie nicht den Rentieren weg nehmen wollen). Gründlich reinigen. Dann in Wasser eine Viertelstunde kochen, das Wasser abgießen, eine weitere Viertelstunde in Wasser kochen, wieder das Wasser abschütten, und dann mindestens zwei weitere Stunden köcheln lassen. Nach Belieben würzen.
Warum man sie so umständlich kochen muss? Rentiere und andere Waldbewohner können die in den Flechten und Moosen enthaltenen Säuren gut verdauen - wir Menschen aber nicht. Traditionelle Alternative zum Kochen ist übrigens, die Zutaten mindestens einen vollen Tag in einen Bach oder Fluss zu legen.
(Monika)
Veröffentlicht von Redaktion-HH um 23:32 | Kommentare (1)
11.04.05
Samischer Aktivist im Camp
Henry kommt aus dem kleinen Dorf Malå im schwedischen Teil des Sami-Heimatlandes
Was machst du hier im hohen Norden? Welche Beziehung hast du zu dieser Gegend?
Ich lebe im Norden (lacht)! Ich bin ein Kulturarbeiter, habe Rentierzucht studiert, die samische Sprache und traditionelles samisches Handwerk. Wie zum Beispiel die Tunika, und die Messer, die ich bei mir trage. Nebenbei arbeite ich auch auf politischer Ebene, nämlich in der lokalen Gruppe der Grünen Partei.
Was führt dich in die Urwaldschutzstation?
Ich bin hier, um die Urwälder für die Rentiere und für die Rentierzüchter zu retten. Als Nordsami habe ich mit Greenpeace schon an ähnlichen Problemen gearbeitet. Wir haben den Wald in Norrbotten und in Vesterbotten markiert, und die Provinzregierung auf das Problem aufmerksam gemacht. Mittlerweile stehen Rentierzüchtern nicht mehr genügend Wälder zur Verfügung - wenn der Urwald heute geschlagen wird, gibt es morgen keinen Wald mehr, vor allem keinen, von dem Rentiere leben können.
Was bedeuten dir als Sami die Urwälder?
In den letzten zwölf Jahren habe ich mich mit Rentierzucht und der samischen Kultur beschäftigt. Ich bin zwar in der Stadt aufgewachsen, aber das hatte mit samischer Kultur nichts zu tun: Sami-Kultur ohne Urwald geht nicht, diese beiden sind untrennbar.
Welche Werkzeuge brauchst du für dein Leben als Sami?
Ein gutes Messer, und die Möglichkeit, ein Feuer zu machen. Das reicht zum Überleben!
(Monika)
Veröffentlicht von Redaktion-HH um 15:15 | Kommentare (0)
Bringt der Unglückshäher wirklich Unglück?

Im Volksglauben ranken sich verschiedene Erzählungen um den Unglückshäher – mal bringt er Glück und mal Unglück. Sein lateinischer Name ist "Perisoreus Infaustus", dabei bedeutet infaustus etwa unheilbringend. Doch wie kommt der Unglückshäher zu diesem Namen, und was steckt hinter den sich widersprechenden Legenden?
Der Unglückshäher wohnt eigentlich hier oben im Norden. Wenn er jedoch in zu strengen Wintern nicht genügend Futter findet, wandert er bis nach Mitteleuropa. Im Mittelalter sah man den nur unregelmäßig auftauchenden Vogel als ein Vorzeichen, dass Unheil wie Krieg, Pest oder andere Not drohe. Nach diesem Aberglauben wurde er dann benannt.
Die Samis hingegen betrachten ihn als Glücksvogel. Denn sie glauben, dass überall dort, wo sich der Unglückshäher aufhält, keine gefährlichen Tiere wie Bären oder Greifvögel in der Nähe sind.
Tatsächlich befindet sich der Unglückshäher selbst im Unglück: Von den ursprünglichen Urwäldern Finnlands stehen nur noch knapp fünf Prozent, das sind etwas über eine Million Hektar. Alle anderen Wälder sind meist Forstplantagen, in der die Bäume gleichaltrig sind. Das bedeutet, dass wenig bis gar kein Altholz anfällt.
Der Unglückshäher aber ist auf eben dieses Altholz angewiesen: Dort findet er am besten Nahrung. Da auch die finnischen Urwälder im industriellen Maßstab geschlagen wurden, ist die Zahl der Unglückshäher in den letzten Jahrzehnten stark zurückgegangen.
Was kann man tun?
Greenpeace fordert: Die industrielle Abholzung in den letzten noch verbliebenen Urwäldern Finnlands muss dauerhaft eingestellt werden.
Die deutschen Papier-Abnehmer wie Zeitschriften-Verlage und Papierhändler müssen sicher stellen, dass das von ihnen gekaufte Papier nicht aus Urwaldzerstörung stammt.
Alternative zum Kahlschlag: Eine Waldnutzung, die ökologische und soziale Kriterien berücksichtigt. Weltweit glaubwürdig ist zum Beispiel das FSC-Siegel (Forest Stewardship Council).
Das könnt Ihr tun
Verbraucht weniger Papier, und verwendet Recyclingpapier.
Fragt nach dem FSC-Siegel, wenn ihr Produkte aus Holz kauft.
Fordert von den Zeitschriften und Magazine, die ihr lest, dass sie entweder ganz oder zumindest mit einem hohen Anteil aus Recyclingpapier hergestellt werden.
(Monika)
Veröffentlicht von Redaktion-HH um 09:07 | Kommentare (0)
10.04.05
Einblicke in die Urwaldschutzstation
Seit einer Woche wohnen wir mit unserer Urwaldschutzstation östlich vom Inarisee. Mittlerweile haben wir es uns gemütlich gemacht an unserem neuen Standort, von dem aus wir zusammen mit den samischen Rentierzüchtern den finnischen Urwald markieren. Auch wenn es zur Zeit um unser Camp herum nicht friedlich ist, setzen wir unsere Arbeit fort. Wenn Ihr erfahren möchtet, wie unser Leben aussieht, kommt mit auf einen kurzen Rundgang durch unser Camp.
![]() |
![]() |
Bevor wir losziehen, um die Schilder an den Bäumen anzubringen, räumen wir jeden Morgen unsere Container auf. Platz ist Mangelware, deswegen müssen wir uns bei jedem Gegenstand entscheiden: Brauche ich ihn oft, selten oder nie? Danach sortieren wir, was wir an welchem Ort verstauen. Jeder Aktivist hat ungefähr eine Schublade, und unter den Betten haben wir auch Stauraum. Schätzungsweise zwölf Quadratmeter pro Container teilen sich jeweils vier Aktivisten. Unsere Betten sind immerhin zwei Meter lang, doch nur einen knappen halben Meter breit - bisher ist aber noch keiner von uns rausgefallen.
![]() |
![]() |
Bei soviel Enge im Container lohnt es sich, draußen zu schlafen. Dick eingemummelt in einen normalen Schlafsack, und in einen extra warmen, der einen bei bis zu minus 40 Grad nicht frieren lässt. Dazu reichen gewöhnliche Schlafsachen und eine warme Mütze.
Unsere Aktivisten Huck, Christian, Tuomas und Sigurd jedenfalls sind unsere Dauerdraußenschläfer. Letzte Nacht habe auch ich draußen geschlafen, zum ersten Mal, und ich bereue, mich nicht schon früher getraut zu haben! Zwar ist die Luft in den frühen Morgenstunden kalt. Das heißt aber auch, dass die berühmt-berüchtigten finnischen Mücken noch nicht unterwegs sind.
Als ich heute morgen die Augen aufschlug, sah ich neben meinem Schlafplatz diesen Baum stehen, der wohl schon seit einigen Hundert Jahren tot ist. Davor mag er ein paar Hundert Jahre lang gelebt haben, und vielleicht erst in einigen weiteren Hundert Jahren ist von ihm nichts mehr übrig. Ich staune über diesen wunderbaren Winterwald.
![]() |
![]() |
Linkes Bild: Am Tisch wird gegessen, geschrieben, diskutiert, getippt, telefoniert, gelesen und gemalt. Bild rechts: Hier gehen wir hin, wenn wir mal für kleine Aktivistinnen oder Aktivisten müssen. Wind- und schneegeschützt, und doch an der frischen Luft, braucht man sicher nicht einmal ein nettes Buch, um die Welt um sich herum zu vergessen - die schöne Aussicht genügt.
(Monika)
Veröffentlicht von Redaktion-HH um 15:53 | Kommentare (1)
09.04.05
Erhöhte Wachsamkeit nach Morddrohung gegen Greenpeace-Mitarbeiter
Nachdem ein Greenpeace-Mitarbeiter am Mittwochabend eine telefonische Morddrohung erhalten hat, haben wir die Wachsamkeit und Sicherheitsvorkehrungen, sowohl in der Urwaldschutzstation als auch in unserem Büro in Inari, erhöht und die Polizei eingeschaltet. Grund für die Morddrohung gegen Greenpeace ist offenbar unser Engagement für den Schutz der letzten Urwälder in Finnland.
Ein Holzfäller hatte einen der finnischen Waldexperten von Greenpeace angerufen und ihm mitgeteilt, dass er der Erste sein werde, der umgebracht wird, wenn das Urwald-Camp nicht innerhalb von zwei Tagen abgebaut sei. Greenpeace konnte den Anrufer identifizieren. Der Holzfäller arbeitet teilweise für das staatliche Forstamt Metsähallitus, das auch für die Fällungen im Urwald verantwortlich ist. Greenpeace erstattete Anzeige bei der Polizei und forderte die finnischen Sicherheitskräfte und Behörden auf, für die Sicherheit der Greenpeace-Aktivisten zu sorgen und den verantwortlichen Holzfäller zur Verantwortung zu ziehen.
Die Holzfäller, die seit Donnerstag in unmittelbarer Nähe von der Urwaldschuztstation einige Zelte als so genanntes "Anti Terror Info Camp" errichtet haben, versuchen immer wieder, uns zu provozieren. Am Tage begrüßen sie uns mit Schmährufen. In tiefer Nacht werfen sie ihre Kettensägen an oder fahren mit Schneemobilen durch den Wald - offenbar mit dem Ziel, uns durch Ohren betäubenden Lärm den Schlaf zu rauben.
Wir markieren in der Region Nellim weiterhin - zusammen mit den örtlichen Sami - die Urwälder und die Wälder mit hohem Schutzwert mit Metallschildern, um vor dem Einschlag zu warnen. Leider sind einige Schilder, die wir in den vergangenen Tagen angebracht haben, bereits spurlos verschwunden. Doch davon lassen wir uns nicht beirren: Unser Einsatz für den Schutz des Waldes geht weiter.
Veröffentlicht von Beate um 14:22 | Kommentare (4)
08.04.05
Neue Aktivisten in der Urwaldschutzstation

Maija aus Finnland
Was hat dich zu Greenpeace gebracht?
Als ich neun Jahre alt war, erzählte ich einfach meiner Mutter, dass ich bei Greenpeace mitmachen will. Ich arbeite ehrenamtlich bei Greenpeace, und habe dort schon ein paar Praktika gemacht. Was Greenpeace macht, finde ich wichtig.
Was machst du in der Urwaldschutzstation? Welche Beziehung hast du zu den Samis?
Ich bin hier als Aktivistin. Gleichzeitig untersuche ich im Rahmen meines Studiums, wie junge Samis mit der Situation hier umgehen, und was sie von ihren samischen, aber auch finnischen Traditonen halten.
Was ist dein wichtigstes Überlebenswerkzeug?
Viel brauche ich nicht - aber Lippenbalsam!
Was möchtest du mit deinem Aufenthalt erreichen?
Am meisten hoffe ich natürlich, dass wir alle zu einer Lösung finden, damit die Wälder gerettet werden!
Jean-Jacques aus Deutschland
Was machst du bei Greenpeace, und was hat dich in diesen hohen Norden getrieben?
Ich löse Huck ab, und organisiere ab jetzt das tägliche Leben im Camp. Aufräumen, Essen zubereiten, wer macht wann was.
Wie hast du dich auf diese Temperaturen eingestellt?
Ich habe einerseits viel zu viele Sachen hier hoch geschleppt. Andererseits kann ich noch nicht genau einschätzen, was ich am besten trage.
Traust du dich, draußen zu schlafen?
Noch bin ich ja erst einen Tag hier. Aber vielleicht in den nächsten Nächten...
Mads aus Dänemark
Warum arbeitest du bei Greenpeace?
Ich habe gesehen, dass es der Welt besser geht mit den Kampagnen, die Greenpeace durchführt. Der globale Bann für ozonschädliche Chemikalien und Gase, der Kampf gegen den Klimawandel, und jetzt die Rettung der letzten großartigen Wälder, das sind Kämpfe, um die zu kämpfen sich lohnt.
Hast du eine besondere Beziehung zu den Samis?
Ich finde, die letzten indigenen Völker unserer Welt sollten nicht von Regierungen oder von der Industrie ausgenutzt werden. Dagegen habe ich schon mit grönländischen Inuits gearbeitet, und dagegen arbeite ich nun zusammen mit den samischen Rentierzüchtern.
Was erwartest du von deinem Aufenthalt in der Urwaldschutzstation?
Ich möchte das Bewusstsein um die Bedrohung dieser großartigen Wälder mit in mein Heimatland nehmen: Dänemark.
Veröffentlicht von Redaktion-HH um 05:58 | Kommentare (2)
07.04.05
Holzfäller errichten eigenes Camp - Update
Heute mittag haben einige Holzfäller 100 Meter von unserem Camp entfernt ein eigenes Camp aufgebaut. Unter dem Namen "Antiterror Informationszentrum" wollen sie dort gegen unsere Arbeit protestieren. Sie sorgen sich um ihren Arbeitsplatz bei dem staatlichen Holzfällerkonzern Metsähallitus. Auf den ersten Blick klingt das verständlich: Immerhin fordern wir zusammen mit den samischen Rentierzüchtern, dass die finnischen Urwälder nicht länger industriell abgeholzt werden. In den Ohren einiger Waldarbeiter klingt das zunächst so, als wollten wir ihnen den Arbeitsplatz wegnehmen. Doch der Einschlagstopp, den wir fordern, schließt die Jobs der Holzfäller keineswegs aus. Langfristig geht es um die Existenz der letzten europäischen Urwälder, und damit um die Lebensweise der Samis.
Nun könnte man meinen, dass abgeholzter Urwald einfach wieder aufgeforstet werden kann. Doch Wald ist nicht gleich Urwald: Während hier oben in einem kommerziell genutzten Wald nur bis zu 5 Kubikmeter Totholz pro Hektar anfallen, sind es in einem Urwald 30 bis 50 Kubikmeter. Eben dieses Totholz ist der Lebensraum für viele Tier-, Pflanzen- und Pilzarten. In einem eintönigen Wald mit seinem veränderten Mikroklima können sie nicht überleben. Allein weil die Urwälder in Finnland abgeholzt werden, stehen bereits 564 dieser Arten auf der Roten Liste vom Aussterben bedrohter Arten.
Urwälder spielen auch für die Lebensräume der Erde eine wichtige Rolle. Sie regulieren das Klima, indem sie die Luftfeuchtigkeit erhöhen. Sie bremsen Winde und extremes Wetter wie Hitze, Frost, Trockenheit und Sturm. Außerdem filtern sie natürlich die Luft, speichern und reinigen Wasser und verhindern, dass der Boden weggeweht oder weggewaschen wird.
Und: Urwälder bieten Heimat und Lebensräume für Ureinwohner, sowie für ganze Tier und Pflanzenwelten. Die Urwälder, die wir jetzt noch haben, tragen neben dem eigenen, unschätzbaren Wert also entscheidend zur Stabilisierung des Lebens bei.
Doch dieser Wert scheint noch nicht allen Menschen bewusst zu sein. Die Holzfäller argumentieren, dass wir ihnen die Arbeitsplätze wegnehmen. Dabei macht Greenpeace zusammen mit den Samis auf das Problem aufmerksam, und bietet dafür Lösungen an. Allerdings liegt es an Metsähallitus als Arbeitgeber und an der finnischen Regierung, diese Lösungen umzusetzen.
Unser finnischer Waldexperte Matti Liimatainen schlägt vor, dass erstens Metsähallitus deren Profitziel reduziert. Dann stünden nicht länger der Gewinn der Firma, sondern der Erhalt der Arbeitsplätze im Vordergrund. Zweitens könnte Metsähallitus darauf verzichten, teilweise mit einer Erntemaschine Bäume fällen zu lassen: Denn eine Maschine nimmt gleich bis zu 15 Holzfällern den Job.
Auch unser Waldexperte aus Deutschland, Oliver Salge, kommentiert die Frage nach den Arbeitsplätzen: "Greenpeace ist nicht grundsätzlich gegen Forstwirtschaft, aber gegen die Abholzung der letzten bestehenden Urwälder und anderer wichtiger Rentierwälder mit einem hohen Schutzwert."
Nur weil diese Gebiete geschützt werden sollen, bedeute das nicht gleich, dass Menschen ihren Arbeitsplatz verlieren. Denn es gebe andere staatliche und private Wälder, die man nutzen könne, so wie bereits in der Vergangenheit geschehen. Oliver fügt hinzu: "Zur Zeit gibt es mehr Jobs durch Rentierhaltung als durch Abholzung in den staatlichen Wäldern. Und die wirtschaftliche Haupteinnahmequelle Lapplands ist der Tourismus".
![]() |
![]() |
Hier seht Ihr Bilder von dem Camp der Holzfäller. Leider waren sie bisher noch nicht offiziell zu einem Gespräch mit uns bereit - die Informationen, die sie veröffentlichen wollten, seien "nur für ihre Gäste" bestimmt. Einige der Holzfäller sprachen jedoch mit unseren Aktivisten, und sagten, dass sie nur gekommen seien, weil in dieser Gegend nunmal jeder jeden kenne, und ihre Abwesenheit ihnen hätte schaden können. (Monika)
Veröffentlicht von Redaktion-HH um 23:12 | Kommentare (0)
Holzfäller versammeln sich vor der Urwaldschutzstation!

Einige Holzfäller sind schon da, weitere wollen ab 13 Uhr an unserem neuen Camp eintreffen: Sie bangen um ihren Arbeitsplatz bei Metsähallitus. Ein ausführlicher Bericht folgt. (Monika)
Veröffentlicht von Redaktion-HH um 10:13 | Kommentare (1)
05.04.05
Wieder neue Aktivisten im Camp
Marc aus Barcelona in Spanien ist gestern abend nach langer Fahrt mit dem Bus angekommen.
Was treibt dich in den hohen Norden?
Ich bin hierher gekommen, um Papa Noel zu treffen (letztes Weihnnachten ging ich leer aus). Aber ich habe schnell mitbekommen, dass sein Heimatland in Gefahr ist, weil die letzten Urwälder in Europa von dem finnischen staatlichen Holzfällerkonzern Metsähallitus abgeholzt werden. Das bedeutet nicht nur, dass viele Arten aussterben, sondern es bedroht auch die Lebensweise der samischen Rentierzüchter, die nunmal die Identität des samischen Volkes ausmacht.
Insofern verstehe ich, dass Papa Noel am Rande eines Nervenzusammenbruchs steht, und dass er mich deswegen vergessen hat. Schon in Ordnung, Pap. Also will ich seinem Land helfen, und hier bin ich. Unsere Botschaft ist, dass die Nutzung von Holz einhergehen kann mit dem Schutz der natürlichen und kulturellen Werte (unserem Erbe!). Außerdem finde ich es wichtig, dass uns bewusst wird, dass das meiste von diesem Holz als Papier in den europäischen Ländern verkauft wird. Wir verbrauchen Massen an Papier. Deshalb können wir die Papierfirmen dazu bringen, kein Papier zu kaufen, das aus Wäldern stammt, die nicht nachhaltig bewirtschaftet werden.
Warst du schon mal im Wald? Wie ist es dir dort ergangen?
Katalonien, meine Region, ist hauptsächlich mit Wald bedeckt. Aber das sind keine so großen Wälder wie hier. Und dort gehe ich normalerweise in den Wald. Meine Lieblingsbeschäftigung ist es, im Wald verloren zu gehen. Das könnte ich hier auch mal machen!
Welchem Tier fühlst du dich am meisten verbunden?
Einem einfachen räudigen Straßenköter. Ich lauf gern herum, schnuppere neue Geschichten, leg mich für ein Sonnenbad hin und lasse mich so sanft wie möglich kratzen.
Was brauchst du zum Überleben?
Meine Freunde... Und wenn die grad nicht da sind, suche ich mir neue.
Das arktische Finnland: Zu kalt, ein bisschen kalt, warm, oder verdammt heiß?
Arktisch heißt arktisch, nicht wahr? "Y que le voy a hacer si yo naci en el Mediterraneo."
Lotta aus Lahti in Südfinnland
Weshalb bist du bei Greenpeace?
Greenpeace unternimmt wirklich etwas, um den Menschen klarzumachen, dass sich die Welt nachhaltig entwickeln muss. Sonst bleibt nichts für kommende Generationen.
Warum bist du in der Greenpeace Urwaldschutzstation?
Ich bin hier, um die traditionelle freie Rentierhaltung zu unterstützen. Rentiere brauchen die Wälder und Wälder brauchen Schutz, bevor es zu spät ist.
Was möchtest du mit deinem Aufenthalt erreichen?
Ich hoffe, dass alle Seiten zu einer befriedigenden Lösung finden.
(Monika)
Veröffentlicht von Redaktion-HH um 23:41 | Kommentare (0)
Wir ziehen um - Teil 2
Auf dieser Karte seht Ihr, wo unsere Urwaldschutzstation in den vergangenen Wochen stand, und wo wir ab jetzt sind. Von unserem altem Camp westlich von Inari sind wir weggezogen an die Ostseite des Inarisees, in die Nähe des Städtchens Nellim. Dort haben wir in den vergangenen Tagen unsere zwei roten Container aufgestellt. Das rote Tipi fehlt zwar noch, doch erste Bilder von unserem neuen Camp seht Ihr im Folgenden. (Monika)







Veröffentlicht von Redaktion-HH um 21:01 | Kommentare (0)
Besuch von der Polizei
Während wir die neue Urwaldschutzstation auf öffentlichem Boden an der Ostseite des Inarisees aufbauen, erhielten wir gestern vormittag plötzlich Besuch: Die örtliche Polizei schaute nach dem Rechten. Dazu nahmen die Polizisten die Personalien aller Anwesenden auf, befragten sie kurz, und überreichten ihnen anschließend eine Vorladung zum ausführlichen Verhör. Deswegen waren heute und gestern insgesamt acht unserer Aktivisten auf der Polizeiwache. Sie mussten dabei Fragen etwa folgender Art beantworten: Wie sie hergekommen seien, was sie hier vorhätten, wer ihnen aufgetragen habe, dieses und jenes zu tun. Außerdem wurden sie fotografiert und mussten Fingerabdrücke abgeben.
Der Holzfällerkonzern Metsähallitus hat die Polizei gerufen, damit sie untersuchen, ob wir vielleicht Landfriedensbruch begehen... In Finnland stehen auf Landfriedensbruch Geldstrafen oder bis zu drei Monate Gefängnis - allerdings abhängig von der Schwere des Verbrechens. Da wir aber nicht gekommen sind, um zu stören oder gar zu zerstören, sondern um die finnischen Urwälder vor dem Kahlschlag zu retten, hoffen wir, unsere Arbeit fortsetzen zu können.
Nebenbei tauchten noch vier Holzfäller von Metsähallitus auf, und fanden ein Holzstück, das wir zum Feuermachen hatten nehmen wollen. Aus Versehen hatten wir ein falsches Stück erwischt, das durch Metsähallitus abgeholzt worden war. Angeblich richtig gutes Bauholz. Deswegen muss jetzt einer von uns nicht nur das Holz bezahlen - was wir für richtig halten, sondern auch eine Geldstrafe für den "Diebstahl".
Die heutige Ausgabe einer südfinnischen Boulevardzeitung und die Lokalzeitung fanden das Ereignis immerhin erwähnenswert. Wenn dieses eine Holzstück nun wichtig erscheint im Vergleich mit den 90.000 Hektar finnischen Urwalds, um die es den samischen Rentierhaltern geht: Bleibt zu hoffen, dass Metsähallitus einen ähnlich großen Eifer an den Tag legt, die Abholzung eines Baumes durch Holzfäller während des Einschlagstopps aufzuklären!
Der Regionalleiter von Metsähallitus, Pertti Veijola, sagte gestern in einem Interview mit Radio YLE Lapland, dass sie versuchen wollen, uns loszuwerden. "Durch den Umzug des Camps bekommt Greenpeace bloß noch mehr Aufmerksamkeit. Sie haben uns nicht um Erlaubnis gebeten, und diese Erlaubnis werden sie auch nicht erhalten. Offensichtlich ist ihnen klar, dass das illegal ist. Wir werden versuchen, sie loszuwerden, auch wenn das einige Zeit dauert. Der Umzug des Camps verlangsamt es, wir machen es trotzdem".
Ach. Herrn Veijola scheint nicht bewusst zu sein, dass wir absichtlich die Öffentlichkeit informieren, um zu verhindern, dass seine Firma Metsähallitus den finnischen Urwald abholzt.
(Monika)
Veröffentlicht von Redaktion-HH um 13:10 | Kommentare (2)
04.04.05
Rentierrennen auf dem Inarisee 3

Hier seht Ihr nochmal den stolzen Gewinner des diesjährigen Rentierrennens auf dem Inarisee, den Jockey Mika Länsman. Zwei Kilometer in zwei Minuten und 26,9 Sekunden hat er sich von dem Rentier Eurokas auf Schiern ziehen lassen. Das Preisgeld geht zwar bekanntlich an den Besitzer (Eero Länsman), bleibt damit aber zumindest in der Familie...
![]() |
![]() |
Anstrengend! Am Ende des Rennens lassen die Rentiere vor Erschöpfung die Zunge raushängen und strecken den Kopf waagerecht aus. Sie keuchen eine Weile, erholen sich aber nach kurzer Zeit wieder. Kurze Sprints sind Rentiere spätestens durch die vielen Begegnungen mit Autos gewohnt. Ihre natürlichen Feinde allerdings sind hauptsächlich Wolf und Vielfraß, oder der Bär - wenn er aus dem Winterschlaf aufgewacht ist.
Apropos Rentiere und Autos: Wir beobachten hier immer wieder einen Unterschied zwischen dem "local approach" und "tourist approach". Auf gut Deutsch: Touristen fahren langsam an friedlich neben der Straße fressende Rentiere heran, woraufhin diese überhaupt erst auf die Straße springen, verstört das Auto anstarren, um dann endlich die Straße freizugeben. Das kann dauern. Einheimische hingegen brausen so schnell an den Tieren vorbei, dass sie erst den Kopf heben, wenn das Auto längst vorbei ist. Geht schneller, und geht meistens gut.
![]() |
![]() |
Von Natur aus haben Rentiere wie unsere Hirsche ein Geweih. Es sieht aus wie ein Stofftiergeweih, weil es in ein zartes Fell eingehüllt ist. Ren(n)tieren jedoch werden die Geweihe meistens abgenommen: Da sie alle männlich sind, könnten sie sich gegenseitig bekämpfen und schwer verletzen. Nur wenige Tiere also trugen ein Geweih. Leider waren sie zu scheu, als dass ich sie hätte streicheln können, um herauszufinden ob das Geweih wirklich so weich ist.
![]() |
![]() |
So schnell, wie die Rentiere an uns Zuschauern vorbeigerannt sind, war es nicht einfach, sie zu fotografieren. Um Euch einen besseren Eindruck von der Geschwindigkeit zu geben, basteln wir noch an einem Film, den wir während des Rennens gedreht haben.
![]() |
![]() |
(Monika)
Veröffentlicht von Redaktion-HH um 10:39 | Kommentare (0)
03.04.05
Rentierrennen auf dem Inarisee 2
"Und er läuft, läuft, und jaaa, Tooor Tooor Tooor!" So enthusiastisch waren die Zuschauer allerdings nicht. Ein bisschen Klatschen, na gut, aber mehr nicht. Dabei hat der Sieger sogar den Rekord gebrochen (den er selbst aufgestellt hatte): Zum vierten Mal in Folge hat das Rentier Eurokas das Inarisee Rentierrennen gewonnen. Eurokas bringt seinem Besitzer nicht nur Ruhm und Anerkennung, sondern auch "Euro-Cash" - 2.000 Euro.
Was geschieht eigentlich nach den Rennen mit den Tieren? Die meisten von ihnen kehren leider nicht in den Wald zurück, sondern werden sorgsam gepflegt. Denn jährlich stoßen etwa 3000 Mal Autos mit Rentieren zusammen - da sich die meisten Unfälle in den Winter- und in den Sommermonaten ereignen, macht das durchschnittlich bis zu 19 Unfälle pro Tag. Wer möchte sein wertvolles Ren(n)tier an ein Auto verlieren?
Hier seht Ihr einen bunten Einblick in die Geschehnisse des Rennens.
![]() |
![]() |
Für Einige endete das Rennen vorzeitig - der Jockey ging irgendwo mitten auf dem Inarisee verloren. Die treuen Rentiere jedoch liefen brav die gesamte Rennbahn entlang, auch wenn sie sich allein vor den Menschenmassen fürchteten und eher zögerlich trabten.
Dabei hätten sie die gute Gelegenheit nutzen können, wegzulaufen. Mit mehr als diesen kleinen Büschlein war die Rennstrecke nicht abgesperrt!
![]() |
![]() |
Auch in den Pausen gab es viel zu sehen. Überall waren grüne Zelte aufgebaut. Sie bestehen wie unser Zelt im Camp aus einigen Stöcken, die einfach aneinander gelehnt sind, und sich gegenseitig stützen, und einer Zeltplane. An der Spitze sehen sie aus wie Mikadostäbe vor dem Loslassen;-)
![]() |
![]() |
Nix mit Bobbycar - hier fahren die Kinder Bobbyscooter. Auch die Sanitäter sind mit ihrem Schneemobil samt Schlitten einsatzbereit. Übrigens habe ich auch an der Dorfschule keine Fahrradständer gesehen - im Winter kommen die Schüler mit Schiern.
![]() |
![]() |
Insgesamt haben Rentierrennen viel mit Pferderennen zu tun. Unterschiede gibt es dennoch: Der Jockey sitzt natürlich nicht auf dem Rentier drauf, sondern fährt mit Schiern hinterher. Beim Start ist er nicht in der Box bei seinem Ren, sondern links neben der Box. Und am Ende des Rennens lassen alle Jockeys ihre Rentiere einfach laufen. Anhalten könnten sie sie nämlich nicht!
![]() |
![]() |
Rentier in Dosen! Das Rentier ist nicht nur Ren(n)tier, also zum Vergnügen da, sondern in erster Linie Nutztier. Lebend ist es Zugtier und Touristenattraktion, sogar einst Milch- und Käselieferant. Tot wärmt Rentierfell besser als jedes andere Material; Fleisch, Blut und Organe sind vitamin- und nährstoffreicher als vom Schwein oder Rind; traditionell fertigen die Samis aus den Geweihen Scheiden für Messer, Knöpfe und Anderes.
Auf unseren Eintrittskarten waren Losnummern aufgedruckt, die am Ende des Rennens gezogen wurden - Hauptpreis war ein neuer Satz Schneemobilketten... So traurig war ich also nicht, dass meine Losnummer nicht dabei war.
(Monika)
Veröffentlicht von Redaktion-HH um 21:34 | Kommentare (0)
Wir ziehen um
Heute sind wir mit unserem Camp umgezogen. Deswegen mussten wir um viertel nach fünf aufstehen, weil wir die Straßen später am Tag nicht mehr hätten befahren können. Zum Glück aber taut es nicht mehr - im Gegenteil, wir hatten heute morgen minus acht Grad. Hier haben wir so gut wie den gesamten Wald markiert. Das neue Camp liegt mitten in dem Gebiet, das wir ab jetzt markieren: An der Ostseite des Inarisees. Für den Fall, dass Ihr mal vorbeischauen möchtet;-) (Monika)
Veröffentlicht von Redaktion-HH um 13:48 | Kommentare (0)
02.04.05
Rentierrennen auf dem Inari-See
Schnell, schneller, am schnellsten - um überhaupt teilnehmen zu dürfen, muss ein Rentier einen Kilometer in höchstens 1 1/2 Minuten laufen. Das macht nach Adam Riese mindestens 40 km/h! Heute fanden Einzelrennen mit einem Menschen auf Schiern auf einem Kilometer, und Gruppenrennen mit Schlitten auf zwei Kilometern statt. Für Morgen ist das Finale angesetzt. Erste Eindrücke seht Ihr auf den folgenden Bildern.
Verglichen mit gestern sind heute ziemlich viele Rentiere da. Bei 47 habe ich aufgehört zu zählen. Offizielle Zahlen zu erhalten, war leider nicht möglich - auch das Programmheft gab es erst heute Mittag.
In den Pausen bekommen die Rentiere große Haufen mit trockenen Flechten. Artgerechte Haltung, denn das ist ungefähr das, was sie auch im Wald fressen. Bloß dass sie im Wald frei herumlaufen können.
Was ich eher beängstigend finde: Überall Risse im Eis. Der Parkplatz befindet sich mitten auf dem See... Um Euch zu beweisen, dass ich nicht übertreibe, habe ich meine nicht gerade zarte Hand in einen der Risse gesteckt.
So unlecker, wie das Rentierwürstchen aussieht, war es auch. Gut, dass ich jemanden mit einem weniger empfindlichen Magen gefunden habe. Unser Ire Dave, der das englische Weblog schreibt, versucht derweil die Rentiersuppe, Knäckebrot und einen rotgefärbten "Energy-Drink".
(Monika)






Veröffentlicht von Redaktion-HH um 15:56 | Kommentare (0)
Wer ist neu in der Urwaldschutzstation?
Seit vorgestern lebt Ulrike aus Tübingen im Camp.
Wie bist Du zu Greenpeace gekommen?
"Greenpeace - die tun was", habe ich immer wieder durch Zeitung und Fernsehen mitbekommen. Leider sah ich in meinem Heimatdorf keine Möglichkeit, mitzumachen*. Doch seit ich umgezogen bin, arbeite ich in der Tübinger Greenpeace-Gruppe.
Weshalb sind dir die finnischen Urwälder so wichtig, dass du dich in deinem Jahresurlaub für ihren Erhalt einsetzt?
Wälder fand ich schon immer spannend. Vor zwei Jahren habe ich dann bei Greenpeace in der Waldkampagne gearbeitet, und ich habe an einigen Aktionen für finnische, aber auch für afrikanische Wälder teilgenommen.
Was möchtest Du mit deinem Aufenthalt hier erreichen?
Zwar haben wir schon einen kurzfristigen Einschlagstopp erreicht - aber die Wälder müssen auch nachhaltig geschützt werden. Und ich hoffe, dass uns in Deutschland bewusst wird, dass Papier ein Wertstoff ist, mit dem wir sparsam umgehen müssen. Dabei hilft dieses Weblog sicher, öffentlich zu machen, was wir hier tun.
(* Zum Glück gibt es mittlerweile die Cyberaktivisten bei Greenpeace - mitmachen per Internet.)
Auch aus der Schweiz ist ein Aktivist angereist - Christian aus Uster bei Zürich.
Was hat dich zu Greenpeace gebracht?
In der umweltpolitischen Szene war ich schon länger aktiv. An Greenpeace hat mich dann besonders die Gewaltfreiheit interessiert.
Seit einem Klettertraining arbeite ich bei Greenpeace in der Schweiz.
Weshalb liegen dir als Schweizer die finnischen Urwälder am Herzen?
Auch in der Schweiz wird viel Papier aus finnischen Urwäldern verbraucht. Der schweizer Verlag Ringier ist einer der zehn größten Abnehmer. Deswegen finde ich es sinnvoll, hier zu sein. (Monika)
Veröffentlicht von Redaktion-HH um 11:48 | Kommentare (0)
01.04.05
Noch nichts los beim Rentierrennen
Samstag und Sonntag rennen hier auf dem Inarisee die Ren(n)tiere um die Wette. Seit dem Roundup sind sie auf Diät, und sobald das Wetter es zulässt, werden sie trainiert. Im Frühjahr findet jedes Wochenende ein Rentierrennen in Lappland statt. Höhepunkt: Das "Inari Rentier Meisterschaftsrennen", organisiert vom Verein der Rentierzucht-Kooperativen. Um heute bei den Vorbereitungen zuzuschauen, habe ich mich an die Rennbahn herangeschlichen. Doch außer drei gemütlich vor sich hin mampfenden Rentieren habe ich nichts entdeckt. Auch Wetten werden erst ab morgen früh angenommen. Lassen wir ihnen also noch ein wenig ihre Ruhe. (Monika)
Veröffentlicht von Redaktion-HH um 13:05 | Kommentare (0)
Neue Aktivisten im Camp
Heute ist Matthias aus Kiel eingetroffen.
Warum ist der Wald für Dich so wichtig, dass du dich in deiner Freizeit aktiv für den Urwaldschutz engagierst?
Ich finde es haarsträubend, dass die 200 bis 500 Jahre alten Bäume hier einfach abgeholzt und zu Papier verarbeitet werden, das dann nach einem Durchgang durch den Kopierer weggeworfen wird. Das macht auch die Rentierhaltung unmöglich, die ein wichtiges Element der samischen Kultur ist.
Was hat dich zu Greenpeace gebracht?
Greenpeace hat mich schon immer interessiert, deswegen habe ich eines Tages einfach die Telefonnummer der Kieler Greenpeace-Gruppe aus dem Telefonbuch herausgesucht.
Warum bist du in Finnland? Gibt es für dich einen speziellen Bezug zum Norden Europas?
Ich habe einige samische Bekannte und spreche selbst samisch, daher fühle ich mich den Sámi natürlich verbunden.
Was versprichst du dir von deiner Reise?
Dass die letzten Urwälder Europas nicht zu Kopierpapier verarbeitet werden!
Randy aus Oslo, Norwegen, wird uns heute wieder verlassen.
Was hat dich zu Greenpeace geführt?
Ich war schon immer sehr naturverbunden. Und jetzt braucht die Natur Hilfe. Die Lösungen, die Greenpeace aufzeigt, finde ich gut.
Warum warst du in Finnland? Gibt es für dich einen speziellen Bezug zum Norden Europas?
Alle Wälder bedeuten mir viel. Ich finde, dass wir Menschen als Wahrer der Schöpfung handeln sollten. Dabei erfülle ich nur meinen Teil.
Was nimmst du von deiner Reise mit?
Es war eine tolle Erfahrung, Leute aus verschiedenen Ecken der Welt kennezulernen und gemeinsam für den Erhalt der finnischen Urwälder zu kämpfen.
Niila aus Helsinki in Finnland.
Was hat dich zu Greenpeace geführt?
Vor sechs Jahren wurde mir klar, dass die Welt einfach in die falsche Richtung läuft - und dass die Abwärtspirale schneller und schneller wird. Seit dem habe arbeite ich bei Greenpeace. Am meisten sorge ich mich wegen Atomkraft, Verschmutzung der Ostsee und um die Urwälder. Und ich finde, dass jeder Finne sich Gedanken darum machen sollte.
Welchen Bezug hast du als Finne zu den Urwälder im Norden deines Landes?
Als kleiner Junge war ich oft mit meinen Eltern in Lappland. Hier haben sie sich damals kennengelernt. Sie lehrten mich, die finnische Natur zu lieben und zu achten. Ich habe in meinem Leben schon viel Zeit in Lappland verbracht und will nicht, dass die Natur hier zerstört wird. Ich möchte meinen Teil dazu beitragen, eine Lösung zu finden die für alle Beteiligten gut ist. Und ich wünsche mir für meine dreijährige Tochter, dass auch sie Lappland erleben kann.
Was bedeutet dir deine Zeit im Camp?
Ganz viel Arbeit, viele Gespräche, viel von der wunderschönen Natur und viele neue Erfahrungen.
(Monika)
Veröffentlicht von Redaktion-HH um 10:04 | Kommentare (1)

























