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13.04.05
Europäische Autoren besuchen das Sami-Heimatland
Sieben Schriftsteller aus verschiedenen europäischen Ländern haben sich gestern abend in der Nähe unserer Urwaldschutzstation mit samischen Vertretern getroffen. Die Autoren Lydia Rood, Javier Moro, Ken Finn, Robin Valtiala, Karel Verleyen, Aurélie Filipetti und Niccolo Ammaniti möchten hier im Sami-Heimatland mehr erfahren über die Bedrohung der letzten Urwälder, und damit der Lebensweise der samischen Rentierzüchter. Der norwegische Sami Niillas Somby und Maria Sofia Aikio (Mitglied des Sami-Parlaments) berichteten über die Rechte der samischen Fischer und der Rentierzüchter.
"Ich habe meine Inspiration beim Schreiben schon immer von der Natur und den Wäldern erhalten", erzählt der finnische Autor Robin Valtiala. "Es bereitet mir Sorgen, zu sehen wie die Urwälder im Sami-Heimatland zerstört werden. Wenn die restlichen Urwälder um Inari herum auch noch abgeholzt werden, bedroht das auch die Kultur, die mit der Natur hier aufs Engste verbunden ist", warnt Valtiala.
Zur Begrüßung sang Niillas Somby einen Joik, und erzählte, dass dieser Gesang zwar einst mächtig gewesen sei. Mittlerweile aber sei er oftmals verpönt, gelte selbst unter vielen Samis als barbarisch, denn zu lange war es den Samis verboten, zu joiken.
Teilweise haben die Samis besondere Rechte erhalten, die ihre Lebensweise schützen sollen, wie das Gesetz über die Rentierhaltung, erzählt Maria Sofia Aikio. Doch wenn der Urwald weiterhin industriell genutzt werde, sei dieses Gesetz wertlos. Denn die Rentiere fressen im Winter, wenn sie im tiefen Schnee kein anderes Futter finden, die Moose und Flechten, die an den uralten Bäumen wachsen. Sind keine oder nur junge Bäume da, überleben die Rentiere den Winter nicht.
Wissbegierig fragten die Autoren nach der Lebensweise der Samis, nach ihrer Religion. Aus der Sicht eines Schriftstellers sei besonders der Schatz an traditionellen Geschichten interessant, und Niillas berichtete von einer Geschichte, die ihm sein Vater auf dem Sterbebett erzählt hatte.
Hintergrund für den Besuch: Greenpeace setzt sich auf mehreren Ebenen für die letzten verbliebenen Urwälder ein: Vor Ort markieren wir täglich von unserer Urwaldschutzstation aus den Urwald. Um auch den internationalen Buchmarkt zu bewegen, hat Greenpeace zusammen mit Autorinnen und Autorinnen eine Initiative für die Errichtung von Schutzgebieten gegründet. Weitere bekannte Autoren wie Isabell Allende und Günter Grass verstehen sich ebenfalls als Botschafter für den Schutz der Urwälder.
Um den enormen Papierverbrauch der Menschen zu decken, scheint es einfach, sich durch Abholzung an den Urwäldern zu bedienen. Auch für die Herstellung von Büchern und Zeitschriften wird viel Papier benötigt. Doch viele Verlage tun sich bisher schwer, auf Recyclingpapier oder Papier mit FSC-Siegel umzusteigen.
Die Schriftsteller, die sich an dem Greenpeace-Projekt beteiligen, möchten daher ihren Teil zum Urwaldschutz beitragen: Ihre nächsten Bücher sollen auf urwaldfreundlichem Papier gedrucken werden.
Das könnt Ihr tun
Verbraucht weniger Papier, und verwendet Recyclingpapier.
Fragt nach dem FSC-Siegel, wenn ihr Produkte aus Holz kauft.
Fordert von den Zeitschriften und Magazine, die ihr lest, dass sie entweder ganz oder zumindest mit einem hohen Anteil aus Recyclingpapier hergestellt werden.
(Monika)
Ver�ffentlicht von Redaktion-HH um 13.04.05 14:13