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16.04.05

Rad der Zeit!

HelsinkiDomKopie.jpg Es ist soweit, mein Urlaub ist vorbei. Mit frischen Tatendrang geht es wieder ran an die Tasten. Ich war gespannt, wie es sein wird, wenn ich wieder da bin. Ich kenn ja schon alles, weiß wie der Tag so abläuft, alltägliche Routine eben. Doch weiß ich es wirklich? Irgendwie auch wieder nicht. Schliesslich steht das Camp jetzt an einem ganz anderen Ort. Wie wohl der tägliche Ablauf aussieht, denn der Weg zwischen Büro und Camp ist auf einmal doppelt so lang. Und welche Leute sind dort? Ein paar kenne ich wohl noch. Doch es ist komisch, war ich doch echt urlaubsreif, habe ich den ganzen Haufen doch sehr vermisst. Wäre schön, wenn sich nicht allzu viel verändert hat, denn ich hatte mich so schön eingewöhnt. Aber darauf kann ich mich garantiert nicht verlassen. Besonders nicht in einem Camp wie unserem, wo jeden Tag etwas Neues passiert und vor allem aber auch immer neue Leute dazu kommen, während die anderen gehen. Flexibilität ist hier GROSS geschrieben, denn das Rad dreht sich eben immer weiter. Und das ist im Grunde auch gut so...

Und so sah mein Wiederkommen nun tatsächlich aus:
Also mein Tag fängt mit etwas Verspätung auf dem Hamburger Flughafen an, aber was macht das schon. Ich habe eh einen stunden langen Aufenthalt in Helsinki und alles in allem setzte ich gerade mal eine halbe Stunde später meinen Fuß auf finnischen Boden, als geplant. Und nu? Vier Stunden auf dem Flughafen rum lungern? Nein Danke. Kurzentschlossen nehme ich den nächsten Bus in die City, denn die soll angeblich nicht sehr weit weg sein.

40 Minuten später stehe ich mitten im Zentrum, vor dem Hauptbahnhof. Dort halten die Busse, ein Direktservice vom Flughafen. Ebenfalls am Flughafen ergattert, blicke ich in die Straßenkarte. Beate aus der Redaktion erzählte mir, dass der Dom ganz nett ist. Und zu meinem Glück, ist auch der nicht ganz so weit entfernt. 15 Minuten Fußmarsch – höchstens. Dort angekommen, heißt es erst mal Treppchen steigen, denn er liegt wunderschön auf einem kleinen Hügel von dem man ein wenig auf die Stadt schauen kann. Idyllisch, denn es sitzen überall Einheimische sowie Touristen rum, die die ersten Sonnenstrahlen genießen. Der Dom selbst ist für meinen Geschmack von Innen eher simpel und nicht weiter erwähnenswert, von außen jedoch sehr imposant. Ich hab mich demnach mit meinem Buch hier hingesetzt und bin nach zwei Stunden zurück zum Airport. Helsinki, kurz und schmerzlos. Immerhin hatte ich einen kleinen Einblick, wie die Hauptstadt so aussieht und etwas Sonne. Was man von hier oben nicht behaupten kann. Waren es im Süden noch gute 12 Grad plus, schneit es hier und alles ist grau in grau. Diesbezüglich ist also nicht so viel anders. Im Gegensatz zum Camp.

GreenterrorKopie.jpg Ich war gespannt, denn ich hatte schließlich schon eine Menge gehört und Rick hat mich im Auto auch noch mal auf den neuesten Stand gebracht. Doch so hatte ich mir das alles nicht vorgestellt. In der Einfahrt zum Camp haben sich ein ganzer Haufen Holzfäller positioniert. Ebenfalls mit Zelt, selbstgebauten Unterschlupft und einem Lagerfeuer. Doch am meisten stechen die Banner ins Auge: Von Greenterror – was wir ja schon kennen – über El Quaida und Greenpeace Nazis, um nur die heftigsten zu nennen. Nachbarn wie man sie sich wünscht. Besser noch sind die Sirenen, die sie alle halbe Stunde einsetzen, um uns zu stören. Als ich diese das erste mal höre, muss ich jedoch etwas schmunzeln, denn wir hören sie, zumindest im Container, sehr gedämpft. Den Krach, den sie allerdings bei den Holzfällern selbst anrichten, den möchte ich mir in meinen kühnsten Träumen nicht vorstellen. Kein Wunder, dass dort alle mit Ohrenschutz rum laufen. Bleibt die Frage, ob die sich nicht selbst verrückt machen? Aber das ist nicht unser Problem.

Im Camp selbst hat sich nur in soweit etwas verändert, dass es natürlich viele neue Gesichter gibt. Sage und schreibe kenn ich da gerade mal noch einen: Timo. Der nimmt mich auch gleich herzlich in die Arme und meint nur verschmitz: „Willkommen zurück. Ist komisch nach dem Urlaub wieder zu kommen, nicht? Alles so anders und auch doch wieder nicht“. Aber er tröstet mich auch gleich, da er meint dass er sich schnell wieder eingelebt hat. Ansonsten gibt es jetzt einen Koch. Einen italienischen. Aber angeblich gibt es nicht nur Pasta, wenn allerdings, dann selbstgemachte. Hhhmmm. Wirklich beneidenswert. Vielleicht kann ich Ihm ja ein paar Rezepte entlocken.

Sonst ist im Großen und Ganzen alles beim Alten. Und was die tägliche Routine so anbelangt, kann ich noch gar nicht viel sagen, denn es ist bereits spät Abends und wir krümeln uns bald alle in die Schlafsäcke. Beim Stichwort schlafen gehen, fällt mir allerdings noch etwas auf. Es ist sogar entscheidend anders. Es ist immer noch hell! Dabei ist es schon nach 22 Uhr. Unglaublich. Dabei ist es noch keine drei Wochen her, dass ich abgereist bin und da war es Punkt sieben Uhr stockdunkel. Bin gespannt, was ich mit der Zeit noch so entdecke. Aber für das erste bin ich jetzt erst mal angekommen und freu mich auf meine nächsten paar Wochen...

(Anisha)

Ver�ffentlicht von Redaktion-HH um 16.04.05 19:13

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