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11.04.05

Bringt der Unglückshäher wirklich Unglück?

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Im Volksglauben ranken sich verschiedene Erzählungen um den Unglückshäher – mal bringt er Glück und mal Unglück. Sein lateinischer Name ist "Perisoreus Infaustus", dabei bedeutet infaustus etwa unheilbringend. Doch wie kommt der Unglückshäher zu diesem Namen, und was steckt hinter den sich widersprechenden Legenden?






sibirian_jay2.jpgDer Unglückshäher wohnt eigentlich hier oben im Norden. Wenn er jedoch in zu strengen Wintern nicht genügend Futter findet, wandert er bis nach Mitteleuropa. Im Mittelalter sah man den nur unregelmäßig auftauchenden Vogel als ein Vorzeichen, dass Unheil wie Krieg, Pest oder andere Not drohe. Nach diesem Aberglauben wurde er dann benannt.


Die Samis hingegen betrachten ihn als Glücksvogel. Denn sie glauben, dass überall dort, wo sich der Unglückshäher aufhält, keine gefährlichen Tiere wie Bären oder Greifvögel in der Nähe sind.


Tatsächlich befindet sich der Unglückshäher selbst im Unglück: Von den ursprünglichen Urwäldern Finnlands stehen nur noch knapp fünf Prozent, das sind etwas über eine Million Hektar. Alle anderen Wälder sind meist Forstplantagen, in der die Bäume gleichaltrig sind. Das bedeutet, dass wenig bis gar kein Altholz anfällt.


feuerhoehle-mit-kaltem-rand.jpgDer Unglückshäher aber ist auf eben dieses Altholz angewiesen: Dort findet er am besten Nahrung. Da auch die finnischen Urwälder im industriellen Maßstab geschlagen wurden, ist die Zahl der Unglückshäher in den letzten Jahrzehnten stark zurückgegangen.


Was kann man tun?
Greenpeace fordert: Die industrielle Abholzung in den letzten noch verbliebenen Urwäldern Finnlands muss dauerhaft eingestellt werden.

Die deutschen Papier-Abnehmer wie Zeitschriften-Verlage und Papierhändler müssen sicher stellen, dass das von ihnen gekaufte Papier nicht aus Urwaldzerstörung stammt.

Alternative zum Kahlschlag: Eine Waldnutzung, die ökologische und soziale Kriterien berücksichtigt. Weltweit glaubwürdig ist zum Beispiel das FSC-Siegel (Forest Stewardship Council).

Das könnt Ihr tun
Verbraucht weniger Papier, und verwendet Recyclingpapier.

Fragt nach dem FSC-Siegel, wenn ihr Produkte aus Holz kauft.

Fordert von den Zeitschriften und Magazine, die ihr lest, dass sie entweder ganz oder zumindest mit einem hohen Anteil aus Recyclingpapier hergestellt werden.
(Monika)

Ver�ffentlicht von Redaktion-HH um 11.04.05 09:07

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