
Wenige Monate nach dem Beschluss, die Deutschen Atomkraftwerke nach und nach
bis 2022 abzuschalten, will die Bundesregierung eine Milliardenbürgschaft für
den Bau eines Atomkraftwerks in Brasilien übernehmen.
Das in den 1970er Jahren geplante brasilianische AKW Angra 3 soll nach vielen
Jahren Stillstands mit deutscher Hilfe fertig gestellt werden, obwohl es
massive Sicherheitsbedenken gibt. Das Projekt Angra 3 stellt eine große
Bedrohung dar, da in einem Gebiet gebaut wird, das besonders erdbeben- und
erdrutschgefährdet ist. Die Folgen von Naturereignissen auf Atomkraftwerke
zeigen die dramatischen Entwicklungen in Fukushima, wo noch immer kaum
absehbar ist, welche immensen und dauerhaften Schäden durch die Havarie
entstehen werden.
"Es kann nicht im Sinne einer verantwortungsvollen und konsequenten Politik
sein, den Atomausstieg zu beschließen und dann mit Bundesmitteln den Bau von
Atomanlagen zu fördern - weder in Brasilien, noch in anderen Ländern", sagt
Björn Ahaus, Energie-Experte von Greenpeace Ruhrgebiet. "Die ganz überwiegende
Mehrheit der Bevölkerung ist aus guten Gründen für einen generellen Ausstieg
aus der Atomtechnik. Dies schließt den Stopp von Exporten der Atomtechnik mit
ein, denn eine atomare Verseuchung kennt keine Landesgrenzen."
Die Technologie, die in Brasilien zum Einsatz kommen soll, ist völlig
veraltet. Angra 3 wäre in Westeuropa heute nicht mehr genehmigungsfähig. Zudem
ist die Entsorgung des Atommülls in Brasilien ein Skandal für sich. Die
Abfälle werden unter Wasser in so genannten "blauen Schwimmbecken"
gelagert.
Erschwerend hinzu kommt, dass Brasilien keine unabhängige Atomaufsicht hat.
Die CNEN (Comissao Nacional de Energie Nuclear) ist sowohl für die Förderung
als auch für die Kontrolle der Atomkraft zuständig. Eine solche Struktur
entspricht weder brasilianischem Recht noch europäischen Standards.
Greenpeace hat heute insgesamt 39 Bundestagsabgeordnete im Ruhrgebiet mit
einem
Offenen Brief aufgefordert,
die Hermes-Bürgschaft für "Angra 3" zu
stoppen. Zudem fordert Greenpeace, den Export von Atomtechnologie generell zu
unterbinden und stattdessen international den Ausbau Erneuerbarer Energien
aktiv zu fördern.
Hier könnt Ihr eine
Protestpostkarte an Frau Merkel oder Eure lokalen Abgeordneten senden.