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15.11.11

Bundestagsabgeordnete sollen Hermes-Bürgschaft stoppen

Greenpeace Ruhrgebiet schreibt einen Offenen Brief an die Abgeordneten im Ruhrgebiet

Angra Wenige Monate nach dem Beschluss, die Deutschen Atomkraftwerke nach und nach bis 2022 abzuschalten, will die Bundesregierung eine Milliardenbürgschaft für den Bau eines Atomkraftwerks in Brasilien übernehmen.

Das in den 1970er Jahren geplante brasilianische AKW Angra 3 soll nach vielen Jahren Stillstands mit deutscher Hilfe fertig gestellt werden, obwohl es massive Sicherheitsbedenken gibt. Das Projekt Angra 3 stellt eine große Bedrohung dar, da in einem Gebiet gebaut wird, das besonders erdbeben- und erdrutschgefährdet ist. Die Folgen von Naturereignissen auf Atomkraftwerke zeigen die dramatischen Entwicklungen in Fukushima, wo noch immer kaum absehbar ist, welche immensen und dauerhaften Schäden durch die Havarie entstehen werden.

"Es kann nicht im Sinne einer verantwortungsvollen und konsequenten Politik sein, den Atomausstieg zu beschließen und dann mit Bundesmitteln den Bau von Atomanlagen zu fördern - weder in Brasilien, noch in anderen Ländern", sagt Björn Ahaus, Energie-Experte von Greenpeace Ruhrgebiet. "Die ganz überwiegende Mehrheit der Bevölkerung ist aus guten Gründen für einen generellen Ausstieg aus der Atomtechnik. Dies schließt den Stopp von Exporten der Atomtechnik mit ein, denn eine atomare Verseuchung kennt keine Landesgrenzen."

Die Technologie, die in Brasilien zum Einsatz kommen soll, ist völlig veraltet. Angra 3 wäre in Westeuropa heute nicht mehr genehmigungsfähig. Zudem ist die Entsorgung des Atommülls in Brasilien ein Skandal für sich. Die Abfälle werden unter Wasser in so genannten "blauen Schwimmbecken" gelagert.

Erschwerend hinzu kommt, dass Brasilien keine unabhängige Atomaufsicht hat. Die CNEN (Comissao Nacional de Energie Nuclear) ist sowohl für die Förderung als auch für die Kontrolle der Atomkraft zuständig. Eine solche Struktur entspricht weder brasilianischem Recht noch europäischen Standards.

Greenpeace hat heute insgesamt 39 Bundestagsabgeordnete im Ruhrgebiet mit einem Offenen Brief aufgefordert, die Hermes-Bürgschaft für "Angra 3" zu stoppen. Zudem fordert Greenpeace, den Export von Atomtechnologie generell zu unterbinden und stattdessen international den Ausbau Erneuerbarer Energien aktiv zu fördern.

Hier könnt Ihr eine Protestpostkarte an Frau Merkel oder Eure lokalen Abgeordneten senden.