Greenpeacegruppe Dresden


Ein Eisberg auf der Elbe

Achtung Hochwasser!

Dass die Wetterextreme sich häufen, müssen auch wir miterleben. Da die zu erwartenden Pegelstände ein Durchfahren der Elbbrücken unmöglich machen, wurden alle Aktionen und Termine voraussichtlich um eine Woche verschoben! Alle Veranstaltungsdaten unten wurden entsprechend angepasst.

Die Eisbergtour

Mit dem Eisberg auf die Elbe

Am 11. August 2006, genau 4 Jahre nach dem katastrophalen Elbehochwasser, sollte in Bad Schandau ein Floß, 7,5 x 5 x 5 Meter groß und als Eisberg gestaltet, seine Fahrt in Richtung Hamburg aufnehmen, an Bord eine Gruppe von Greenpeace-Aktivisten, die mit dieser Aktion so viele Elbeanwohner wie möglich auf den Klimawandel und seine verheerenden Folgen aufmerksam machen, sowie sie von der Notwendigkeit zum Klimaschutz überzeugen wollen.

Doch der diesjährige Sommer stand geradezu sinnbildlich für die aktuellen klimatischen Entwicklungen hin zu mehr Wetterextremen: Erst fürchteten wir wegen der Hitzewelle und Dürre, dass der niedrige Wasserstand unsere Tour vereiteln könnte, nun zwingt uns das Hochwasser, sie nach hinten zu verlegen. Der Pegel ist so hoch, dass wir manche Brücken mit unserem Eisberg nicht passieren können. Aber das schreckt uns nicht, dann kommen wir eben eine Woche später!

Das Floß wird also am 18. August in Pirna einlaufen, am 19. und 20. August durch Dresden fahren, am 21. August in Meißen anlegen und dann voraussichtlich am 10. September seine Reise in in Hamburg beenden. Es sind die unterschiedlichsten Aktionen geplant, um unser Ziel zu erreichen, so wird die Besatzung beim Einlaufen als Pinguine verkleidet sein, es wird eine Informationsausstellung sowie eine Kindermalaktion geben. Wir sind gespannt auf Ihre Ideen, wie Sie sich am Klimaschutz beteiligen könnten. Nicht zuletzt soll die Aktion allen Beteiligten Spaß machen!

 

Das Programm

Folgende Aktionen werden von Freitag bis Montag stattfinden:

Freitag, 18. August, 12–15 Uhr Uhr, Pirna, am Elbufer (unterhalb des Bahnhofes in der Nähe des Spielplatzes)
Die Umweltschützer laden alle Interessierten herzlich ein, dorthin zu kommen und sich den Eisberg anzuschauen. Es gibt die Möglichkeit, sich zu diesem Thema zu informieren und eine Ausstellung und verschiedene Filme anzuschauen. Die Kleinen können sich beim Klimakoffer informieren. Außerdem haben die Kinder die Möglichkeit, am deutschlandweiten Malwettbewerb »Palmen am Elbstrand oder Land unter – Wie sieht deine Stadt an der Elbe in 50 Jahren aus?« teilzunehmen. Alle Kinder und Jugendlichen sind aufgerufen, sich mit einem Bild zu beteiligen. Spitz die Buntstifte, schwing die Wachsmaler und Filzer oder kleb eine Collage. Alle Bilder werden ausgestellt! Die Besten werden ins Internet gestellt und prämiert. Allen Beteiligten winkt ein kleines Dankeschön, und wer mag, darf auf das Eisberg-Floß.
Freitag, 18. August, 19.30 Uhr, Dresden, Kanusport Dresden e. V., Tolkewitzer Str. 79
Vortrag über den Klimawandel, dessen Auswirkungen auf Dresden und Vermeidungsmöglichkeiten
Samstag, 19. August, 12–20 Uhr, Dresden, am Elbufer zwischen Albert- und Carolabrücke
Eisberg auf der Elbe, Kindermalwettbewerb und Infostand
Sonntag, 20. August, 12–15 Uhr, Dresden, am Elbufer zwischen Albert- und Carolabrücke
Eisberg auf der Elbe, Kindermalwettbewerb und Infostand, Ausstellung zu den schon zu spürenden Klimaveränderungen, Klimafußabdruck, mit Überraschungsaktion
Montag, 21. August, 15–18 Uhr, Meißen, am Elbufer (Siebeneichener Strasse, an der Alten Schiffsgaststätte)
Die Umweltschützer laden alle Interessierten herzlich ein, dorthin zu kommen und sich den Eisberg anzuschauen. Es gibt die Möglichkeit, sich zu diesem Thema zu informieren und eine Ausstellung und verschiedene Filme anzuschauen. Die Kleinen können sich beim Klimakoffer informieren. Außerdem haben die Kinder die Möglichkeit, am deutschlandweiten Malwettbewerb »Palmen am Elbstrand oder Land unter – Wie sieht deine Stadt an der Elbe in 50 Jahren aus?« teilzunehmen. Alle Kinder und Jugendlichen sind aufgerufen, sich mit einem Bild zu beteiligen. Spitz die Buntstifte, schwing die Wachsmaler und Filzer oder kleb eine Collage. Alle Bilder werden ausgestellt! Die Besten werden ins Internet gestellt und prämiert. Allen Beteiligten winkt ein kleines Dankeschön, und wer mag, darf auf das Eisberg-Floß.

Die Hintergründe

Worum geht es überhaupt?

Mit dem auf der Elbe treibenden Eisberg nehmen wir Bezug auf die Klimaerwärmung: Weltweit schmelzen die Gletscher in alarmierender Geschwindigkeit. Auch die Polarregionen verlieren ihre Eiskappe, riesige Eisberge treiben mit den Meeresströmungen bis in tropische Regionen. Schwere Stürme und Hochwasser verwüsten ganze Landstriche in immer kürzerer Folge. Der Klimawandel ist Realität. Wir können nur noch bestimmen, wie gravierend er wird.

Die Wärmeabstrahlung der Erdoberfläche wird durch die steigende Kohlendioxidkonzentration der Atmosphäre eingeschränkt, die Folgen sind fühlbar. In den letzten hundert Jahren stieg die mittlere Oberflächentemperatur bereits um 0,6 Grad Celsius. Das hört sich nicht viel an, doch es zieht gewaltige Auswirkungen nach sich. Zum Vergleich: Von der letzten Eiszeit, die Nordeuropa unter Schnee und Eis be grub, trennt unsere Zeit nur eine Differenz von noch nicht einmal 4 Grad Celsius im Jahresmittel!

Die Erde erwärmt sich zunehmend schneller. Basierend auf unzähligen wissenschaftlichen Untersuchungsergebnissen prognostiziert das Klimagremium der Vereinten Nationen, das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), einen Anstieg der globalen Oberflächentemperatur zwischen 1,4 und 5,8 Grad Celsius bis zum Jahr 2100. Ein Anstieg in diesem Berech innerhalb eines derart kurzen Zeitraums wird drastische Auswirkungen auf das globale Klimasystem und damit auf jegliches Leben haben - selbst wenn er sich im unteren Bereich der möglichen Skala bewegt.

Wofür wollen wir uns einsetzen?

In Zukunft werden immer mehr Menschen aufgrund des Klimawandels ihre Existenzgrundlage verlieren. Leider setzen sich wirtschaftliche Interessen Einzelner gegenüber dem Erhalt des Lebens auf der Erde zu oft durch. Wenn wir diese tragische Entwicklung bremsen wollen, dann müssen wir erstens ein größeres Bewusstsein für die Problematik schaffen, indem wir Menschen informieren und aufzeigen, was sie privat tun können. Zweitens müssen globale politische Maßnahmen zum Klimaschutz vorangetrieben werden:

Auf dem ersten Erdgipfel zum Thema Umwelt, der UN-Konferenz von Rio 1992, hat die internationale Gemeinschaft festgestellt, dass der Treibhauseffekt eine der größten globalen Umweltbedrohungen ist. In Rio wurde die so genannte Klimakonvention zum Schutz des Erdklimas beschlossen, konkrete Maßnahmen zur Reduzierung der Treibhausgase wurden erst im Dezember 1997 auf der Weltklimakonferenz im japanischen Kyoto beschlossen. Die minimalen Reduktionsziele, auf die sich die Teilnehmer dabei geeinigt haben, werden nicht energisch umgesetzt. Dabei wären längst radikale Maßnahmen erforderlich, um den Klimawandel zu stoppen.

Greenpeace fordert unter anderem den Ausbau der erneuerbaren Energien, die Einführung einer Kerosinsteuer für den Flugverkehr, die Streichung von Subventionen für fossile Energie sowie die Klärung der Rahmenbedingungen des Emissionshandels.

Wir wollen die Menschen auffordern, Energie bewusster zu nutzen und zu sparen. Sie haben die Möglichkeit, sauberen Strom zu beziehen, z. B. von Greenpeace energy.

Die Forderungen an Dresden

Die Flusstour wird sich direkt an die 8 Elbstädte, die Mitglieder im Klimabündnis sind, richten. Mit diesen Forderungen werden wir speziell an die Dresdner Stadtregierung herantreten:

Wiederaufnahme des Altbausanierungsprogramms
(1 öffentliche Stelle, Subventionen, fachliche Beratung) Programm lief erfolgreich bis 2003, dann aus haushaltspolitischen Gründen gestoppt. Die veränderte Haushaltslage müsste diese Begründung entkräften.
Förderung von ÖPNV und Radverkehr im neuen Verkehrskonzept
Das neue Konzept sieht die Gleichstellung von öffentlichen und individuellen Verkehrsmitteln vor, während im alten Konzept die Förderung der öffentlichen Verkehrsmittel angedacht war, jedoch nicht umgesetzt wurde
Erhaltung und Entwicklung von städtischen klimarelevanten Flächen
Schutz der Grünflächen vor Bebauung, insbesondere der Elbauen und Elbseitentäler

Weitere Infos

Unter folgenden Links erfahrt ihr mehr (Achtung, die Verschiebung der Eisbertour um eine Woche ist hier noch nicht berücksichtigt!):


Letzte Aktualisierung am 10. August 2006