Am 11. August 2006, genau 4 Jahre nach dem katastrophalen Elbehochwasser, sollte in Bad Schandau ein Floß, 7,5 x 5 x 5 Meter groß und als Eisberg gestaltet, seine Fahrt in Richtung Hamburg aufnehmen, an Bord eine Gruppe von Greenpeace-Aktivisten, die mit dieser Aktion so viele Elbeanwohner wie möglich auf den Klimawandel und seine verheerenden Folgen aufmerksam machen, sowie sie von der Notwendigkeit zum Klimaschutz überzeugen wollen.
Doch der diesjährige Sommer stand geradezu sinnbildlich für die aktuellen klimatischen Entwicklungen hin zu mehr Wetterextremen: Erst fürchteten wir wegen der Hitzewelle und Dürre, dass der niedrige Wasserstand unsere Tour vereiteln könnte, nun zwingt uns das Hochwasser, sie nach hinten zu verlegen. Der Pegel ist so hoch, dass wir manche Brücken mit unserem Eisberg nicht passieren können. Aber das schreckt uns nicht, dann kommen wir eben eine Woche später!
Das Floß wird also am 18. August in Pirna einlaufen, am 19. und 20. August durch Dresden fahren, am 21. August in Meißen anlegen und dann voraussichtlich am 10. September seine Reise in in Hamburg beenden. Es sind die unterschiedlichsten Aktionen geplant, um unser Ziel zu erreichen, so wird die Besatzung beim Einlaufen als Pinguine verkleidet sein, es wird eine Informationsausstellung sowie eine Kindermalaktion geben. Wir sind gespannt auf Ihre Ideen, wie Sie sich am Klimaschutz beteiligen könnten. Nicht zuletzt soll die Aktion allen Beteiligten Spaß machen!
Folgende Aktionen werden von Freitag bis Montag stattfinden:
Mit dem auf der Elbe treibenden Eisberg nehmen wir Bezug auf die Klimaerwärmung: Weltweit schmelzen die Gletscher in alarmierender Geschwindigkeit. Auch die Polarregionen verlieren ihre Eiskappe, riesige Eisberge treiben mit den Meeresströmungen bis in tropische Regionen. Schwere Stürme und Hochwasser verwüsten ganze Landstriche in immer kürzerer Folge. Der Klimawandel ist Realität. Wir können nur noch bestimmen, wie gravierend er wird.
Die Wärmeabstrahlung der Erdoberfläche wird durch die steigende Kohlendioxidkonzentration der Atmosphäre eingeschränkt, die Folgen sind fühlbar. In den letzten hundert Jahren stieg die mittlere Oberflächentemperatur bereits um 0,6 Grad Celsius. Das hört sich nicht viel an, doch es zieht gewaltige Auswirkungen nach sich. Zum Vergleich: Von der letzten Eiszeit, die Nordeuropa unter Schnee und Eis be grub, trennt unsere Zeit nur eine Differenz von noch nicht einmal 4 Grad Celsius im Jahresmittel!
Die Erde erwärmt sich zunehmend schneller. Basierend auf unzähligen wissenschaftlichen Untersuchungsergebnissen prognostiziert das Klimagremium der Vereinten Nationen, das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), einen Anstieg der globalen Oberflächentemperatur zwischen 1,4 und 5,8 Grad Celsius bis zum Jahr 2100. Ein Anstieg in diesem Berech innerhalb eines derart kurzen Zeitraums wird drastische Auswirkungen auf das globale Klimasystem und damit auf jegliches Leben haben - selbst wenn er sich im unteren Bereich der möglichen Skala bewegt.
In Zukunft werden immer mehr Menschen aufgrund des Klimawandels ihre Existenzgrundlage verlieren. Leider setzen sich wirtschaftliche Interessen Einzelner gegenüber dem Erhalt des Lebens auf der Erde zu oft durch. Wenn wir diese tragische Entwicklung bremsen wollen, dann müssen wir erstens ein größeres Bewusstsein für die Problematik schaffen, indem wir Menschen informieren und aufzeigen, was sie privat tun können. Zweitens müssen globale politische Maßnahmen zum Klimaschutz vorangetrieben werden:
Auf dem ersten Erdgipfel zum Thema Umwelt, der UN-Konferenz von Rio 1992, hat die internationale Gemeinschaft festgestellt, dass der Treibhauseffekt eine der größten globalen Umweltbedrohungen ist. In Rio wurde die so genannte Klimakonvention zum Schutz des Erdklimas beschlossen, konkrete Maßnahmen zur Reduzierung der Treibhausgase wurden erst im Dezember 1997 auf der Weltklimakonferenz im japanischen Kyoto beschlossen. Die minimalen Reduktionsziele, auf die sich die Teilnehmer dabei geeinigt haben, werden nicht energisch umgesetzt. Dabei wären längst radikale Maßnahmen erforderlich, um den Klimawandel zu stoppen.
Greenpeace fordert unter anderem den Ausbau der erneuerbaren Energien, die Einführung einer Kerosinsteuer für den Flugverkehr, die Streichung von Subventionen für fossile Energie sowie die Klärung der Rahmenbedingungen des Emissionshandels.
Wir wollen die Menschen auffordern, Energie bewusster zu nutzen und zu sparen. Sie haben die Möglichkeit, sauberen Strom zu beziehen, z. B. von Greenpeace energy.
Die Flusstour wird sich direkt an die 8 Elbstädte, die Mitglieder im Klimabündnis sind, richten. Mit diesen Forderungen werden wir speziell an die Dresdner Stadtregierung herantreten:
Unter folgenden Links erfahrt ihr mehr (Achtung, die Verschiebung der Eisbertour um eine Woche ist hier noch nicht berücksichtigt!):
Letzte Aktualisierung am 10. August 2006