



Essen, 19.4.2012 – Bei der Hauptversammlung der RWE AG protestierten Greenpeace Aktivisten aus Nordrhein-Westfalen unter dem Motto “Klimaschutz statt Kohleschmutz” vor der Grugahalle in Essen. Mit einem spektakulären Aktionsbild forderten die Umweltschützer einen Ausstieg aus der klimaschädlichen Braunkohle und das Aus für das geplante Braunkohlekraftwerk in Niederaußem. Auf dem Bild war ein 10 Meter langer und 4 Meter hoher Braunkohlebagger zu sehen, der ein Dorf und einen Windpark bedroht. Greenpeace zeigte damit, wie RWE weiterhin gegen die Energiewende arbeitet und in rückständige Technik investiert. Ungeachtet der Tatsache, dass zusätzliche Braunkohlekraftwerke den Klimawandel noch anheizen würden, setzt der Energieriese damit weiter auf Profit auf Kosten der kommenden Genersationen.
„Alle sprechen davon, den Ausstoß von Treibhausgasen zu senken, aber RWE will in Niederaußem seinen größten Klimakiller ausbauen“, äußerte sich Björn Ahaus von Greenpeace Ruhrgebiet zum Bau des geplanten Kohlekraftwerks. „Und dann werden uns diese Pläne noch als innovativ und umweltfreundlich angepriesen. Sollten es die Politik wirklich ernst meinen mit dem Klimaschutz, darf der Bau weiterer Braunkohlekraftwerke nicht genehmigt werden.“
Sollte RWE seine Pläne verwirklichen, würde das neue Braunkohlekraftwerk deutschlandweit einen traurigen Spitzenplatz einnehmen. Mit 27 Millionen Tonnen CO2-Ausstoß jährlich wäre Niederaußem dann der Kraftwerksstandort mit den höchsten CO2-Emissionen. Braunkohlekraftwerke sind besonders ineffizient. Selbst die modernsten Kraftwerke haben einen Wirkungsgrad von weniger als 45 Prozent. Das bedeutet mehr als die Hälfte der im Brennstoff enthaltenen Energie wird in Form von Wärme an die Atmosphäre abgegeben. Moderne Gaskraftwerke mit Kraft-Wärme-Kopplung erreichen dagegen einen Wirkunsgrad von bis zu 90%.
Auch Braunkohle-Tagebau sowie der Transport der Kohle benötigen viel Energie. Eine von der RWE angestrebte unterirdische Endlagerung des entstandenen Kohlendioxids (CCS) würde die Klimabilanz nicht verbessern.
Dass es RWE mit dem Klimaschutz nicht ernst meint, zeigen zudem die Pläne des Unternehmens für ein neues Kohlekraftwerk in den Niederlanden, direkt am Dollart. Greenpeace-Aktivisten aus den Niederlanden und Ostfriesland kamen daher ebenfalls am 19.4.2012 nach Essen, um gegen diese Kraftwerkspläne der RWE zu protestieren.
Greenpeace fordert bis zum Jahr 2030 schrittweise aus der Braunkohlenutzung auszusteigen und einen Umstieg auf 100 Prozent Erneuerbare Energien bis zur Mitte des Jahrhunderts voranzutreiben. Eine konkrete Strategie dafür legt Greenpeace mit der Studie „Der Plan“ vor.





Das Jahr 2099: Die globale Durchschnittstemperatur liegt bei ca. 20 ° Celsius. Das sehr sensible Ökosystem ist aus dem Gleichgewicht geraten. Der Meeresspiegel ist u.a. durch das Abschmelzen des Polareises um über einen halben Meter angestiegen. Inseln und Landstriche sind versunken. Das globale Wetter hat sich verändert: Deutschland ist geteilt in eine Regen- und in eine Trockenzone. Viele Tierarten sind schon ausgestorben, weitere Tierarten stehen kurz vor der Ausrottung. Andere Tierarten haben sich durch den Rückgang der natürlichen Kältebarriere neue Lebensräume erschlossen und gefährden das dort heimische Leben.
Die Gletscher sind nahezu abgeschmolzen. Über 40 Millionen Menschen fehlt somit der Zugang zum Süßwasser.
Ehemals fruchtbare Böden sind versandet, Flüsse und Seen vertrocknet. Auf der Südlichen Erdhalbkugel gibt es Kriege um den Zugang zum Süßwasser und fruchtbarer Böden.
Auf der nördlichen Erdhalbkugel steigen durch das veränderte Wetter die Niederschlagsmengen. Überschwemmungskatastrophen sind Normalität. In Nordamerika wüten ganzjährig Tornados mit einer Gewalt, die man sich nie vorstellen konnte.
Da die Mücken als Krankheitsüberträger bis nach Europa und Nordamerika vorgedrungen sind, besteht das Risiko einer Malaria-Infektion. Selbst Krankheiten wie SARS oder das Hanta-Virus treten immer häufiger auf.
Immer mehr Menschen leiden unter den Folgen der globalen Klimaerwärmung. Die Anzahl der Hitzetoten und Klimaflüchtlinge ist in diesem Jahrhundert rapide angestiegen.
Fossile Energieträger sind nahezu aufgebraucht, Uran nur noch begrenzt vorrätig und dementsprechend teuer; viele Staaten können die Kosten für die Folgeschäden der globalen Klimaerwärmung kaum noch tragen.
In nur ca. 200 Jahren haben wir das vernichtet, was tausende Jahre Bestand hatte.
2009: Wir haben heute die Möglichkeiten, das oben beschriebene Szenario zu vermeiden.
Wir müssen es nur schaffen, das die globale Durchschnittstemperatur „nur“ um maximal 2° Celsius ansteigt. Denn nur bis dahin können die Folgeschäden (wie die Auswirkungen auf das globale Ökosystem) und die Kosten der Globalen Klimaerwärmung noch kontrolliert werden.
Um den Klimawandel zu stoppen, müssen wir bis Mitte des Jahrhunderts unsere CO2-Emissionen um 80-90%, wenn nicht sogar um 100% reduzieren. Greenpeace fordert in diesem Sinne auf politischer Ebene „40 % weniger CO2-Emissionen bis 2020- ohne Wenn und Aber“.
Und es ist machbar. Wenn jeder einzelne ein wenig umweltbewusster denkt und handelt. Dazu reicht z.B. der Stromanbieterwechsel zu einem Ökostromanbieter (z.B. Greenpeace Energy, Lichtblicke, EWS, Naturstrom AG), der Einbau von Wassersparenden Brauseköpfen und Energiesparlampen, das komplette Ausschalten von Elektrogeräten. Es ist auch möglich, energieeffiziente Autos zu bauen, wie z.B. den Smile. Oder man könnte auch mal das Auto stehen lassen, und dafür den ÖPNV nutzen. Oder man übt Druck auf die Politik und Wirtschaft aus: durch Briefe, Unterschriften, die Änderung des Konsumverhaltens. Oder man wird selber in einer Umwelt- oder Naturschutzorganisation ehrenamtlich aktiv.
Möglichkeiten gibt es genug….man muss nur wollen