
In verschiedenen Drogeriemärkten in der Innenstadt beklebten Essener Greenpeacer am Samstag, 20.2., Kindermilchprodukte der Firmen Nestlé und Milupa mit dem Hinweis: „Umweltgefahr - Für dieses Produkt bekommen Milchkühe Gentechnik-Futter.“
Anlass war die Herausgabe des neuen Greenpeace-Einkaufsratgebers „Milch für Kinder“. Der Ratgeber gibt eine aktuelle Übersicht zum Einsatz von Gen-Pflanzen für Schulmilch und Babymilchprodukte. Bioprodukte werden immer ohne Gentechnik im Tierfutter hergestellt. Auch einige konventionelle Babymilchhersteller wie Hipp und Humana verarbeiten bereits Milch ohne Gen-Futter-Einsatz.
Mit 65 Prozent Marktanteil haben Nestlé und Danone (Milupa) den höchsten Absatz von Babymilchpulver in Deutschland. Gegenüber Greenpeace erklärten die beiden Lebensmittelkonzerne, dass Gen-Pflanzen in der Milchviehfütterung Standard seien. Eine Umstellung sei nicht in Planung.

Mit der Protest-Aktion am vergangenen Samstag wurden die Verbraucher über die Umweltrisiken informiert und die Unternehmen zum Ausstieg aus der Gentechnik aufgefordert. Begleitet wurden die Essener Aktivisten von einem Fernsehteam des Regionalsenders NRW-TV. Die Aktion wurde von den Verbrauchern sehr positiv aufgenommen, und selbst die Filialleiter zeigten Verständnis. Auch sie hoffen, bald nur noch gentechnikfreie Produkte anbieten zu können.

„Durch die fehlende Kennzeichnungspflicht für Lebensmittel, die mit Gen-Pflanzen erzeugt wurden, ist vielen Verbrauchern nicht bewusst, dass sie mit Nestlé,- und Danone-Produkten Gen-Milch kaufen“, sagt Björn Ahaus von Greenpeace Essen. „Mit den Warn-Hinweisen unterstützen wir heute den Wunsch der meisten deutschen Verbraucher nach einer besseren Information über die Herkunft ihrer Lebensmittel.“
Der Großteil der weltweit angebauten Gen-Pflanzen wie Gen-Mais und Gen-Soja landet in den Futtertrögen von Schweinen, Kühen und Hühnern. Greenpeace setzt sich gegen die ökologisch riskante Grüne Gentechnik ein. Gen-Pflanzen gefährden die Umwelt und eine gentechnikfreie, nachhaltige Landwirtschaft. Sie können sich unkontrolliert ausbreiten und bedrohen die Artenvielfalt. Im neuen Ratgeber weist Greenpeace auch darauf hin, dass die Forschung derzeit in Gen-Milch kein gesundheitliches Risiko für den Verbraucher erkennt.
zum neuen Greenpeace-Einkaufsratgeber "Milch für Kinder"...