So könnte der Ernstfall aussehen

Im nahegelegenen Kernkraftwerk steigt plötzlich Rauch auf, Alarmsirenen beginnen zu dröhnen, Menschen versuchen sich schreiend in Sicherheit zu bringen, erliegen aber nach kurzer Zeit der Strahlung und können nur noch von Hilfskräften in Schutzanzügen geborgen werden...

So könnte der Ernstfall aussehen,
den rund 30 Greenpeace Aktivisten der Gruppen Düsseldorf, Essen, Bielefeld, Münster, Wuppertal, Dortmund und Aachen am Samstag den 25.07.2009 auf dem Düsseldorfer Burgplatz inszenierten.

Im Vorfeld der Aktion wurden seit dem 15.07.2009 insgesamt 210 gelbe Atomfässchen in den Städten aufgestellt.
Die örtlichen Greenpeace-Gruppen weisen damit symbolisch auf die Gefahr
hin, die von jedem einzelnen der 210 weltweiten Atomkraftwerke ausgeht. Als Standorte wurden große Ausfallstraßen und publikumsstarke Plätze wie zum Beispiel Plätze vor Bahnhöfen gewählt. Ziel der Aktion ist es, kurz vor der bevorstehenden Bundestagswahl das Problembewusstsein der Wähler zu stärken und auf die Risiken von Störfällen sowie das nach
wie vor ungelöste Problem der Endlagerung aufmerksam zu machen.
Bis heute zählte Greenpeace alleine bei den 17 in Deutschland betriebenen AKW rund 5700 Störfälle. “Die meisten davon dringen erst gar nicht an die Öffentlichkeit und es wird eine vermeintliche Sicherheit vorgetäuscht - das ist ein Skandal”, so Alexander von Sehlen, Greenpeace Aktivist der Gruppe Düsseldorf. Der größte Störfall weltweit, der sogar in einem Gau endete, war der von Tschernobyl im April 1986. Das Außmaß seiner Folgen ist bis heute unklar, denn atomare Verseuchung kennt keine Grenzen.

Der jüngste Zwischenfall im Pannenreaktor Krümmel zeigt einmal mehr: Atomkraft ist nicht sicher! “Auch in deutschen Kernkraftwerken ist ein solcher Unfall wie der in Tschernobyl jederzeit möglich. Die Folgen wären dramatisch. Dennoch möchte die CDU die Laufzeit von Kernkraftwerken in Deutschland entgegen dem Atomkonsens erneut verlängern”, erklärt von
Sehlen. Die Laufzeitverlängerungen bei alten Atommeilern erhöhen aber nicht nur das Risiko eines nuklearen Unfalls, sondern auch die Menge an hochradioaktivem Müll. “Jedes Jahr entstehen in den deutschen Atomkraftwerken rund 400 Tonnen abgebrannte Brennelemente.
Was mit diesem über Jahrtausende strahlenden Abfall passieren soll, weiß bis heute niemand.
Greenpeace fordert daher die sofortige Abschaltung der 7 ältesten Kernkraftwerke in
Deutschland und den Atomausstieg bis 2014”, fasst von Sehlen zusammen.

 

 

 


    9. 02. 2012.       Druckversion