SOS-Weltmeer: Greenpeace Gruppen aktiv für den Meeresschutz



Greenpeace fordert endgültigen Walfangstopp und sammelt Unterschriften an Bundesregierung

Mit Bannern sowie 50 Plakattafeln und der Aufschrift "Wir lieben Japan, aber der Walfang bricht uns das Herz"  setzen sich am 07.04. Mitglieder der Greenpeace-Gruppe in der Friedrichshafener Fußgängerzone für den sofortigen Walfangstopp ein. Anlässlich der bevorstehenden Tagung der Internationalen Walfangkommission (IWC) fordern die Aktivisten von der Bundesregierung, sich auf internationaler Ebene für den umfassenden Schutz der bedrohten Tiere einzusetzen. Passanten haben die Möglichkeit, auf dem Buchhornplatz den Protest zu begleiten und mit ihrer Unterschrift zu unterstützen.

Jedes Jahr im Winter ist die japanische Walfangflotte im Walschutzgebiet der Antarktis unterwegs, um 935 Minkewale zu harpunieren. Ab 2007/08 sollen zusätzlich 50 Finn- und 50 Buckelwale getötet werden. Auf der nächsten Tagung der IWC vom 28. bis 31. Mai soll sich Bundesminister Seehofer dafür einsetzen, dass alle EU-Staaten für den Schutz der Wale stimmen. 20 Jahre lang haben sich die Walschutzländer auf dem Verbot des kommerziellen Walfangs ausgeruht. Japan hingegen hat nichts unversucht gelassen, um zur kommerziellen Waljagd zurückzukehren. Deshalb müssen die Walschutznationen jetzt aktiv werden.

Japan verstößt mit seinem so genannten "wissenschaftlichen" Walfang gegen den Willen der Internationalen Walfangkommission IWC. Diese hat bereits 1986 einen weltweiten Fangstopp auf Großwale beschlossen und den japanischen Walfang scharf verurteilt. Alle jetzt gejagten Walarten stehen auf der Roten Liste des Weltnaturschutz-Dachverbandes IUCN. Wale sind auch ohne die Jagd bedroht: Die Überfischung der Meere entzieht ihnen die Nahrungsgrundlage und unzählige sterben in Fischernetzen als sinnloser Beifang. Industrieller und militärischer Lärm verwirrt und schwächt sie. Umweltgifte reichern sich in ihren Körpern - vor allem in der dicken Fettschicht an, da sie am Ende der Nahrungskette stehen. Das hat Einfluß auf ihr Immunsystem und die Fortpflanzungsfähigkeit. Nicht zuletzt wird ihr Lebensraum durch den zunehmenden Klimawandel stark verändert. Greenpeace fordert von der deutschen Bundesregierung, in der EU eine führende Rolle beim Walschutz einzunehmen, damit ein endgültiger Walfangstopp erreicht wird. Die Internationale Walfang-Kommission muss zu einer Walschutz-Kommission umfunktioniert werden, die für alle Walarten und deren Gefährdung zuständig ist. Außerdem müssen weltweit 40 Prozent der Meere unter Schutz gestellt werden.

Greenpeace fordert:

Die Walschutznationen müssen enger zusammenarbeiten. Das Moratorium muss fortgesetzt und gefestigt werden. Walfang zu "wissenschaftlichen" wie auch zu kommerziellen Zwecken muss beendet werden, ebenso die Stimmenkaufpolitik Japans. Die IWC muss sich neben dem Walfang auch für andere Bedrohungen für die Wale öffnen (Beifang, Lärm, Lebensraumverlust, Schadstoffbelastung etc.) und entsprechende Schutzmaßnahmen ergreifen. Die Meere brauchen dringend Erholung: Mindestens 40 Prozent der Ozeane müssen unter Schutz gestellt werden.



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© 2005 Greenpeace Gruppe Friedrichshafen, letzte Änderung: 08.04.2008