SOS-Weltmeer: Greenpeace Gruppen aktiv für den Meeresschutz

Junge und alte Umweltschützer informieren in ganz Deutschland über die Situation der Meere



Überlingen, 08.10.2006 - Mit der bundesweiten „Aktionswoche SOS-Weltmeer“ informiert Greenpeace derzeit über die Bedrohungen der Weltmeere. Mit einer Info-Aktion an der Überlinger Uferpromenade beteiligt sich am Sonntag, dem 08.10.06 die Greenpeace-Gruppe Friedrichshafen. Sie unterstützt damit wie viele Greenpeace Gruppen in ganz Deutschland die 15-monatige Greenpeace-Expedition „SOS Weltmeer“ zur Rettung der Ozeane. Seit Dezember 2005 fährt das Greenpeace-Schiff „Esperanza“ um die Welt, um auf die Schönheit und Zerstörung der Meere aufmerksam zu machen. Auch die europäischen Meere sind in einer Krise: überfischt, vergiftet, als Mülleimer missbraucht. Aus diesem Grund sammeln die ehrenamtlichen Greenpeacer Unterschriften an Bundeskanzlerin Angela Merkel, mit der Forderung nach einer starken EU-Meeresstrategie-Richtlinie, die zur Zeit in Brüssel von den EU-Mitgliedsstaaten verhandelt wird.

„Dem zerstörerischen und rücksichtslosen Umgang des Menschen mit dem Lebensraum Meer kann und will ich nicht weiter tatenlos zusehen“, sagt Gabriel Lindner (34) aus Friedrichshafen, „Politiker aber auch wir selbst als Verbraucher müssen uns unserer Verantwortung für den Meeresschutz bewusst werden – auch wenn das Meer in unserem Alltag viel zu weit weg ist.“ Der Grund für den schlechten Zustand der Meere in Europa liegt nicht zuletzt an der kurzsichtigen europäischen Meerespolitik. Mit der Meeresstrategie-Richtlinie haben die EU-Mitgliedsländer die einmalige Chance, den Meeresschutz entscheidend voranzubringen. „Der Entwurf der Meeresstrategie-Richtlinie greift viel zu kurz – der gesamte Bereich der Fischerei, die Hauptbedrohung der Meeresökosysteme, wird völlig ausgeklammert. Frau Merkel muss jetzt Flagge zeigen und sich aktiv für den Meeresschutz einsetzen“, fordert Gabriel Lindner.

Die Meere sind weltweit in einer Krise. Besonders schlecht geht es Nord- und Ostsee sowie dem Mittelmeer. Die Fischbestände werden skrupellos geplündert, Kabeljau (Nordsee) und Dorsch (Ostsee) sind massiv überfischt. Grundschleppnetze töten mit jedem Fang neben den Speisefischen Tausende von Meerestieren als so genannten Beifang in ihren Netzen.

Ein gemeinsames Dach für den Schutz der Meere und ihre Nutzung ist nötig, um ihre Artenvielfalt zu bewahren und ihre Ressourcen langfristig zu sichern. Dieser Gedanke steht hinter der Entwicklung der Europäischen Meeresstrategie-Richtlinie, die zur Zeit in Brüssel verhandelt wird.  Greenpeace unterstützt dieses Ziel, jedoch reicht der derzeitige Vorschlag nicht aus. Greenpeace fordert die verantwortlichen Politiker auf, sich für eine zukunftsweisende Richtlinie einzusetzen. Die Einrichtung von Schutzgebieten muss dabei wesentlicher Bestandteil sein. Deutschland übernimmt ab Januar 2007 die EU-Ratspräsidentschaft und somit die Verantwortung, die Meeresstrategie-Richtlinie maßgeblich mitzugestalten


Das Projekt „SOS Weltmeer” ist die längste Reise, die Greenpeace je unternommen hat. Die Expedition wird ein ganzes Jahr dauern und von der Krise unserer Ozeane erzählen – von den Azoren bis zur Antarktis. Folgen Sie uns dorthin, wo kaum ein Mensch je war. Wir treten den Übeltätern entgegen und setzen uns für Lösungen ein, und Sie können mitmachen. Mehr hier.



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© 2005 Greenpeace Gruppe Friedrichshafen, letzte Änderung: 08.04.2008