„Unser Meer ist keine Müllkippe“

Greenpeace-Gruppen zeigen globales Problem der Meeresverschmutzung



Friedrichshafen, 28.10.2006 – Die Greenpeace-Gruppe Friedrichshafen informierte heute auf dem Antoniusplatz und an der Uferstraße von Friedrichshafen über die globale Bedrohung der Meere durch Müllverschmutzung. Sie unterstützt damit, wie Greenpeace-Gruppen in 27 weiteren Städten zwischen Kiel und Friedrichshafen, die 15-monatige „SOS-Weltmeer“-Tour zur Rettung der Ozeane. Die Aktivisten informieren über die Bedrohung von Seevögeln, Meeressäugern und Schildkröten vor allem durch Plastikmüll. Die Tiere ersticken in Sechserpackträgern, strangulieren sich mit treibenden Netzresten oder verhungern, weil ihre Mägen mit Plastikteilen verstopft sind. Die ehrenamtlichen Greenpeacer zeigen das Bild eines toten Eissturmvogels aus der Nordsee und einer großen Menge Plastikreste aus dem Magen eines weiteren Sturmvogels.

„Jedes Jahr sterben weltweit mehr als eine Million Seevögel elend an Plastikmüll, der achtlos weggeschmissen wird und ins Meer gelangt – nichts zeigt deutlicher unseren respektlosen Umgang mit dem faszinierenden Lebensraum Meer“, sagt Gabriel Lindner aus Friedrichshafen. „Deutschland hat während seiner EU-Ratspräsidentschaft 2007 die historische Chance, sich auf EU-Ebene deutlich für den Meeresschutz einzusetzen. Wir fordern Frau Merkel deshalb auf, diese Chance zu nutzen und klare Prioritäten für den Erhalt der Ozeane zu setzen.“

Deutschlandweit sammeln die ehrenamtlichen Greenpeacer Unterschriften an Bundeskanzlerin Angela Merkel, mit der Forderung nach einer starken EU-Meeresstrategie-Richtlinie, die zur Zeit in Brüssel von den EU-Mitgliedsstaaten verhandelt wird.

Hauptverursacher des Mülls im Meer ist die internationale Schifffahrt. Fischer landen oft nicht die Abfälle in europäischen Häfen an, die in ihren Netzen landen, da sie häufig noch dafür bezahlen müssen. Aber auch Haushalts- und Industrieabfälle fließen über die Flüsse in die Ozeane. Nach einer Studie von Meereswissenschaftlern der Nordseeanrainerstaaten gelangen jedes Jahr 20.000 Tonnen Müll in die Nordsee. Betroffen sind vor allem Hochseevögel wie Eissturmvogel und Basstölpel.

97 Prozent der Nordsee-Eissturmvögel tragen rund 0,31 Gramm Plastikmüll im Magen. Hochgerechnet auf den Menschen ist das die Menge einer Brotdose - voll mit scharfkantigen Plastikresten. Davon ist die Tierwelt der Nordsee ebenso betroffen wie die der pazifischen Gewässer vor Hawaii. Dorthin fährt zeitgleich das Greenpeace-Schiff „Esperanza“ auf seiner „SOS Weltmeer“ - Tour, um auf ein besonderes Phänomen aufmerksam zu machen: einen Müllstrudel von der Größe Mitteleuropas, der durch die dort vorhandenen Meeresströmungen angetrieben wird.

Achtung Redaktionen: Rückfragen bitte an Caroline Lindner, Tel. 07541/404989 oder c.lindner@gaia.de. Weitere Informationen im Internet unter: www.greenpeace.de/sosweltmeeria

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© 2005 Greenpeace Gruppe Friedrichshafen, letzte Änderung: 08.04.2008