"OHNE KOHLE DEM KLIMA ZUM WOHLE"
Greenpeace-Aktivisten reagieren und demonstrieren

       




Friedrichshafen, 29.03.2008 - Die Umweltorganisation Greenpeace protestiert heute in der Innenstadt von Friedrichshafen gegen die Beteiligung der Technischen Werke Friedrichshafen am geplanten Bau eines neuen Kohlekraftwerkes in Brunsbüttel. Die Aktion läuft unter dem Motto: "Ohne Kohle dem Klima zum Wohle". Nach der ersten Protestaktion am 15.12.2007, bei der Greenpeace-Aktivisten 120 Müllsäcke mit dem Aufdruck :"Der gefährlichste Müll ist der, den wir nicht sehen" durch die Innenstadt trugen, folgt nun die zweite Demonstration, bei welcher symbolisch ein Modell eines rauchenden Kraftwerkes mitgezogen wird. Anschließend haben die Passanten die Möglichkeit, an einem Greenpeace-Stand, der mit Informationsmaterial und Unterschriftenlisten ausgestattet ist, sich aktiv für den Umweltschutz und gegen die Klimaerwärmung einzusetzen.

Die SüdWestStrom Kraftwerks GmbH & Co KG will das Kohlekraftwerk in Brunsbüttel bauen und betreiben. Die Technischen Werke Friedrichshafen sind als zweitgrößter Gesellschafter maßgeblich am Bau beteiligt. Das Kraftwerk, dessen Wirtschaftlichkeit noch nicht einmal sicher gestellt ist und das bestenfalls ein Gesamtwirkungsgrad von 46% hat, würde etwa 10 Millionen Tonnen C02 pro Jahr ausstoßen und damit die deutsche Treibhausgasbilanz erheblich verschlechtern.

"Das Kohlekraftwerk in Brunsbüttel darf nicht gebaut werden; es ist nicht mit den deutschen Klimaschutzzielen vereinbar", sagt Michael Wlaka von der Greenpeace Gruppe Friedrichshafen. "Wer heute weiter auf Kohle setzt, zementiert über Jahrzehnte eine klimaschädliche und nicht zukunftsfähige Energieversorgung". In Deutschland ist bis 2012 der Bau von 25 neuen Kohlekraftwerken mit einer Kapazität von je 2x800 Megawatt geplant. Diese würden zusätzlich 130 Mio t Kohlendioxid pro Jahr ausstoßen. Greenpeace will den Ausbau in dieser Form verhindern.

Greenpeace wirft den Technischen Werken vor, auf der einen Seite mit umweltfreundlichem Strom aus Wasserkraft zu werben, auf der anderen Seite aber in ein umweltschädliches Kohlekraftwerk zu investieren. Statt dessen fordert Greenpeace, den Ausbau erneuerbarer Energien stärker voranzutreiben und auf kleine dezentrale Kraftwerke mit so genannter Kraft-Wärme-Kopplung zu setzen. Bei dieser hoch effizienten Technik wird nicht nur der erzeugte Strom genutzt, sondern auch die dabei produzierte Wärme.




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© 2005 Greenpeace Gruppe Friedrichshafen, letzte Änderung: 08.04.2008