Greenpeace-Fotograf vom Bodensee in Brasilien verletzt.




Kampf David gegen Goliath - die Vernichtung des Regenwaldes in Amazonien muss gestoppt werden!

Santarém/Brasilien - Bodensee, 29.5.2006: Wie erst jetzt genau bekannt wurde, zog sich bei der Greenpeace-Protestaktion gegen die Verschiffung von illegal angebauten Soja am 19.5.2006 in Santarem/Brasilien Greenpeace-Fotograf Markus Mauthe, Mitglied der Greenpeace-Gruppe Friedrichshafen, körperliche Verletzungen zu (Foto). Er wurde durch Faustschläge ins Gesicht leicht verletzt und durch einen Schuss mit einer Signalpistole an der Schulter getroffen. Mittlerweile ist er wieder wohlauf und unterwegs, um die fantastischen Schönheiten im Urwald von Amazonien zu fotografieren. Die Fotos werden die Menschen am Bodensee im Sommer bei der Multimedia-Tour "Der grüne Planet" bewundern können.

Markus Mauthe befand sich an Bord des Greenpeace-Schiffes "Arctic Sunrise", das an der Umladestation der US-amerikanischen Firma Cargill angelegt hatte, damit  dort  keine  mit Soja-Bohnen beladenen Schiffe aus dem Amazonas-Gebiet anlegen und entladen werden können. Das Transparent "Fora Cargill" (Cargill raus), das Kletterer  auf  dem  Dach der Umladestation entrollt hatten, wurde mit einem Hochdruck-Wasserschlauch  zerstört.

Rund 200 Soja-Farmer versammelten sich an der Anlegestelle, warfen mit Steinen auf die Greenpeace-Aktivisten und versuchten mit Gewalt an Bord zu kommen. Dabei kam es auch zu den Verletzungen von Markus Mauthe. Die dann eintreffenden brasilianische Polizei verhinderte Schlimmeres. Die Polizei übernahm vorläufig das Greenpeace-Schiff und nahm den Kapitän fest. Sechs der Randalierer und mit Signalpistolen um sich schiessenden Soja-Farmer wurden ebenfalls verhaftet.

Die Fa. Cargill unterstützt mit ihrem Soja-Geschäft die Zerstörung des größten und artenreichsten Regenwaldes der Erde. Der weltweit tätige Konzern fördert die Ausweitung des Soja-Anbaus im Regenwald durch Kredite, landwirtschaftliche Maschinen und Logistik. Cargill bezieht die Soja von Farmern, die den Urwald durch Brandrodung zerstören sowie in illegale Landnahme und Sklaverei verwickelt sind. Die nach Europa exportierten Soja-Bohnen dient hier als Futter für Schweine, Rinder und Geflügel.

Im gleichen Zusammenhang brennnen symbolisch seit Sonntagmorgen in der Frankfurter Innenstadt und 12 weiteren Städten weltweit die Bäume

(Brasilien: São Paulo, Porto Alegre, Salvador; Argentinien: Buenos Aires; USA:Washington; Kanada: Toronto; Australien: Sydney;

Papua-Neuguinea: Port Moresby; Ungarn: Budapest und Szeged; Spanien:

Madrid; Niederlande: Den Haag). Greenpeace-Aktivisten, darunter auch wieder drei Umweltschützer vom Bodensee, haben tausende Bäume mit Postern mit Flammenmotiv verkleidet, um auf die Brandrodung im Amazonas-Regenwald hinzuweisen. Dort werden jetzt wie in jedem Jahr wieder große Flächen niedergebrannt, um Anbaufläche für Soja-Bohnen zu gewinnen.

"Viele Kleinbauern sind von den Soja-Baronen aus ihren Dörfern vertrieben worden, weil ihr Wald dem Feuer weichen musste.", sagt Hans-J. Nagel, Pressesprecher der Greenpeace-Gruppe Bodensee und Teilnehmer an der Aktion in Frankfurt/M. "Es ist ein Kampf David gegen Goliath, den Greenpeace als internationale Umweltschutzorganisation unterstützt." Die europäische Lebensmittelindustrie muss daher Soja aus dem Amazonas-Regenwald grundsätzlich ablehnen. Greenpeace setzt sich dafür ein, dass Soja zum einen gentechnikfrei ist und zum anderen für den Anbau kein Regenwald zerstört wird. Weitere Informationen sind unter http://www.greenpeace.de/themen/waelder zu finden

Achtung Redaktionen:

Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an Caroline Lindner von der Greenpeace-Gruppe Friedrichshafen unter der Telefon-Nr. 07541 404989, oder an Hans-J.Nagel von der Greenpeace Gruppe Bodensee unter Tel. 0179 4702912 oder Bildmaterialien von den Aktionen erhalten Sie von unserer Foto- und Video-Redaktion unter Tel.: 040/30618-376 oder -377. Das beiliegende Foto ist zur einmaligen Veröffentlichung (Copyright Daniel Beltra/Greenpeace) freigegeben.

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© 2005 Greenpeace Gruppe Friedrichshafen, letzte Änderung: 08.04.2008