Greenpeace Göttingen

Pressemitteilung vom 10. Oktober 2001

Welthandel - im Zweifel gegen die Umwelt

Diskussionsveranstaltung zur Welthandelsorganisation WTO

Die letzte WTO-Ministerkonferenz (1999 in Seattle) ist gescheitert. Eine Abschlusserklärung kam nicht zustande und auf der Straße formierte sich breiter, weltweiter Widerstand von GlobalisierungskritikerInnen. Das "Volk von Seattle" besteht aus unterschiedlichsten Interessengruppen mit dem gemeinsamen Ziel den Welthandel gerechter und nach sozialen und ökologischen Kriterien einzuschränken. Der globale Schulterschluss von Naturschützern, Menschenrechtsgruppen und Gewerkschaften war geschaffen.

Die geplante Nachfolgekonferenz im November in Doha (Katar) soll versäumtes aufholen. Doch die Probleme sind nicht kleiner geworden: Entwicklungsländer fordern weitere Rechte, EU und USA streiten sich um gentechnisch veränderte Lebensmittel, die Zahl der Kritiker ist weiter gewachsen.

Und Kritik ist berechtigt: Z.B. sind Maßnahmen zum Schutz des Lebens und der Gesundheit von Menschen, Tieren oder Pflanzen nur zulässig, solange sie nicht zu einer "verschleierten Beschränkung des internationalen Handels" führen. "Mit einer Ausnahme hat die WTO immer gegen schärfere Naturschutzgesetze und für mehr freien Handel entschieden" so Greenpeace-Handelsexperte Jürgen Knirsch. Für die WTO ist Fisch gleich Fisch, Holz gleich Holz und Rindfleisch gleich Rindfleisch; das Produktionsverfahren ist irrelevant. So können nationale und multilaterale Gütesiegel, Kennzeichnungspflichten und ökologische oder soziale Mindestanforderungen an Importeure zum Handelshemmnis erklärt und müssen dann zurückgenommen werden.

In einem vom Asta und Greenpeace Göttingen organisierten Vortrag, sollen Verfahrensweisen und kritische Punkte der WTO aufgezeigt und verständlichgemacht werden.

Welthandel - im Zweifel gegen die Umwelt
Dienstag, 23.Oktober 2001, 19:00 Uhr im ZHG
Referent ist Jürgen Knirsch, Welthandelsexperte bei GP Deutschland



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