Greenpeace Göttingen

Pressemitteilung der Polizei Göttingen vom 21. Oktober 2001

Lebensmittel beklebt

Polizeibeamte haben gestern, 20.10.2001, gegen 13.25 Uhr von acht Greenpeace-Aktivisten, die in zwei Einkaufsmärkten an der Groner Straße und der Kurze Geismarstraße in Göttingen Lebensmittel der Firma «Du darfst» mit Flyern «Stoppt Massentierhaltung» beklebt haben, die Personalien festgestellt. Sie waren nach Auskunft einer Angestellten gegen 13.10 Uhr normal gekleidet in das Geschäft an der Groner Straße gekommen, hatten in der Kühlabteilung ihre Jacken ausgezogen und grüne Einheitskleidung mit dem Aufdruck «Greenpeace» angezogen und anschließend die Ware beklebt. Die Gruppe wurde dann von Polizeibeamten in der Kurze Geismarstraße angetroffen, als sie gerade einen weiteren Markt verlassen hatten, in dem ebenfalls die Lebensmittel der gleichen Marke beklebt worden waren. Die Ermittlungen dauern an.

Richtigstellung:
Bei der Personalienfestellung von drei Personen haben die unhöflichen Polizisten vielleicht einige der Personen mitgezählt die um uns herum standen und versucht haben die Polizisten von unserer Aktion zu überzeugen. Vielen Dank für die Unterstützung und die Spenden an den GP-Rechtshilfefond!
Es ist wohl jedem klar, dass wir keine Lebensmittel, sondern nur die Umverpackungen von "Du Darfst" Produkten mit leicht ablösbaren Auflebern beklebt haben. Und das etwa 30 Minuten lang, ungestört vom Personal, vor sehr interessierten Kunden!

Presseerklärung von Greenpeace vom 20. Oktober 2001

Greenpeace markiert "Du darfst"-Produkte

Supermarkt-Aktionen gegen Massentierhaltung in über 20 Städten

Hamburg - Aus Protest gegen Massentierhaltung kennzeichnen heute Greenpeace-Gruppen bundesweit in Supermärkten die "Du darfst"-Putenfleischprodukte des Unilever-Konzerns mit einem Aufkleber. Der Aufkleber zeigt das Bild einer im Dreck liegenden Pute und die typischen Medikamente, die in Massentierställen eingesetzt werden. Das Foto der Pute wurde im Stall eines Zulieferers von Unilever aufgenommen. Greenpeace fordert Unilever seit über zwei Monaten auf, für seine Produkte kein Fleisch aus Massentierhaltung mehr einzukaufen.

"Unilever will den Kunden weismachen, seine Putenprodukte seien modern und gesund", erklärt Martin Hofstetter, Landwirtschafts-Experte von Greenpeace. "Wir kennzeichnen die Ware, damit Verbraucherinnen und Verbraucher erfahren, was tatsächlich hinter dem sauberen Image steckt."

Die Greenpeace-Gruppen besuchen Supermärkte in über 20 Städten, unter anderem in Berlin, München, Frankfurt, Köln und Bremen. In Nürnberg stellen sie vor einem Markt eine knapp drei Meter hohe Pute aus Pappmaché auf, in deren Rücken eine große Spritze steckt mit der Aufschrift "Antibiotika" und "Schmerzmittel". Damit wenden sich die Aktivisten gegen den massiven Einsatz von Medikamenten in der Massentierhaltung.

In den letzten Wochen hat Greenpeace aufgedeckt, unter welch miserablen Bedingungen Puten gehalten und gemästet werden, die der Nahrungsmittelkonzern Unilever für seine Produkte der Marke "Du darfst" von der Firma Heidemark einkauft. Viel zu viele überzüchtete Tiere drängeln sich in großen Stallanlagen, erkranken leicht und leiden wegen ihres hohen Gewichts unter Gelenkentzündungen. Sie erhalten Antibiotika und zum Teil auch Schmerzmittel, um überhaupt bis zum Abtransport durchzuhalten. Das Antibiotikum Tetracyclin lässt sich sogar in den Knochen von Putenschenkeln nachweisen, wie Untersuchungen im Auftrag von Greenpeace gezeigt haben.

"Unilever muss begreifen, dass man den Verbraucher nicht täuschen darf. Viele Menschen wollen keine Nahrungsmittel, die auf diese Weise hergestellt werden. Hochwertige Lebensmittel gibt es nur von Tieren, die artgerecht gehalten werden und denen weder Antibiotika noch Gentechnik ins Futter gemischt wird", sagt Hofstetter.

Bisher hat Unilever nicht auf die Forderungen von Greenpeace reagiert. Statt anzukündigen, künftig keine Ware aus Massentierhaltung mehr zu beziehen, veranstaltet der Konzern am Dienstag nächster Woche erst einmal einen runden Tisch zum Thema Putenhaltung.



© phlo 2001/02 Greenpeace Gruppe Göttingen