"Testurteil: Besonders verantwortungslos" steht auf überdimensionalen Urkunden, die Greenpeace-Aktivisten am Sonnabend bundesweit vor ESSO-Tankstellen präsentieren. In Göttingen haben 9 ehrenamtliche Greenpeace-Mitglieder eine Preisverleihung inszeniert: Vor der Esso-Tankstelle in der Weender Landstraße spielten 3 von ihnen die Esso-Mitarbeiter. Sie hatten goldene Nasen - zum Zeichen, dass Esso seine Gewinne rücksichtslos auf Kosten der Umwelt macht. Die anderen überreichten feierlich die Urkunde und forderten mehr Verantwortung von dem Konzern für das Weltklima und die Umwelt. Daneben wurden Flugblätter an interessierte Passanten verteilt und Unterschriften gesammelt.
"Esso verdient sich eine goldene Nase auf Kosten der Umwelt" erklärt Florian Noto, Pressesprecher von Greenpeace Göttingen. "Schon heute sind die Folgen des Klimawandels weltweit spürbar. Essos Klimapolitik ist rückschrittlich und seine Verantwortung gegenüber der Umwelt ungenügend. Deswegen verleihen wir das Prädikat >besonders verantwortungslos<". Mit über 200 Milliarden Dollar Umsatz im Jahr ist Esso der größte Ölkonzern der Welt. Die Gewinne werden ausschließlich durch den Verkauf fossiler Energien, wie Öl und Gas gemacht. Dadurch ist Esso wesentlich am bedrohlichen Klimawandel beteiligt.
Esso untergräbt zudem systematisch alle Bemühungen, die Klimaerwärmung in den Griff zu bekommen. Der Konzern trägt durch seine Lobbyarbeit maßgeblich dazu bei, dass sich US-Präsident George W. Bush bis heute weigert, das internationale Klimaschutzabkommen, das Kyoto-Protokoll, zu ratifizieren. "Es ist an der Zeit, dass globale Konzerne wie ESSO endlich auch globale Verantwortung übernehmen. Gewinnmaximierung darf nicht auf Kosten von Mensch und Natur stattfinden" fordert Florian Noto.
Greenpeace fordert Esso auf, in erneuerbare Energien zu investieren und so Verantwortung für die Umwelt zu übernehmen. Auf dem Weltgipfel in Johannesburg im August müssen Politiker dafür sorgen, dass künftig Großkonzerne länderübergreifend für ihre Umweltverbrechen zur Verantwortung gezogen werden können. Greenpeace-Kampagnen gegen die Konzernpolitik von Esso laufen zur Zeit weltweit.