Greenpeace Göttingen

Pressemitteilung vom 22. November 2002

Dieselruß macht Krebs –
die Autoindustrie macht mit

Greenpeace-Jugend demonstriert und informiert

Acht Mitglieder der Greenpeace-Jugend Göttingen haben am Freitag Nachmittag an der Kreuzung Nikolausberger Weg / Weender Landstraße / Berliner Straße gegen Dieselruß demonstriert. Sie hatten ein 3,5 Meter langes Banner mit der Aufschrift "WWW.DIESELKREBS.DE" dabei. Die jungen Aktivistinnen und Aktivisten trugen außerdem weiße Schutzanzüge und Atemschutzmasken, auf denen ihre Botschaft zu lesen war: „Diesel macht Krebs“. Passanten und Autofahrer, die an der Ampel warteten, informierten die Umweltschützer mit Flugzettel über die gesundheitsschädliche Wirkung der sehr feinen Rußpartikel.

„Dieselruß ist verantwortlich für schlimme Krankheiten wie Krebs, Asthma, Allergien und Herz-Kreislauf-Störungen. Hinter jedem Toten stehen viele Kranke“ erklärt Marlene Siemsen (17), Mitglied der Jugendgruppe. „Die deutsche Autoindustrie weigert sich wirksame Filter einzubauen, obwohl die Technik dafür seit Jahren bekannt ist!“ fügt sie wütend hinzu.

Filter zur Reduzierung der Krebs erregenden Rußpartikel gibt es längst. Greenpeace konnte in Zusammenarbeit mit dem Rheinisch-Westfälischen TÜV an einem gebrauchten Mercedes C220-Diesel nachweisen, dass Rußfilter problemlos nachträglich eingebaut werden können. Die Dosierungseinrichtung für den notwendigen Kraftstoffzusatz stammt aus einem Gabelstapler, die Filteranlage von der französischen Firma PSA. Diese Filter werden bereits serienmäßig in einige Modelle von Peugeot und Citroën eingebaut. Alle deutschen PKW-Hersteller verweigern bisher jedoch jeden Einsatz dieser wirksamen Technik. Nach Berechnungen des Umwelt und Prognoseinstituts Heidelberg (UPI) sterben jährlich ca. 8.500 Menschen an Lungenkrebs, der durch Dieselpartikel ausgelöst wird.

Eine Unterschriftensammlung von Greenpeace richtet sich an das Kraftfahrt-Bundesamt, das über die Neuzulassung von Fahrzeugen entscheidet. Greenpeace fordert, dass nur noch Neufahrzeuge mit effektiven Rußfilter-Systemen zugelassen werden. Die Kosten bei serienmäßigem Einbau würden nur etwa 150 Euro betragen.



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