Greenpeace Göttingen    

Fenja

 

Pressemitteilung vom 6. Dezember 2002

Atemschutzmaske fürs Gänseliesel

Greenpeace-Jugend informiert auf dem
Weihnachtsmarkt über Dieselruß

Die Greenpeace-Jugend Göttingen hat am Freitag die Besucher des Weihnachtsmarktes über Gesundheitsgefahren durch Dieselruß informiert. Die acht Schülerinnen und Schüler verteilten Flugblätter und sammelten Unterschriften, außerdem trugen sie Atemschutzmasken mit der Aufschrift "Diesel macht Krebs". Einen solchen Mundschutz haben sie während der Aktion auch dem Gänseliesel spendiert. Greenpeace fordert von der Autoindustrie und dem Kraftfahrtbundesamt, die Einführung von Dieselrußfiltern nicht länger zu verweigern.

"Besonders Kinder in der Größe des Gänseliesels sind von dem Dieselruß betroffen“ erklärt Fenja Pretzsch. "In dieser Höhe herrscht eine besonders hohe Konzentration von Schadstoffen. Auf ihrem Brunnen in der Fußgängerzone ist sie natürlich besser vor den Gefahren geschützt" fügt die 17-jährige Schülerin lachend hinzu.

Die ultrafeinen Rußpartikel dringen tief in die Lunge ein und werden verantwortlich gemacht für schwere Krankheiten wie Krebs, Asthma, Allergien und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Nach Berechnungen sterben jährlich bis zu 8.500 Menschen in Deutschland an den Folgen des Dieselruß, noch viel mehr erkranken daran. Anhand eines schwarz verrußten und eines weißen Baumwollfilters konnten die Weihnachtsmarktbesucher den Unterschied erkennen. Beide Stoffstücke wurden vorher 30 Sekunden vor den Auspuff eines Diesel-PKWs gehalten, der eine mit Rußfilter, der andere ohne.

Wirksame Rußfilter sind schon lange auf dem Markt und werden seit dem Jahr 2000 in PKW von französischen Herstellern serienmäßig verwendet. Die deutsche Automobilindustrie weigert sich bisher jedoch diese Technik einzusetzen. Greenpeace fordert alle deutschen Autohersteller auf, die vorhandene Technik serienmäßig in alle neuen PKW einzubauen. Die Politik muss entsprechende gesetzliche Regelungen schaffen und eine Nachrüstung finanziell fördern. Das Nachrüstungen technisch problemlos möglich sind haben Greenpeace und der Rheinisch Westfälische TÜV anhand eines umgebauten Mercedes C220 CDI nachgewiesen.

Neben Greenpeace setzen sich inzwischen weitere Umweltverbände für Dieselrußfilter ein und erhalten dabei die Unterstützung von der Weltgesundheitsorganisation WHO und dem ADAC.


Fenja



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