Greenpeace Göttingen    

Fanny

 

Pressemitteilung vom 30. August 2003

Dieselschweine beim Altstadtfest

Greenpeace fordert zur Strafanzeige gegen DaimlerChrysler und VW auf

Eine rosa Fahrzeugkolonne steht am Samstag vor dem VW Autohaus an der Kasseler Landstraße. Sie besteht aus drei mit großen Schweinerüsseln und -ohren zu "Dieselschweinen" umgebauten Fahrzeugen: einem Mercedes CDI, einem Smart und einem VW Lupo. Mit der Aktion protestiert Greenpeace gegen die Weigerung der deutschen Autoindustrie, serienmäßig Filter gegen gefährlichen Dieselruß in ihre Fahrzeuge einzubauen. Gleichzeitig fordert Greenpeace die Bürger auf, Strafanzeige gegen DaimlerChrysler und gegen VW zu stellen wegen des Verdachts der Gesundheitsgefährdung und wegen jährlich mehreren tausend Todesfällen durch Dieselruß-Partikel. Am Samstag und Sonntag sind die Dieselschweine auch in der Prinzenstraße beim Altstadtfest zu sehen.

Dieselschwein

Auf dem "Mutterschwein", dem Mercedes-Benz, ist zu lesen: "Kaufen Sie keinen Diesel ohne Rußfilter". Auf den "Dieselferkeln" Smart und VW Lupo steht: "Wenn ich groß bin, möchte ich kein Dieselschwein sein" und "Ich will auch'n Rußfilter haben". Greenpeace fordert die Autohersteller auf, alle Diesel-Neuwagen serienmäßig ohne Aufpreis mit Filtern auszustatten und ältere Fahrzeuge nachzurüsten. DaimlerChrysler, VW, Ford, BMW und Opel haben zwar für einige Modelle Rußfilter angekündigt - allerdings nicht aus Gründen des Gesundheitsschutzes, sondern gezwungenermaßen: Wegen einer Vorgabe der EU (Euro 4) sind Filter bei großen Modellen unausweichlich, da diese die Abgas-Norm sonst nicht erreichen würden.

"Die deutschen Autohersteller vergiften die Menschen, daran ändern auch ein paar Rußfilter in großen Motoren nichts", sagt Greenpeace-Sprecher Günter Hubmann. "Die kleineren Dieselfahrzeuge, die in viel höherer Stückzahl verkauft werden, sollen weiterhin ohne Filter vom Band laufen. Nur wer 580 Euro zahlt, bekommt bei DaimlerChrysler einen Filter für einen kleinen Diesel." Der französische Hersteller PSA bietet seit dem Jahr 2000 die Modelle Peugeot und Citroen serienmäßig mit Rußfilter an - ohne Mehrkosten für den Verbraucher.

"Angesichts der Todeszahlen und Krebserkrankungen handeln DaimlerChrysler und andere deutsche Autohersteller unverantwortlich und dreist, wenn sie Rußfilter nur wahlweise wie Alufelgen anbieten", erklärt Hubmann.

Die ultrafeinen Rußpartikel lagern sich in der Lunge ab und können über die Zellmembran ins Blut gelangen. Sie verursachen Allergien, Asthma, Herzinfarkt und Krebs. Ein Filter reduziert den Ausstoß von Rußpartikeln um 99 Prozent. Rund 8000 Menschen in Deutschland sterben jedes Jahr durch Dieselrußpartikel; das Umweltbundesamt geht sogar von 14.000 Toten aus.



Fanny

Aus einem Baum kann man 100 Streichhölzer herstellen, aber mit einem Streichholz kann man 1000 Bäume zerstören.

Bereiche:
Greenteams, Wald

© phlo 2001-03, Greenpeace-Gruppe Göttingen