Greenpeace Göttingen    

Gunnar

 

Pressemitteilung vom 15. November 2003

Gift und Gentechnik bei Real

Greenpeace macht den Metro-Konzern für schlechte Lebensmittel verantwortlich

Gegen Gift und Gentechnik im Essen protestierten am Samstag 10 AktivistInnen der Greenpeace-Gruppe Göttingen im Real-Supermarkt am Lutteranger. Auf Produkte der Real-Eigenmarke TiP (Toll im Preis) haben sie Aufkleber mit der Aufschrift "Stoppt Gift und Gentechnik im Essen!" geklebt. Der Grund für die Aktion: Der Real-Mutterkonzern Metro kann seit Monaten nicht garantieren, dass die für Real, Kaufhof, Extra und Metro produzierten Lebensmittel keine Gentechnik enthalten. Zudem finden sich immer wieder hohe Pestizidkonzentrationen in Obst und Gemüse der Konzern-Filialen.

Stoppt Gift und Gentechnik im Essen!

"Gegeizt wird bei Real offenbar vor allem an der Lebensmittelqualität. Der Handel verkauft belastetes Obst und Gemüse und drückt sich vor der Verantwortung", so Melanie Manegold von der Greenpeace-Gruppe Göttingen. In den vergangenen Monaten hatte das EinkaufsNetz, die Verbraucherkampagne von Greenpeace, in zahlreichen Märkten der Metro-Gruppe pestizidbelastete Waren entdeckt. Untersucht wurden Paprika, Trauben, Erdbeeren, Himbeeren und Johannisbeeren. Rund drei Viertel der Proben enthielten Pestizidrückstände. Zum Teil wurden in einer Probe bis zu acht verschiedene Spritzmittelreste gefunden. In einigen Fällen lagen die Rückstände sogar über den gesetzlichen Grenzwerten.

Melanie Manegold: "Wir fordern von der Metro-Konzernleitung eine öffentliche Klarstellung mit einem klaren Nein zu Genfood." Bei einer Greenpeace-Umfrage unter mehr als 170 Unternehmen der Lebensmittelbranche wollte der Metro-Konzern nicht gewährleisten, dass seine Eigenmarken frei von Gentechnik sind. Damit gehört die Metro-Tochter Real zu den wenigen Supermärkten, die Gentechnik in ihren Produkten nicht ausschließen können.

Die Metro-Gruppe mit Sitz in Düsseldorf ist Deutschlands größtes Handelsunternehmen mit weltweit 51 Milliarden Euro Umsatz. Zu der Gruppe gehören die Supermärkte Extra, Real und Kaufhof. Wegen der großen Ablehnung der Verbraucher verzichtet die große Mehrheit der europäischen Handelsketten und Lebensmittelhersteller auf Zutaten von genmanipulierten Pflanzen. Nach Greenpeace-Informationen plant Metro allerdings eine groß angelegte Werbekampagne für Gentechnik in Lebensmitteln. Gemeinsam mit den Gentech-Konzernen Monsanto und Bayer sollen schon im nächsten Frühjahr gentechnisch manipulierte Lebensmittel in den Supermärkten angeboten und beworben werden.

Das EinkaufsNetz ist die Verbraucherorganisation von Greenpeace. Bislang beteiligen sich rund 30.000 Mitmacher an Aktionen gegen Gift und Gentechnik im Essen. Das EinkaufsNetz fordert Lebensmittel, die gut für Verbraucher, Landwirte und die Natur sind. Gentechnisch veränderte Agrarprodukte wären ein hohes Risiko, da sie sich bei großflächigen Anbau unkontrolliert verbreiten würden.




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