Rosa

 

Ein GAU im Leben ist genug

Greenpeace-Jugendliche demonstrieren in Göttingen gegen Atomkraft und für Erneuerbare Energien

Am 18. Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl demonstrieren heute Nachmittag 6 Mitglieder der Greenpeace-Jugend Göttingen. Sie setzen sich im Namen der Solar-Generation für Erneuerbare Energien ein. Die Jugendlichen haben vor dem Alten Rathaus einen Informationsstand zum Thema aufgebaut und werben für die alternative Zukunft der möglichen Energieversorgung. Gleichzeitig hält ein Trauermarsch das Banner der Erinnerung hoch. Leichenblass geschminkte Jugendliche fragen: "18 Jahre Tschernobyl - schon vergessen?" Auf einem weiteren Banner steht: "Strahlst du noch oder lachst du schon - Let's go! Clean ernergy now!" Die Greenpeace-Jugend demonstriert heute auch in weiteren acht Städten, darunter Bremerhaven, Augsburg und Köln.

Greenpeace-Jugend 

"Wir wollen den Menschen klar machen, dass ein Unfall im Ausmaß der Tschernobyl-Katastrophe jederzeit passieren kann", sagt Rosa Elena Pollter, 17, von der Greenpeace-Jugendgruppe Göttingen. "Auch die deutschen Atomkraftwerke sind lange nicht so gut wie ihr Ruf. Vor rund zwei Jahren gab es im AKW Brunsbüttel eine Wasserstoffexplosion in der Nähe des Reaktorkerns. Atomkraft ist unsicher, daher engagiere ich mich für Erneuerbare Energien. Ihr Potential ist so groß, dass wir uns komplett mit ihnen versorgen könnten."

Die Jugendlichen erklären auch, wie sich jeder Einzelne von der Atomindustrie verabschieden kann: "Jeder Kunde, der zu einem Ökostromanbieter wechselt, unterstützt den Ausbau Erneuerbarer Energien und verwirklicht seinen persönlichen Atomausstieg", so Rosa Elena Pollter.

Nicht nur der Betrieb von Atomkraftwerken ist eine Gefahrenquelle. Die Atomkraft ist auf ihrem ganzen Produktionsweg mit großen Gefahren verknüpft: Der Abbau des Uran-Brennstoffs führt zur radioaktiven Verstrahlung ganzer Landschaften, beispielsweise in wertvollen Naturregionen Australiens. Der Transport von Uran ist ebenfalls ein teures und gefährliches Unternehmen. Die Entsorgung von Atommüll ist weltweit ungeklärt und hinterlässt folgenden Generationen Jahrtausende lang ein strahlendes Erbe. Wirtschaftlich ist die Atomkraft ohnehin nicht tragbar. In den meisten Staaten wird Atomenergie subventioniert – da die Regierungen oft militärisches Interesse an Atomkraft haben.

Solar-Generation ist das Jugendprojekt von Greenpeace. Die Jugendlichen zwischen 15 und 25 Jahren setzen sich für den Ausbau der Erneuerbaren Energien ein. Wichtiger Termin für ihre Arbeit: der internationale "Solar-Gipfel" im Juni 2004 in Bonn. Dort werden Teilnehmer aus über 80 Ländern verhandeln, wie Erneuerbare Energien weltweit gefördert werden sollen.



Martin

 
 

© phlo 2004, Greenpeace-Gruppe Göttingen