Greenpeace erwidert Klage von Müllermilch mit bundesweitem Protest

Müller will Verbraucherinformationen über Gentechnik in der Milchherstellung verbieten

Greenpeace protestierte am Samstag vor einem Supermarkt in Weende gegen den Einsatz von Gentechnik bei der Milchproduktion von Müller-Milch. Die sieben Aktivisten hatten einen Einkaufswagen mit Müller-Milch-Produkten beladen und davor gelbe Warndreiecke aufgestellt. Innerhalb von nur einer Stunde hatten 400 Kunden Informationsmaterial mitgenommen oder eine Unterschrift abgegeben. Auch der Filialleiter von Real am Lutteranger informierte sich über den Protest vor seinem Supermarkt und hatte nichts dagegen einzuwenden.

"Die Menschen wollen wissen, was in ihrem Essen drin ist und wir sagen es ihnen" so Greenpeace-Sprecher Florian Noto. "Wir lassen uns von Müller nicht einschüchtern oder "zensieren"". Mit einer einstweiligen Verfügung will Müllermilch durchsetzen, dass Greenpeace das Unternehmen nicht mehr mit Gentechnik in Verbindung bringt.

Mit Protesten in über 50 Städten setzt Greenpeace seine Kampagne trotz einer Klage des Müller-Milchkonzerns fort. Seit April 2004 informiert Greenpeace über genmanipulierte Pflanzen, die als Futtermittel im Trog der Milchkühe landen. Wegen einer Gesetzeslücke müssen tierische Produkte, die mit Gen-Pflanzen hergestellt wurden, nicht gekennzeichnet sein. Die Wahlfreiheit der Verbraucher wird so drastisch eingeschränkt.

Greenpeace fordert von der Lebensmittelindustrie, auch bei tierischen Produkten wie Fleisch, Eiern oder Milch den Verbrauchern eine Produktion ohne Gen-Pflanzen zu garantieren. Recherchen von Greenpeace haben aufgedeckt, dass beim Herstellungsprozess der Müller-Produkte Gen-Pflanzen als Futter für die Milchkühe verwendet werden. Die Landwirte haben keinerlei Anweisung zur gentechnikfreien Fütterung erhalten. Zahlreiche Unternehmen in Deutschland wie Edeka Nord/Gutfleisch, Du Darfst/Unilever und Wiesenhof produzieren bereits tierische Produkte ohne den Einsatz von Gen-Pflanzen.



 
 

© phlo 2004, Greenpeace-Gruppe Göttingen