Greenpeace-Aktivisten läuten heute vor mehreren Supermärkten in der Göttinger Innenstadt sowie in über 30 weiteren Städten zum Almauftrieb. Als Kühe verkleidet und unterstützt von lautstarken Kuhglocken, protestieren Aktivisten gegen den Einsatz von Gentechnik bei der Milcherzeugung von Weihenstephan-Produkten. Die Molkerei Weihenstephan, die zum Milchkonzern Müller gehört, wirbt auf der blau-weißen Verpackung mit dem Begriff "Alpenmilch" und behauptet, die Milch werde „fernab der industriellen Massentierhaltung“ produziert. In Wahrheit bekommen die Milchkühe jedoch genmanipuliertes Tierfutter.
"Die Alpenidylle aus der Weihenstephan-Werbung täuscht", sagt Julia Huscher von der Greenpeace-Gruppe Göttingen. "Mit Milch von Kühen, die sich ausschließlich von saftigem grünen Gras und duftendem Klee ernähren, hat die Milch von Weihenstephan wenig gemein. Stattdessen werden auch diese Kühe mit Gen-Pflanzen gefüttert." Greenpeace fordert die Molkerei Weihenstephan auf, keine Gen-Pflanzen mehr zu verfüttern, um deren Anbau nicht weiter zu fördern und ökologische und gesundheitliche Gefahren zu vermeiden.
Laut einer aktuellen Umfrage der GfK Marktforschung im Auftrag von Greenpeace wollen 68 Prozent der Verbraucher keine Milchprodukte von Kühen, die Gen-Pflanzen zu fressen bekommen. Weihenstephan ist die Premium-Marke des Milchkonzerns Müller, der sich strikt weigert, den Verbrauchern eine Milchproduktion ohne Gen-Futter zu garantieren.
"Müller und seiner Edelmolkerei Weihenstephan scheint die Meinung der Verbraucher egal zu sein. Anstatt in eine Milcherzeugung ohne Gen-Pflanzen zu investieren, versucht der Milchkonzern, Greenpeace einzuschüchtern und jede Aktion einzeln gerichtlich verbieten zu lassen. Doch Greenpeace lässt sich nicht mundtot machen", so Julia Huscher.
"Solange Gen-Pflanzen anonym im Tierfutter entsorgt werden können, ist der Anbau von Gen-Pflanzen nicht aufzuhalten", sagt Huscher. Greenpeace ist gegen den Anbau genmanipulierter Pflanzen. Bereits heute sind insbesondere die ökologischen Schäden durch den Anbau von Gen-Soja weltweit sichtbar. So verursacht zum Beispiel der massive Pestizideinsatz auf den Gen-Soja-Feldern in Argentinien bei der Bevölkerung Erbrechen, Durchfall, Hautausschläge und Augenreizungen. Zudem belastet der erhöhte Spritzmitteleinsatz Böden und Gewässer.