Die japanische Walfang-Flotte will in dieser Saison 935 Zwergwale und zehn extrem gefährdete Finnwale erlegen. Greenpeace protestiert für den Schutz der gutmütigen Meeressäuger - weltweit und auch in Göttingen. Am Samstag letzter Woche und an diesem Freitag haben zwölf Aktivisten damit begonnen 945 Unterschriften von Göttinger Bürgern für den Schutz der Wale zu sammeln. Auch am nächsten Samstag, dem 4.2., können Wal-Freunde weiter unterschreiben. Die 945 Unterschriften auf kleinen Puzzleteilen ergeben zusammengesetzt einen zwei Meter langen Wal.
"Jedes Puzzleteil steht für einen Wal, der abgeschlachtet werden soll," sagt Greenpeace-Sprecherin Annette Römer. "Greenpeace-Aktivisten im Südpolarmeer versuchen zur Zeit die Walfänger mit Schlauchbooten von ihrer blutigen Jagd abzuhalten. Alles was wir hier tun können, ist Unterschriften zu sammeln. Die schicken wir an den Fischereikonzerne Nissui, der mit dem Walfang Geld verdient."
Am Mittwoch letzter Woche hatte Greenpeace einen toten Wal vor die japanischen Botschaft in Berlin transportiert. Das 20 Tonnen schwere und 17 Meter lange Tier war in der Ostsee verendet. Er wurde von Greenpeace in Absprache mit den Behörden geborgen und hinterher zu einem Museum gebracht. Das japanische Forschungsministerium begründet den zur Zeit im
Südpolarmeer stattfindenden Walfang mit wissenschaftlicher Arbeit. Aber bereits an Bord des Fabrikschiffs "Nisshin Maru" werden die Wale zerlegt und für den japanischen Markt vorbereitet. Das Fleisch wird anschließend für bis zu 300 Euro pro Kilogramm verkauft.
Seit Weihnachten befinden sich zwei Greenpeace-Schiffe in der Antarktis. Indem sich die Aktivisten mit ihren Schlauchbooten immer wieder in die Schusslinie zwischen Harpunenboote und Wale begeben, gelang es in bislang mindestens zwanzig Fällen, einen klaren Schuss der Harpune zu verhindern. Die Wale des Südpols haben dadurch Zeit gewonnen, um zu entkommen.