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Greenpeace-Gruppe Göttingen:
Aktionsjahr 2003
Als im März amerikanische Truppen in den Irak einfielen, unterstützte Greenpeace weltweit mit spektakulären Aktionen die Friedensbewegung. In vielen Ländern wurden Kriegsschiffen besetzt, in Berlin gab es eine symbolische Aktion auf dem Brandenburger Tor: "Old Europe says: No War!" an der auch Göttinger Aktivisten beteiligt waren. Hier in Göttingen nahmen wir an fast jeder Friedensdemonstration teil. Unser blaues Banner, mit einer große Friedenstaube und dem Gandhi-Zitat „Es gibt keinen Weg zum Frieden, Frieden ist der Weg“ war ein klares Zeichen gegen den Krieg und verdeutlichte den Greenpeace-Grundsatz der Gewaltfreiheit.
Mit stabilen Aktivenzahlen in der Gruppe und wertvoller Unterstützung von Greenpeace-Deutschland konnten wir das ganze Jahr über regelmäßig aktiv sein. Seit Mitte des Jahres informieren wir regelmäßig in einer eigenen Radiosendung über unsere Themen.
Greenpeace im StadtRadio: seit Juli on Air
Urwälder – Baum ab? Nein Danke!
Esso – Klimakiller Nr. 1
SolarGeneration gegen Kohle und Atom
Dieselschweine machen Krebs
Gift und Gentechnik im Essen

Greenpeace im StadtRadio: seit Juli on Air
Am 4. Juni um 19 Uhr war es soweit: die erste Greenpeace-Radiosendung wurde im StadtRadio Göttingen ausgestrahlt. Das Thema "Wale" lieferte ganz aktuell die Hintergründe zur Tagung der internationalen Walfangkommission in diesem Monat in Berlin. Jeden Monat erstellt eine kleine Redaktion eine einstündige Sendung zu aktuellen Umweltthemen. Im Hitzesommer erklärten wir, warum der Ölkonzern Esso Klimakiller Nr. 1 ist. Wir berichteten aber auch hintergründig und verständlich über die Möglichkeiten erneuerbarer Energien und der Jugendkampagne "SolarGeneration". Anlässlich der WTO-Tagung berichteten wir im September von den Umweltauswirkungen des ungezügelten Freihandels. Und im November, anlässlich des Atomtransportes nach Gorleben, erklärten wir mit unserer Sendung "Sackgasse Atomkraft" die Nachteile der Atomkraft auf allen Verarbeitungsstufen, angefangen bei der Urangewinnung, bis hin zu ungelösten Frage der Endlagerung.
Mit unserer Sendung füllen wir eine inhaltliche Lücke im Bereich Information im StadtRadio Göttingen, weswegen die Sendung auch schon bald einen Sendeplatz für eine Wiederholung erhalten hat. Einzelne Beiträge wurden zudem von anderen StadtRadio-Sendungen gespielt.
Urwälder – Baum ab? Nein Danke!
Der Urwaldschutz ist ein globales Thema, weswegen eine international koordinierte Organisation wie Greenpeace die beste Möglichkeit hat, dieses Thema umfassend anzugehen. Die Greenpeace-Gruppe Göttingen leistet dabei einen wichtigen Beitrag.
Im März entschied der Rat der Stadt Göttingen, in Ausnahmefällen wieder Urwaldholz bei öffentlichen Bauvorhaben zu akzeptieren, wenn dieses FSC-zertifiziert ist. Wir begrüßen diesen Beschluss, da nur das internationale FSC-Siegel gewährleistet, dass ökologische und soziale Kriterien bei der Waldbewirtschaftung berücksichtigt werden.
Für den Schutz der finnischen Urwälder hat Greenpeace im April in Göttingen und anderen Städten in Postfilialen gegen Briefumschläge protestiert, die aus finnischem Urwaldholz produziert wurden. In der Postfiliale am Bahnhof informierten wir Postkunden über die Herkunft des Papiers und kennzeichneten mit Aufklebern Briefumschläge als Produkte aus Urwaldzerstörung. Unser Protest war erfolgreich: Im Dezember verkündete die Post endgültig, dass nun keine Briefumschläge aus finnischem Urwaldholz mehr verkauft werden.
Auch Kinder setzen sich für die Urwälder ein. Beim 30. Kinderfest "MachMit!" der Stadt Göttingen waren wir mit einem Infostand und zwei Tigerkostümen vertreten. Mit Fühlkästen und einem Glücksrad konnten die Kinder spielerisch etwas über den Wald lernen. Ein von uns betreutes Greenteam (Kindergruppe) im Harz, machte in ihrer Schule eine große "Kids for Forests"-Aktion und erklärte sich im November zur "Schule für den Urwald".
Mit mehreren Aktionen in der Uni haben wir über die Vorteile von Recyclingpapier informiert. Im November waren wir an einem Aktionstag der Universität zu diesem Thema beteiligt.
Im Dezember waren wir mit zwei großen Baum-Kostümen ("Ents") bei der Premiere von "Herr der Ringe" im Cinemaxx und informierten über Urwaldzerstörung.
Insgesamt wurden durch die Greenpeace-Aktionen im Jahr 2003 weltweit 3,1 Millionen Hektar Urwald unter Schutz gestellt. Auch im nächsten Jahr werden wir uns weiter für den Schutz der Urwälder engagieren.
Esso – Klimakiller Nr. 1
Nachdem Europa 2002 unter sintflutartigen Regenfällen litt, war im Sommer 2003 jeder Tropfen willkommen. Der ganze Kontinent litt unter brechender Hitze. Die zunehmenden Wetterextreme verdeutlichen, wie sich das Klima verändert. Einer der größten Klimazerstörer ist der weltgrößte Ölkonzern ExxonMobil, in Deutschland Esso. Greenpeace kämpft gegen die Klimazerstörung und gegen den Klimazerstörer Esso.
In Göttingen haben wir Fotos von Göttinger Bürgerinnen und Bürgern gesammelt, die dem Ölkonzern zeigen wollten, dass sie nichts von Geschäften auf Kosten des Klimas halten. Die Fotos wurden international gesammelt und an Esso übermittelt. Alle Bilder sind auch auf unserer Homepage www.greenpeace.de/goettingen veröffentlicht.
Im August, nach wochenlanger Hitze, haben wir an der mittlerweile abgerissenen Fußgängerbrücke neben der Esso Tankstelle an der Weender Landstraße ein 6 Meter langes Banner aufgehängt: "Klimakollaps – gesponsert von Esso".
SolarGeneration gegen Kohle und Atom
Doch Greenpeace fordert nicht nur, den Verbrauch von fossilen Brennstoffen zu reduzieren, sondern wir zeigen auch Alternativen auf: Die Greenpeace-Jugendlichen sind die SolarGeneration! Mit einem „Solararbeitsamt“ haben Jugendliche aus Göttingen und Hamburg im September gemeinsam über erneuerbare Energien informiert und gezeigt, dass schon heute mehr Arbeitsplätze in diesem Bereich existieren als in der Kohleindustrie.
Vor dem Castortransport im November nach Gorleben haben hundert Jugendliche der SolarGeneration, darunter auch Rosa und Martin aus Göttingen, im Wendland gegen Atomkraft demonstriert. Die Greenpeace-Kampagne gegen Atomkraft zeigte in diesem Jahr besonders die Probleme der Endlagerung. Wir von der Greenpeace-Gruppe Göttingen haben an der Demonstration gegen Atomtransporte in Dannenberg teilgenommen.
Mit einer spektakulären Aktion hat Greenpeace einen Förderturm des geplanten Endlagers Gorleben besetzt und klar gestellt: "Erst wenn der letzte Tropfen Grundwasser verstrahlt ist, werdet ihr feststellen, dass Gorleben kein sicheres Endlager für Atommüll ist. Stopp Castor!". Auch hierbei waren Aktivisten aus Göttingen beteiligt.
Dieselschweine machen Krebs
Erstmals waren wir in diesem Jahr beim Altstadtfest vertreten. Mit drei rosa PKW, die zusätzlich noch Schweinenasen und -ohren trugen, informierten wir über gefährliche Rußpartikel in Dieselabgasen. Ein von Greenpeace umgebauter Mercedes 220 CDI zeigte dagegen, dass es technische Möglichkeiten gibt, die Rußpartikel zu begrenzen. Bisher weigern sich deutsche Autohersteller diese Technik einzusetzen. Bei einer Autoschau in der Fußgängerzone verteilten wir 99 rosa Luftballons gegen Dieselruß.
Gift und Gentechnik im Essen
Im November haben wir in den beiden Göttinger Real-Supermärkte gegen Gift und Gentechnik im Essen protestiert. Kurz vor Jahresende erklärte deswegen der Real-Mutterkonzern, die MetroGroup, keine Gentechnik in ihren Lebensmitteln verwenden zu wollen. Ursprünglich hatte Metro geplant, im Frühjahr 2004 eine Werbeoffensive für Gentechnik zu starten.
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"...weil wir Helden sind!"
Bereiche:
Gruppenkoordination, Greenteams
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