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Greenpeace-Gruppe Göttingen:
Aktionsjahr 2004
Im Jahr 2004 konnten wir feiern: seit nunmehr 20 Jahren ist Greenpeace in Göttingen aktiv! Anlässlich des Jubiläums zeigten wir eine Ausstellung über die Geschichte von Greenpeace im Frühjahr im Neuen Rathaus. Zur Geburtstagsparty in einer Göttinger Diskothek kamen etwa 200 Gäste und genossen die Atmosphäre mit alten Dias, neuen Videos und Aktionsmitteln aus zwei Jahrzehnten.
Keine Gentechnik im Essen
Greenpeace im StadtRadio Göttingen: jeden Monat ein neues Programm
Mit Energie bei der Sache
Dieselruß-Filter für gesunde Göttinger Bürger
Niedersachsen braucht kein Holz aus Urwaldzerstörung

Keine Gentechnik im Essen
Inhaltlich lag unser Schwerpunkt im vergangenen Jahr bei Gentechnik in der Landwirtschaft. Verschiedene neue EU-Regelungen und Bundesgesetze haben in der breiten Öffentlichkeit das Interesse an diesem Thema geweckt. Mit vielen Aktionen haben wir die Göttinger Bevölkerung informiert.
Zunächst lag der Schwerpunkt bei Gentechnik in Lebensmitteln. Am 1. März vor dem Alten Rathaus und am 17. April vor sechs Supermärkten protestierten und informierten Greenpeace und andere Organisationen über Gentechnik in der Landwirtschaft und die neuen Kennzeichnungsregeln der EU, die am 18. April in Kraft getreten sind. Neben den öffentlichen Aktionen gab es regelmäßig einen Austausch mit Landwirten, Attac, dem BUND, der Verbraucherzentrale und anderen Organisationen. In mehreren Gesprächen haben wir das Studentenwerk zunächst ausführlich über die geltenden Kennzeichnungsvorschriften informiert und sie davon überzeugt, in ihren Mensen und Cafeterien keine gentechnisch veränderten Lebensmittel anzubieten. Landwirte in drei Gemeinden im Landkreis Göttingen haben erklärt, dass sie keine Gentechnik anbauen wollen und sind damit Vorreiter in Niedersachsen.
Nach dem 18. April wurde klar, dass es in Deutschland und den meisten EU-Ländern kaum gentechnisch veränderte Produkte gibt, die gekennzeichnet werden müssen. Denn in Deutschland werden gentechnisch veränderte Pflanzen fast ausschließlich fürs Tierfutter verwendet. Der Verbraucher kann dies beim Kauf von Fleisch, Milch oder Eiern nicht erkennen. Daher haben wir unseren Schwerpunkt auf Gentechnik im Tierfutter gelegt. Mit mehreren Aktionen in oder vor Supermärkten haben wir darüber informiert, dass der Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen große Risiken birgt, Schäden verursacht und die Landwirte in Abhängigkeit von Saatgutkonzernen drängt. Auf großes Interesse stieß der „Greenpeace Einkaufsratgeber für gentechnikfreien Genuss“. In dem Heftchen wird darüber informiert, welche Lebensmittelhersteller Gentechnik an Kühe, Schweine, Hühner und andere Tiere verfüttern und wer darauf verzichtet. Der Einkaufsratgeber wurde mittlerweile 1,56 Million Mal gedruckt, in Göttingen haben wir einige tausend Exemplare verteilt.
Greenpeace im StadtRadio Göttingen:
jeden Monat ein neues Programm
Die monatliche Radiosendung ist ein fester Bestandteil unserer Arbeit geworden. Informationen, Interviews, internationaler Umweltschutz – wir bieten jeden Monat eine Stunde aktuelles Infotainment, spannende Beiträge und Features, ausführliche und verständliche Hintergründe und natürlich berichten wir von Greenpeace-Aktionen in Göttingen und aller Welt. Jede Sendung hat einen eigenen, aktuellen Schwerpunkt, zum Beispiel: "Die letzten Urwälder" (Januar und Februar), "nachhaltiger Konsum" (März), Klimawandel (August) oder die Umweltpolitik der USA (November).
Die Sendezeit im neuen Jahr ist jeweils am ersten Mittwoch im Monat von 16-17 Uhr, die Wiederholung am zweiten Mittwoch von 15-16 Uhr im StadtRadio Göttingen.
Mit Energie bei der Sache
Auch Energiethemen wurden im Jahr 2004 nicht vernachlässigt. Am 26. April erinnerte die Jugendgruppe an den achtzehnten Jahrestag des Super-GAUs von Tschernobyl. Es ging ihnen nicht nur um die Risiken beim Betrieb von Atomkraftwerken, sondern um alle Probleme der Atomwirtschaft. Angefangen beim Abbau des Uranerzes, über riskante Transporte bis hin zur ungelösten Entsorgung. Neben der Kritik haben die Jugendlichen auch Lösungen anzubieten: der Ausbau erneuerbarer Energien ist gut für die Umwelt und schafft zukunftsfähige Arbeitsplätze.
Im Herbst fuhr ein Teil der Greenpeace-Gruppe nach Dannenberg, zu der Demonstration gegen den bevorstehenden Castortransport ins Zwischenlager Gorleben. Es ging uns besonders darum, klar zu machen, dass der Salzstock Gorleben kein geeigneter Standort für ein atomares Endlager ist. In den Salzstock kann Wasser eindringen, denn an großen Stellen fehlt eine schützende Tonschicht über dem Salz.
Dieselruß-Filter für gesunde Göttinger Bürger
Das Thema Dieselrußfilter, was uns jahrelang beschäftigt hat, ist inzwischen in der Politik, den Medien und den Fahrzeugherstellern angekommen. Durch lungengängige Rußpartikel, die von Dieselfahrzeugen ohne Filter ausgestoßen werden, sterben jedes Jahr bundesweit mehrere tausend Menschen. Wir hoffen, dass dieses Problem bei den zuständigen Stellen in Göttingen sehr ernst genommen wird. Die Stadtwerke Göttingen sollten schnellstmöglich alle Busse mit Dieselrußfiltern ausstatten und auch die Dienstfahrzeuge der Stadt müssen schnell nachgerüstet werden.
Niedersachsen braucht kein Holz aus Urwaldzerstörung!
Im Februar tagte die UN-Artenschutzkonferenz (CBD) in Malaysia. Zur gleichen Zeit sollten in dem Gefängnis-Neubau in Rosdorf Fenster aus Meranti-Holz verbaut werden, das häufig illegal in indonesischen Urwäldern geschlagen wird. Greenpeace protestierte gemeinsam mit niedersächsischen Handwerkern vor der Staatskanzlei in Hannover dafür, Fenster aus einheimischem, FSC-zertifiziertem Lärchenholz zu verwenden. Die Landesregierung reagierte auf die Kritik und entschied später, auf die Tropenholzfenster zu verzichten.
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Bereiche:
Gruppenkoordination
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