Die Ölfirma Central European Petroleum GmbH (CEP) plant auf der Insel Usedom, am Saaler Bodden und vor Rügen nach Erdöl zu bohren. Auch in der hochsensiblen Gegend am Nationalpark "Darßer Ort" und der "Pommerschen Bucht" mit der "Oderbank".

 

CEP ist bereits seit einiger Zeit in Vorpommern aktiv. 2009 nahm das kanadisch-deutsche Unternehmen in Loissin bei Greifswald und bei Barth seismische Messungen mit dem Ziel vor, Erdöllagerstätten aufzuspüren. CEP rechnet wegen der stark gestiegenen Ölpreise mit einem lukrativen Geschäft.

 

Eine weitere Bohrung erfolgt bei Pudagla auf der Insel Usedom, zwischen dem Großen Krebssee und dem Nordteil des Gothensees.

Bei Lütow auf Usedom, einst das größte Ölvorkommen der DDR und heute im Betrieb des französischen Konzerns "GDF SUEZ" sind ebenfalls neue Bohrungen geplant.

 

Pommersche Bucht - Oderbank

CEP will vor Rügen in der Ostsee, mitten im Schweinswalgebiet, nach Erdöl suchen.

 

Die Oderbank östlich vor Rügen gehört zum europäischen Schutzgebietssystem Natura 2000 und bildet wegen ihrer reichlichen Nahrungsgründe ein wichtiges Rast- und Nahrungsgebiet für Seevögel. Sie ist auch ein wichtiges Laich- und Aufwuchsgebiet für Plattfische wie die Flunder und den Steinbutt. Darüber hinaus gilt die Oderbank als wichtiges marines Verbreitungs- und Nahrungsgebiet für den wieder angesiedelten Stör.


Bei den auf der Oderbank vorkommenden Schweinswalen handelt es sich vermutlich um Tiere der Schweinswal-Teilpopulation der östlichen Ostsee, die zurzeit auf nur noch einige hundert Tiere geschätzt wird und als stark gefährdet gilt.

 
 

Nach FFH-Richtlinie geschützt - Jetzt durch Exploration von CEP bedroht: Kegelrobben-Vorkommen in den Gewässern um Rügen

 

Die Kegelrobbe ist das größte Raubtier Deutschlands. Vor Mecklenburg-Vorpommerns Küste werden immer wieder einzelne Tiere gesichtet. Auch in den Gewässern um Rügen und im Greifswalder Bodden werden wieder regelmäßig Tiere beobachtet.

 

Die Kadetrinne

Genau wie die Oderbank gehört die vor dem Darß liegende Kadetrinne zum europäischen Schutzgebietssystem Natura 2000.


Schweinswale kommen regelmäßig in der Kadetrinne und den umgebenden Gewässern vor bzw. durchschwimmen das Gebiet auf ihren Wanderungen. - Auch dort plant CEP die Suche nach Erdöl.


Die Kadetrinne ist ein bis zu 32 m tief in die Darßer Schwelle eingeschnittenes Rinnensystem, durch das etwa 70 % des Wasseraustausches zwischen der Nord- und Ostsee erfolgt. Zusammen mit dem Fehmarnbelt hat dieses Rinnensystem eine wichtige Funktion für den Austausch von Arten und ist von entscheidender Bedeutung für die Versorgung der Ostsee mit sauerstoffreichem, salzhaltigerem Nordseewasser.


Greenpeace-Aktivisten säubern die Strände und sammeln tote Vögel ein. 2001 hatte der Öltanker "Baltic Carrier" nach einer Kollision mit einem Frachter in der Kadetrinne zwischen Dänemark und Deutschland Öl verloren.

 

Die Kadetrinne ist eine der meistbefahrenen und unfallträchtigsten Schifffahrtsrouten der Welt. Jeden Tag passieren die Kadetrinne rund 200 Schiffe. An ihrer schmalsten Stelle ist sie gerade eine Seemeile (knapp zwei Kilometer) breit und gefährlich flach. Jährlich passieren rund 60.000 Schiffe diese Engstelle, darunter etwa 8.200 Tanker und 14.600 Fähren. Der Verkehr ist so stark, dass er an eine Großstadt-Autobahn erinnnert. Auch Geisterfahrer sind keine Seltenheit und gefährden damit nicht nur die Schifffahrt.

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        20. 05. 2012.       Druckversion