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Zusammengestellt anlässlich der Eröffnungsveranstaltung"15 Jahre Greenpeace Büro Heilbronn" am 22. November 2001 Gegründet wurde die Heilbronner Gruppe als Infogruppe bereits im Februar 1984 von Ralf Sauerwein und Uli Hufnagel. Die Treffen fanden damals in der Gasstätte Eulenspiegel statt, die Infomaterialien waren bei den einzelnen Gruppenmitgliedern verstreut gelagert. Themen waren der Artenschutz und Tempolimit. So wurden an der Autobahnraststätte Wunnenstein selbstgebackene Kekse mit Tempo 100 Aufschrift verteilt. Ab Januar 1985 mussten die Treffen dann in die Gaststätte "Rosenaustüble" verlagert werden, da der Getränkekonsum der Grüppler im Eulenspiegel zu niedrig war. Aktuelle Themen waren jetzt neben dem Artenschutz und der Werbung für einen Weltpark Antarktis, die Dünnsäureverklappung auf der Nordsee, das bleifreie Benzin und Atombombentests. 1986 war es dann endlich soweit Mitte August konnte das Büro hier in der Kaiserstraße bezogen werden und am 22.11.1986 - heute vor genau 15 Jahren - fand die offizielle Eröffnung mit Herrn Harmuth, der die Räume seit dieser Zeit kostenlos zur Verfügung stellt, und Rainer Schüle von der Greenpeace Gruppe statt. Die Schaufenster der Sicherer´schen Apotheke waren mit den damals aktuellen Themen saurer Regen - Wasserverschmutzung und Atombombentests dekoriert. Die größte Aktion in diesem Jahr war der von verschiedenen Umwelt- und Friedensgruppen organisierte Atomstaffellauf von Karlsruhe zu der geplanten Wiederaufarbeitungsanlage in Wackersdorf. Am 21.09. war die Heilbronner Allee Kreuzung übersät mit symbolischen Toten das Staffelholz wurde am Marktplatz weitergegeben in Richtung Öhringen. 1987 staunten dann die Passanten in der Heilbronner Innenstadt nicht schlecht als zu lesen war "Heilbronn liegt am Watt". Anläßlich der Nordseeschutzkonferenz machten auch wir Binnenländer darauf aufmerksam wie unser Verhalten die Nordsee schädigt und welche Folgen das auch für uns hier hat. Daneben wurden eifrig Vorträge über die Arbeit von Greenpeace gehalten und am 28. Jan. wurde aus der kleinen Infogruppe eine richtige Greenpeace Kontaktgruppe. Das Jahr 1988 lag ganz im Zeichen der Atomtransportbeobachtungen. Es gab nicht sehr viele öffentliche Veranstaltungen, einzig beim Ökomarkt in Leingarten und im November beim Kunsthandwerkermarkt in Sinsheim waren wir vertreten. In diesem Jahr wurde die Tradition des Gruppenwochenendes im Naturfreundehaus Steinknickle begründet. 1989 kam dann zum ersten Mal ein Greenpeace Binnenschiff nach Heilbronn und machte am 03. Juli an der Theresienwiese fest. An Bord eine Ausstellung über die Arbeit von Greenpeace. Am 04. Juli war das Schiff für die Öffentlichkeit geöffnet, für Schulklassen wurden Führungen und Workshops angeboten, am Abend hielt der süddeutsche Antarktisexperten Roland Hipp einen Vortrag über die faszinierende Welt der Antarktis und ihre Bedrohung. 1990 gab es dann bereits den nächsten, diesmal 2-tägigen Besuch eines Schiffes, der MS Rübezahl. An Bord die Ausstellung "Himmel und Hölle" zum Thema Energie. Auch diese Ausstellung besuchten viele Schulklassen. Zum Jahresende warb die Greenpeacegruppe dann zusammen mit dem BUND für eine müllfreie Weihnachtszeit. Das Schwerpunktthema des Jahres 1991 war der Verkehr. Unter dem Motto "Autos raus aus der Stadt" wurde auch für Heilbronn ein Stadtplan mit innerstädtischen Autofreien Zonen vorgestellt. Bei diesem Thema gab es sehr heftige Diskussionen an den zahlreichen Infoständen. Im Gegensatz zur Unterstützung eines Weltparks Antarktis ist beim Thema Auto eigenes Handeln gefordert, jeder kann etwas tun aber es fällt ungleich schwerer. Dafür gibt es in Sachen Weltpark einen Erfolg zu feiern am 04. Oktober unterzeichnen 26 Staaten das Antarktisschutzabkommen für das Greenpeace viele Jahre lang gekämpft hat. In diesem Jahr gründet sich ein Arbeitskreis in Crailsheim. Die Heilbronner Gruppe unterstützte den Aufbau der Gruppe bis diese 1993 dann zur eigenständige Greenpeacegruppe Kocher-Jagst wurde. 1992 ist dann zum letzten Mal die "MS Rübezahl" zu Gast in Heilbronn. Diesmal dauert der Besuch 4 Tage und an Bord des Schiffes ist eine Ausstellung zum Thema Wasser. Die Heilbronner Gruppe stellte eine Infobroschüre "Das Wasser von Heilbronn" zusammen und organisiert ein reichhaltiges Rahmenprogramm mit Vorträgen, Workshops und Kinderbetreuung. Das zweite Schwerpunktthema ist auch in diesem Jahr wieder der Verkehr, vor allem die Ozonproblematik von der Heilbronn ja sehr direkt betroffen ist. Dieses Thema setzt sich im Jahr 93 fort. Mit Aktionstagen und einer selbsterstellten Plakat-ausstellung ist die Gruppe nicht nur in Heilbronn sondern auch in Künzelsau aktiv. Im Frühjahr können wir unseren neuen Infostand einweihen. Er ist als Fahrradanhänger ausgelegt und damit ist es uns nun möglich bei Infoständen und Aktionen auf das Transportmittel Auto zu verzichten. Auch dieses Jahr beschäftigt uns das Thema Wasser, vor allem die Pestizide im Trinkwasser. Dazu finden bundesweite Aktionen statt in deren Rahmen wir auch in Heilbronn symbolisch Sandsäckchen mit Pestiziden sammeln und am 21.04.1994 an Paula Fuchs als Vertreterin der CDU Gemeinderatsfraktion übergeben. 1994 können wir dann das 10-jährige Bestehen der Heilbronner Gruppe feiern. Wir machten ein großes Programm mit Tagen der offenen Tür, einem Kindermalwettbewerb, Diskussion mit Gemeinderäten zum Thema Verkehr, Vorträgen und einem Umwelttheaterstück für Kinder. Zu Gast sind Greenteams aus der Heilbronner Partnerstadt Frankfurt/Oder. Am 21. Mai startet die Unterschriftensammelaktion für die Stadtbahn in Heilbronn. Unter dem Motto "Autos raus aus der Stadt - Stadtbahn jetzt" fordern wir zusammmen mit anderen Umwelt- und Verkehrsgruppen die schnelle Verwirklichung der Stadtbahn. Am 26.01.1995 können wir dann 6333 Unterschriften für die Stadtbahn an Oberbürgermeister Dr. Weinman übergeben. Das beherrschende Thema ist jetzt die geplante Versenkung der ausgedienten Ölplattform Brent Spar und die geplanten französischen Atomtests auf Moruora. Am Jahresanfang 96 eine Aktion die dann doch keine ist. Am 03. Februar sollte am Bahnhof in Heilbronn ebenso wie bundesweit in vielen anderen Städten gegen die Benutzung von Diuron auf den Bahngleisen protestiert werden - alles war vorbereitet als die Bahn nach einer tags zuvor stattfindenden zentralen Aktion am Frankfurter Hauptbahnhof überraschend schnell verkündete zukünftig auf den Einsatz von Diuron zu verzichten. Dafür um so mehr Aktivitäten im Rest des Jahres. Aus Anlaß der erneuten Atombombentests zeigen wir im Juli die Atomtestausstellung im technischen Rathaus. Ab September stehen dann die Castortransporte im Vordergrund. Das Unterland ist durch die Transporte aus Neckarwestheim direkt betroffen, die Route führt durch Heilbronn und die Anliegergemeinden sind nur unzureichen informiert. Deshalb tourt die Ausstellung "Das Unterland sagt Nein zum Castor" in den Gemeinden. Wir schafften es leider nicht, daß der Gemeinderat, ähnlich wie in anderen betroffenen Städten eine Resolution gegen die Castortransporte durch die Stadt verabschiedet. 1997 haben wir 2 Ausstellungen in Heilbronn, zum Thema Sommersmog - Ozon zeigten wir in der Mensa der Fachhochschule Anfang Juni 8 Bildtafeln, im August ist dann die großformatige "Kein schöner Wald" Ausstellung für jeweils 3 Wochen im Foyer der Fachhochschule und anschließend im Foyer der AOK auf der Allee zu sehen. Im Rahmenprogramm gibt es Vorträge, Führungen durch die Ausstellung und Walderlebnisführungen für Kinder. Das Thema Castorstransporte ist auch im Jahr 1998 aktuell, bis April arbeiten wir intensiv an dem Thema bevor die Gentechnik in den Vordergrund rückt. Mit der hier zu sehenden 2 m hohen Mondaminschachtel protestieren wir im Oktober bei CPC - jetzt Unilever - gegen den Einsatz von gentechnisch veränderten Rohstoffen in Lebensmitteln. Da die CPC in einer Stellungnahme nicht garantieren wollte auch zukünftig keine gentechnisch veränderten Rohstoffe einzusetzen initiierten wir im September eine Protestbriefaktion die in der Bevölkerung eine breite Zustimmung fand. Das Jahr 1999 verlief dann etwas ruhiger, wir bauten unsere Internetseite auf und widmeten uns dem Thema Regenwald. Beim Sommerfest der Agenda 21 im Wertwiesenpark machten wir einen Infostand zum Thema Nachhaltigkeit. Nachhaltig ist auch die Nutzung von Ökostrom, um den es bei der Messe in Leingarten und einigen Infoständen am Jahresende ging. Im Jahr 2000 wechselte dann auch das Greenpeace Büro zu einem Ökostromanbieter zu der Einkaufsgenossenschaft Greenpeace energy. Im Juli gründete sich auch in Heilbronn wie bereits in vielen anderen Städten eine Jugendgruppe. Bei der Ökomesse in Öhringen bei der wir seit Anfang an vertreten sind widmeten wir uns dem Thema Dauergifte und Ende des Jahres dann wieder der Gentechnik, diesmal mit dem Schwerpunkt Patente auf Leben. Und damit sind wir auch schon beim Jahr 2001 angelangt, wie in den vergangenen Jahren auch war ein Schwerpunkt die Castortransporte. Menschen die sich gegen die Transporte aussprechen, konnten sich an einem Infostand zusammen mit dem No Way Männchen fotographieren lassen und damit im Internet ihren Protest ausdrücken, im März war Martin Forwood ein Mitglied der englischen Bürgerinitiative aus Sellafield zu Gast in Heilbronn, er informierte in 3 Vorträgen aus erster Hand über die Auswirkungen der britischen Wiederaufarbeitungsanlage auf Mensch und Umwelt. Am 21. Juli war es dann endlich soweit die Stadtbahn, für die wir bereits vor 6 ½ Jahren 6333 Unterschriften gesammelt hatten fährt durch die Kaiserstraße. Die 1994 symbolisch erstellte Stadtbahnhaltestelle vor dem Greenpeacebüro ist Wirklichkeit geworden. Sabine Eberhardt und Martin Volkert der Einladung zu dieser Veranstaltung folgten die Gemeinderatsmitglieder Herr Rohn, Herr Schmidt und MdB Thomas Strobl sowie der Leiter des Grünflächenamtes Herr Barz und der Leiter des Amtes für Straßenverkehr und Umwelt Herr Frenzel sowie Herr Lederer vom VCD. |