26.11. in Dannenberg

Gorleben geht uns alle an, da im Wendland ein Endlager für den bundesweiten Atommüll installiert werden soll. Aufgrund der unsicheren Lagerung unseres Schrotts im Salzstock und der zu befürchtenden Verstrahlung der dortigen Umwelt hinweg, gehen wir dorthin.

 

Eine kleine Gruppe macht sich in den frühen Morgenstunden von Ingolstadt & Eichstätt aus auf den Weg nach Dannenberg zur Großdemonstration. Am 26. November mit dem Auto zum Reisebusabfahrtsort. Von dort direkt ins Wendland zu einem der Sammelpunkte. Etwa 25.000 Menschen treffen sich schließlich sich auf dem Kundgebungsplatz, um für eine strahlungsfreie Zukunft zu demonstrieren.

 

Musik und Wortbeiträge schallen über die Wiese. Besonders eindrücklich die Rede einer japanischen Mutter. Sie kritisiert die mangelhafte Informationspolitik ihrer Regierung und ihre Angst um sich und ihre Familie. Nach den Trümmern durch Erdbeben und Tsunami, nun die Verstrahlung der dortigen Präfektur. Eine Evakuierung - wie etwa in Tschernobyl - ist durch die hohe Bevölkerungsdichte nicht möglich. Stattdessen werden Spielplätze umgegraben und Grenzwerte hochgeschraubt.


Nach beklemmender Stille kommen weitere Beiträge. Beispielsweise von Aktivisten aus Frankreich oder den Bauern aus dem Wendland, die mit 452 Trekkern, die Zufahrtswege blockiert haben. An den Ständen wird über Sit-Ins und Schotteraktionen debattiert. Wir machen uns - nach einer friedlichen Demonstration - wieder auf den Rückweg zum Bus, um wieder ins Altmühltal zu fahren. Noch auf der Fahrt halten wir uns auf dem Laufenden und erfahren, dass die japanische Delegation nun auch auf den Gleisen sitzt ... und die Nacht könnte kühl werden.

 

Nicht einmal 24 Stunden später, sind wir wieder in Eichstätt. Der Castor dagegen noch lange nicht am Ziel. Erst über 100 Stunden später als geplant erreicht er die Lagerhalle in Gorleben.


    21. 05. 2012.       Druckversion