HNA 22.02.10

Greenpeace-Aktivisten haben in Kasseler Supermärkten gegen Babynahrung protestiert

Kleben gegen Gen-Futter

Kassel. „Das ist eine gute Aktion“, ruft Sebastian Kehler den sieben Jugendlichen in ihren blauen Jacken hinterher. Sebastian Kehler ist Familienvater aus Ihringshausen und wurde gerade von den Jugendlichen in Blau - Aktivisten der Kasseler Greenpeace-Gruppe - in der Kasseler Innenstadt über mögliche Gefahren von genmanipuliertem Kuhfutter informiert.

Keine Gentechnik im Kuhfutter“: Maria Schaumann, Toni Horn und Nils De Coster (von links) von der Kasseler Greenpeace-Gruppe waren bei der Protestaktion in der Innenstadt dabei. Fotos: Steinbach

Denn mit diesem Futter werden die Kühe gefüttert, die die Milch für Babymilchpulver der Hersteller Nestlé und Milupa geben - und das stinkt Greenpeace gewaltig.

Um den Verkauf dieser Produkte zu stoppen, haben am Samstag Aktivisten des Umweltschutzverbandes bundesweit in Supermärkten gegen Nestlé und Milupa protestiert und die betroffenen Produkten mit großen roten Aufklebern beklebt. Auch in Kassel zog Greenpeace durch ausgewählte Märkte in der Innenstadt: „Die Aktion richtet sich nicht gegen die Märkte, die die Produkte im Sortiment haben.

Sondern allein gegen die Hersteller“, sagt Aktivistin Hanna Schöfthaler im Vorfeld des Protestzuges - man wolle aber erreichen, dass die Supermarktketten die Hersteller dazu bewegen, genfreies Futter zu verwenden. „Das Problem ist, dass nur das Futter - aber nicht das Produkt - genmanipuliert ist und das Produkt deswegen nicht entsprechend gekennzeichnet werden muss“, erklärt Schöfthaler. „Und das darf nicht sein!“

Das sieht auch Sebastian Kehler so, der von dem Protest begeistert ist: „Ich weiß jedenfalls, dass ich demnächst genauer hinschauen werde, welche Produkte ich kaufe.“

In den Märkten, die von der Aktion der Umweltschützer überrascht wurden, zeigte man sich ebenfalls verständnisvoll: „Wir sind natürlich auch darauf bedacht, einwandfreie Produkte im Sortiment zu haben“, lautete der Tenor der Marktleiter.

Bundesweit war Greenpeace am vergangenen Samstag in über 100 Supermärkten und Drogeriegeschäften unterwegs.

Von Christoph Steinbach

Klima: Ausgleichszahlungen für Afrika (HNA)

Teilnehmer der Veranstaltung wollen mit diesem Bild auf die ungleiche Verantwortung der Länder für den Klimawandel hinweisen: Ein Afrikaner produziert im Jahr weniger als eine Tonne CO2, ein Deutscher etwa zehn Tonnen, ein US-Bürger sogar 20 Tonnen.

Einstimmig für globalen Klimaschutz:
Bundesregierung soll Entwicklungsländern deutliches Klima-Gerechtigkeits- Zeichen geben


Greenpeace-Forderung findet volle Unterstützung


Die Bundesregierung soll noch vor dem Klimaschutzgipfel den Industrieländern vorschlagen, den Entwicklungsländern jährlich für den Klimaschutz 110 Milliarden Euro zur Verfügung zu stellen. Selbst sollte Deutschland dabei einen Anteil von 7 Milliarden Euro zusichern. Die von Greenpeace erhobene Forderung unterstützen alle Besucher der Veranstaltung für Klimagerechtigkeit und Klimawandelstop in der Black&White Zukunftswerkstatt Wan(n)Fried(en).  Ein Afrikaner,  produziert im Jahr weniger als eine Tonne CO2, ein Deutscher etwa zehn Tonnen, ein US-Bürger sogar 20 Tonnen.

Hanna Schöfthaler und Adrian Knirlberger von der Greenpeace-Gruppe in Kassel berichteten vor einem gemischt afrikanisch-deutschem Publikum mit  Bildern und Videos über den Klimawandel und seine Folgen. Die Welt wird insgesamt mit immer mehr Überflutungen, Dürren und Stürmen zu rechnen haben, so die beiden Aktivisten. Aber besonders betroffen sind heute schon die Entwicklungsländer. Ein Afrikaner produziert im Jahr weniger als eine Tonne CO2, ein Deutscher etwa zehn Tonnen, ein US-Bürger sogar 20 Tonnen.  Obwohl am wenigsten verantwortlich für die klimaschädlichen Abgase, haben sie heute schon massive Ernteverluste und Wassermangel zu ertragen.  Greenpeace rechnet mit Millionen von Klimaflüchtlingen in den nächsten Jahren, die durch den Klimawandel in ihrer Heimat nicht mehr leben können. Eine  Zahlung der reichen an die armen Länder  entspräche dem Verursacherprinzip und  könnte den Weg ebnen zu einem globalen Abkommen zur Verringerung der klimaschädlichen Abgase, das auch von den Entwicklungsländern mitgetragen wird. Die Gelder sollen es den Entwicklungsländern ermöglichen, sich an den Klimawandel anzupassen, ihre Urwälder zu schützen und ihren wachsenden Energiebedarf aus erneuerbaren Energien zu decken. Die sieben Milliarden zum Schutz des globalen Überlebens würde Deutschland nicht einmal sieben Prozent der Summe kosten, die die Politik der Hypo Real Estate Bank garantiert hat.
Eingeleitet wurde die Veranstaltung mit den Klängen der Musikgruppe Black&White und einem gemeinsamen Eintrommeln aller Besucher. Am Nachmittag schon hatten sich v.a. Jugendliche aus Hessen, Thüringen und Sachsen-Anhalt zusammengesetzt, um mit Afrikanern den nächsten Schüler- und Jugendkongress in Wanfried vom 26.-28. März 20010 vorzubereiten. Weitere Treffen zur Vorbereitung sind geplant, wer das nächste Treffen mit vorbereiten will, kann im Black&White-Büro: 05655-924981, Informationen bekommen.


    20. 05. 2012.       Druckversion