Kohlekraftwerk
Das
Klima heizt sich auf - Mainz heizt mit
Die Kraftwerke Mainz-Wiesbaden
planten, auf der Ingelheimer Aue in Mainz ein großes
Steinkohlekraftwerk mit 820 Megawatt Leistung. Es sollte 2013 in
Betrieb gehen und das aktuelle Gaskraftwerk ersetzen.Pro Jahr
würde es rund 4 Mio Tonnen CO2 freisetzen und damit
erheblich zum weltweiten Klimawandel beitragen. Die Greenpeace-Gruppe
Mainz/Wiesbaden lehnt den Neubau
eines Steinkohlekraftwerks in Mainz deshalb ab.
Im Januar 2009 wurde im Genehmigungsverfahren für
das Kraftwerk der Vorbescheid erteilt - also eine Art vorläufige
Baugenehmigung. Die zahlreichen Einwendungen, die im Laufe des
Genemigungsverfahrens gegen die Auswirkungen des geplanten Kraftwerks
auf Gesundheit und Umwelt vorgebracht wurden, wurden einfach beiseite
geschoben.
Die Greenpeace-Gruppe
Mainz/Wiesbaden unterstützt zusammen mit vielen weiteren
Organisationen und Einzelpersonen das Bündnis für
eine kohlekraftwerksfreie Region. Ziel des Bündnisses ist es
zu zeigen, dass die Menschen in der Region Mainz/Wiesbaden sich gegen
den Bau eines Kohlekraftwerks aussprechen und Menschen zu unterstützen,
die gegen das Kraftwerk vor Gericht klagen. Unterstützen
auch Sie das Bündnis durch Ihre Mitgliedschaft und Ihre Spende.
Der Klimawandel und seine Ursachen
Die Folgen des Klimawandels
Was
für ein Kraftwerk ist in Mainz geplant?
Fragen
und Antworten zum Kohlekraftwerk
Welche Alternativen gibt es?
Presseerklärungen
Werden Sie
aktiv gegen das Kohlekraftwerk
Der Klimawandel und seine Ursachen
Hauptursache für den derzeit stattfindenden
Klimawandel ist der enorme Anstieg der Kohlendioxid (CO2)
Emissionen
durch die Verbrennung fossiler Energieträger seit Beginn der
industriellen Revolution von etwa 150 Jahren. Allein 2005 wurden
weltweit fast 29 Milliarden Tonnen CO2 freigesetzt. Ca. 41%
entstanden
bei der Verbrennung von Öl (vor allem im Verkehr), ca. 38% bei der
Verbrennung von Kohle (vor allem zur Stromerzeugung durch Kraftwerke).
Weitere Quellen für CO2-Emissionen sind die Verbrennung
von Gas
(zur Heizung), die Abholzung von Urwäldern und die Brandrodung.
Kohle ist unter den fossilen Energieträgern der
Rohstoff mit dem höhsten Kohlenstoffanteil. Will man die gleiche
Menge Wärme gewinnen, werden aus Braunkohle 3,25 Tonnen, aus
Steinkohle 2,68 Tonnen und aus Erdgas „nur“ 1,5 Tonnen CO2
freigesetzt.
In den letzten 100 Jahren stieg die mittlere
Jahrestemperatur im weltweiten Durchschnitt bereits um 0,7 Grad
Celsius. In Deutschland ist die mittlere Jahrestemperatur im letzten
Jahrhundert noch stärker gestiegen und zwar um 0,9 Grad, in den
Alpen sogar um 1,5 Grad. All das hört sich nicht viel an, doch es
zieht gewaltige Auswirkungen nach sich. Von der letzten Eiszeit, die
Nordeuropa unter Schnee und Eis begrub, trennt unsere Zeit nur eine
Differenz von noch nicht einmal vier Grad Celsius im Jahresmittel.
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Die Folgen des Klimawandels
Im Auftrag des Umweltbundesamtes hat das
Max-Planck-Institut für Meteorologie in Hamburg Szenarien für
mögliche Klimaänderungen in Deutschland bis zum Jahr 2100
erarbeitet. Je nach Anstieg der Treibhausgase könnten danach die
Temperaturen bis zum Ende des Jahrhunderts vor allem im Süden und
Südosten Deutschlands um durchschnittlich mehr als 4 Grad
ansteigen.
Die Sommer werden trockener, die sommerlichen
Niederschläge könnten bis um 30% abnehmen. Das heißt,
Hitzewellen wie in den letzten Jahren werden noch häufiger
auftreten und heftiger werden. Es kommt zu Dürreperioden. Die
Winter in Deutschland werden feuchter. Es wird weniger schneien,
stattdessen werden die Regenfälle um bis zu 30% zunehmen. Damit
steigt die Hochwassergefahr im Frühjahr.
Auf anderen Kontinenten sind zum Teil noch extremere
Folgen zu erwarten. Besonders in Afrika fehlen wirtschaftliche und
technische Ressourcen, um dem Klimawandel zu begegnen. Die Menschen
vertrauen auf durchschnittliche Niederschläge und könnten mit
einer weiteren Ausbreitung der Wüste, dem Aussterben von Pflanzen-
und Tierarten, stärkeren Überschwemmungen und daraus
resultierenden Einbußen bei Getreideerträgen sowie der
vermehrten Verbreitung von Krankheitserregern schwer umgehen. Die
bereits eingeschränkte Entwicklung des Kontinents würde
weiterverringert. Bäuerliche Lebenssicherung (wie Einkünfte
aus Tourismus) wären gefährdet.
Mehr zum Thema Klima erfahren Sie auf der Website von Greenpeace-Deutschland.
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Was für ein Kraftwerk ist in Mainz geplant?
Die Kraftwerke Mainz-Wiesbaden (KMW AG) planten, auf der
Ingelheimer Aue eine Steinkohlekraftwerk mit 820 Megawatt Leistung.
Es wäre damit doppelt so groß wie das zur Zeit laufende
Gaskraftwerk. Befeuert werden sollte das Kraftwerk mit Importsteinkohle,
die auf dem Weltmarkt eingekauft wird (z.B. Kolumbien, Australien). Das
Kraftwerk sollte etwa 2013 in Betrieb gehen und eine Laufzeit von ca. 40
Jahren haben.
Die Kohle sollte mit dem Binnenschiff (2-3 Schiffe pro
Tag) in Mainz angeliefert werden. Dort wird sie umgeladen und bis zum
Verbrauch in drei großen Kohlebunkern am Rheinufer gelagert.
Gekühlt werden sollte das Kraftwerk mit Rheinwasser,
weil das am billigsten ist. Wenn der Rhein im Sommer zu wenig Wasser
führt oder das Rheinwasser durch das Kraftwerk zu stark aufgeheizt
würde, soll ein Ventilator-Kühlturm (60m hoch) genutzt
werden.
Im Juli 2006 hat der Aufsichtsrat der KMW einen
Grundsatzbeschluss zum Bau der Kraftwerks gefasst. Im Oktober 2007
wurde der Genehmigungsantrag gestellt. Der Vorbescheid wurde im Januar
2009 erteilt.
Der Kraftwerkspark der KMW AG
Die Kraftwerke Mainz-Wiesbaden sind ein
Tochterunternehmen der regionalen Energieversorgungsunternehmen
Stadtwerke Mainz und Stadtwerke Wiesbaden. Vermarktet
wird der Strom der KMW über die ESWE in Wiesbaden und die Entega
in Mainz und Darmstadt. Die HSE aus Darmstadt will sich mit einem
Baukostenzuschuss am Kraftwerk beteiligen und dafür Strom aus 120
MW Kraftwerksleistung beziehen.
Zur Zeit betreibt die KMW auf der Ingelheimer Aue zwei
Kraftwerke:
Das Kraftwerk 2 (KW 2), ein Gas-Kombiblock, stammt aus dem Jahre 1976.
Es hat 350 Megawatt installierte Leistung und wird nur noch als Reserve
bzw. in Zeiten sehr hoher Stromnachfrage auf dem Spotmarkt eingesetzt.
Das Kraftwerk 3 (KW 3) ist eine so genannte GuD-Anlage, die mit zwei
Turbinen (Gas- und Dampfturbine) arbeitet und deshalb einen
höheren elektrischen Wirkungsgrad von 58% erreicht. Die
Abwärme aus dem Kraftwerk wird nicht komplett in den Rhein
geleitet, sondern zu einem erheblichen Teil als Prozess- und
Fernwärme genutzt. Dadurch erreicht das KW3 einen
maximalen Wirkungsgrad von über 70%. Das KW 3 ging im Jahr
2001
in Betrieb, hat ca. 400 MW Netto-Leistung und einen
Kohlendioxid-Ausstoß von ca. 350 g/kWh.
Geplant wird heute das Steinkohlekraft KW 5 mit einer
Leistung von 820 MW. Die Kohlendioxid-Emissionen pro
Kilowattstunde würden sich auf 750g mehr als verdoppeln. Der
jährliche CO2-Gesamtausstoß wird von den
Stadtwerken mit ca. 4
Millionen Tonnen CO2 angegeben. Wenn das Kohlekraftwerk in
Betrieb
geht, soll das Gas-GuD-Kraftwerk nur noch als Reserve genutzt und der
alte Gas-Kombiblock vollständig stillgelegt werden. Das KW5 hat
mit ca. 46% einen schlechteren elektrischen Wirkungsgrad als das KW3,
weil es nur mit einer Dampfturbine arbeitet. Beim KW5 soll ein kleiner
Teil der Wärme zum Heizen ausgekoppelt werden. Der Wirkungsgrad
lässt sich dadurch jedoch nur auf ca. 50%
steigern. Der Rest der Energie wird über die Kühlung in den
Rhein oder die Atmosphäre abgegeben.
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Download:
Fragen und Anworten zum Kohlekrafwerk. Stand: November 2007
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Welche Alternativen gibt
es?
Um den Klimawandel zu vermeiden, muss die
Energieversorgung in den nächsten 100 Jahren komplett umgebaut
werden. Die fossilen Brennstoffe Öl und Gas gehen zur Neige.
Langfristig können wir unsere Energie nur aus regenerativen
Energieträgern wie Sonne, Wind, Erdwärme und Biomasse
gewinnen. Dieser Umbau ist ein langfristiger Prozess, mit dem wir heute
beginnen müssen, um ihn langsam und ohne harte Einschnitte
durchzuführen zu können.
Gerade deshalb ist es wichtig, heute in
Energieeffizienz und erneuerbare Energien zu investieren und diese
Energien Schritt für Schritt auszubauen. Heute tragen die
regenerativen Energien rund 10% zur Stromversorgung bei. 2050 sollten
es mindestens 50% sein, im Jahr 2100 100%. Wenn sich die KMW jedoch
für den Bau des Steinkohlekraftwerks entscheidet, wird der Mainzer
Strom bis zum Jahr 2050 zum allergrößten Teil aus
klimaschädlicher Kohle erzeugt werden.
Greenpeace hat im einer Studie am Beispiel eines von
RWE geplanten Braunkohlekraftwerks nachgewiesen, dass es möglich
ist, Grundlastkohlekraftwerke klimaschonend durch einen Mix aus
erneuerbaren Energien und Erdgas zu ersetzen.
Dazu die Langfassung
zum Download.
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Presseerklärungen
Presseerklärung
vom14. Juli 2005: Greenpeace fordert von OB Beutel Verzicht auf neues
Kohlekraftwerk
Presseerklärung
vom September 2006: Mainz - Stadt voll Energie / SPD-Woche der Energie:
Greenpeace fordert SPD zu Kehrtwende bei Kohlekraftwerk auf
Presseerklärung
vom 13. November 2006:
Umweltgruppen gehen mit Einwohnerantrag gegen Bau des Kohlekraftwerks
vor.
Presseerklärung
vom 04.12.2006:
Kohlekraftwerke sollen für Klimazerstörung zahlen
Pressemitteilung
vom 17.01.2007:
Umweltgruppen überreichen Oberbürgermeister
Unterschriften für Einwohnerantrag
Presseerklärung
vom 30.01.2007:
Umweltgruppen enttäuscht über Stadtratsvotum gegen Klimaschutz
Presseerklärung
vom 12.05.2007:
Mehr als 99 Luftballos - Klimaschutz statt Kohleschmutz
Presseerklärung
vom 29.05.2007:
Greenpeace fordert Klarheit über Darmstädter Beteiligung am
Kohlekraftwerk
Presseerklärung
vom 21.09.2007:
Neues Kohlekraftwerk ist Gift fürs Klima - Greenpeace fordert
Stopp der Planungen für das Kohlekraftwerk auf der Ingelheimer Aue
Presseerklärung
vom 22.09.2007:
Leuchtender Protest - Greenpeace startet erfolgreich seine Antikohltour
in Mainz
Presseerklärung
vom 16.05.2008:
Greenpeace fordert klimaschutzorientierten Gesetzesvollzug
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Download:
Chronologie zum Kohlekraftwerk
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Aktiv werden
Wenn Sie gegen das Kohlekraftwerk und den Klimawandel
aktiv werden möchten, gibt es weitere Möglichkeiten:
-
Unterstützen sie das Bündnis für
eine kohlekraftwerksfreie Region durch Ihre Mitgliedschaft und Ihre
Spende
-
Informieren Sie sich über das
Kohlekraftwerk und die
Alternativen. Überzeugen Sie Freunde und Bekannte davon, dass das
Kraftwerk klimaschädlich ist und die Stromversorgung auch
klimaschonend sichergestellt werden kann.
-
Versenden Sie eine Protestpostkarte
an ihren Oberbürgermeister.
-
Wechseln Sie zu einem Ökostrom-Anbieter.
So erteilen Sie
persönlich Strom aus Kohleverbrennung und Atomkraft eine Absage.
Einen Überblick über Anbieter finden Sie hier: Ökostromanbieter
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