Erfolg!!!
Im Rahmen unserer Gen-Öl-Recherchen haben wir auch zum Groß- und Einzelhändler Alfapack Kontakt aufgenommen. Im November teilt er uns schriftlich mit, dass er das gentechnisch veränderte Soja-Öl von Sedina aus dem Programm nehmen möchte. Dies gelte für die Filialen in Regensburg, Nürnberg und München.
Wir unterstützten den von der KEB Stadt organisierten Vortrag. Ruth Tippe von der Initiative "Kein Patent auf Leben" referierte über die verschiedenen Aspekte, wie sich Biopatente auswirken.
Hier ein Auszug aus der Ankündigung:
"Die Vorstellung, dass eine Kuh als Erfindung angemeldet werden kann, widerspricht den ethischen Vorstellungen vieler Bauern und Verbraucher. Dennoch werden seit einigen Jahren in Europa Patente auf Tomaten, Brokkoli-Pflanzen und die Züchtung von Schweinen erteilt. Damit erhalten die Patentinhaber die exklusive Kontrolle vom Maiskorn über das Saatgut bis hin zum Maisbrei. Der traditionelle Tausch und die Weiterentwicklung von Saatgut in Händen von Bauern wird damit zu einem kriminellen Akt in Entwicklungsländern. Bei der Patentierung von Pflanzen, Tieren und ihrem Erbgut geht es um die Frage, wer die Grundlagen der Ernährung kontrolliert.
Patente sind Monopole, sie beinhalten Verfügungsrechte. Biopatente betreffen Pflanzen und Tiere mit all ihren Nachkommen -- das Leben. Es ist unsere Nahrung, es sind Grundbedürfnisse für uns alle. Was bedeutet dies für den Landwirt, was für Verbraucher?
(Sogar konventionell gezüchtete Pflanzen drohen unter Patentschutz gestellt zu werden. Eine Grundsatzentscheidung zu diesem Problem steht am Europäischen Patentamt für das Jahr 2010 an. Wer tut hier was?) Wohin führt diese Entwicklung? Was können wir tun?"
Wie bereits in den Jahren 2005 und 2007 haben wir erneut in Regensburger Gaststätten recherchiert und sind leider fündig geworden. Von den überpfüften 16 Gaststätten benutzte eine das Gen-Öl der Marke Sedina ohne die gesetzlich vorgeschriebene Kennzeichnung in der Speisekarte. Die Gaststätte hat versichert, dass sie auf gentechnikfreies Öl umsteigen werde.
Auch in München fanden in den letzten Monaten Gen-Detektive der Greenpeace-Gruppe gentechnisch veränderte Speiseöle in Gast- und Imbissstätten. Auch dort fehlte die vorgeschriebene Kennzeichnung auf der Speisekarte.
An unseren Mitmachaktionen zeigten sich viele Bürger interessiert. Wir sammelten Unterschriften gegen die Neuzulassung von gentechnisch veränderten Maispflanzen. Diese Unterschriften werden wir Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner übergeben und somit auffordern, sich gegen die Freisetzung von Gen-Pflanzen auszusprechen.
Weiter sammelten wir Unterschriften für unsere Aktion "Der Cent macht`s - Milch ohne Gentechnik!" Wir forderten insbesondere die Marken Weihenstephan, Allgäuland und Bärenmarke auf, Milch ohne Gentechnik zu produzieren.
Zudem verteilten wir den neuen Einkaufsratgeber "Essen ohne Gentechnik".
Anlässlich des im Rahmen des Filmfestivals uebermacht (im Reginakino) gezeigten Films über den Saatgutkonzern Monsanto beteiligte sich aus unserer Gruppe Jörg Dirksen an der sich anschließenden Podiumsdiskussion. Weitere Diskussionsteilnehmer waren Sepp Daxenberger (Bündnis90/ Die Grünen), Harald Klimenta (attac) und Karl-Heinz Bablok. Die unterschiedlichsten Gefahren der grünen Gentechnik und die Einflussnahme von Monsanto wurden von verschiedenen Seiten beleuchtet.
Im Rahmen einer CSU-Wahlkampfveranstaltung kam Horst Seehofer nach Regensburg ins Kolpinghaus. Verschiedene Organisationen und Bürger versammelten sich davor um für ein Verbot des Anbaus von genmanipulierten Mais zu demonstrieren. Campact organisierte eine gentechnikfreie Tafel, eine Waage, mit der Bürger über die Meinung über den Anbau von Gen-Mais abstimmen konnten und eine öffentliche Diskussion mit einem Vertreter von Biokreis, einem Bio-Imker und einen Demeter-Landwirt.
Auch wir forderten Horst Seehofer auf, die Gefahren von Gen-Mais anzuerkennen und gegen eine Neuzulassung auf EU-Ebene zu stimmen. Seehofer stellte sich unseren Fragen und Forderungen. Nur leider war er nach wie vor überzeugt, dass er sich bereits nach besten Kräften für einen Schutz der gentechnikfreien Landwirtschaft einsetzt. Seine politischen Taten sprechen eine andere Sprache: Horst Seehofer setzt sich auf EU-Ebene immer wieder für die Zulassung von genmanipulierten Pflanzen ein.
Wie bereits 2005 recherchierten wir erneut nach Gen-Öl in der Gastronomie. Wir besuchten 15 Gast- und Imbissstääten und informieren über gentechnisch veränderte Speiseöle und die damit verbundene Kennzeichnungspflicht. In 7 Gast- bzw. Imbissstätten wurde Gen-Öl verwendet - ohne dies auf der Speisekarte zu vermerken. Am häufigsten wurde das gentechnisch veränderte Speiseöl von Sedina verwendet. Diese Ergebnisse veröffentlichten wir in einer Presseerklärung.
Erfolg: Mittlerweile (2009) haben unsere Nachrecherchen ergeben, dass die betroffenen Gast- und Imbissstätten auf gentechnikfreies Speiseöl umgestellt haben.
Auch in München, Starnberg und im Chiemgau wurden bayerische Greenpeace-Aktivisten fündig.