

Einen Tag nach Inkrafttreten der neuen Kennzeichnungsverordung am 18. April 2004 waren auch wir unterwegs, um nach gekennzeichneten Produkten Ausschau zu halten.Wir durchsuchten verschiedene Lebensmittel-Läden in der Regensburger Innenstadt und wurden - wie erwartet - noch nicht fündig. Die Kennzeichnung schreibt vor, dass erst die Produkte, die ab dem 18. April produziert werden, nach den neuen Regeln gekennzeichnet werden müssen. Deshalb werden wir die Augen offen halten. Wir möchten auch Sie dazu motivieren, beim Einkaufen die Zutatenliste genau zu lesen. Sollten Sie ein gekennzeichnetes Produkt finden, so geben Sie uns bitte Bescheid. Wir werden diese Produkte veröffentlichen und die Hersteller dazu auffordern, auf gentechnikfreie Zutaten umzustellen.
Seit 18. April 2004 gilt in der EU eine neue, strengere Verordnung zur Kennzeichnung von genmanipulierten Produkten. Zwar hat eine Mehrheit der Lebensmittel-Hersteller und der großen Handelsunternehmen bereits versichert, keine Gentechnik in ihren Lebensmitteln zu verwenden. Doch: „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“. Zudem weigern sich viele Firmen den Verzicht auf genmanipulierte Pflanzen zu garantieren. Die Mehrheit der Verbraucher will keine Gentechnik im Essen. Greenpeace fordert die Supermärkte deshalb auf, Gen-Food aus den Regalen zu nehmen.
Schon seit 2002 müssen Produkte gekennzeichnet werden, deren veränderte Erbinformation im Endprodukt nachweisbar ist. Ab jetzt müssen zusätzlich auch verarbeitete Lebensmittel, die aus Gen-Pflanzen stammen, in der Zutatenliste kenntlich gemacht werden. Dazu zählen Zutaten wie Mais-, Soja- und Rapsöl, Sirup aus Maisstärke oder hoch verarbeitetes Lecithin, das aus Gen-Soja gewonnen wurde.
Neu ist auch, dass genmanipuliertes Tierfutter wie Mais und Sojaschrot gekennzeichnet werden muss. Doch die neue Verordnung hat noch Mängel. Denn bei Tierprodukten wie z.B. Milch, Joghurt, Käse, Fleisch oder Eiern muss nicht kenntlich gemacht werden, ob die Tiere genmanipuliertes Futter gefressen haben. Das ist eine große Lücke, da die Masse genmanipulierter Pflanzen, die aus den USA, Kanada und Argentinien nach Europa importiert wird, über den Umweg der tierischen Futtertröge bei den Verbrauchern auf dem Teller landet.
Strittig ist derzeit, ob Zusatzstoffe wie Geschmacksverstärker oder Vitamine, die mit Hilfe von genmanipulierten Mikroorganismen hergestellt wurden, gekennzeichnet werden müssen. Auch hier wäre mehr Transparenz wünschenswert.